Interessantes

Es muss nicht immer Punkrock sein

Sehr interessantes Interview mit The Long Blondes auf Merry Swankster, insbesondere kriegt man mal einen Eindruck welchen Einfluss der neue Produzent nun auf welche Teile von "Couples" hatte.

JK: On a song like "Century" which is such an obvious departure from what you were doing before, I think writers are pretty quick to attribute the shift to working with a new producer. I was wondering to what extent changes in your sound are externally influenced, or to what extent they were a natural manifestation of the direction you wanted to go anyway?

Reenie: That song was nearly fully written before we even went anywhere near Erol Alkan. It was more or less the exact same song that we had practiced in Sheffield. Then we just recorded it in London, so that's probably not the best example of it, though it would seem so.

Dorian: People seem to have picked up on it because it's the first track as well. You've got a lot of people who don't seem to have actually listened to the record, and they're like "I see that you've gone electro man!"

Screech: Someone was saying to me the other day, "Oh, it's interesting, how will you play 'Century' live when it's just Kate singing over backing soundtracks." And I was like, no it isn't. That's us playing those instruments. It's not like Erol's just done some "banging techno beat" and Kate sang it and we just sat there twiddling our thumbs. I mean we did write it and play it.

Alkan also mehr als Editierer und Klangpolierer denn als großer Ideengeber, das passt auch sehr dazu wie dieses Album von Ambition und dem Willen zur Verbesserung profitiert hat. Man vergleiche mal z.B. eine frühe Version von Guilt mit der Albumversion oder gar der derzeitigen Liveinkarnation und achte darauf wie Details einen Unterschied machen können. Jackson singt die gleiche Melodie, aber die Betonung der Lyrics und der Klang ihrer Stimme ändern sich. Die Gitarren- und Schlagzeuganschläge werden besser platziert und sicherer, das Zusammenspiel der Band tighter, die Synth-Sounds mutieren von leicht deplatziert wirkend zu einem selbstverständlichen Element das die Musik bereichert. Klar klingt das Ergebnis dann anders als das relativ schnell eingespielte Debütalbum, aber.. naja, siehe Überschrift

Buzzword-Alarm!

As summer 2008 approaches, a theme-- not a genre-- has emerged across many existing styles of music: the mid-range is being hijacked by off-kilter, unstable synths. Crossing hip-hop, hyphy, grime, chip tunes, dubstep, crunk, and electro, one flavor unites a network of exciting sounds. What do you call it? Wonky.
Tired of chart pop that's all manufactured groups and reality TV shows? Just as fed up of bland indie? Then Wonky Pop might just be the thing for you.
Und das in zwei voneinander unabhängigen Publikationen innerhalb von 3 Tagen. Zufall oder Verschwörung? Welcher Musik wird als nächstes das W-Tag vorgehängt werden, Country oder Deutschpunk? Wie lange noch bis jemand das hier ausgräbt? Und wo bleibt eigentlich der Wikipedia-Eintrag?

Prompte Bedienung

Derzeit geht's mal wieder Schlag auf Schlag mit den Fiery Furnaces. Am Freitag hörte ich mich unterwegs durch das (immer noch ganz große) letztjährige Widow City und wurde immer wieder an die Liveversionen der Songs von der letzten Tour erinnert und fragte mich wie sie wohl auf der nächsten Tour klingen würden. Das wurde prompt am Sonntag beantwortet als Nyctaper einen Mitschnitt des fast 30 Stücke umfassenden New Yorker Konzerts von der brandaktuellen Tour (ohne Jason Loewenstein, dafür mit zweitem Keyboarder und Eleanor an Gitarre und offenbar auch mal Drums!) an die Öffentlichkeit brachte.

Und dann dachte ich mir gestern mal wieder dass sich ein Furnaces-Livealbum doch mal richtig gut machen würde, am besten schön lang und mit Songinterpretationen von verschiedenen Touren der vergangenen Jahre. Was offenbar genau das ist was sich die Friedbergers kürzlich dachten und nun für den August als Remember angekündigt haben. Ein karriereübergreifendes Live-Doppelalbum mit 51 Songs von meiner Lieblingsband der Gegenwart? Ne bessere Neuigkeit wird's so schnell nicht geben!

So, und jetzt zieh ich mir zum halbdutzendfachsten Mal das Fabchannel-Konzert rein.

Das große CD-Single-Revival

Wir haben's ja alle schon mal gehört, Vinyl ist wieder ganz groß im Kommen und ist ganz klar die Zukunft des physischen Tonträgers und blablabla. Der Verkaufsreport 2007 der RIAA gibt nun endlich mal ein paar neuere Zahlen an die Hand, Wired macht natürlich daraus erst mal einen großen "Omg Vinyl-Umsätze steigen wirklich"-Spin indem man auf die prozentuale Steigerung schaut, ein Blick auf die absoluten Zahlen schadet aber auch nicht (ein Klick auf die Grafik im Wired-Artikel gibt eine vergrößerte Ansicht):

Auch wenn letztes Jahr zwei Drittel mehr Alben/EPs auf Vinyl abgesetzt wurden als im Vorjahr und ~18% weniger auf CD macht das immer noch 400 CDs für jede der stolzen 1.3 Millionen Vinylscheiben. Außerdem interessant: Der Absatz von CD-Singles nahm letztes Jahr um über 50% zu, der von Vinyl-Singles fast 60% ab und die Anzahl der abgesetzten CD-Singles ist doppelt so hoch wie die aller Vinyl-Alben und -EPs. Müsste man dann nicht noch eher von einem Revival der CD-Single sprechen?

Natürlich beziehen sich die RIAA-Messungen nur auf die USA (im UK beispielsweise dürfte die 7'' u.a. wegen Preissenkungsaktionen noch ein gutes Stück populärer sein) und viele Vinyl-Verkäufe abseits der größeren Händler dürften auch nicht in die Statistik mit eingeflossen sein, aber selbst wenn die Schallplatte die CD einmal als dominantes Medium verdrängen sollte (mein heißer Tipp: nö) so würde das selbst bei diesem Tempo noch eine ganze Weile dauern. [via]

WP LP2

Time to get exciteeeeeed (eine komplette Minute des fertigen Albums gibt es für die allerneugierigsten auf NPR zu hören)

Update: Jetzt auch in voller Länge ein erstes Mp3 von Call It A Ritual auf Stereogum.

Na endlich

Foals' debut, like many British records, trails clouds of homeland hyperbole, but it's harder than usual to cut through and get a fix on what exactly they do. Reviews have offered afropop, math rock, and techno as reference; the band members themselves cite Gwen Stefani and Steve Reich. Antidotes suggests these are mostly red herrings. Foals are squarely in a more recent and less exotic tradition-- the hi-gloss end of the post-punk revival: Think a more playful Bloc Party, a more measured Futureheads, a less heartfelt Maxïmo Park.
Tom Ewing mit dem besten, einsichtsreichsten Text zu Foals den ich bislang gesehen habe, auch aber nicht nur weil er nicht wie so viele andere diese Mathrock-Kategorisierung nachplappert. (Nicht dass ich Band und Album sonderlich gut oder schlecht finden würde, aber dass bei so vielen Texten dazu Battles oder Mathrock die erste Referenz waren anstatt, oh, Gang Of Four oder jede Band die sich in den vergangenen Jahren an GoF orientiert hat ist mir irgendwie doch ziemlich auf den Keks gegangen)

Re: Musikkauf, Vinyl

"That some people like to pay for, collect and own records (and this includes downloads from iTunes as well as LPs and CDs) is not meant to suggest that the music business isn’t in trouble or that the sales of recorded music are not in decline. But the media have not gotten the whole story here, which is why I’m talking to puzzled journalists at Time, Wired, Rolling Stone and other publications every couple of weeks. It’s just that the focus on vinyl sales is only part of the picture."
Why do people buy records?

"Is vinyl mastering so superior to the "noise reduction" CDs are legendary for that even digital music sounds better on LP? Or is the hype just, well, hype? Do people just think they're getting better sound on new records because they assume they're getting a pure analog experience? Does the appeal of the gatefold overcome the fact that once a sound is digitized, there's no turning backl? The vinyl I buy tends to be used and $1.99, so I can't speak from authority about the sound quality of new vinyl. But maybe you can."
Why Buy Digitally Recorded Albums On Vinyl? (unbedingt die Comments lesen, da wird viel erwähnt was bei dümmlichen "Vinyl gut, alles andere nicht"-Artikeln meistens falsch dargestellt oder übersehen wird)

Die nächste Stereogum-Covercompilation

kommt am Montag und wird ENJOYED: A Tribute To Björk's Post heißen. Die Liste der Covernden sieht enorm gut aus, u.a. dabei sind Xiu Xiu, Liars, Final Fantasy & Ed Droste, Atlas Sound, El Guincho, High Places und Dirty Projectors. Letzterer Interpretation von Hyperballad kann man bereits per Stream lauschen, am Monatsende sollten dann irgendwann die Mp3s nachrücken.

"I'm all for bats making R 'n B beats."


Genie oder Wahnsinn? Auf Red sollen angeblich Fledermausschreie zum Einsatz kommen, genauer bei Big Dog. In das sowie den Rest der mehr als abwechslungsreichen ersten Albumhälfte kann man bereits ausschnittsweise reinhören wenn Guillemots Stück für Stück in ihren Schöpfungsprozess Einblick geben (der zweite Teil dürfte nächste Woche via den Podcast auf der Homepage folgen):

[MP3] Guillemots - Red Track-By-Track 1

Live sind solcherlei Soundbasteleien natürlich nicht so leicht replizierbar, und später in diesem Interview meint Fyve Dangerfield dann auch dass man auf der kommenden Tour größtenteils mit reduzierter Rockinstrumentierung rechnen darf. Die Geistesverwandschaft zu den Furnaces die ich schon öfter vermutet hatte ist offenbar wirklich vorhanden. Auch nach Deutschland führt die Tour, im Rahmen der Haldern-Jubiläumstour sind sie mit White Rabbits, Lonely Dear und Soko unterwegs [via]:

08.05.2008 Kleine Elserhalle, München
09.05.2008 Beatpol, Dresden
11.05.2008 Batschkapp, Frankfurt
12.05.2008 Lido, Berlin
13.05.2008 Uebel & Gefährlich, Hamburg
14.05.2008 Saal Tepferdt, Haldern

Eine ganz andere Seite von Dangerfield kann man derweil in der heutigen Nacht hören, auf BBC Radio 3 spielt um 00:30 Gannets, sein ebenfalls nach einem Küstenvogel benanntes Freejazzquintett.

Waswaswas?

Ja warum sagt denn keiner was? Immer muss man sich seine News selbst suchen ...

The Wedding Present have kicked off 2008 by recording tracks for a new album in Steve Albini’s Electrical Audio studio in Chicago. The long-player, which is currently scheduled for a spring release will be the first Wedding Present record to be engineered by Albini since Seamonsters in 1991
Wedding Present + Albini = El Rey, wahrscheinlich noch in diesem Frühjahr. Whoo!