Joanna Gruesome - Weird Sister

Fast zwei Jahre nach der EP zieht das Rotzpop-Quintett aus Wales mit einem Album auf Fortuna Pop! (bzw. Slumberland) in den Staaten nach. Weird Sister schafft sogar das seltene Kunststück, auch im Langformat einen noisigen Indiepop-Rausch zu entfesseln - zwar unter Beibehaltung einiger EP-Highlights, doch sind diese nicht nur sauberer eingespielt, sondern erklingen dafür noch zerfetzter und melodisch druckvoller als zuvor.

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Touché Amoré - Is Survived By

Es war nicht unbedingt der beste Konzertabend des letztes Jahres, aber einer, der ungemein mit Hoffnung füllte. Da stand Jeremy Bolme, Sänger von Touché Amoré, während des Auftritts von Converge am Bühnenrand und sang (zumindest mit seinen Lippen, wenn nicht seiner Kehle) jeden Song mit einem Strahlen im Gesicht mit, nachdem seine Band sich bereits vorher abgeackert hatte. Keine Spur von Generationenkonflikt oder einem Bangen über die Zukunft von Hardcore und Post-Hardcore, und eben ein Gefühl von Hoffnung hör ich auch auf dem neuen Album von Touché Amoré anklingen, zumindest bislang noch ohne Gefahr zu laufen, sich in blaumalerische Sorglosigkeit aufzulösen. Erst der Schmerz, dann die Katharsis.

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Pikelet - Calluses

Nachdem ich meinen letzten Australienimport noch in brütendster Hitze beim Zoll abholen musste (Shoutout an die Crew in Köln-Wahn), kam nun der nächste ohne Komplikationen an. Bei Chapter Music war genug Erfahrung im richtigen Verpacken auch zu erwarten gewesen, hat sich das Melbourner Label doch zuallermindest im punkfernen Bereich zum australischen Qualitätsexporteuer des Jahres entwickelt. Nach u.a. Beaches, der Stevens-EP (und demnächst auch Album) und Dick Diver setzt Evelyn Morris alias Pikelet eigentlich synthbasiert die Erfolgsserie fort. Ihre eingängigen, einst solo eingespielten Instrumental- und Gesangspirouetten werden aber mittlerweile mit einer Bandbegleitung in Schwung gebracht, durch die das exzellente Calluses irgendwo zwischen Talking Heads und Dirty Projectors landet und sich auch bestens auf Paw Tracks gemacht hätte, aber von Brooklyn aus wird ja eher selten so weit nach Südosten geschielt.

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The 1975 - The 1975

Am Debütalbum der Emo-Waver The 1975 zeigt sich ja schön, warum die Idee eines allumfassenden Kritik-Konsens Blödsinn ist: The 1975 ist ein großartiges Album, besitzt eine wunderbar geräumige Produktion in der ein wuchtiger Drum-Anschlag auch Gewicht bekommt, exzellentes Songwriting in Melodie und Texten, die von der emotional brüchigen Stimme komplementiert werden. Allein: An vielen Aspekten dieser Band müssen sich einfach die Geister scheiden. Natürlich werden viele auf diesen Gesang genauso befremdet reagieren wie seit jeher auf wankelmütige Emo-Vocals, andersherum werden die postrockigen/posthardcorigen Texturen trotz gelegentlicher ambienter Momenten klar in den Dienst astreinen Pop-Rocks gestellt, der nach breiter Aufmerksamkeit und nicht nach Nischenkulturisierung lechzt. Und dann ist da noch diese orale Fixierung ...

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