Stream: Mano Le Tough - Changing Days

Es ist natürlich ein etwas unfairer Vergleich, weil er nur stellenweise zutrifft - insofern ist es auch nicht wichtig, ob Mano Le Toughs Debütalbum nun genau so oder nicht ganz so überragend wie das seines Münchner-Tanznachbarn John Talabot ist, fein ist es allemal geworden. Vor allem die Konstruktion seiner Klangwelt hat es mir sehr angetan - inwieweit man dazu tanzen kann, ist da irgendwie schon Nebensache, wenn man sich schon mental in diesen bezaubernden Stücken verloren hat.

[Spotify] Mano Le Tough - Changing Days

HAIM - Falling

Wie schon gesagt, bleibt mir bei HAIM vor allem die Produktion im Ohr hängen - umso eindrucksvoller, da sie für ihre dritte Single trotz des dritten unterschiedlichen Produzenten in Folge ihr eigenes Profil weiter schärften. Nicht mehr nur der Drumsound, auch die innere Anspannung der gesamten Rhythmussektion lässt das Trio derzeit spätestens dann herausstehen, wenn die Hauptvokalistin versucht, so viele Silben wie möglich in unaufgeregtem Gesang in diese Dynamik reinzuquetschen. Überhaupt mag an ihrem clean-synthetischen Sound viel an die 80er erinnern, doch wie letztes Jahr Chairlift mit dem tiefstimmigen Monolog von Amanaemonesia bringen HAIM eine in früherem Jahrzehnt weitaus präsentere Stimm-Tugend überaus würdevoll wieder ins Spiel des Heute-Pop.

[Stream] HAIM - Falling

Stream: Sally Shapiro - Somewhere Else

Bei Schneefall krame ich das Debüt von Sally Shapiro zwar noch immer gerne heraus, aber mit den Jahren schien die Disco Romance teilweise verflogen. Das Nachfolgealbum fiel in seiner Laffheit gerade im Vergleich zu den Solo-Produktionen Johan Agebjörns ab, so dass es wirkte, als habe sich dessen Enthusiasmus eher dahingehend verschoben. Doch auch wenn die Streamqualität die breiten Traumwellen der Twee-Disco immer wieder geradezu grotesk verzerrt, wirkt es zumindest beim ersten Anhören so, als sei das Duo mit dem übernächste Woche erscheinenden Somewhere Else wieder auf gutem Kurs.

[Stream] Sally Shapiro - Somewhere Else

Stream: Shout Out Louds - Optica

Eigentlich warte ich ja seit Freitag darauf, den Albumstream von Mano Le Tough zu verlinken, aber der war wohl wirklich nur drei Stunden online? Nuja, weiter zum nächsten: Shout Out Louds haben in meinen Ohren bislang immer die Gelegenheit verpasst, sich den optimalen Produzenten zu suchen, denn der Studio-Remix von Impossible blieb immer ihr feinster Erfolg. Auf Optica aber klingen sie nun sonnig soft, als säße Dan Lissvik an den Reglern, ohne dass dies tatsächlich der Fall war - da hoffe ich nur mal, dass sie sich mit einstündiger Spielzeit nicht etwas übernommen haben.

[Stream] Shout Out Louds - Optica