Stream: Vampire Weekend - Contra

Der erste Montag des Jahres, prompt auch schon der erste Albumstream 2010. Wird ja auch langsam Zeit, schließlich soll Vampire Weekends zweites Album Ende der Woche schon in den Regalen stehen. Der Vorabsong Horchata war zwar schon sehr nett, aber obwohl dort ebenso die bislang unterschätzte Rhythmussektion stärker zum Einsatz kam blieb die Single Cousins doch ein enttäuschendes Stück hinter A-Punk zurück. Mal hören was der Rest so bringt, auf Vampire Weekends Homepage gibt es das diesmal von Westküste statt NY-Campusleben inspirierte neue Werk komplett im Stream:

[Stream] Vampire Weekend - Contra

48 Andere Songs Aus 2009

Ich weiß nicht ob es an meinen entschleunigten Hörgewohnheiten lag und es da ein an die Wochen des Jahres gebundenes Phänomen gibt, aber sowohl meine Film-, Album- als auch diese Liste der meistgehörten Songs - seien es Einzelveröffentlichungen oder Songs von Alben die dieses Niveau nicht halten konnten - die sich nicht auf den Platten der Albumliste finden, rangierten nicht nur alle im 50er-Bereich sondern kamen bei einer spontanen Aufstellung alle kurioserweise auf 48 oder 49 Einträge. Bislang hatte ich mich an sowas nicht rangetraut in der Sorge zuviel zu übersehen, aber über Twitter- und Tumblr-Einträge (sowie über die gratis verfügbaren Songs von denen ich mich nicht trennen wollte) konnte ich diesmal ganz gut nachvollziehen was dieses Jahr jenseits von Alben mein Ohr im Griff hatte. Plus, dank Twitter war ein Großteil der Texte dazu schon vorher fertig, der Natur des Mediums entsprechend natürlich auf 140 Zeichen beschränkt (inklusive Künstler, Songtitel, Tag zum Wiederfinden und Link zum Hören wohlgemerkt - alles andere wäre zu komfortabel). Mit den Links war ich diesmal ebenso faul, aber über Google sollten sich die als legale Gratissongs erhältlichen Stücke bei Interesse leicht finden lassen.

A Mountain Of One - Bones:
Wer das Barbarella-Remake dreht sollte für nen trippigen Space-OST bei AMO1 anfragen.

A Sunny Day In Glasgow - Ashes Grammar / Ashes Math:
Zart umherwirbelnd wie ein Gefühl das gerade vergessen wird

Air France with Roos - GBG Belongs To Us:
Eine Ode an die Heimatstadt im Stil ihrer Helden Saint Etienne

Anamanaguchi - Dawn Metropolis:
Gameboyrock-Farbexplosion Marke Trans Am mit endlos-Repeat-Appeal

Architecture In Helsinki - That Beep:
Bester Sommerpartysong 2009, bedauerlicherweise 5 Monate zu früh erschienen

Atlas Sound - Quick Canal (ft. Laetitia Sadier):
Krautgroovt mit leuchtenden Droneschwaden in himmlisches Rauschen

Boredoms - Ant 10 (Remix By DJ Lindstrom):
Aus den Weiten des Kosmos über Discofunk zur großen Euphorieexplosion

Boris - Buzz In (Optimo Remix):
Ganz recht, das sind wirklich DIE Boris im schottischen Laserfeuer-Discogewitter.

Cold Cave - Theme From Tomorrowland:
Wuchtig, futuristisch, hymnisch und doch innerlich verwirrt

David Cassidy Vs. Donna Summer - Romance (Lovemix):
Brummbär und Discoqueen an der Riviera.

Demis Roussos - Love Is (Dimitri From Paris Sunday At The Loft Remix):
So grandios & soulig wie der Titel verheißt

Destroyer - Bay Of Pigs:
Bejar spielt mit Elektronik und freestylt über Windsurfschen Softdance - Warum nicht?

DJ Kaos - Love The Nite Away (TieDye Mix):
Garantiert lange, sanfte und festive Mittelmeer-Sommerabende

Girls Aloud - The Loving Kind:
Herrlicher Pet-Shop-Boys-Song, spätestens erkennbar an der Verwendung von "disinclined"

Grizzly Bear - Two Weeks:
Tänzelnde Stimmen und ornamentierte Musik walzern im Lichtermeer

Holy Ghost! - I Will Come Back:
Die DFA-Geheimwaffe auch großer Synthdisco-Sommerhitjagd in der Großstadt

James Blackshaw - Cross:
Kristallene Traumwelt wächst um Blackshaws Gitarrenspiralen - der Song des Jahres

Johnny Foreigner - Criminals:
Mit Wechselgesang und Gitarrenspiralen gegen korrupte Bauausschüsse. Fight the power!

Katy Perry - Hot 'N Cold:
Prescht egozentrisch und überdreht voran; mit einem Song rechtfertigt Perry ihre Existenz

Lindstrøm & Prins Thomas - Tirsdagsjam:
Ein intergalaktisches Progkrautdiscogroovemonster das auch Samstags jammt

Los Campesinos! - The Sea Is A Good Place To Think Of The Future:
Immer noch beautiful & doomed, mehr Xiu Xiu & Emo

Lucky Soul - Lonely This Christmas:
Wie jedes Jahr brachten auch diese Festtage mindestens einen veritablen Ohrwurm hervor

Major Lazer (feat. Ricky Blaze & Nina Sky) - Keep It Goin' Louder:
So pumpend und synth-pulsierend dass selbst Autotune-Exzess nicht stört

Manic Street Preachers - Jackie Collins Existential Question Time (Saint Etienne Version):
Manics als eleganter Pop

Memory Cassette - Surfin (Sail A Whale Version):
The Field ohne Loopgedönse und ein paar Sphären höher schwebend

Men - Off Our Backs:
Der Moment als nach langem Spannungsaufbau der shoutige Refrain ausbricht: Sensationell

Mini Viva - Left My Heart In Tokyo:
Hookgeladener Discopop glänzt so poliert-futuristisch wie eben jene Stadt

Montée - Isle Of Now:
Norwegische Version von Phoenix mit Bongos und Falsettrefrain zum ultimativen Yachtcore-Jam

Nite Jewel - Want You Back:
Vereint elegant distanzierten Gesang, pointierte Synthanschläge und Beats mit Schmackes

Parallels - Ultralight:
Glammig-futuristischer Neo(n)-Italo als kanadische Kehrseite von Junior Boys' Wimplectro

Pissed Jeans - False Jesii Part 2:
Pigfucker exen ein Sixpack und toben durch den schweißtriefenden Kellerclub

Prince Rama Of Ayodhya - Golden Glow:
Joanna Newsom verliert Harfe bei Tibet-Reise, kehrt mit Buddhistenband zurück

Pure Ecstasy - DWLDWD:
Trockene Hallade lullt im zauberhaften Schleichtempo ein

Richgirl - He Ain't Wit Me Now (Tho):
Auch Chartpop-Hits können zu Geheimtipps werden, siehe auch Electrik Red

Saint Etienne - Method Of Modern Love (Richard X Join Our Clique Mix):
Bringt nach zwei Minuten pure Erhabenheit

Saint Etienne - Spring (Air France Remix):
Federleichtem Klassiker einmal frisch durch die Federn gewuschelt

SNSD - Gee:
Anderswo holte sich der boomende K-Pop RedOne und Bloodshy&Avant ins Haus, der addiktivste Song war aber Eigenbau

Still Going - Spaghetti Circus:
Mächtige Vocals + Pianohämmern + Nudelgitarre kann auf DFA wohl nicht versagen.

Superchunk - Crossed Wires:
Die Indie-Helden melden sich zurück, rasant und melodisch wie eh und je

The Horrors - Sea Within A Sea:
Die Zutaten sind bekannt, das Resultat trotzdem arpeggitastisches Britkraut

The Kiara Elles - Odio:
Abgehackt-dringlicher Gesang auf saucool hüpfendem Beat in perfekten 2:22 Popminuten

The Noisettes - Wild Young Hearts:
Alben kriegen sie immer noch keine hin, dafür eine Single wie diese

The Raveonettes - Suicide:
Zuckerduett steht den Dänen doch ein wenig besser als Lynch und Lederjacken

The School - All I Wanna Do:
Die walisische Ausgabe von Lucky Soul/Camera Obscura, nicht minder grandios melanchoherzig.

The Sound Of Arrows - Into The Clouds:
Luftiger Göteborg-Pop anno 2008 auf Indiedisco gebügelt, trotzdem gut.

The Veronicas - Untouched:
Wunderbar dramatischer, verwirrter, hektischer Düsterrave mit Bombastgitarren

Visti & Meyland - Yes Maam (All Nite Long):
Prisencolinensinainciusol groovt eng umschlungen mit Machs On And On

Von Spar - HyBoLT:
Herrlicher Griff nach den Krautdiscosternen, übertrifft sogar den remixenden Prins des Metiers

Yeah Yeah Yeahs - Heads Will Roll

The Hundred In The Hands / Nika+Rory



Wie immer beginnt das neue Jahr mit den Songs, bei denen es mich während meines selbstauferlegten "Nicht über neue Musik schreiben"-Embargos der letzten Tage am meisten in den Fingern gejuckt hat. Dressed In Dresden von The Hundred In The Hands wartet mit einer derartig auf mich zugeschnittenen Mischung auf dass ich mich doch fragen muss wie ich das Duo so lange ignorieren konnte, elektronisch rhythmisierte Gitarren-Schrapnelle mit wach-warmem K-Records-Gesang als hätten Bloc Party nach Silent Alarm Kele Okereke mit Khaela Maricich ersetzt. Da der Song den Leuten von Warp Records wohl auch gefallen hat, hat man dort das Duo unter Vertrag genommen und verschenkt in Aussicht auf mehr nun eben jenen Song:

[MP3] The Hundred In The Hands - Dressed In Dresden



Nika+Rory ist eine der kürzlich erwähnten Kollaborationen von Nika Roza Danilova alias Zola Jesus, mit dem Beatmacher Rory Kane lässt sie jenseits von Düstergefilden mal richtig die große Popsängerin raus und das Ergebnis ist im Falle von I'm Not Going Anywhere auch derart fabelhaft dass ich seit zwei Wochen dadurch mindestens einmal pro Tag zu Myspace getrieben werde. Mehr Songs haben die beiden glaub ich schon fertig, dauert also vielleicht nicht mehr allzu lange bis zur ersten Veröffentlichung.

[MP3] Nika+Rory - I'm Not Going Anywhere

Nika+Rorys Myspace

48 Aus 2009 (Teil 6)

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Platz 8
The Fiery Furnaces - I'm Going Away / Take Me Round Again

Es wäre kein Jahr gewesen ohne mindestens eine Furnaces-Platte, kein Jahr ohne mindestens drei weitere angekündigte neue Furnaces-Projekte von denen sich höchstens eins materialisiert und kein Jahr ohne dass die Furnaces versuchten, einen vor den Kopf zu stoßen. Dabei ist I'm Going Away mit seinen sauberen, leichten Arrangements das für Einsteiger am leichtesten zu verdauende Werk der Friedbergers seit EP, voller herrlicher Songs die diesmal von Eleanor geschriebene Situationen und Geschichten schildern und sich vom detaillierten Weltenbummeln in Kneipen und Clubs verlegen. Doch es wäre einfach zu einfach gewesen es dabei zu belassen, also folgte vor ein paar Wochen Take Me Round Again, auf dem beide Geschwisterteile für sich fünf der Songs in reduzierter Form selbst neu interpretieren - die Fiery Furnaces covern sich selbst. Wer auch sonst. [mehr]

[MP3] The Fiery Furnaces - The End Is Near (von I'm Going Away)
[MP3] The Fiery Furnaces - Keep Me in the Dark (Eleanor Friedberger version) (von Take Me Round Again)
[Stream] The Fiery Furnaces - I'm Going Away
[Stream] The Fiery Furnaces - Take Me Round Again

Platz 7
Future Of The Left - Travels With Myself And Another / Last Night I Saved Her From Vampires

Wer McLusky immer noch nachtrauert hat Future Of The Left wahrscheinlich noch nicht gehört und garantiert noch nicht live gesehen. Ihre Konzertqualitäten zeigte Anfang des Jahres bereits das Livealbum Last Night I Saved Her From Vampires auf, bei dem natürlich die unvergleichlichen Zwischenansagen ans und Verbalduelle mit dem Publikum nicht fehlen dürfen. Bald darauf folgte das zweite Album des Trios und übertraf das hervorragende Debüt nochmal locker, von Anfang an, wenn man den Fehler begeht und das leise Intro auf verständliche Lautstärke dreht nur um vom tatsächlichen Beginn überrollt zu werden dass man vor Schreck an die Decke springt (ist mir sicher 4mal passiert), wird klar dass Travels With Myself And Another entgegen "Alles wahllos laut"-Trends eine echte dynamische Breite bietet und so eben auch wirklich Einschlaglöcher hinterlässt wenn's kracht, andererseits seinen Pop-Appeal auch voll ausspielen kann. Andy Falkous' Stimme ist dabei über alle Ruhe erhaben, er schwingt sie so absurd und manisch wie er will, was eben auch perfekt zum Humor der Platte passt, wie wenn sich der Satanistist in You Need Satan More Than He Needs You durch schlechtes Wetter plötzlich deprimiert fühlt und die anstehende Orgie höchst skeptisch betrahtet, erst recht wenn die verdammte Opferziege außer Rand und Band ist. Ist ja auch viel interessanter als zu böser Musik einen auf böse zu machen.

[MP3] Future Of The Left - Arming Eritrea (von Travels With Myself And Another)
[MP3] Future Of The Left - Manchasm (live) (von Last Night I Saved Her From Vampires)
[Stream] Future Of The Left - Travels With Myself And Another
[Stream] Future Of The Left - Last Night I Saved Her From Vampires

Platz 6
St. Vincent - Actor

Pompös scheint Actor zu beginnen, doch der hallende Chorgesang weicht nach Sekunden einem merklich eindrucksvolleren, der Stimme von Annie Clark die es schafft, erheblich weiser zu klingen als ihr Alter es vermuten ließe. Diese Stimme war es auch die mich zunächst bei der Stange hielt, die besser austarierten Arrangments dieses zweiten Albums wollten bei mir zunächst nicht so recht zünden, waren aber umso großartiger aber als es dann endlich soweit war. Dieser Kontrast zwischen klarer und verzerrter Stimme, zwischen Glockenspiel und Chor auf der einen und dissonant holzender Gitarre und Bläsern auf der anderen Seite, wie er z.B. In Black Rainbow zu minutenlanger Steigerung führen kann, und in Actor Out Of Work unter voran preschendem Schlagzeug und dem Gesang "I think I'm mad" alles manisch zusammen kommt, toll! Wie der Beat im kühl-atmospärischen Marrow abwechselnd links und rechts pocht, genial! Und darüber hinaus erstreckt sich Clarks Gespür für Dramaturgie und Sequenzierung auf auf das ganze Album, bestens exempliert am Finale, als nach dem prächtigem The Party und dem traumhaften Just The Same But Brand New leise davonfadend das Ende klar erreicht ist und Clark wohlwissend unter dem Titel The Sequel nochmal einen nachsetzt und es sich wirklich wie der Beginn von etwas Neuem anfühlt.

[MP3] St. Vincent - The Strangers
[Stream] St. Vincent - Actor

Platz 5
jj - jj n° 2

"Wanna hear my masterplan? Here's my masterplan." Ja, was ist eigentlich der Masterplan von jj? Anonym (jj steht dabei für "Jules & Jim", Tach auch Truffaut) auf dem grandiosen Göteborg-Label Sincerely Yours, das uns u.a. schon Air France und The Tough Alliance brachte, simple, leichtfüßige Songs in der beliebten SY-DIY-Ästhetikformel Sport- und Strandvideos + Filmzitate + Pop-Cover + inspirative Slogans + ein Hauch Absurdum (auf 27 Exemplare limitierte T-Shirts) in die Welt setzen, die internetweit verstreuten Hörer einen ganzen Sommer lang von fernen Stränden an Afrika, Malaga, Miami und Mittelmeer träumen lassen und soviel Erfolg haben dass man im Frühjahr 2010 das Nachfolgewerk jj n° 3 international in die Welt setzen und mit The xx touren kann. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. [mehr]

[MP3] jj - Ecstasy
[Stream] jj - jj n° 2

Platz 4
Sunset Rubdown - Dragonslayer

Klar, ohne Spencer Krug geht hier oben nichts, der Mann vollbringt einfach immer wieder Großtaten. Nicht nur alleine, wie gut Sunset Rubdown zur Band gewachsen sind konnte man nicht nur live erleben, es wird auch auf Dragonslayer reflektiert das, nach dem glorreich überladenen letzten Album, dieses sauberere Zusammenspiel wiedergibt. Raum für wunderbare Vielfalt ist dabei natürlich immer noch, wie das kreuz-und-quer-Drumming und die Nintendo-Sounds in You Go on Ahead (Trumpet Trumpet II), herausragend auch die Karibik-Vibes von Paper Lace, das elegant barocke Nightingale / December Song das als einziges selbst von fünf Leuten live nicht repliziert werden kann oder die Momente wenn Black Swan schier explodiert, nicht erst am Ende sondern wie im Finale Dragon's Lair in einem Auf und Ab der Spannungskurve. Und natürlich glänzt Krug selbst wieder mit seiner unnachahmlichen Fähigkeit, Texte und Melodien zu schreiben die man, völlig egal ob man ihren Inhalt aus klassischen Mythen und Krug persönlicher Traum-Metaphorik versteht, aus vollster passionierter Kehle mitsingen möchte.

[MP3] Sunset Rubdown - Idiot Heart

Platz 3
Fuck Buttons - Tarot Sport

Es war einer dieser Momente, der klar machte, das etwas Großes in der Zukunft lag, als am Ende von Fuck Buttons' gutem aber nicht überraschenden Konzert auf einmal ein mächtig polternder Beat angaloppiert kam und das damals noch völlig unbekannte Flight Of The Feathered Serpent überwältigend zeigte dass man zu diesen krachgefüllten Stücken auch tanzen konnte. Und Tarot Sport enttäuschte keineswegs, hatte mit Olympians und Surf Solar zwei weitere epische Prachtwerke zu bieten, die nach stetigem Aufbau die Glückszentren im Körper voll belohnen, und war darüber hinaus wieder eine unterbrechungsfreie Folge ruheloser rhythmischer Regenbogennoisefeste. [mehr]

[Stream] Fuck Buttons - Tarot Sport

Platz 2
Devin Townsend Project - Addicted

Devin Townsend war auch so einer den ich die Jahre über abgeschrieben hatte. Sein naturspirituelles Terria hatte ich auf der anderen Seite dieses Jahrzehnts noch geliebt, aber danach war alles entweder zu absehbar ausgeflippt, absehbar ausgedehnt oder einfach nicht konstant auf ähnlichem Niveau mitreißend. Dass er ein neues Projekt mit vier Alben und je unterschiedlicher Bandbesetzung am Laufen hatte, ich auch erst heraus als mich die ersten Songs von Addicted neugierig gemacht hatten. Furchtlos und hochoriginell bubblegum-farbener Progmetalpop mit mächtigen Refrains, dichtestens mit Sound gefüllt den zu einem signifikanten Teil der himmlisch vervielfachte Gesang Anneke van Giersbergens einnimmt, eine perfekte Paarung mit Townsends unverkennbarem Stimmorgan die den 10 durchweg exzellenten Stücken erst ihren lebensfrohen Ohrwurmappeal verleiht. [mehr]

[Video] Devin Townsend Project - Bend It Like Bender!

Platz 1
Animal Collective - Merriweather Post Pavilion / Fall Be Kind EP

Devin Townsend kam noch überraschend nahe dran, aber letztendlich gibt es doch keinen Zweifel am Highlight des Jahres. Mit Freuden erwartet habe ich dieses Album schon seit ich die Songs vor zwei Jahren live liebte und so hin und weg war, dass ich auch so viel später mit einem Hören völlig vertraut mit ihnen war, als klar wurde dass Strawberry deswegen ein leichter Durchhänger war weil es ein Übergangswerk war. Auf Merriweather Post Pavilion lösen Animal Collective ein was Fireworks und Derek versprachen, poppige und emotional affektierende Songs mit Fluten von elektronischer Euphorie, beginnend mit dem Moment wenn In The Flowers einen nach einer Minute so wunderschön überrollt, transportiert von und auch, wie in Brother Sport, energetisch verwoben mit Beats die nicht ruhig sitzen lassen. Der Pop-Appeal ist gewiss immer noch kein universaler, die Maultrommel in Lion In A Coma gehört dabei noch zu den alltäglichen Sounds. So auch auf der Nachfolge-EP Fall Be Kind, die gerade in der zweiten Hälfte mit den pluckernden Bleed und On A Highway eher auf der sanften bis trippigen Seite gelegen ist, stellenweise gar ein wenig an das immer noch beste Collective-Album Feels erinnert, aber sich gefasster, runder als frühere Werke zeigt und mit dem flötenden Graze auch so zum Wippen und mit What Would I Want? Sky zum Segeln auf weißblauen Traumwellen einlädt.

[MP3] Animal Collective - My Girls (von Merriweather Post Pavilion)
[Stream] Animal Collective - Merriweather Post Pavilion
[Stream] Animal Collective - Fall Be Kind