Stream: Street Chant - Means

Eine neue Generation Schrammelbands positioniert sich derzeit im so traditionsreichen Neuseeland, mit ihren gutlaunig garagigen ersten beiden Singles deuteten Street Chant schon an, dass sie dabei ganz weit vorne mitmischen. Nächste Woche bringt das Trio sein Debüt Means auf Arch Hill raus wo man es auch bereits vorbestellen kann, und so wie es mich bislang an ein Zwischending aus poppigen Sonic Youth, Erase Errata und frühen Thermals erinnert werde ich wahrscheinlich genau das tun:

[Stream] Street Chant - Means

Video: Solar Bears - She Was Coloured In



Gerade erst haben Solar Bears mit ihrer Inner Sunshine-EP den ersten farbenfrohen Schritt gemacht, schon kündigt sich in Form des nächsten Monat erscheinenden Debütalbums She Was Coloured In eine Sammlung komplett neuer Stücke des Duos an. Mehr Geradlinigkeit als bisher darf man sich davon wohl versprechen, so bleibt auch das Titelstück von Anfang bis Ende seiner entspannten, sanft streichererleuchteten Linie treu die im Video von nur leicht psychedelisch verquirlten Natur- und Feuerwerksaufnahmen unterstrichen wird.

[Video] Solar Bears - She Was Coloured In

Neues Von Working For A Nuclear Free City

Tolle Überraschung: Eigentlich soll das zweite Album von Working For A Nuclear Free City ja erst im Oktober erscheinen, aber noch bevor es überhaupt geleakt ist hat die in ihrer Genreverbindung mancunischste aller Manchester-Bands Jojo Burger Tempest nun bereits als Download - auch in Verbindung mit einer Vorbestellung des physischen Tonträgers - erwerbbar gemacht. Und damit man ihnen das, ungeachtet der Genialität ihres Mammutwerks Businessmen & Ghosts, nicht tauben Ohres abnehmen muss gibt es mit 6 Songs gleich ein ganzes Drittel des Albums auf Myspace zu hören - mit dabei ist wohlgemerkt nicht das 35minütige Titelstück, das die zweite CD ganz allein belegt.

[Stream] Working For A Nuclear Free City - Autoblue / Silent Times / Buildings / Pachinko / Black Rivers / Burning Drum

Stream: Zola Jesus - Stridulum II

Zola Jesus' jüngste Finsterpop-EP Stridulum war bislang, wie ihre anderen durchweg tollen Solo-Veröffentlichungen auch, nur als Import zu haben. Doch diese Woche bringt Souterrain Transmissions, u.a. auch mit Marnie Stern und Shugo Tokumaru im Stall Anwärter auf den Preis als bestes neues Label 2010, Nika Danilovas bislang unverrauschtestes Werk auch hierzulande heraus. Stridulum II schwillt dabei mit drei zusätzlichen Stücken sogar auf Albumlänge an und ist vor seinem Erscheinen diesen Freitag schon mal online anhörbar:

[Stream] Zola jesus - Stridulum II

Video: Blood Red Shoes - Heartsink / Heartsink Live



Nach dem rumpelnden Donnerlauf, der dem zweiten Refrain folgt, ist Blood Red Shoes' Heartsink scheinbar zu Ende. Kein Ton hängt mehr in der Luft, und nach zwei, drei Sekunden beginnt das Publikum zu applaudieren - nur um einen dreiviertel Atemzug später überrascht seinen Irrtum zu realisieren, wenn das Duo genauso plötzlich erneut zum Refrain ansetzt, wie es vorher aufgehört hatte.

Ich frage mich, ob sich die beiden der Wirkung dieser verwirrenden Pause bewusst sind, schließlich ist sie in der Studiofassung kaum vorhanden während sie live genüsslich ausgedehnt wird. So werden dort auch Leute den Song verfrüht beendet wähnen, die ihn schon ganz gut kennen, in jedem Fall vermittelt das verfrühte Klatschen aber ein seltsames Gefühl. Man fühlt sich ertappt, unwissend, kann die hämischen Blicke der "wahren Fans" geradezu im Rücken spüren. Dabei ist dieser Applaus Interruptus nicht mal unbedingt ein Indikator für musikalische Nichtvertrautheit. Mir unterlief er zuletzt bei Ariel Pink - den betreffenden Song hatte ich schon ein halbes Jahrzehnt über immer wieder gehört. Schämen braucht sich deswegen keiner, es gibt schon genug sinnlose Unsicherheiten die manche Leute von der (genuss)vollen Konzertpartizipation abhalten.

Noch mehr aber fühlt man sich vom Applaus Interruptus irritiert, weil in solchen Momenten das gewohnte Wechselspiel auf Konzerten ins Wackeln gebracht wird. Band spielt, Publikum klatscht, Band spielt, etc. - das ist der etablierte Ablauf, sofern er denn mal etabliert wird (Jay Reatard beispielsweise ließ durch sein nonstop Runterspielen bis zum letzten Stück eine derartige Dynamik gar nicht erst aufkeimen). Hier werden die Zuschauenden selbst aus dem Takt gebracht, dem sie vor der Bühne folgen, haben vielleicht gerade das Tanzen eingestellt um die Applaudantenrolle einzunehmen, nur um zu realisieren dass sie immer noch in der Tänzerrolle stecken. Und für eine Sekunde dämmert einem, wie ritualisiert doch diese Konzerterfahrung ist, wie vorhersehbar und schematisch und so gar nicht spontaner Rock und Roll.

Und dann spielt die Band den letzten Ton, man wartet eine Sekunde länger als sonst ab, ob da noch was kommt, und klatscht. Diesmal aber auch ganz sicher richtig.

[Video] Blood Red Shoes - Heartsink / Heartsink (live beim Haldern Festival 2010)

Stream: Los Campesinos! - All's Well That Ends EP

Ziemlich genau ein halbes Jahr nach ihrem schwer großartigen Romance Is Boring haben die nimmermüden Los Campesinos! Ende Juli mal wieder eine neue EP als 12" und Download herausgebracht, die mit reduzierter Akustik-Instrumentierung vier Stücke des Albums von einer anderen Seite zeigt und dabei auch die Besetzungsveränderungen des Oktetts seit Fertigstellung des Albums reflektieren.

Dass All's Well That Ends hier bisher nicht erwähnt wurde, lag daran, dass ich bislang halt selbst noch keine Anhörgelegenheit dafür finden konnte, aber dank daran erinnernder Pitchfork-Rezi und eines Doppelpacks Blogeinträge bin ich darauf gestoßen, dass es die EP mittlerweile auf der deutschen Musikstream-Seite Simfy gibt. Ohne Anmeldung kann man dort soweit ich sehe zwar nur fünf Stücke anhören, aber günstigerweise erreicht die EP dieses Limit (das durch Gratis-Anmeldung oder Cookie-Trickserei annullierbar sein sollte) nicht einmal.

[Stream] Los Campesinos! - All's Well That Ends EP