Neues von Islands



Heißt das wir können dieses Jahr mit einem neuen Album rechnen? Jedenfalls haben die kanadischen Islands, die dank Samples immer noch angenehm unnormal aber gleichzeitig etwas mehr wie Ex-Unicorns klingen, einen kleinen neuen Song auf ihr Myspace hochgeladen der genau so klingt wie er betitelt ist: JOY. Hat was von Wildwest in der Südsee.

Islands Myspace

Update: Na das war ja ein kurzes Vergnügen, der Track ist schon wieder weg. Wer trotzdem noch heiß auf neue Klänge ist und einen Plattenspieler sein Eigen nennt könnte gut daran tun mal bei Tomlab vorbeizuschauen, die haben jüngst im Rahmen ihrer "Alphabet"-Serie den Buchstaben S eben Islands gewidmet und eine 7'' mit zwei bisher unveröffentlichten Stücken herausgebracht, einer davon stammt aus den Aufnahmen zu Return To The Sea und der andere ist das erste was Islands je zusammen aufgenommen haben.

Update 2: *Hust*

Freie Festivals Fim Frühsommer, Fein.

Dieses Jahr sind für mich die großen (und kleinen) Festivals wenig reizvoll, fast alle Bands die mich dort interessieren kommen irgendwie schon so nach Köln. Aber wenn ein Festival quasi direkt vor der eigenen Haustür abgehalten wird, und dann der Eintritt noch gratis ist, dann krieg ich meinen Arsch schon noch hoch. So wird in knapp anderthalb Wochen das medienfest.nrw (man beachte die hippe Schreibweise, die deutschen Medien sind halt schwerstens down mit dem Internet und so) stattfinden, am 16. und 17.06. kann man im im Kölner Mediapark dann u.a. Dendemann, Werle & Stankowski, Karpatenhund und vor allem Tomte für umme ansehen.

Im Juli wird dann natürlich auch wie jedes Jahr die Mutter aller deutschen Umsonstfestivals in der Bonner Rheinaue gastieren, und es gibt ein Jubiläum wenn die Rheinkultur bereits zum 25. Mal ruft. Und das Lineup kann sich dementsprechend sehen lassen, neben Calexico, Lambchop und Pale wird auf der größten der vier Bühnen auch noch ein mysteriöser Überraschungsheadliner auftreten. Um wen es sich dabei handelt soll noch bekannt gegeben werden, in jedem Fall hoffe ich dass es niemand wird den ich gerne sehen will da sich das garantiert mit Sick Of It All auf der roten Bühne überschneidet. Durch Regen verschlammter Boden + Wall Of Death = Comedy pur!

Politick Wolf

"I'm not gonna start being a politician because I don't know much about politics, but I know how it feels to be living as a human being with all our governments fighting each other and killing people. This album will be communicating that through music and words"
Patrick Wolf ist schon eifrig dabei sein nächstes Album bereits fürs nächste Jahr fertigzubekommen, und wer dachte dass die Transformation zum Popstar seine größte war der muss diesen Gedankern womöglich bald um ein "bisher" ergänzen. Momentan ist er aber erst mal wieder in Amerika unterwegs, unter anderem war er auch bei KCRW zu Gast wo man seine variantenreiche Session sowohl auf Video als auch Audio nachverfolgen kann. Undundund, Pumpkin Soup!

Video: Klaxons - It's Not Over Yet



Myths Of The Near Future bleibt weiterhin die Platte von der ich dieses Jahr am meisten überrascht bin wie gerne ich sie höre. Dass Klaxons aber nun schon die fünfte Single dazu herausbringen wird doch langsam ein bisschen albern, genau so albern wie statt des Remixalbums das doch ganz bestimmt einmal kommt Remixe einzeln zu veröffentlichen. Aber so lang sie weiterhin ihre futuristischen Glitzervideos von Saam Farahmand (der offenbar auch für dieses Stück Videokultur verantwortlich ist) machen lassen seh ich das dann doch nicht so eng, ich kann davon irgendwie nicht genug bekommen.
Oh, und falls sie in einem Anflug von Wahnsinn als nächste Singleauskopplung Isle Of Her oder Four Horsemen Of 2012 wählen sollten werde ich wohl meine Meinung nochmal ändern und sie zur Band des Jahres erklären müssen.

[Video] Klaxons - It's Not Over Yet (Youtube)

Fiery Fragments



Schon über 12 Monate seit der letzten Veröffentlichung, so viel Zeit ist doch noch nie zwischen zwei Alben vergangen oder? Also mal ab und ins Internet geschaut...
Anfang des Jahres gab es schon einen mysteriösen Clip von den Aufnahmen zu einem neuen Album von The Fiery Furnaces (aka die so ziemlich beste Band der Gegenwart) auf Youtube zu finden, seit Mitte April entsteht auf ihrer eigenen Seite dort nun sogar eine richtige Kollektion von Videofragmenten die so manch Einblick in den Produktionsvorgang gewähren.

Da Bob D'Amico, der sich auf der letzten Tour fürs Schlagzeug verantwortlich zeigte, in so vielen Videos beteiligt ist und auch einmal an den Bongos spielt (auf der letzten Tour hatten die Friedbergers erstmalig ein Extramitglied für Percussions dabei) könnte man vermuten dass der Sound etwas näher an die Liveumsetzungen mit Band (u.a. Jason Lowenstein, ich hoffe ja immer noch auf eine Furnaces/Sebadoh-Tour) rückt, vielleicht wird es ja die die in manchen Interviews angedeutete Rockoper. Andererseits ist da Japanese Slippers, das als einziges Stück schon auszugsweise in einer fertige(re)n Version zu hören ist und da ziemlich typisch nach Fiery Furnaces klingt. Wobei "typisch" was die Furnaces angeht doch ein enorm dehnbares Wort ist.

Video: Franz Ferdinand - All My Friends



Diese Coverversion von LCD Soundsystems All My Friends gefällt mir echt gut, mit ihrem Vorwärtsschwung, den warmen Synths, und irgendwie auch der etwas deplatziert wirkenden Stelle mit den abgehackten Gitarrenanschlägen und dem Gesang der ins Leere geht am Ende, als wollten sie plakativ klarstellen "Hey, hier sind Franz Ferdinand am Werke" und man erwartet irgendwie dass plötzlich "Ich heiße superfantastisch" angestimmt wird. Das Video wirkt stellenweise wie eine Hommage ans Original mit den bemalten und grün angestrahlten Gesichtern, die körperlosen Schottenköpfe die über dem Bett herumschwirren und einen nachts beim Schlafen beobachten sind jedoch etwas beunruhigend.

[Video] Franz Ferdinand - All My Friends (Quicktime-Stream)
[Video] Franz Ferdinand - All My Friends (Youtube)

Konzert: Architecture In Helsinki



Wenn es einen Weg gäbe diesen Text zum Hüpfen zu bringen so dass es beim Lesen nicht unheimlich nervte dann würde ich das machen, denn das gestern war eine ganz glückselige Angelegenheit für alle die noch intakte Sprunggelenke besitzen. Architecture In Helsinki waren für ihren einzigen Clubauftritt in Deutschland nach Köln gekommen, und diesmal war so manches anders als beim letzten Besuch. Einmal war es im Gebäude 9 nicht so unsagbar heiß wie letztes Jahr im zugegeben schöneren Spiegelzelt der Haldener Tour '06, was das Konzert aber vor allem angenehmer machte war dass die Australier diesmal nicht von ständigen technischen Problemen geplagt wurden.

Aber noch mehr war ganz anders, so bestand gut die Hälfte des Sets aus Songs von ihrem kommenden Album Places Like This von dem man sich so schon vor dessen Erscheinungstermin im August einen Eindruck bilden konnte. Die sechs zeigten sich auch überaus unbeeindruckt davon dass sie, noch so eine große Änderung, eben mittlerweile nicht mehr zu acht sind und boten einfach eine tolle Bühnenshow, wie gewohnt zwischen und während den Stücken ständig die Plätze und Instrumente wechselnd (wenn ich mich nicht irre war nach dem 7. Stück keiner mehr dort wo sich er zu Beginn des Konzerts befand) und vor allem mit dieser ansteckenden Energie, tanzend, hüpfend, weit ausholend auf Percussions einschlagend (auch schon mal zu drei Leuten gleichzeitig an verschiedene Stellen einer Instrumentenkonstruktion). Einfach sehr physisch investiert in die Darbietung, das aber so gut aufeinander und miteinander abgestimmt dass man an eine bunte Cartoonversion von Battles erinnert war.

Stichwort Cartoon, von der Melancholie die bei In Case We Die oft noch mitschwang war bei den neuen Stücken erst mal nur wenig zu spüren, dafür wurde alles noch schräger, lauter, bunter, und ja, zum Hüfte schwingen einladend. Heart It Races wird man eventuell schon gehört haben, so rhythmusbetont war vieles von dem was man gestern an frischem Material zu hören kriegte, dabei gab es nicht nur Calypso- sondern auch einmal richtig stampfende Discorhythmen serviert. Anfangs noch etwas zurückhaltend wärmte das Publikum bald auf, sicher auch aufgrund der zunehmend häufiger eingestreuten Favoriten vom zweiten Album wie Wishbone, It'5 oder Do The Whirlwind war bald ein Großteil fröhlich am Hüpfen, Wippen und sonstigem Nichtstillhalten.

Das führte am Schluss nicht nur zu einer, sondern gleich zwei ungeplanten Zugaben von denen die zweite besonders kurios war: aus dem Publikum wurde eine Ersatzband gecastet die fast alle Instrumente besetzte und dann aus dem Stehgreif heraus improvisieren musste. Unter den Umständen schlugen sich alle Beteiligten ziemlich gut, trotzdem hoffe ich dass sich Architecture In Helsinki für ihre Rückkehr nach Köln im August noch ein paar eigene Zugaben vorbereiten, was Musik angeht bei der man sich wie auf einer Hüpfburg fühlt sind sie nämlich nicht so leicht zu überbieten.

[Video] Architecture In Helsinki - Heart It Races

Architecture In Helsinki Virb

Bishop Allen



Unterschiedliche Herangehensweisen von Gitarrenpopbands: Voxtrot brachten über zwei Jahre hinweg drei hochgelobte EPs heraus von denen kein Material anschließend auf ihrem Debütalbum landete. Bishop Allen hingegen veröffentlichten im vergangenen Jahr ganze 12 EPs die wohl durchaus von guter Qualität waren, aber wie sich jetzt herausstellt auch zum Teil als Experimentierfeld für ihr nächstes Album dienten. Denn The Broken String wird nicht nur bisher unveröffentlichte Songs enthalten, sondern auch neu arrangierte Highlights der Monats-EPs. Drei davon spielte das Quartett auch bei seiner außerordentlich guten Daytrotter-Session, und jetzt muss ich sagen bin ich richtig hungrig auf den Longplayer der aus dieser umfangreichen Qualitätskontrolle entstanden ist.

Bishop Allen bei Daytrotter

[MP3] Bishop Allen - Rain (von The Broken String
[MP3] Bishop Allen - Click Click Click Click (von der July-EP)