Musiiik

Neues Von Times New Viking, Psychedelic Horseshit

Das feine No Room To Live hatte es schon angekündigt, Times New Viking setzen den mit Born Again Revisited begonnenen Trend fort und fetzen nicht mehr mit brutaler Überkomprimierung aus den Lautsprechern. An Schrammeligkeit haben sie dabei aber zum Glück genausowenig abgebaut wie an Melodien, wie zwei weitere Songs vom am 29.04. erscheinenden Dancer Equired untermauern.

[MP3] Times New Viking - Ever Falling In Love
[Stream] Times New Viking - Fuck Her Tears

Bald darauf steht auch das neue Werk ihrer Nachbarn Psychedelic Horseshit an, am 20.05. erfährt mit Laced sogar zum ersten Mal eines ihrer Alben eine Veröffentlichung hierzulande. Neben einem weiteren Vorabstück soll die Zeit bis dahin mit der "Shitty Sundays"-Reihe überbrückt werden, im Rahmen derer es jeden Sonntag bislang unveröffentlichtes Material zum Download gibt. Das erste Paket ist bereits online, bis zum nächsten ist es offensichtlich auch nicht mehr lange hin.

[MP3] Psychedelic Horseshit - French Countryside

Neues Von Patrick Wolf

Als Patrick Wolf das vorletzte Mal in Köln spielte, hatte er gerade mit The Magic Position seine Umarmung des Pop vollzogen und krönte für mich den Abend mit einem überschwänglichen Cover von Kelly Maries Disco-Nummer Feels Like I'm In Love. Am ehesten im Geiste davon steht The City vom am 27.05. erscheinenden Lupercalia, nach einer Kursänderung wohl nicht der zweite Teil des mit The Bachelor begonnenen Doppelalbums. Aber das ist sind nun mal seine beiden Extrema, auf der einen Seite diese unberechenbare Impulsivität die nie so ganz vorraussagen lässt was er als nächstes macht, auf der anderen aber die nicht weniger intensive, detailbewusste Widmung für seine Kompositionen die es in noch zwei weiteren, streicherbehangenen Vorabeindrücken zu hören gibt - und ab nächster Woche sicher noch ein paarmal mehr live auf der Bühne.

[Stream] Patrick Wolf - The City
[Video] Patrick Wolf - Time Of My Life
[Video] Patrick Wolf - Armistice (live)

04.04.2011 Gebäude 9, Köln
05.04.2011 Lido, Berlin
08.04.2011 WuK, Wien
09.04.2011 Plaza, Zürich

Spring - Ein Frühlingsmix



Ich weiß, nicht überall in Deutschland, aber zumindest im Kölner Land ist nun schon seit ein paar Tagen der sonnige Frühling ausgebrochen. Jahrelang war der erste Frühlingstag immer Anlass, Red Letter Day und Something To Write Home About zu entstauben, aber mit der Zeit haben sich meine Hörgewohnheiten dann doch etwas geändert, heute kommen mir spontan Saint Etienne in den Kopf wenn draußen die ersten Bäume blühen. Doch auch wenn leichtfüßiger elektronischer Pop stärker vertreten ist, in diesem Mix viel gespielter Songs dieser Tage kommen irgendwann dann doch ein paar bratzige Gitarren zum Vorschein - allerdings nicht die der Get Up Kids, sondern die einer von gleich mehreren Entdeckungen aus der spanischsprachigen Popwelt, die selbst in schwermütigeren Momenten angenehm warm erklingt.

Nachtrag: Ups, der Downloadknopf ist jetzt auch aktiviert. Nicht dass das bei Soundcloud ein großes Hindernis wäre, aber ein Blick in den Quellcode ist doch ein bisschen umständlicher.

Spring

Gold-Bears

Ich war mir erst nicht ganz sicher, warum mir das neue Album der Pains Of Being Pure At Heart nicht so recht gefiel. War es die kräftige Produktion, die nicht so recht zum Twee-Smiths-Sound der Band passen wollte, oder waren einfach die Songs diesmal nicht so gut gelungen? Doch dann hörte ich mir ein paar Stücke der Gold-Bears an, und es war klar: So muss das gehen mit den Melodien, einmal rein ins Ohr und nicht wieder raus, auch wenn die Stücke so kompakt gehalten sind dass sie im Nu vorbeirauschen. Bisher hat das Superchunk-, Boyracer- und Wedding-Present-Vergleiche rechtfertigende Quartett aus Atlanta zwei exzellente 7"s auf Magic Marker und Cloudberry rausgebracht von denen die untigen Songs stammen, mehr werden garantiert in Kürze folgen.

[MP3] Gold-Bears - Something To Think About
[MP3] Gold-Bears - So Natural
[Video] Gold-Bears - Tally

Neues Von Architecture In Helsinki

Als es das letzte Mal etwas von Architecture In Helsinki zu hören gab, schien sich eine markante Änderung anzukündigen. Die leider zur völlig falschen Jahreszeit lancierte Single That Beep kam sauber-elektronisch daher, was ihr aber auch gar nicht schlecht stand, ein Ansatz an dem das australische mittlerweile-Quintett für das am 08.04. erscheinende Moment Bends offenbar festgehalten hat. Contact High ist sogar noch abgerundeter, keine Spur mehr von der Überschwänglichkeit die Places Like This zur hysterischen Last geworden war, auch AIHs Remix ihrer Labelkollegen Cut Copy fällt schwer entspannt aus.

[MP3] Architecture In Helsinki - Contact High
[MP3] Cut Copy - Need You Now (Architecture In Helsinki Remix)
[Stream] Architecture In Helsinki - That Beep

Destroyer live bei KEXP

Destroyers Kaputt ist ohne Frage ein absolutes, mich immer noch jedes Mal unweigerlich zum Mitwippen oder -nicken bringendes Jahreshighlight, so gut, dass ich's mir glatt zweimal gekauft habe. Allerdings lag das daran, dass auf der Vinyl-Version des Albums - die ich freudig überrascht im Kölner Parallel fand - gute 20 Minuten mehr enthalten sind, der fünfteilige Extra-Track The Laziest River ist dabei so kurios wie bereichernd. Größtenteils sanfte, synthlastige Instrumentals zwischen Balearic und New Age, zwischendurch macht auch das bereits von Bejar-Freund Spencer Krug jüngst utilisierte Marimbaphon eine Erscheinung, für die Komposition verantwortlich zeichnet aber vor allem Destroyers Keyboarder Ted Bois der auch das Cover gestaltete.

Trotzdem gibt das Stück der Platte ein merkliches Plus im Übergang zum ähnlich beginnenden Finale Bay Of Pigs, das vorher etwas angetackert wirkte, nun aber einen schlüssigen - äh - Schluss bietet. Vielleicht also ein Zeichen, dass Bejar nicht der ganze Ruhm für diese Platte gebührt sondern auch seiner Band, die den notorisch Bühnenscheuen kürzlich bei dieser Studiosession begleitete, momentan die einzige Liveaufnahme neuer Destroyer-Songs in brauchbarer Qualität was die Wma/Real-Streams verschmerzen lassen dürfte.

[MP3] KEXP 90.3 FM - Live Performance: Destroyer

EMA

Dass seit dem fabelhaften Red State nicht mehr viel von Gowns zu hören war, liegt daran, dass sich das noisige Trio vor einem Jahr leider aufgelöst hat. Gleichzeitig kündigte Erika Anderson alias EMA aber auch auf ihrem Blog künftige Solo-Werke an, die nach einem Improvisations-Tape auf Night People und dem wohl unvollendeten Some Dark Holler Ende 2010 mit der epischen Single The Grey Ship zu Hochform aufliefen. Wie das sensationelle California wird es auf dem am 03.06. erscheinenden Album Past Life Martyred Saints zu finden sein und glänzt nicht zuletzt dank EMAs Melodiegespür, das ihre bluesige Verstärkerwelt so erhaben macht.

[MP3] EMA - The Grey Ship
[Video] EMA - California
[Stream] EMA - Kind Heart

Stabil Elite / Zombi

Über den letztjährigen Auftritt von Lucas Croon wurde ich nicht nur erstmals auf ihn aufmerksam, sondern auch auf seine Band Stabil Elite deren erste eigene Veröffentlichung nun ansteht. Musikalisch spielt das Trio ähnlich neukrautig kosmisch auf wie Von Spar, allerdings mit stärker akzentuiertem Gesang, der jedoch auch wie in Krautkamerad instrumentalen Weltraumflügen weichen kann. Das Stück gibt es ebenso wie die beiden anderen Originalsongs der am 01.04. erscheinenden Debüt-EP Gold auf Soundcloud zu hören, heute Abend treten Stabil Elite zudem anlässlich der Premiere des Musikvideos zu Gold in ihrer Heimatstadt Düsseldorf auf.

[Stream] Stabil Elite - Gold
[Stream] Stabil Elite - Der Mann Auf Der Kutsche
[Stream] Stabil Elite - Krautkamerad

Wohl die einzige Gruppe auf dem Metal-Label Relapse, die nahtlos daran anknüpfen könnte, ist Zombi. Das Duo zählt, wie der Name in Erinnerung an gleich mehrere italienischstämmige Videothekenrenner vermuten lässt, zu der anscheinend stetig zunehmenden Menge hörbarer Goblin-Fans, macht aber auch nun schon seit fast einem Jahrzehnt die potentiellen Soundtracks einer neuen Welle von Italo-Exploitation die niemals erscheinen dürfte. Der erste Vorbote des am 20.05. erscheinenden Escape Velocity unterlässt jedenfalls frühere Prog-Ausflüge und wählt einen stampfenden Discobeat als Träger seines synthetischen Spiels.

[Stream] Zombi - Shrunken Heads

Neues Von Jamie Woon

Also wenn sich die Veröffentlichungstermine Universals in der Schweiz und in Deutschland nicht sinnloserweise unterscheiden sollten, dann erscheint am 08.04. das Debüt von Jamie Woon, der anderen Hälfte des April-Traumpaars britischen Elektronik-Pops, auch hierzulande. Leider ohne - das zugegen auch schon vier Jahre alte - Wayfaring Stranger, mit auf Mirrorwriting werden hingegen Night Air und das Skelett-R&Bige Spiral sowie die neue Single Lady Luck sein. Bei letzterer war mir der Text anfangs doch was stark generisch, aber das ist glaub ich auch irgendwo das Interessante an Woon, dass dieser Gesang mit fein verzahnten, wohl bemessenen Instrumentals gepaart ist die mit der Zeit immer mehr Aufmerksamkeit erregen. Dass das Ganze live sogar noch etwas zauberhafter umsetzbar ist, zeigt diese frische Live-Session.

[Stream] Jamie Woon - Lady Luck
[Stream] Jamie Woon - Spiral

Neues Von Ponytail



Zweifellos eine so überraschende wie schöne Bekanntmachung war vor ein paar Wochen die, dass sich Ponytail entgegen bisheriger Annahmen nicht aufgelöst haben und die Welt am 15. April mit einem neuen Album ihres lebensbejahenden Joycore beschenken werden. Das da oben ist der angemessen bebilderte Trailer zu Do Whatever You Want All The Time, wem das aus unerfindlichen Gründen noch nicht Anfix genug ist kann auch noch das komplette Eröffnungsstück hören:

[MP3] Ponytail - Easy Peasy