Stream: Christian Löffler - A Forest

Vieleicht liegt's daran, dass ich die Wald-Tetralogie erst seit Ende letzten Jahres komplett besitze, aber irgendwie erinnert mich momentan viel an Wolfgang Voigts GAS. Bei Actress war schon einiges, bei Claro Intelecto auch manches ambient verrauscht, und nun ist das Debütalbum Christian Löfflers mit so einem Titel und Cover erschienen. Musikalisch aber kommt mir der (naturromantische) Techno mit seinen Plink-Plonk-Melodien oft wie ein melancholischerer Dominik Eulberg vor, die Stücke mit Gesang haben auch was von der letzten Trentemøller - in jedem Fall sollte das mal zur nächsten Waldwanderung ausprobiert werden.

[Stream] Christian Löffler - A Forest

Gary War - Superlifer

Gary War war schon immer der Erforscher im hypnagogen Kindergarten: Handfester als ein Ferraro, aber nicht so wie er und Ariel Pink auf irdische Pop-Klänge fixiert, suchte er erst sein Glück im Ozean und auf seinem nächsten Monat auf Spectrum Spools erscheinenden dritten Album anscheinend auch im Weltraum. Dass Jared's Lot lediglich acht Stücke umfasst, stimmt schon mal positiv, denn genau darüber hinaus erschienen mir seine ersten beiden einen Tick zu lang. Achtmal verpsychten Space-Rock wie Superlifer? Gern doch.

[Stream] Gary War - Superlifer

Stream: Visions Of Trees - Visions Of Trees

Eine Zeitlang hatte ich die Befürchtung, Visions Of Trees könnten mit ihrem benebelten Synthpop schwer vom Kurs abgekommen sein. Doch so weit, wie ihr (in ner Woche wohl nur im UK erscheinendes) Debütalbum von ihren frühen Klängen entfernt scheint, ist es vielleicht gar nicht mal. Sicher, das Meeresrauschen ist verschwunden, unter den deutlich urbaneren Trance-Synths sind die Beats zwar voluminöser geworden sein, doch auch mit stärkerem R&B-Akzent rappeln sie jetzt nicht soo anders als ein Cult Of Cobras. Und immerhin: Ein Song heißt sogar Ocean Floor - Tanzflur unter Wasser also?

[Stream] Visions Of Trees - Visions Of Trees

Die große Kölner Konzertwoche

Wer ab Mittwoch in der Domstadt Musik sehen will, muss eigentlich nur der Venloer Straße und ihrer Verlängerung zum Rhein runter folgen. Zum Einen erstreckt sich da natürlich die c/o pop, diesmal großteils zwischen Hans-Böckler-Platz und Gewölbe verteilt, mit vor allem interessanten kleineren Sachen.

Nach dem Erlebnis vom letzten Jahr seh ich mir gern an, was Rochus Aust dieses Jahr macht, wahrscheinlich Freitags vor der Rheinüberquerung zu Ghostpoet und Light Asylum im Gebäude 9. Auch wenn das zeitplanmäßig völlig chaotisch werden dürfte, werd ich mal versuchen, bei seinem Samstags-Ladenkonzert Vomit Heat zu sehen; Xul Zolar sicher auch gern, aber dafür gibt's hier ja des öfteren Gelegenheit. Danach zu John Talabot samt Permanent-Vacation-DJs in den Stadtgarten, zwischendurch vielleicht ins dortige Restaurant zur Kanada-Schau mit Sean Nicholas Savage und Digits, wie so manches auch hier mit freiem Eintritt.

Überall freier Eintritt ist beim anderen Kulturfestival dieser Woche, dem Popdesignfestival ein paar Meter die Venloer runter in Ehrenfeld. Praktischerweise scheinen die shoegazigen Shoreline Is und die etwas punkigeren Supermutant auch früh genug zu spielen, dass es da keine Terminkollision gibt. Die gibt es sehr wohl am Donnerstag, wo im King Georg XXL (die Zusammenarbeit von Xiu Xiu und den ganz unschwedischen Larsen) gemeinerweise zeitgleich mit Prinzhorn Dance School im Stadtgarten spielen (und alter-alternativ ist auch noch das Vivian-Girls-Nebeprojekt La Sera im Blue Shell). Quasi als Erweiterung des King Georg fungiert schließlich am Sonntag das Museum Ludwig, wo Peaking Lights spielen, wer dafür noch keine Karten hat sollte sich lieber sputen (wenn's nicht eh schon ausverkauft ist).