Stream: Dirty Projectors - Swing Lo Magellan

Nun, die Gitarre weggeworfen hat Dave Longstreth wohl kaum. Zwar beginnt das Freitag erscheinende Swing Lo Magellan - nach einem Räuspern - ähnlich Klatsch-Gesang-minimiert wie Gun has No Trigger, doch zum Refrain röhrt es überaus elektrisch verstärkt in die Saiten. Das leichtest zugängliche Album der Dirty Projectors, gar ein romantisches, scheint es aber allemal geworden zu sein.

[Stream] Dirty Projectors - Swing Lo Magellan

Dinosaur Jr. - Watch The Corners

Neben dem Mobilisieren von Bieber-Fanmassen und halbgaren Politkommentaren erwies sich Twitter in den letzten Wochen vor allem dazu gut, einmal im Detail die Aufnahmen zu einem neuen Dinosaur Jr.-Album mitverfolgen zu können. So schrieb Lou Barlow z.B. am 23. Tag

J says the drums on my 3rd song need to be overhauled, he's -always- right about the drums,we redo it, 200x better
Dass eben jener J sich zu gerne im Recht wähnt, war auch so mein Problem mit dem letzten Album, das was zu verstoned herumhing und auch in der Hinsicht zuwenig Barlow zu haben schien, das es mir echt bassschwächer vorkam.

Doch dann taucht dieser erste Song vom am 14.09. erscheinenden I Bet On Sky auf. Nicht mit dem Feuer von Beyond, aber eine muntere, sehr schöne Midtempo-Nummer, in die alle Beteiligten investiert wirken. Etwas routiniert vielleicht strukturiert, das Solo nach dem zweiten Refrain ist genau so leicht abzusehen wie das Wiederaufnehmen von Letzterem über Mascis' Gegniedel. Dann setzt er zum Abschluss nochmal alleine an und ich gucke auf die Abspielzeit und - es sind erst 2/3 des Stückes rum? Oh ja. Und die ganze Band bäumt sich gewaltig auf und J Mascis gniedelt noch einmal, was das Zeug hält, fetter und fetter, ohne Pause, für eineinhalb Minuten, bis man ihn nicht mehr aufhalten, nur noch ausblenden kann. Whiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii

[Stream] Dinosaur Jr. - Watch The Corners

Wynter Gordon / Delilah

Seltsam. Letztes Jahr hatte ich mich mal ein bisschen mehr in Sachen R&B umgehört, um zu verstehen, warum ich nicht so recht mit The Weeknd/How To Dress Well klar kam und dabei nur vereinzelt richtig an Sachen Gefallen gefunden. Und jetzt vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht auf irgendwas stoße, was mich begeistert. So wie dieser andersweltliche Song von Wynter Gordon, die nicht nur in dieser umschummert-betrommelten Produktion ein gutes Stück an Dawn Richard (und Bat For Lashes?) erinnert, sondern auch darin, dass sie in Zukunft vier Gratis-EPs in dieser Art freisetzen will.

[Stream/Download] Wynter Gordon - Stimela

Doch es ist nicht immer die gleiche Geschichte vom auf-eigene-Tour-machen, auch übers Majorsystem bringt Delilah im UK derzeit großartige Songs heraus. Sowohl das simultan trancige und holzperkussierte Go wie das basslastigere Breathe und das ebenfalls auf dem Ende Juli erscheinenden From The Roots Up enthaltene Inside My Love scheinen einer schlaflosen Unruhephase entsprungen, stimmlich wach doch vom ereignisarmen Dunkel der Nacht umzogen.

[Stream] Delilah - Go
[Stream] Delilah - Breathe
[Stream] Delilah - Inside My Love

Stream: Delicate Steve - Positive Force

Wer keine Angst hat, den eigenen Rechner lahmzulegen, kann statt der unten verlinkten ja mal den Besuch der kompletten Seite für den Stream von Positive Force versuchen - mir hat die Farbexplosion zwei verschiedene Browser zum Röcheln gebracht. Verkehrender Umstand, ist doch Delicate Steves Gitarrenspiel bei aller Frickelig- und Proggigkeit eben keine mühsame, aufgeblähte Kopfarbeit, sondern kniedelbunt-leichtbeseelter Instrumental-Pop, woran auch die gelegentlichen Gesänge des am 13.07. erscheinenden zweiten Albums wenig ändern.

[Stream] Delicate Steve - Positive Force