Magazine

Magazine war bislang vor allem der Name des Labels, das seit nun gut einem Jahr einen höchst eigenen Fokus auf Kölner Musikentwicklungen abseits purer Tanzbarkeit richtet. Damals gab es ja schon bei der Eröffnungsfeier Cologne Tape und Drums Off Chaos mit Jens-Uwe Beyer zu sehen, und auch die am 08.08. anstehende vierte Veröffentlichung wird einen kollaborativen Charakter haben. Hinter eben dem Namen Magazine (nicht zu verwechseln mit natürlich) verbirgt sich das Labelboss-Triuvirat aus Beyer, Barnt und Crato und dürfte auf Concerts, Festivals, Shows And Others Special Events der angekrauteten Labellinie treu bleiben, wie der Mini-Soundweltentrip Happen Nearly verspricht.

[Stream] Magazine - Happen Nearly

Video: Jolly Goods - Try



Der erste und stärkste Eindruck, den ich von Jolly Goods bekam, war live - allerdings vor allem von ihrer Musik. Die Gesichter so von Haaren unerkenntlich gemacht und so bestimmt rumholzend, dass nach anfänglichem Rätseln erst beim Googeln am nächsten Tag gänzlich sicher wurde dass die Geschwister a) noch Teenagerinnen und b) nicht mit Herrn Gedge über'n Kanal gekommen, sondern aus Deutschland waren. Bald vier Jahre und auch unter anderem ihr damaliges Label sind seitdem vergangen, so wird nun auf Staatsakt am 23.09. ihr zweites Album Walrus rauskommen auf das Try schonmal in bestem Gitarrendröhnen und ebenbürtiger Gesangskraft anfixt.

[Video] Jolly Goods - Try

Neues Von Stephen Malkmus & The Jicks

Zwischen der Pavement-Reunion, einer neuen Quasi-Platte und Wild Flag kann die Terminsetzung zum gemeinsamen Musizieren nicht ganz leicht gewesen sein, und so wird das am 19.08. erscheinende Mirror Traffic auch das letzte Album von Stephen Malkmus & The Jicks mit der reichlich beschäftigten Janet Weiss am Schlagzeug sein. Dafür scheint sie nochmal ordentlich Druck ins Gemenge zu bringen, das gemütliche Jammen, das auf Real Emotional Trash noch alle Zeit der Welt hatte, bleibt zumindest im nicht umwerfenden aber ganz netten ersten Vorabsong Senator unbemerkt - kein Wunder, soll sich schließlich das Gesamtwerk auch mit 15 Stücken über drei Vinylseiten und eine geschätzte Stunde erstrecken.

[MP3] Stephen Malkmus & The Jicks - Senator

Video: T-Ara - Roly Poly



2011 scheint für den südkoreanischen Pop eher ein mäßig gutes Jahr zu werden, zumindest im Vergleich zu den sagenhaften letzten beiden. Das hat zwar auch damit zu tun, dass viele der besten Gruppen damit beschäftigt sind, nach Japan und auch nach Europa zu expandieren (wo sie in Frankreich prompt eine Demonstration für mehr als nur ein Konzerte verursachten), aber songmäßig fehlen mir auch einfach die richtig großen Dinger. Gut, zur Zielgruppe (Teenagerinnen und jünger) gehör ich nicht gerade, aber die Industrie ist in einem dermaßenen Boom dass sie immer wieder was abgeworfen hat - wie nun Roly Poly.

Die "Comebacksingle" (jeder Promotion-Schub eines neuen Albums oder neuer EP wird in überhöht als Comeback bezeichnet, auch wenn manchmal nur wenige Monate Pause dazwischen liegen) von T-Ara, die letztes Jahr schon eine meiner Lieblings-Popsingles fabrizierten, wird zwar von vielen als Weiterentwicklung des arg simplistischen Bobeep Bobeep angesehen, mich erinnert Roly Poly aber mehr an New Yorker Nu-Disco à la DFA. Sicher, der Gesang ist voll zu Klingelton-Krawuppdich aufgepowert, aber geniale Produktionsdetails wie diese beschwingende Vierfach-Hihat (von der ich mir sicher bin, sie von irgendwoher zu kennen), obligatorisch gen Ende amoklaufende Streicher und vor allem dieser Instrumentalteil nach jedem Refrain, der bei jeder Wiederholung mit druckvollerem Beat augmentiert wird, machen das Ding zu einer unaufhaltsamen Discopop-Dampfwalze.

[Video] T-Ara - Roly Poly