Konzert: c/o pop Tag 3 & 4 - Norwegian Night, Black Lips, GAS

Viel an Livemusik gibt es vom Freitag nicht zu rekapitulieren, den Großversammlungen blieb ich fern und machte nicht mal vom Festivalticket Gebrauch, der Eintritt zum Tanzabend Studio 672 war nämlich umsonst. Zu sehen gab es im Rahmen drei norwegische Elektronikexporte, alle etwas heftiger drauf als die übliche Bartträgerriege. Besonders hervorzuheben wäre hier der einzige Auftritt mit Gesang, Taigatrost und ihr Begleiter trugen beide zu Beginn überdimensionierte Fellmützen und erinnerte mich mit ihrer verstärkt verzerrten Stimme ein wenig an Regina oder The Knife, möglicherweise lag das aber auch einfach an der nordischen Inflektion. Die Instrumentalmelodien gingen leider ein wenig zugunsten von Bass und Gesang unter, schade deswegen dass ich im Nachhinein nichts Hörbares von ihr im Netz finden kann.

Der Samstag bot dann einen Abend der Steigerungen. Dank verpasster Bahn kam ich ne halbe Stunde zu spät am Offenbachplatz an wo offenbar schon anderthalb Auftritte vergangen waren, ich kriegte nämlich gerade noch ein Stück von den Nordengländern The Chapman Family mit. Die machten grundsätzlich wenig anders als 90% englischer Gitarrenbands der letzten paar Jahre, waren aber durchaus kompetent, auch auf der melodischen Seite und hoben sich noch am ehesten mit einem vollen, trockenen Knarzen im Sound ab. Besonders beim Finale wirkte ihr Rock 'n Roll dann aber absurd routiniert, wie bei vermutlich jedem anderen Auftritt auch simulierte der Sänger mit seinem Mikrofonkabel eine Erhängung, der Bassist schwang sein Instrument zielsicher um seine Schulter ohne seine imposante Haartolle zu runieren und malträtierte ebenso wie der Gitarrist sein Instrument mit einer Bierflasche. Nette Show, aber wie gesagt fürchte ich ist der Zauber spätestens dann vorbei wenn man genau das gleiche Finale ein zweites Mal erlebt.



Dann wurde erst mal umgebaut und ich konnte meinen ersten Eindruck bestätigen, auf der anderen Seite des Platzes waren immer noch (Floh-)marktstände aufgebaut, was eine das Bühnengeschehen amüsant kontrastierende Familienatmosphäre erzeugte, auch weil dort mal ein paar Kinder rumliefen. Umso merkwürdiger dass ausgerechnet die für diverse Exzesse berüchtigten Black Lips als Nächstes auftreten sollten. Die waren aber erst mal vor der Bühne anzutreffen, unterhielten sich gemütlich mit ihren Fans und waren wie sich herausstelle auch später nicht in Stimmung zum Hosen runterlassen, vielleicht lag's am sonnigen Wetter?

Obwohl ich mich, was Garage-Rock angeht, doch mehr für die Bands mit Punk-Pop-Appeal als für Psych, Blues, Country und was die Lips noch so in ihr Potpourri reinstecken interessiere war ich mit ihnen vage vertraut, war aber schon etwas überrascht wie gemütlich sie begannen. Ein wenig cartoonig muteten sie an, mit einem silberzahnigen und einem Hut und Schnurbart tragenden Gitarristen, von Anfang an stach aber vor allem ihr langhaariger Drummer hervor der ununterbrochen voller Energie seine Arme schwenkte. Nicht die sauberste Technik, dafür umso spaßiger, was glaube ich auch das generelle Motto der Lips ist. Mit der Zeit zeigten si dann immer mehr ihrer Qualitäten, besonders als allmählich die Dunkelheit einbrach fanden dann Nebel und Scheinwerfer zur vollen Wirkung und untermalten die immer wieder eingeworfenen Tapeaufnahmen mit Trashfilm-Qualität und den geisterhaften Verzerreffekt des einen Mikros.

Insgesamt standen derer sogar gleich fünf parat, die Hauptarbeit übernahmen zwar Bassist und Drummer, aber irgendwie sangen sie trotzdem meist zu mehreren gleichzeitig. Eben erwähntes Spezialmikro nutzte vor allem der linke Gitarrist um Quietsch-, Heul- und andere cartoonige Stimmen durch den Verzerrer zu jagen. Da mich die Musik immer mehr mitriss wurde ich langsam auch wieder etwas wacher und merkte wie oft die Lips eigentlich gar nicht so simple Songs haben wie es scheint, zwar sind die Zutaten alle bestens bekannt, werden aber immer wieder kombiniert oder komplett inmitten des Songs gewechselt, so blieb das Konzert nicht nur abwechslungsreich sondern wurde, da die Lips wie mir schien ihre besten und flotteren Songs erst später spielten, immer besser. Der Höhepunkt war dann die Einladung der tanzenden Fans auf die Bühne, ein glückliches Gesicht neben dem anderen, und als das Konzert pünktlich aber unter lange anhaltendem Beifall zu Ende ging war ich so aufgeputscht dass ich keine Angst mehr hatte mich jetzt in einen weichen, einlullenden Kinosessel zu setzen.



Im Cinedom fand nämlich die wahrscheinlich außergewöhnlichste Veranstaltung der c/o pop stand, Kompakt-Gründer Wolfgang Voigt präsentierte dort sein techno-ambientes Projekt GAS in Verbindung mit bewegten Bildern der Videokünstlerin Petra Hollenbach. Nach einer gefeierten Aufführung in den USA war die GAS-Auftritt in London in kürzester Zeit ausverkauft, in Voigts Heimat sah es da kurioserweise völlig anders aus. So war es nicht nur kein Problem noch einen Platz mit meinem Festivalticket zu ergattern, als ich 20 Minuten vor Einlass vor dem Kinosaal ankam standen dort gerade mal genau so viele Leute. Auch als die Vorstellung begann waren noch ein paar Plätze frei, allerdings war ich wahrscheinlich der einzige der einen oberen, mittigen Platz mit Freiraum zu beiden Seiten ergattert hatte.

Was dann folgte gefiel nicht jedem (ca. ein Dutzend Leute verließ den Saal während der Vorführung) , aber ich fand es war eine großartige, stellenweise atemberaubende Aufführung. Die Basis für die Bilder waren teils künstlich, teils natürlich wirkende Pflanzen oder zumindest pflanzenartige Konstrukte wie sie auch auf dem Artwork von Nah Und Fern zu sehen sind, oft in mehrere Richtungen gleichzeitig rotierten, wanderten und mutierten die Aufnahmen und wirkten besonders zu Anfang so wie ein Einblick in die vierte Dimension (von der man eben nur einen Teil mitkriegt, wie die dritte Dimension für ein zweidimensionales Wesen aus lauter Linien und Scheiben besteht). Dem Betrachter boten sich mehrere Sichtweisen, man konnte versuchen sich auf Details zu konzentrieren, wie einzelne Stränge wanderten, wuchsen oder verschwanden, man konnte auch versuchen in dem Gesamtgeschehen ein größeres Muster auszumachen, gleichzeitig bot Voigts vielschichtige, selbst von Verschiebungen durchzogene Musik genau die gleichen Optionen.

Der Großteil der schätzungsweise 90minütigen Videovorführung hatte ein gemäßigtes Tempo, plötzliche Wechsel und Aufsehen erregende Effekte waren besonders in der ersten Hälfte spärlich gesät und damit nur umso effektiver wenn die die Intensität der Show mit der Zeit erhöhten, wie als das gesamte, von Hunderten symmetrisch angeordneten einzelnen Objekten bevölkerte Bild zu kippen begann und einen schwindelerregenden Sog entfachte, ich erinnere mich auch gut an eine geschichtete Szenerie die Stück für Stück in kleinere Quadranten unterteilt wurde, so subtil dass man den Übergang im Ganzen nicht sehen konnte bis man nach ein paar Sekunden eine Veränderung im Detail registrierte.

Die Bilder spiegelten nicht Rhythmus (wenn überhaupt einer da war) oder Bewegung der flächenreichen Musik 1:1 wieder, waren aber gut zum Charakter der Stücke gewählt. Gegen Ende gab es beispielsweise wiegende Äste zu brüchigen Klangwellen, der Höhepunkt war aber auch in dieser Hinsicht ganz klar das grandiose Finale. In dunkel, psychotisch dissonant hämmernder Klangszenerie flog die Kamera schnell durch einen blutroten Wald, immer wieder blitzte es, als würde man waagerecht in einen Abgrund fallen an dessen Boden aus dem Dunkel ein einzelnes Wort erscheint. Während sich all dies abspielte stand Voigt regungslos unten links vor der Leinwand, wurde selbst vom Projektor bestrahlt und erst am Ende, als es unter Applaus wieder hell wurde, konnte man selbst von weit oben sehen dass er nicht immer so ernst guckt wie es auf seinen Fotos scheint.

Stream: Sally Shapiro - My Guilty Pleasure

Eine überaus angenehme Überraschung war mir seiner süßen Melancholie zu italo-schwedischen Discoklängen vor zwei Jahren das Debüt von Sally Shapiro, heute in einer Woche kommt nun das Nachfolgealbum des Duos. Obwohl die beiden Vorabsingles davon sehr nett waren hat mich davon noch keine so erwischt wie damals He Keeps Me Alive oder auch nur Jackie Jackie, aber bevor My Guilty Pleasure erscheint gibt es dafür jetzt die Gelegenheit komplett reinzuhören.

[Stream] Sally Shapiro - My Guilty Pleasure

Konzert: c/o pop Tag 2 - Patrick Wolf, These New Puritans


Ah, die Kölner Oper, Hort der Hochkultur. Dank der c/o pop weiß ich nun endlich auch wo die sich befindet, am ersten Tag war ich nämlich dort um mein Ticket einzulösen (und mein Band, nachdem mir das beim letzten Mal noch gelungen war, falsch anzuziehen! Die Dinger brauchen echt eine Anleitung) und nochmals gestern für ein denkwürdiges Konzert das, wie man wahrscheinlich mittlerweile auf allen üblichen Klatschseiten lesen kann, ein unschönes Ende nahm welches allerdings nicht unerwartet kam. Der Auftritt von Steve Strange, der für die leider abwesenden Micachu & The Shapes einsprang, war ebenfalls so wie befürchtet. Dem ehemaligen Visage-Frontmann merkte man die Folgen einer langen Heroinabhängigkeit deutlich an, körperlich wie geistig, ohne Backingtrack wäre Einiges an Vocals verloren gegangen oder schwer daneben gelandet. Was alles kein Problem gewesen wäre, nur waren die neuen Songs die er präsentierte ziemlich generischer Synthpop, so wie man sich das 80s-Revival eben nicht gewünscht hätte. Da verging einem sogar die Lust an Agamotto-Referenzen.

Dann war es aber, mit mittlerweile schon ordentlicher Verspätung, endlich soweit und Patrick Wolf betrat unter Applaus eines besonders vorne überwiegend jungen, weiblichen Publikums die Bühne im vom Regen verschonten Innenhof am Offenbachplatz. Vor gut zwei Jahren hatte er schon sein Coming Out als waschechter Popstar gehabt, seitdem hat er sich nur noch eindrucksvoller in seine Rolle als flamboyanter, extravaganter und androgyner Anime-Charakter gefunden. Zum Beginn mit Vulture renkte er sich quer über die Bühne, in ein buckeliges Kostüm gekleidet dessen er sich (Musik-)Stück für Stück entledigte, immer wieder kletterte er auf die Lautsprechertürme zu beiden Seiten der Bühne, räkelte sich, schwang lasziv und mit eindeutigen Gesten die Hüften und setzte sein fabelhaft geschminktes Gesicht so vor windgetriebenen Nebel und Scheinwerferlicht in Szene als würden aus jeder Blickrichtung Kameras für ein Konzertaufzeichnung sein Treiben verfolgen.

Musikalisch war er auch mannigfaltig in Aktion, an Violine, E-Gitarre, Ukulele, sitzend und stehend am Keyboard oder nur am Mikro, so fließend gewechselt wie seine gesanglichen Akzente vom körperlosen Falsett über croonige Tiefen bis zum Metallergegrolle. Zwar war auch die Tomlab-Ära seiner ersten beiden Alben mit The Libertine und Tristan repräsentiert und wurde rauschend aufgenommen, auch bedankte Wolf sich nochmal bei den Machern des Kölner Labels. Das meiste Material stammte aber vom neuen The Bachelor, einem Album das Wolfs Kompromisslosigkeit zeigt. Ob irische Folkballade (Blackdown), digital Hardrock (Battle, zu dem er nach missglücktem Versuch, sich von den vorderen Reihen tragen zu lassen, per pedes in die Menge watete um, in einen grautönigen Britannia-Dress gekleidet, mit ihr "Battle the homephobe! Battle the conservative!" zu skandieren (und ich glaube auch mit einem Kerl zu knutschen)) oder Breitwandpathos (Who Will), alles zieht er darauf er mit gleicher passionierter Konsequenz durch.

Nur am Ende des Konzertes sah man dann die andere Seite von Passion und Kompromisslosigkeit herkommen, nachdem er bereits mehrmals angedeutet hatte die drohende Beschneidung seiner Spielzeit auf vier Minuten zu ignorieren schmiss er zornentbrannt mit Bühneninventar nach der unglücklichen Seele die die 10Uhr-Sperrstunde des Kölner Ordnungsamts befolgt und zu Beginn des letzten Stückes den Saft abgedreht hatte. Ich sah mir das Treiben allerdings da schon nicht mehr weiter an, musste beim Verlassen des Geländes Richtung Dom allerdings bemerken dass direkt vor dem Opernhaus ein anderer Stand aufgebaut war aus dem munter Techno bollerte der auch noch aus weiter Entfernung zu hören war, das vorherige Geschehen wurde so noch mehr ad absurdum geführt.


Obwohl ich keine Hoffnung hatte allzuviel davon mitzukriegen eilte ich also weiter zur Rheinbrücke, im darutner gelegenen Bogen 2 sollten nämlich These New Puritans schon eine Weile zugegen sein. Den Anfang hatte ich auf jeden Fall verpasst, von außen betrachtet mutete das dortige Geschehen schon wie eine Mischung aus einem schamanischen Ritual und Poltergeist an, lichtüberflutete Nebelschwaden quollen aus dem Fenster hinter dem man Arme gen Trommeln schmettern sah. Dann also hinein in in die dampfende Flammenhölle und oh Wunder, erst geschätzte 20 Minuten sollten die vier Engländer auf der Bühne verbracht haben. Das sollte aber auch schon locker die Hälfte ihrer Gesamtspielzeit gewesen sein, das reichte aber allemal um schwer EIndruck zu hinterlassen.

Ihr letztjähriges Debüt ging ziemlich unverdient neben dem von Foals unter, auch wenn ich so meine Probleme mit der klinischen Kühle von Beat Pyramid hatte, live versprühte ihre nervöse, futuristische Mischung aus Elektronik, Postpunk und Post-Boredoms-Geklöppel pures Feuer und brachte das Publikum dazu eine tropische Luftfeuchtigkeit zu erzeugen. Wieviel (oder ob überhaupt etwas) von dem gespielten Material neu war vermag ich nicht zu sagen, hab ja eh die Mehrheit verpasst, aber auf ihr kommendes Album bin ich jetzt fast so gespannt wie darauf sie nächstes Mal komplett live zu sehen. Wäre eigentlich das perfekte Doppel mit HEALTH.

Konzert: c/o Pop Tag 1 - Tiny Vipers



Die Popkomm ist tot, es lebe die c/o pop? Zumindest für dieses Jahr war dies im Vorfeld die Parole um die ganze Aufmerksamkeit der Musikkonferenzlandschaft an den Rhein zu lenken, als Ersteindruck kriegten die Besucher allerdings erst mal pünktlich zur Eröffnung einen Regen der hoffentlich den klimatischen Tiefpunkt der Woche darstellen wird. Ein minderer Autor als ich würde jetzt die Wetterlage als billige Allegorie heranziehen, zum Beispiel um irgendwas über die Verfassung der Industrie, die in den nachmittäglichen Veranstaltungen diskutiert wird, zu konstatieren, aber man könnte auch einfach sagen dass das Wetter eben manchmal scheiße ist. Genau wie das Kölner Konzertpublikum.

Eine prägende, frühe Erfahrung war für mich in dieser Hinsicht der Vorprogramm-Auftritt einer Folksängerin die dermaßen von den versammelten Massen niedergequasselt wurde dass sie, auch nachdem sie noch explizit um etwas Ruhe gebeten hatte, für den Rest der Anwesenden kaum hörbar blieb und den Auftritt mit Tränen in den Augen beendete. Und obwohl es danach nie wieder so schlimm wurde gibt es immer wieder Abende an denen selbst beim Hauptauftritt ein Großteil der Anwesenden die Musik lediglich als Ambiente für angeregte Unterhaltungen über Wetter, Cousine Britts Geburtstag und diesen tollen neuen Schuhladen in Ehrenfeld betrachtet. Gewiss alles dringendwichtige Themen, wäre nur schön wenn die irgendwo zur Sprache gebracht werden könnten wo sie diejenigen, die für ein Konzert gekommen sind, nicht stören.

Und hier kommt nun der Grund warum ich das King Georg mag. Im Club am Ebertplatz besteht eine recht ungewöhnliche Anordnung der Anwesenden, hier ist das Publikum in einem Dreiviertelkreis um den Künstler herum versammelt und selbst wenn nicht wie gestern vorher explizit darum gebeten wird bleibt es während der Konzerte angenehm still, schließlich kann man hier nicht anonym in der Menge untertauchen, dank der Beleuchtung kann jeder jedem ins Gesicht sehen und zur Not missbilligend auf die Schulter tippen. Doch wie gesagt gibt es dazu keinen Anlass beim ersten Konzert der c/o pop, als Jesy Fortino alias Tiny Vipers die zentimeterhohe Bühne betritt sind die Sitzränge sowie der gesamte Boden dazwischen voll mit sitzend lauschenden Schweigern.

Obwohl sich zwei Pedale zwischen Lautsprecher und ihrem Sechssaiter befinden wird dessen natürlicher Klang kaum verzerrt, am auffälligsten noch zum Akzentuieren einzelner Basstöne. Ansonsten hat ihre Musik live ohne zusätzliche Stimmen oder sanfte Drones leider weniger von der nebligen Aura die sie auf Platte umgibt, man fühlt dieses atmosphärische Mehr eher als dass man es wirklich hört, dafür wird sie umso mehr von Fortinos Stimme bestimmt. Die muss den Hörer an der Hand nehmen, denn besonders im gut zehnminütigen Titelstück des neuen Albums Life On Earth werden ihre wenig in traditionell repetitive Strukturen gepferchten Stücke zu einer Reise durch Fortinos Gedankenwelt die auf Dauer eintönig zu werden droht.

Aber da verkündet sie schon "This is my last song", genau so knapp und scheu wie den Rest des Abends den sie nahezu ausschließlich mit gesenkten Augenlidern verbringt. Eine Zugabe gibt es allerdings noch, nahezu im Handumdrehen, denn ein eleganter Ab- und wieder Aufgang scheint bei diesem Hindernislauf über den besetzten Boden schwer durchführbar. Danach ist sie allerdings trotzdem ganz schnell weg, so still wie der Rest dieses gemütlichen ersten c/o pop-Abends verlief. Morgen wird's aber sicher lauter, vielleicht sonniger, und ich verspreche auch frei von seitenlanger Publikumsdiffamierung.

Stream: Pissed Jeans - King Of Jeans

Auf ihrem zweiten Album, dem ersten auf Sub Pop, glänzten Pissed Jeans vor zwei Jahren mit absurd banalen Gedankenergüssen über kontrastiert aggressivem Gewalze das Erinnerungen an Flipper oder The Jesus Lizard weckte. Der Hope For Men-Nachfolger legt musikalisch an Tempo und Energie wieder zu, auch Sänger Matt Korvette wurde anscheinend etwas unterm Hintern entzündet das ihn zum Sloganröhren ermuntert hat. Bevor es nächste Woche erscheint kann man King Of Jeans bereits komplett anhören:

[Stream] Pissed Jeans - King Of Jeans