"You are a fast explosion and I am the embers" (Sunset Rubdown Kommen)


Sunset Rubdown - Nightingdale/December Song - 2009/20/06 @ Mohawk

Obwohl es kurz vor dem epischen Ende des Albums zunächst übersehen werden kann, hat sich Nightingale/December Song recht schnell zu einem großen Favoriten auf dem grandiosen Dragonslayer entwickelt. Und das war noch bevor ich diese Liveversion kannte, denn aufgrund der Komplexität des Stückes konnten es Sunset Rubdown selbst zu fünft auf dem Wetzlar-Konzert noch nicht aufführen, dafür benötigten sie bei obigem Auftritt die Mithilfe der Vorband Elfin Saddle. Auf Dragonslayer walzert das Stück schwungvoll vor sich hin, aber hier gewinnt es mit drei mächtig donnerndenen Drummern ungemein an Größe, droht einen laut aufgedreht eher platt zu walzen. Was es angesichts seines Textes auch sollte, es handelt von schnellem, feuerwerkartigem Verglühen mit hoher Energieausschüttung.

Die große Kunst des selbst eher reservierten Spencer Krug liegt darin, Songs zu schreiben die in einem den Drang erwecken so laut wie man kann aus voller Seele mitzusingen. Hier wird auch Krug einmal außergewöhnlich energetisch, nach dem mittstückigen wilden Jahrmarktorgel-Keyboardritt auf dieser Flut aus Galeerentreiberschlägen steigert sich sein Gesang mit dem Rest der Musik zu einem herrlichen Klimax bei 3:25, gefolgt von einer zweiten, emotionaleren Gesangssteigerung in die letzte Hälfte des Quasi-Refrains der dem Adressaten des Textes vorhersagt was passiert wenn ihm seine flammende Energie ausgeht: "And though your flames are quick and mean / they will not last the year / but expire like a sudden shooting star."

Den ganzen Tag schon schau ich mir dieses Video wieder und wieder an, denn nicht nur wird ihre Septembertour Sunset Rubdown wieder nicht nach Köln führen, auch ist es eben fraglich ob man das Stück bei diesen Konzerten überhaupt zu hören kriegen wird und so Youtube womöglich die einzige Gelegenheit dafür bleibt. Der Besuch ist natürlich dennoch Pflicht für alle in erreichbarer Nähe, das Konzert im April war für mich das beste überhaupt in diesem Jahr:

07.09.2009 Knust, Hamburg
20.09.2009 Magnet Club, Berlin
21.09.2009 UT Connewitz, Leipzig
22.09.2009 59:1, München

Why? Bei New, Improved, LIVE

Bis am 02. Oktober das neue Album von Why? auf Tomlab erscheint ist es ja noch mindestens ein halber Sommer, nach dem Vorab-Mp3 gibt es aber nun schon zwei weitere Stücke von Eskimo Snow zu hören. Im Rahmen seiner Solosession für New, Improved, LIVE spielte Yoni Wolf nämlich reduzierte, ungewohnt zarte Piano-Versionen des Titelstücks und von Against Me, zudem eins vom letztjährigen Jahreshighlight Alopecia (das er ebenso wie Eskimo Snow an diesem Ort einspielte) und ein Pavement-Cover.

Why? Bei New, Improved, LIVE

Stream: No Age - Losing Feeling

Auch wenn No Ages letztjähriges "richtiges" Debütalbum für mich nicht mehr ganz die aufregende Vielfältigkeit von Weirdo Rippers hatte war es gewiss immer noch ein verdammt gutes Album, demnach bin ich auch sehr interessiert wie das Duo auf seiner kommenden EP klingen wird. Bis zum 02.10. muss man aber nicht mehr warten um das zu erfahren, die nur digital und auf Vinyl erhältliche Losing Feeling kann man jetzt schon bei Sub Pop probehören, lediglich registrieren muss man sich dort vorher (hat bei mir 15 Sekunden gedauert).

[Stream] No Age - Losing Feeling EP

Video: Parallels - Ultralight


Das Video der kanadischen Italo-Glammer Parallels ist mal eines das genau so aussieht wie der zugehörige Song klingt: Ultralight taucht Sängerin Holly Dodson vor kühl-bläulichem Hintergrund in allerlei futuristisch anmutende Neon-/Laserlichter, darunter ein einrahmendes Linienmuster das die Szenerie ein wenig an Tron erinnern lässt, und setzt sich mit seinem catchigen Grundmotiv langfristig im Hirn fest.

[Video] Parallels - Ultralight

Neues Von A Sunny Day In Glasgow, The Raveonettes

Wenn man bedenkt wie unfassbar, sich schnell verflüchtigend A Sunny Day in Glasgows Dreampop zunächst wirkt ist es doch bemerkenswert als wie langlebig sich Scribble Mural Comic Journal entpuppt hat. Zwei Jahre später erscheint, nach einem Gastspiel auf Slumberlands Searching For The Now 3, nun am 15.09. der Nachfolger Ashes Grammar auf ASDIGs eigenem Label Mis Ojos Discos und kann dort bereits vorbestellt werden (was bei der limitierten LP sicher ratsam ist). Die Doppelsingle Ashes Grammar / Ashes Maths zeigt direkt wie sehr diese Musik durch Kopfhörernutzung gewinnt, taucht man so einmal richtig in die umherkreisenden Stimmen ein schälen sich immer mehr schöne Details heraus und man erkennt wie viel mehr als nur narkotisierender Wohlklang darin steckt.

[MP3] A Sunny Day In Glasgow - Ashes Grammar / Ashes Maths

Weniger Kopfhörertauglich ist der neue Song von The Raveonettes, für meinen Geschmack ist Suicide sogar etwas übersteuert um ihn aus der laut aufgedrehten Anlage vollends genießen zu können. Wenn die restlichen Songs des Anfang Oktober erscheinenden In And Out Of Control aber alle mit dermaßen süß verzerrten Melodien punkten könnte ich da durchaus drüber hinweg sehen, mehr Eindrücke in Form von Demoaufnahmen kann man unterdessen hier sammeln.

[MP3] The Raveonettes - Suicide

Stream: Mount Eerie - Wind's Poem

Dass die letzten Veröffentlichungen von Phil Elverum ansehnliche Kunstobjekte waren steht wohl außer Frage, aber im Vergleich zu früheren Alben von The Microphones hatte ich bei seinen Sachen als Mount Eerie zuletzt den Eindruck dass sie musikalisch nicht mehr genau so viel hergaben. Mal sehen wie es sich mit dem am 04.09. erscheinenden Wind's Poem verhält, mir gefielen ja schon viele seiner Sachen mit Anklängen an Burzum um Filosofem rum, vielleicht diesmal auch auf Albumlänge.

[Stream] Mount Eerie - Wind's Poem

Video: Jay Reatard - It Ain't Gonna Save Me


Kein Sommer ohne Gartenparty. Vor einem Jahr gab es No Ages artiges Eraser-Video, chaotischer geht es da beim Kindergeburtstag in Jay Reatards It Ain't Gonna Save Me, dem ersten Clip vom nächste Woche erscheinenden Watch me Fall, zu: Wasserbomben, prügelnde Kinder und die arme Hüpfburg wird auch aufgeschlitzt. Ein großer bunter Familienspaß.

[Video] Jay Reatard - It Ain't Gonna Save Me

St. Vincent Kommt

Ich gebe zu, bis jetzt habe ich mich nicht gerade beeilt um Karten für das Konzert von Grizzly Bear zu besorgen. Aber das hat sich vor wenigen Minuten geändert, denn wie ich halb vermutet, halb gehofft hatte wird an dem Abend an gleicher Stelle auch St. Vincent zu sehen sein die mit den vier Herren Europa betourt (und demnach den gleichen Terminplan hat). Die Wahrscheinlichkeit dass dies das Konzert des Jahres wird ist alles andere als gering. [via]

10.11.2009 Grünspan, Hamburg
11.11.2009 Postbahnhof , Berlin
12.11.2009 Theaterfabrik , München
15.11.2009 Fri-Son, Fribourg
16.11.2009 WuK, Wien
17.11.2009 Volkshaus, Basel
19.11.2009 Kulturkirche, Köln

Video: Shiina Ringo - Shun


Wie schon bei anderen Alben von Shiina Ringo ist auf Sanmon Gossip die Symmetrie Königin. So sind jeweils die Songs 3&11, 4&10, 5&9 sowie 6&8 von den gleichen Künstlern arrangiert worden, gleichzeitig werden zur Mitte hin die Songtitel immer länger bzw. zum Ende hin kürzer. Shun, das auch konzeptuell zentrale Stück des Albums, bildet da mit dem kürzesten Titel die Ausnahme, auch ist es an dieser Stelle musikalisch erst so unauffällig dass ich eine Weile brauchte um seine Dezentheit schätzen zu lernen, aber früher oder später klickt es bei Shiina halt immer.
Durchgängig in Fleischfarben getaucht spiegelt das Video das Artwork des Albums wieder, hier verschwimmt die Grenze zwischen Musikinstrument und Körper: Klaviertasten und Geigensaiten werden auf Shiinas Haut projiziert und gespielt, an anderer Stelle wirkt es ein wenig Cronenbergisch wenn sie in ihrem seidenbezogenen Bett gefühlvoll ihre Gitarre wie einen Partner liebkost und schließlich - ähem - penetriert. Und mit all dem ist sie in ihrer Heimat keine Randerscheinung, sondern erfolgsmäßig das Äquivalent einer Madonna - für mich die faszinierendste Person in der modernen Popmusik.

[Video] Shiina Ringo - Shun