Stream: John Talabot - fin

"Wo ein Talabot ist, da ist sein Landsmann Pional oft nicht weit." In der Tat, gleich zweimal gastiert der eine auf dem ersten Album des anderen, und auch wenn ich mit jeder Konstellation dieser beiden froh gewesen wär erscheint heute erst mal das sensationelle LP-Debüt von John Talabot. Ausführlich hab ich das schon gestern in Worten abgefeiert, nachher werd ich's mir so bald wie möglich zulegen, unterdessen gibt's das gute Stück schon mal online zu hören:

[Stream] John Talabot - fin

Stream: Chairlift - Something

Pop ist doch letztlich auch nicht anders als andere Musikbereiche: Die besten und/oder interessantesten Sachen spielen sich nur zu oft abseits des Hauptgeschehens ab. So erscheint z.B. das zweite Album von Chairlift diese Woche relativ unbeachtet - nicht zu Unrecht, wenn man von ihrem wenig mehr als okayen Debüt ausgeht, in der Tat hat aber Something eine angenehm unaufgeregte Selbstsicherheit in seine Melodien und sauberen Arrangements, die den Wechsel zum Major Label ohne Ohrenschmerzproduktion überstanden haben.

[Stream] Chairlift - Something

Neues Von The Men

Die heute beginnende Tour der New Yorker Noiserocker The Men mag weiterhin außerhalb meiner Reichweite sein, doch wie zum Ausgleich dafür gibt's nun das erste Stück ihrer zweiten Sacred-Bones-LP innerhalb von 12 Monaten zu hören. Und als wäre der Titel Programm, nach dem glorreich-manischen Höllenritt von Leave Home dreht das Titelstück zum am 09.03. erschienenden Open Your Heart Lärm und Heulen nun zugunsten der Melodie ein wenig zurück - weniger Pissed Jeans, mehr Buzzcocks. Sicher noch ein paar mehr neue Songs gibt's dann die Tage live zu hören.

[Stream] The Men - Open Your Heart

24.01.2012 Hafenklang, Hamburg
02.02.2012 West Germany, Berlin
03.02.2012 UT Connewitz, Leipzig
04.02.2012 Le Romandie, Lausanne

Rational Animals

Uhm ja, ich glaube auf der Suche nach überragendem Punk/Hardcore/Noiserock brauch ich mich momentan nur durch das Label- und Vertriebsprogramm von Katorga Works zu klicken und bin damit bestens bedient. Die Entdeckung der letzten Woche ist Rational Animals, ein Hardcore-Quartett dessen munteres Debüt Bock Rock Parade zwischen den Rumpeleien der treibenden Rhythmussektion, dem vollbrünstigen Gesang und der doppelstarken Sechssaiter-Rifferei keine Sekunde nachlässt. Ganz toll und wie immer bei KT per Download zu beschnuppern.

[Stream] Rational Animals - Guess What? (Crunch)

Bare Mutants - Inside My Head

Krieg zunehmend das Gefühl, dass Auf den zweiten Blick die beste Idee ist, die ich blogmäßig je hatte. Nicht als Bereicherung für die ganze Welt, sondern allein für mich. Man kriegt ein anderes Gefühl für Zeit, besonders in der mittlerweile zeitlosen Allesgleichzeitigmachung des Internets, wenn man (ungefähr) jeden Tag für ein paar Minuten lang etwa gleich viele Jahre in die Vergangenheit blickt. So kommt es mir z.B. nicht bloß so vor, als hätte ich mich erst kürzlich gefragt "Was ist eigentlich aus The Ponys geworden?"

Die Antwort lautet, zumindest im Fall von Bandchef Jered Gummere: Bare Mutants. Die veröffentlichen dieser Tage ihre Debütsingle Without You auf HoZac, und schon die glorreich verorgelte B-Seite Inside My Head macht Lust auf mehr, besonders wenn im letzten Drittel die Pedale so richtig durchgedrückt werden.

[Stream] Bare Mutants - Inside My Head

Zombelles "Shantasy Island"-Mix

Eine Abhandlung über #seapunk erspare ich mir mal gerne, denn für die herausragende Qualität dieses Mixes von Zombelle muss man den Begriff weder kennen noch seine subkulturellen Attribute verstehen. Shantasy Island ist nämlich fast ausschließlich eine Mischung großartiger Italo-und-sonstwie-Euro-Disco-Nummern um die 80er-Wende rum, die zwischen Sci-Fi- und Gruftgeschichten-Flair genau diese Seltsamkeit verstrahlen, die mich in Kindergartenjahren an einem Tape mit ähnlichem Inhalt ungemein gereizt hat.

[Stream/MP3] Zombelle - Shantasy Island

Container - In A Pile

Muss mir mal langsam angewöhnen, alle Labels und Musizierenden die ich gut finde nach einem Soundcloud-Profil abzuchecken. So bin ich jetzt erst auf das von Container gestoßen, wo sich schon gut ein halbes Jahr In A Pile tummelt. Das Stück ist ein weiterer großartiger Noisetechno-Klopper, der sich über 8 Minuten zunehmend füllt und intensiviert, vor allem aber ist es nur eines von vielen auf sowohl Containers Concepto-Mix wie auch der Cassetten-Compilation Fake Sound Routine Vol 2, auf denen Ren Schofield zahlreiche Geistesverwandte versammelt - was mir die Suche nach solcher Musik doch erheblich erleichtert. Nicht ganz so, aber auch gut ist zudem sein Beitrag zur Split mit Unicorn Hard-On.

[Stream] Container - In A Pile

Shoppers

Und gleich eine fabelhafte Nachhol-Entdeckung aus Spät-2011: Shoppers entrollen auf ihrem wuchtigen Debütalbum Silver Year eine ähnlich massive Punklawine wie ihre Beinahe-Nachbarn The Men. Nur finden sich unter ihrer verrauschten Noisedecke tightere, melodische Songs, die obendrein von herrlich shoutigem Gesang begleitet werden. Wie andere der jüngeren Labels auf der New York-Miami-Achse stellt Feeble Minds seine Veröffentlichungen wie diese hier zum freien Download online, physische Exemplare der mittlerweile ein zweites Mal aufgelegten LP sind aber durchaus auch noch zu finden.

[Stream] Shoppers - Silver Year

T-ara - Lovey-Dovey

Klar, an Roly Poly kommt es nicht ganz ran, aber das wär auch nur zu erreichen gewesen, wenn man alles außer den titelgebenden Worten im Refrain 1:1 abkopiert hätte. Dafür muss Lovey-Dovey (oder eher Lobby-Dobby, was nicht weniger Sinn ergibt) nicht unter einem uneleganten Mikro-Rap-Part leiden und setzt neben T-aras Hit- auch Shinsadong Tigers sagenhafte Produktionsserie (ganz vergessen hinzuzufügen: Trouble Maker. Wahnsinn der Mann.) erneut mit unaufhaltsamem Drall fort. Die Vocals sind heliumgepitcht, titschen wie die ebenbürtig irreal quietschbunte Soundpalette zu gummibandschnalzendem Beat umher, zwischendurch gibt's einen Dance-Off von Cowbelltreppe und Synth-Wöbblechen. Die Knochenbrecher-Verfilmung ist diesmal, trotz dreister Oldboy-Gangschlägerei-Kopie, recht öde (und zur Musik denkbar unpassend), dafür gibt's als Ausgleich ein Zombie-Shuffle-Dance-Video à la Thriller. Warum auch nicht.

[Video] T-ara - Lovey-Dovey

Shock - Heaven

Als sich die brillanten Studio jüngst endgültig auflösten, hinterließen sie neben vermutlichen Gigabytes an unvollendetem Material auch knapp über ein Dutzend eigene Stücke und ebensoviele Remixe. Unter letzteren befanden sich offenbar auch ein paar Geistesverwandte, so haben sich Daniel Judd alias Sorcerer von Windsurf und Terri Loewenthal von Rubies zu Shock zusammengetan. Deren erstes Stück Heaven schreit geradezu "ich komme aus San Francisco", teilt sich eine Furchtlosigkeit vor zuviel strandinduzierter Lockerheit und Oberflächenglätte mit Tycho oder Judds Windsurf-Partner Hatchback und groovt sich hauchgesangsverhangen durch einen kristallinen Slow-Disco-Tempel voll von balearischsten Synth- und Gitarrenschwärmereien.

[Stream] Shock - Heaven