Nite Jewel Live

Dem Eintrag von vorgestern sollte noch angefügt werdem dass Nite Jewel zwar ihr Debüt solo aufgenommen hat, mittlerweile zumindest live aber als Duo unterwegs ist. Einen richtig gut klingenden Auftritt der beiden vom Januar kann man nun bei Dublab herunterladen, im Rahmen der mehr als halbstündigen Session gibt es neben ein winzigbisschen reichhaltiger arrangiertem Good Evening-Material auch zwei neue Songs zu hören.

Nite Jewels Sprout Session 19.01.2009

The Pains Of Being Pure At Heart Live Im Bad

Auch mit ein bisschen aufgepeppter Produktion haben die Songs von The Pains Of Being Pure At Heart auf ihrem Album nichts von ihrer Leichte und Süße verloren. Für A>D>D begeben sich die vier während einer Party aufs stille Örtchen, spielen zwei Stücke von ihrem Debüt die auch von Kachelwänden reflektiert fein klingen sowie The Pains of Being Pure At Heart und Doing All the Things That Wouldn't Make Your Parents Proud, den einzigen Song dessen Titel noch länger als ihr nicht ganz handlicher Bandname ist.

A>D>D mit The Pains Of Being Pure At Heart

Neues Von Crystal Antlers, Eat Skull

Gerne hätte ich ja Crystal Antlers letztens live erlebt um zu sehen ob sie noch mehr zu bieten haben als ihre vielversprechende EP. Da der Abend aber ausfiel heißt es nun halt noch drei Wochen warten bis ihr Debütalbum Tentacles erscheint, das daraus zu hörende Andrew bewahrt schon mal Wohlklang und Wucht des bisherigen Materials und klingt fast ein bisschen wie eine psychedelischere Ausgabe früher The Walkmen.

[MP3] Crystal Antlers - Andrew

Eat Skull hingegen scheinen den Psych-Faktor noch mehr zurückzuschrauben und sich folkig dem Pop hinzuwenden. Was höchst erfreulich ist, denn schon auf ihrem großartigen Erstling Sick To Death demonstrierten sie letztes Jahr dass sie einen großen Vorrat an Hooks haben den sie am besten direkt an den Mann bringen. Geblieben sind schrottiger Sound und lauter Mix, ebenso das Label, zwei clever betitelte Stücke des am 14.04. auf Siltbreeze erscheinenden Wild And Inside gibt es schon online zu hören:

Eat Skulls Myspace

Stream: Tim Hecker - An Imaginary Country

Zum Märzende steht eine regelrechte Flut an Neuveröffentlichungen an, da fang ich lieber früher als später damit an mich da reinzuhören. Den Anfang macht heute Tim Hecker, dessen sechstes Soloalbum An Imaginary Country nächste Woche auf Kranky erscheint und herrlich dronige Ambientlandschaften verspricht. Seine letztjährige Kollaboration mit Aidan Baker wollte bei mir irgendwie nicht so zünden wie bei anderen, was ich bislang hiervon höre gefällt mir aber direkt sehr und für einen Albumstream entwickelt das auch schon eindrucksvolle Basswirkung. Das Original dürfte in der Hinsicht noch deutlicher wirken.

[Stream} Tim Hecker - An Imaginary Country

Nite Jewel - Good Evening


Das ist was für die Abendstunden. Der Beat schlurft so verzogen dass man sich manchmal schon vergewissern muss ob er überhaupt noch da ist, der Gesang hallt so spärlich-schläfrig aus der Ferne dass man jederzeit erwartet er könne plötzlich gänzlich den Raum verlassen. Auf Good Evening, dem ersten Album von Nite Jewel, ist der Titel Programm. Der Künstlername jedoch mag irreführen: Obwohl sie ihre erste Single auf Italians Do It Better veröffentlichte steht Ramona Gonzalez ganz alleine hinter dieser Musik, anders als bei den ebenfalls von Frauenstimmen getragenen anderen IDIB-Acts Glass Candy, Chromatics und Farah hatte Johnny Jewel hier mal nicht seine Finger im Spiel.

Trotzdem passte What Did He Say bestens in die perfekt imperfekte Spiegelkugel-Ästhetik des Labels, eine mit Vintage-Equipment zusammengestellte verrauschte 8-Track-Aufnahme die so herrlich melancholisch funkelte dass man sie nicht vom besten Studio der Welt aufpoliert gewünscht hätte. Ähnlich spärlich geht es auf den übrigen Stücken von Nite Jewels Debütalbum zu, selten richtig langsam und selten richtig schnell taumelt Gonzalez' Stimme stets halbwach über eine süße Melodie nach der anderen, erweckt die minimalen Synthpop-Träume einer Dancepop-Diva nach Feierabend zum Leben.

Im Verlauf des Albums präsentiert Nite Jewel innerhalb ihres schon ziemlich runden Soundprofils eine angenehme Vielfalt: Universal Mind klingt wie ein verlorenes Kleinod eines leicht kitschigen 80er-Teenromanzen-Soundtracks, Chimera wie ein frustriert auf der Stelle tretender Tänzer im Silberlicht. In Artificial Intelligence duellieren sich, das technologieskeptische Thema reflektierend, lebendig vorangeklatschte Synthwolken mit robotisch-monotonen Blubberblasen, auf dem finalen, herrlich schimmernden Roxy-Music-Cover Lover schließlich ähnelt Gonzalez' Stimme mit einer bis dahin seltenen Fülle und Tiefe gar einer jungen Madonna.

Komplex wirken ihre Stücke nie, dafür sind alle mühelos abzählbaren Elemente bestens aufeinander abgestimmt und strahlen über allen Lo-Fi-Sound hinaus vor allem Eleganz aus. Eine richtig schöne kleine Sensation, besser kann man den warm andämmernden Abend derzeit nicht begrüßen.

[MP3] Nite Jewel - Weak For Me
[Video] Nite Jewel - Artificial Intelligence

Super Furry Animals Spielen Neues Album Montag Abend Live Im Netz

In wenigen Stunden geht die letzte Folge ihres Video-Studiotagebuchs online, aber damit sind die Super Furry Animals noch nicht am Ende ihrer Ideen angekommen. Morgen Abend um 9 werden sie auf ihrer Webseite ein Konzert übertragen bei dem sie ihr komplettes neues Album aufführen, zur gleichen Zeit soll Dark Days/Light Years dann auch schon digital erhältlich sein bevor es in physischen Formaten am 10.04. erscheint. Nachdem ich die letzten Alben eher mäßig gut fand hoffe ich mal dass diese Vitalität nicht bei der Promotion aufhört sondern sich auch in der Musik fortsetzt, ein neues Stück gibt es nach ca. 9 Minuten in der letzten Folge ihrer Videoreihe live und ein anderes als fertige Studioproduktion jetzt schon zu hören:

[MP3] Super Furry Animals - Inaugural Trams

No Age Live

Und hier direkt der Beweis dass es sich lohnt ein Auge auf die Australier von Moshcam zu werfen. Ende Januar haben die dort einen Auftritt von No Age gefilmt und mittlerweile online gestellt, da das Duo letztes Jahr seinen Weg leider nicht an keinen Ort in meiner Nähe gefunden hat hatte ich sie bislang immer noch nicht mit dem neuen Material von Nouns live gesehen und hab so mal endlich die Gelegenheit dazu.

No Age live in Sydney 29.01.2009