Video: Aereogramme - Barriers



Woohoo, Aereogramme im Geigenhimmel! Ob Hoffnung dieses Jahr noch mal schöner zerschmettert wird als in Barriers? Und wie die Zeit vergeht, in zwei Wochen kann man bereits das komplette neue Aereogramme-Album in den Händen halten. Oder auf der Festplatte. Bis dahin jedenfalls ein Video, und was für eins.

[Video] Aereogramme - Barriers (Youtube)

Jay Reatard - Blood Visions



Die besten Geschenke sind die, von denen man vorher nicht mal wusste dass man sie unbedingt haben wollte. Das weiß ich seit dem vergangenen Weihnachtsfest, zu dem ich von einer guten Seele Jay Reatards Solodebüt Blood Visions geschenkt bekam. Und nicht nur ein tolles Geschenk ist es, sondern auch ein verdammt tolles Stück Musik das ich gerne noch rückwirkend zu den besten Alben des letzten Jahres zählen möchte.

Jay hat die gebündelten Erfahrungen der letzten 10 Jahre, in denen er in gut einem Dutzend Punkbands spielte, in sein erstes ganz eigenes Ding (er spielte hier Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug selbst ein) gesteckt. Und es ist eine wahre Tour de Force, 15 im Schnitt unter zwei Minuten lange trashig dröhnende Kracher, die einem aber einfach nicht am Ohr vorbeirauschen können. Zum einen wegen Jays gellender Stimme, die in ihrer oft geradezu bedohlichen Manie an einen jungen Frank Black erinnert, zum anderen wegen der (zugegeben kantigen) Popmelodien die nur angeschnitten werden müssen um die Aufmerksamkeit des Höres auf sich zu ziehen. Wenn dann alles, Melodie, Gesang und Gitarren, in My Shadow oder Death is Forming voll zum Ausbruch kommt muss man sich schon schwer am Sitz festhalten.

Verschnaufpausen gibt es keine, selten vergeht eine Sekunde Stille zwischen diesen Blutvisionen. In der Zeit die andere Künstler für ein Intro aufwenden hat Reatard bereits ein It's So Easy oder eine kurze aber große Pophymne wie Fading All Away rausgehauen. Dabei entsteht nie ein Einheitsbrei, denn Reatard macht nicht nur 08/15-Garagepunk, er bedient sich u.a. Strukturen und Klängen die an Wire oder auch frühe Pixies erinnern, sich der Musikgeschichte der letzten Jahrzehnte durchaus bewusst, auch Pop- und psychedelische EInflüsse sind zu finden. Und effektiv nutzt er seine Arrangements, oh ja.

Wie er in I See You Standing There hochgeschwind seine stalkerhaften Beobachtungen ("I See You In The Park / I See You Doing Well / Playing With Your Children/ Everything Is Swell") zu ebenso geschwind stampfender Musik verrät, dann abwechselnd von links und rechts ein "standing" und ein "there" erklingen lässt, so dass man seine genaue Position gar nicht mehr ausmachen kann, währenddessen die Gitarre zunehmend lauter und unruhiger ihre Akkorde heranträgt, baut sich eine beißende Spannung auf die durch die Entladung im Refrain (nach nur 17 Sekunden!) den Hörer keineswegs weniger bedrückt zurücklässt, denn aus den Schatten erinnert uns Reatard weiterhin mit zunehmend irre klingender Stimme daran dass er beobachtet. Danach kommt einem Fading All Away geradezu als Erlösung vor, selbst wenn der Psychopath dort glückselig proklamiert "I won't stop until you're dead / because the voices in my head..."

[MP3] Jay Reatard - Fading All Away

Jay Reatard Myspace

Stream: The Earlies - The Enemy Chorus



Mit ihrem schön eigenwilligen Debüt These Were The Earlies wurden The Earlies vor zweieinhalb Jahren zwar nicht sofort zu Stars, gewannen aber mit der Zeit immer mehr an Hörern. Auch weil das Album wie hierzulande mancherorts erst 2005 erschien. Nun ist der zweite Streich an der Reihe, wenn ich richtig informiert bin wird The Enemy Chorus am 16.02. erscheinen, und jetzt kann man sich schon mal im Stream davon vergewissern dass bei den Earlies alles anders bleibt.

[Stream] The Earlies - The Enemy Chorus

Und nicht zu vergessen, The Earlies auf Tour:

12.03.2007 Atomic Café, München
13.03.2007 Gebäude 9, Köln
16.03.2007 Karrera Klub, Berlin
17.03.2007 Molotow, Hamburg

Video: Shivaree - New Casablanca / I Close My Eyes



Draußen mag es zwar stürmen dass den Bäumen die Äste abkrachen, dass die heute frisch entleerten und dadurch leichten Papiertonnen die Straße runterrollen wie Heuballen durch eine Westernstadt. Es mag unbarmherzig in Fluten regnen dass der Asphalt eine einzige gewaltige Pfütze auf sich ansammelt und selbst ansonsten kleine Bäche auf einmal so gewaltige Wassermassen transportieren dass sie richtige Brocken ihres Ufers abreißen. Aber das kann mir alles gar nix, ich mache mir einen feinen französischen Absinthe auf, leg die Beine hoch und lausche den loungigen Klängen von Shivarees letztem Album Who's Got Trouble. Wie gemacht für solche Abende an denen sich Mutter Natur mal so richtig einen auskotzt.

[Video] Shivaree - New Casablanca (Youtube)
[Video] Shivaree - I Close My Eyes (Youtube)

Los Campesinos!



Los Campesinos! Das Ausrufezeichen im Bandnamen ist dort schon gut aufgehoben, denn es gibt noch aufregende junge britische Bands die so absolut gar keinen auf Arctic Monkeys machen! Mit einer Indierock+Geige+Keyboard+Glockenspiel-Instrumentierung machen die sieben in Cardiff wohnhaften lieber Twee-Indie-Joycore - ach, nennen wir das Kind einfach beim Namen, Pop. Und hochgradig infektiös fröhlichen dabei. Falls sich dieses Jahr ein tiefes Loch der Depression öffnen und sowohl The Go! Team als auch Architecture In Helsinki verschlucken sollte, die Rettung naht:

[MP3] Los Campesinos! - You! Me! Dancing!
[MP3] Los Campesinos! - Death To Los Campesinos!
[MP3] Los Campesinos! - Sweet Dreams Sweet Cheeks

Mehr Campesinos bei der walisischen BBC(!) und natürlich auf dem
Los Campesinos! Myspace

Stream: Deerhoof - Friend Opportunity



Deerhoof neues Album
Kommt raus am 26.01.
Stream jetzt auf 3voor12
Der Tag ist gerettet
Bunny Bunny Bunny!

[Stream] Deerhoof - Friend Opportunity

Neue Songs von Loney, Dear & Beirut & Giardini Di Miro



Loney, Dear war offiziell mein erster neuer Musikfund des Jahres. Was mir aber da gar nicht auffiel war dass der Schwede mit den schönen, groß arrangierten Popmelodien eins der neuesten Mitglieder der Sub Pop-Familie ist und dort Anfang Februar sein Album Loney Noir herausbringen wird. Und wie die das so machen bei Sub Pop kann man nun auch einen ersten Song davon herunterladen und hören. Ganz ganz oft.

[MP3] Loney, Dear - I Am John

Gut, Elephant Gun dürfte nur für diejenigen neu sein die das Debütalbum von Beirut schon vor längerer Zeit erworben haben, denn die Lon Gisland-EP die der Song eröffnet war bei der europäischen Version von Bulag Orkestar mit dabei. In Amerika ist sie aber separat erschienen, deswegen bietet Pitchfork den Song nun auch an um den transatlantischen Kaufreiz zu fördern:

[MP3] Beirut - Elephant Gun



Lange gab es keine 'richtigen' Neuschöpfungen mehr von Giardini Di Miro zu hören, die italienischen Postrocker hatten sich mehr Remix- und rein elektronischen Werken zugewandt. Und nebenbei auf ihrer Webseite so ausführlich gebloggt wie weltweit wohl nur wenige andere Musiker. Aber nun sind sie wieder da, Broken By ist ein erster Vorgeschmack auf ihr kommendes Album Dividing Opinions.

[MP3] Giardini Di Miro - Broken By

Video: Bloc Party - I Still Remember



Das ging aber fix. Die erste Single ist noch nicht mal draußen, schon gibt's das zweite Video zum zweiten Bloc Party-Album. Aber gut, es sind ja gerade mal drei Wochen noch bis A Weekend In The City rauskommt, und wo Kele Okereke gerade sein etwas seltsam zu lesendes Quasi-Coming Out hatte passt es doch sehr dass man mit I Still Remember auch einen Ausblick auf intimere Songs bekommt.

[Video] Bloc Party - I Still Remember (Quicktime)
[Video] Bloc Party - I Still Remember (Youtube)

DeVotchKa



Für mich war die Hauptattraktion des doch arg klischeehaften und vorhersehbaren Little Miss Sunshine der Soundtrack, der neben Sufjan Stevens dominiert wurde von der tollen Musik DeVotchKas. Musik die den Raum in dem man sich befindet, und wenn's auch nur eine 1x1 Meter-Besenkammer ist, weiter erscheinen lässt, voller ungeahnter Möglichkeiten, Träume, Erfüllungen. Gleichzeitig wird man das Gefühl nicht los, dass die Musik der vier aus Denver von emotionalen Narben geprägt ist, dass sie einst selbst solche Dinge erreicht hatten oder besaßen und dann tragisch wieder verloren.

[MP3] DeVotchKa - How It Ends
[MP3] DeVotchKa - We're Leaving
[MP3] DeVotchKa - Enemy Guns

DeVotchKa Myspace

The Artist Formerly Known As Captain Beefheart



Jetzt schon mein persönlicher Videofund der Woche: eine Dokumentation über Musik und Leben des wohl einflussreichsten musikalischen Avantgardisten überhaupt, Captain Beefheart, aus dem Jahre 1997. Produziert von der BBC, mit Gastauftritten u.a. von Frank Zappa und Matt Groening, und als Krönung wird das Ganze noch erzählt von John Peel!

[Video] The Artist Formerly Known As Captain Beefheart Teil 1 Teil 2 Teil 3 (Google Video)