Neues Von Lucky Soul

Heute ist der erste Tag des Jahres der sich richtig so anfühlt als würde das Wetter von morgens bis abends einen auf Frühling machen, genau das richtig Ambiente um mal wieder The Great Unwanted zu hören. Und obwohl ich erfreut war festzustellen dass der herrliche Pop von Lucky Soul nichts von seiner Schönwetterkompatibilität verloren hat, noch schöner war es zu lesen dass es wahrscheinlich noch zum diesjährigen Sommer einen Nachfolger geben soll und es bei Chromewaves bereits eine neue Single der Briten zu hören gibt.

Woah Billy wippt und wackelt, obwohl Ali Howard was von "Dark times ahead" singt, uh-ah freudespendend voran, packt nach einem sonnigen Refrain auch mal kurz die Discostreicher aus und wem das alles zu retro ist der ist einfach selbst Schuld.

[MP3] Lucky Soul - Woah Billy

Panda Bears Konzertfilm Für Eine Woche Online

Über People Party, die DVD die bei der 2007er Tour von Panda Bear erstellt wurde, hatte ich ja schon mal geschrieben. Ab heute gibt es den kompletten Film auch eine Woche lang bei Pitchfork.tv online zu sehen, mit mehr als einer Stunde Livematerial von Panda Bear und zusätzlich Auszügen aus dem Programm seiner Vorgruppen Wzt Hearts, Tickley Feather, Eric Copeland und Queens.

People Party auf Pitchfork.tv

Stream: The Decemberists - The Hazards Of Love

And the streams just keep on coming. Muss aber auch so sein, schließlich steht uns nächsten Freitag eine wahre Flut von neuen Alben ins Haus. Mit dabei sind The Decemberists mit ihrem fünften Longplayer The Hazards of Love, den gab's gestern nur live interpretiert zu hören und nun auch in der Studioversion. Nach dem was ich bislang davon gelesen habe soll's wohl ein Rockoper-/Konzeptding geworden sein, hoffentlich haben sie sich da mal nicht übernommen sondern immer noch was angenehm Hörbares wie The Crane Wife gemacht.

[Stream] The Decemberists - The Hazards Of Love

Neues Von Patrick Wolf, The Horrors

Bis gestern hatte ich noch keine gute Meinung von Patrick Wolfs neuer Single. Vulture beginnt zwar vielversprechend, mit saftigen Beats wie vom letzten Album und den Strophen mit Wolfs müheloser Melodieführung auf vollem Ohrwurmkurs, nach all der Steigerung wandert der gotisch-dramatische Gesang beim Refrain dann aber zugunsten von stimmungsvollen Synthspritzern etwas in den Hintergrund. Eine Weile schien mir das wie ein Anzeichen dass die Zusammenarbeit mit Alec Empire zu einem ungemütlichen Mischmasch beider Stile geführt hat, bis ich eben seit gestern Abend nun auf einmal beide Teile des Songs nicht mehr aus meinem Kopf kriege.

[Video] Patrick Wolf - Vulture

Völlig unerwartet gefällt mir aber der neue Song von The Horrors noch mehr, die haben ebenso wie Wolf den Major Loog verlassen und sich stilistisch etwas umorientiert. Statt mittelmäßigem Garage-Geplörre ist Sea Within A Sea ein 8minüter aus dessen krautigem Anfang sich nach und nach psychedelischer Wirrwar und ein flottes Synth-Arpeggio herausschälen, auf letzterem aufgebaut wird es dann sogar in der zweiten Hälfte noch besser. Hätte nicht gedacht dass ich diesen Satz mal schreiben würde, aber: Ich bin gespannt was die Horrors als nächstes machen. Puh.

[MP3] The Horrors - Sea Within A Sea
[Video] The Horrors - Sea Within A Sea

Stream: Pet Shop Boys - Yes

Die Kritiker sind schon aus dem Häuschen, nach dem Liveauftritt und der wundervollen Single hatte auch ich guten Grund zur Hoffnung dass die Pet Shop Boys mit Xenomania-Support auf ihrem neuen Album wieder zur Höchstform angelaufen sind. Und gerade rechtzeitig bevor es morgen erscheint kann nun jeder den Selbsttest machen, Yes ist vorab in voller Länge anhörbar. So kann der Feierabend gerne öfter beginnen.

[Stream] Pet Shop Boys - Yes

Livestreams Vom South By Southwest-Festival

Viel kann man noch bis Ende der Woche vom Musikteil des SXSW in diverser Lang- und Kurzform lesen, allerdings nicht so viel selbst sehen und/oder hören. Zwei gute Möglichkeiten hab ich aber gefunden: Zum Einen überträgt der Radiosender NPR einige Konzerte, u.A. den gestrigen Auftritt bei dem die Decemberists ihr komplettes neues Album am Stück aufgeführt haben, live und stellt diese auch anschließend online.

Das Musik- und (würg) Lifestyle-Magazin The Fader wartet sogar gleich mit einem Videostream seiner Bühne auf, da die dort auftretenden Bands wie heute Handsome Furs oder in den kommenden Tagen The Pains Of Being Pure At Heart und Blank Dogs schon recht früh anfangen kann man die meisten davon sogar gut in den (hiesigen) Abendstunden erwischen, wenn mich das Internet nicht belügt sollte die Zeitdifferenz 6 Stunden betragen so dass z.B. heute die Furs um 20.15 loslegen. Aber auch hier kann man noch im Nachhinein zulangen, die gestrigen Auftritte von Abe Vigoda oder Micachu And The Shapes können auf dieser Seite angesehen werden.

Konzert: Jay Reatard


Vielleicht war das der bessere Deal. Zu der Zeit als ich Jay Reatards letztes Konzert in Köln knapp verpasste erstreckten sich seine Konzerte noch selten über eine Viertelstunde; nun, fast 2 Jahre später, konnte ich ihn dafür im Gebäude 9 gut dreifach so lange in Aktion sehen. Umso eindrucksvoller weil sein Auftritt eine einzige Flut von Hits war zwischen denen es keine stille Sekunde gab. Kaum war das tighte Powertrio, ausgestattet mit Flying-V-Bass und -Gitarre, mit einem meist schneller und punkiger als auf Platte gespieltem Stück fertig ging es nach wenigen Sekunden anhaltenden Gitarrenhalls direkt eins zwo drei vier weiter, für eine knappe Songansage des hinter Lockenhaar verschwundenen Reatard blieb da kaum Zeit, für Applaus noch weniger.

Das Set war eine herrliche Mischung aus allem was der Mann im Laufe seiner noch recht jungen Solokarriere geschaffen hat, sogar ein gutes Drittel nahmen die Blood Visions-Klassiker wie My Shadow, Greed, Money, Useless Children und Fading All Away ein. Von den Singles 06/07 war ich besonders froh dass auch Hammer I Miss You und Let it All Go dabei waren, die nicht minder tollen Matador Singles 08 gab es wie im Falle des eröffnenden An Ugly Death oder Trapped Here auch schon mal in extra ausgedehnten Versionen zu hören während für I'm Watching You auch mal kurz zum halbakustischen Sechssaiter gegriffen wurde.

Nicht nur weil ich lange darauf gewartet hatte war ich arschglücklich diese herrlichen Songs mal live zu hören. Wegen der Art wie diese wohlgeformte Masse gnadenlos berauschend von der Bühne runtergespielt wurden stellte sich bei mir ein merkwürdiger Zustand freudiger Überreizung ein der mir aber erst auffiel als ich nach dem Abgang der Band eine Weile brauchte um wieder richtig klare Gedanken fassen zu können. Noch so ein Konzert bei dem es sinnvoller war keine Zugabe zu geben, wenn der ganze Abend bereits ein einziges Ausrufezeichen ist kann man schwer noch einen Punkt zum Schluss setzen.

Stream: Micachu - Jewellery

Nach anfänglicher Schwierigkeit find ich die idiosynkratischen Popsongs von Micachu mittlerweile richtig gut und wie es sich bisher anhört gestaltet sich auch ihr Debütalbum so frisch und verquer ohrwurmig. Besonders angenehm fällt auf dass die Stücke nicht zu lang gehalten sind, manchen Ideen tut es einfach besser wenn sie kurz und knapp rausgehauen werden, und bei dem Quietschen von Curly Teeth verstehe ich nun auch wie man via Quay Cur schnell zu einem Furnaces-Vergleich kommen könnte. Das nächste Woche erscheinende und enorm vielversprechende Jewellery kann bei 3voor12 gehört werden:

[Stream] Micachu - Jewellery

Neues Von The Juan Maclean


Ich hab mich zwar entschlossen die Zahl der Promofotos stark zu reduzieren, aber dieses ist so toll dass ich einfach eine Ausnahme machen muss. Nach dem letztjährigen Single-des-Jahres-Kandidat Happy House veröffentlicht The Juan Maclean heute den nächsten Indikator dass sein am 24.04. zu erwartendes Album The Future Will Come schwer großartig werden könnte, statt ausgedehntem Sternenflug serviert Maclean hier aber, wieder mit Gesang von LCD Soundsystems Nancy Whang, etwas kompakteren aber ebenso wunderbaren synthigen Tanzpop.

[Stream] The Juan Maclean - One Day

Bald ist The Juan Maclean auch in der Eurozone live zu sehen, wenn's mit voller Bandbesetzung wie hier sein sollte wird das ein ganz übler Terminkonflikt mit The Hold Steady:

25.Apr.2009 Case À Chocs, Neuchâtel
26.Apr.2009 Mascotte, Zürich
03.Mai.2009 Blue Shell, Köln
08.Mai.2009 Berghain, Berlin