Neues Von DiskJokke

Es mag so einiges als Strandmusik beschrieben, werden, aber diskJokke hat sein exzellentes Zweitwerk En Fin Tid tatsächlich als loses Konzeptalbum um die urlaubsträchtigste aller Stätten konzipiert. Ein Tag, der vom Strand in den Club und wieder zurück führt, wird dabei von einer typisch norwegischen Vermischung von Ambient, Prog und Kraut mit Disco-Faktor illustriert, nicht so poppig wie Lindstrøm & Christabelles, aber auch nicht so zerfahren wie Prins Thomas' diesjähriges Album, auf jeden Fall ein erneuter Beleg dass die Welle skandinavischer Mittjahrsaffinität einfach nicht abreißen will.

Neues Material von Dyrdahl gibt es dieser Tage auf der bei Prins Thomas' Full Pupp-Label auf 12" erschienenen 1987-EP, die neben Remixen von Thomas und den Weirdo-Dänen Ost & Kjex auch das diskJokke-Original Takt Raver enthält und an üblichen Orten angehört werden kann.

Besser gefällt mir aber, was sich neuerdings auf seinem Myspace findet, nämlich ein Auszug aus Sagara, einer Kollaboration mit den indonesischen Gamelan-Spielern Sambasunda die heute auf dem norwegischen Øya-Festival aufgeführt wird. Der Beschreibung nach gibt es dabei vier lange Kompositionen zu hören, aber auch eines größeren musikalischen Zusammenhangs entrissen wird anhand dieses siebenminütigen Schimmerstücks klar, dass das Ziel erreicht wurde, göttlich gemütliche Musik für einen sonnenstrahlenden norwegischen Nachmittag zu schaffen.

[Stream] diskJokke - Sagara Nr 9

School Of Seven Bells Bei Shoot The Player

Dust Devil ist ein Paradebeispiel für die einerseitige Festigung und anderseitige Erweiterung von School Of Seven Bells' Sound auf Disconnect From Desire. Die früher so integrale Gitarre macht sich kaum bemerkbar, windartig schwirrende und unruhig blinkende Elektronik bestimmt die instrumentale Atmosphäre während treibende Drums immer wieder in genüsslich weit ausholenden Zügen zu neuen Schüben ansetzen, für sowas wurde Stereo erfunden! All dies blendet jedoch die Akustik-Performance aus, die das Trio im Bahnhof Sydneys gab, und so hängen die beiden Stimmen fast ohne Antrieb im erstaunlich stillen, weiten Raum, allein simples, repetitives Saitenzupfen scheint die Harmonien am Abdriften in den Äther zu hindern.

Shoot The Player - School Of Seven Bells

Ab Heute: Das Route Du Rock Festival Auf ARTE Live Web

Dieses Wochenende präsentiert - nach der Frühjahrsausgabe im Februar - das Route Du Rock-Festival seine Herbstkollektion im bretagnischen Saint-Malo. Auch diesmal wird gut die Hälfte der Auftritte auf der Hauptbühne online übertragen, ab heute Abend gibt es u.a. Liars, The Hundred In The Hands, Serena-Maneesh, Yann Tiersen und Dum Dum Girls live oder auch im Nachhinein, in der Regel schon am jeweils nächsten Morgen, zu sehen und hören.

Videostream vom Route Du Rock auf ARTE Live Web

Neues Von No Age, Les Savy Fav

Ihre eigenen geloopten Zerrspiele haben No Age anscheinend nicht mehr gereicht, wie einst Mission Of Burma lassen sich Dean Spunt und Randy Randall mittlerweile ihre Liveauftritte von ein bis zwei Mitspielern mit extra Schall und Rauschen bereichern. Auf dem am 01.10. erscheinenden Everything In Between wird deren Präsenz allerdings noch nicht zu hören sein, trotzdem zerrt und fetzt es im ersten Vorabstück Glitter vielschichtig unter der vielleicht etwas zu prominenten Gesangsmelodie.

[MP3] No Age - Glitter

Aufs neue Album von Les Savy Fav wird man nicht mehr ganz so lange warten müssen, besonders wenn man nicht an physischen Tonträgern interessiert ist. Zum Download wird es Root For Ruin nämlich bereits morgen in einer Woche geben, LP & CD sollen genau vier Wochen darauf folgen. Bis dahin gibt es schon mal das gemütlich anschwellende Let's Get Out Of Here zu hören, das jetzt nicht The Equestrian-mäßig die Welt in Flammen setzt, aber sich in gewohnter Fav-Manier trotzdem noch als treuer Hörbegleiter festsetzen könnte.

[MP3] Les Savy Fav - Let's Get Out Of Here

Video: Sky Larkin - Still Windmills



Sky Larkin bleiben auch auf ihrem zweiten Album eine der aufregendsten britischen Jungbands. Momentan gefällt mir zwar die zweite Hälfte von Kaleide besser, doch auch auf der ersten finden sich Erfolgsbeispiele für ihre Vermischung süßer Melodien, richtungswechselfreudiger Song- und Rhythmusstrukturen und tight zusammenspielender, kraftvoller Umsetzung. Zum Beispiel Still Windmills, dessen Video theoretisch den Inhalt des Songtextes wiedergibt, allerdings auf einem Energielevel das in starkem Gegensatz zur lustvollen Offenäugigkeit der voranpreschenden Musik steht.

[Video] Sky Larkin - Still Windmills