Neues Von The New Pornographers



Gut eigentlich macht der Song schon seit gestern Abend die Runde, aber ich würde gern so tun als wäre er heute erst aufgetaucht und hätte direkt Sonnenschein mitgebracht. Ende August (und damit ziemlich genau zwei Jahre nach Twin Cinema) setzt es, hurra hurra, ein neues Album der superbsten aller kanadischen Supergruppen. Challengers wird Eintrag Nr. 4 im Katalog von The New Pornographers heißen, My Rights Versus Yours gibt es davon schon vorab zu hören, und wenn man erst mal weiß dass damit kein Use It- oder The Bleeding Heart Show-ähnliches Spektakel beabsichtigt ist kann das eigentlich auch nur erfreuen. [via]

[MP3] The New Pornographers - My Rights Versus Yours

Konzert: A Hawk And A Hacksaw



"I thought you guys only listened to electronic music here," wundert sich Jeremy Barnes. Nein, nicht nur solche, für die akustische Musik von A Hawk And A Hacksaw haben sich im Studio 672 (das, wie bereits vermutet, mit der Bühne in der hinteren Ecke und dem atmosphärischen roten Vorhang dahinter wirklich ein sehr schöner Saal für Sitzkonzerte ist) so viele Hörer eingefunden dass die Sitzgelegenheiten knapp geworden sind, hier hat es sich mal wirklich gelohnt früh da zu sein um einen guten Platz zu ergattern. Allerdings ist das wichtiger für die Bequemlichkeit als für Sicht und Klang, denn Barnes und Violinistin Heather Trost spielen vor der Bühne soviel sie können, gegen Ende des Konzerts stehen sie vom Publikum umringt in der Mitte des Raumes. Nur sobald das Schlagzeug zum Einsatz kommt heißt es zurück zur Bühne.

Auch wenn sich für jedes Album (und besonders die gerade erschienene EP die zusammen mit dem achtköpfigen Hun Hangar Ensemble eingespielt wurde) mehr Mitspieler eingefunden haben sind der Mann mit dem Akkordeon und Violinistin Heather Trost dort alleine, wie sich aber schnell herausstellt brauchen sie keinerlei weitere Besatzung um eine furiose Darbietung zu geben. Denn wie um die akrobatische Darbietung von Battles zwei Wochen zuvor im selben Saal zu toppen spielt Barnes nicht nur das mit einer Holzmaske behangene Schlagzeug sondern gleichzeitig ein altehrwürdiges Akkordeon, und manchmal singt er auch noch dazu. Trost währenddessen schafft es sowohl die Geigen- als auch die wichtigen Bläserparts live zum Leben zu erwecken, und, das ist auch toll an diesem Abend, live mit reduzierter Besetzung klingt das sogar noch ein gutes Stück lebendiger als auf Platte. Klingt mal nachdenklich, mal tieftraurig, und dann wieder so feurig und rasant dass man sich am Sitz festhalten muss um nicht aufzuspringen und beim Tanzen alle Tische in der Nähe umzustoßen.

Faszinierend zu beobachten dabei ist der Rapport zwischen den beiden, wie auf dem Foto oben kommunizieren sie bei den rein instrumentalen Nummern mit eindringlichem Augenkontakt die Wechsel zwischen einzelnen Parts, zwischen den Stücken wird einfach verbal das nächste bestimmt. Das ist spätestens dann notwendig als eine Taste am Akkordeon herausspringt und sich einfach nicht mehr befestigen lassen will. So sehr sich die beiden auch über so viele Besucher zu freuen scheinen, es lässt sich keiner darunter finden der weiß wie man so ein Akkordeon repariert. Macht nix, einfach ein anderes Stück angestimmt und von da an beim Greifen immer diese Taste umgangen. Verglichen mit der multiinstrumentalen Akrobatik an diesem Abend wohl wirklich eine Fingerübung.

[MP3] A Hawk And A Hacksaw - God Bless The Ottoman Empire
[MP3] A Hawk And A Hacksaw - Zozobra

"I’m Ryan Schreiber!! How’s the weather, motherfuckers!?!?"

Tiny Mix Tapes hat immer noch die besten zu 90% frei erfundenen Musiknews im ganzen Internet.

Mark E Smith auf Tele 5

Ein reizender Gesprächspartner ist Mark E Smith selten, auch nicht im fortgeschrittenen Alter. Ein paar seiner spektakulärsten Interviewdesaster (Warnung: Explicit Language) hat man samt Youtubelinks beim Guardian versammelt, darunter auch dieses fantastische deutsche aus den 80ern das mir bisher völlig unbekannt war. Nicht nur kann der Mann in der Goldjacke Herrn Smith anscheinend vom ersten Blick an nicht leiden, er kommt dabei auch noch so herablassend rüber dass man sich wundert dass die Angelegenheit so verhältnismäßig friedlich abläuft.

Asobi Seksu kommen!



Jetzt wo Citrus auch diesseits des Atlantiks erschienen ist wird das lang erhoffte endlich wahr, wie ich gerade erst auf ihrer Homepage entdeckt habe machen sich Asobi Seksu im Juni zu ihren ersten Europakonzerten auf. Zwei davon in Deutschland als Support der Editors, da kommen wieder nur die üblichen Städte als Kandidaten in Frage (zum Glück wohne ich direkt neben einer davon). Asobi Seksu in einer Kirche, wow.

12.06.2007 Postbahnhof, Berlin
13.06.2007 Kulturkirche, Köln

Re: Kapitulation

Gestern hatte ich es noch ergebnislos gesucht, deswegen nehme ich mal an dass das Interview der Grethers mit Tocotronic erst jüngst online gegangen ist. Sehr lesenswert, auch aber nicht nur über die Hintergründe zur Aufnahme und Themenwahl des Albums sondern auch über Gender, Authentizität, Sloganisierung und mehr, da kann man fast beliebig ein Zitat rausgreifen.

D: Es gibt einfach einen starken, auch in den Medien Zeitgeist-lancierten anti-intellektualistischen Backlash. Die Leute kriegen halt eingetrichtert, alles muss ganz klar sein. Alles muss ganz authentisch sein. Und wann immer irgendwie was in Verdacht steht, komisch ambivalent zu sein, irgendwie eigenartiges Geschwurbsel, das wird dann total gedisst. Es nervt auch, wie schnell eine Band als total “verkopft” gilt.

Of Montreal bei The Interface



Ich muss leider sagen dass ich von of Montreal live trotz der tollen Bühnenshow etwas enttäuscht war, da klangen sie anders als auf Hissing Fauna, Are You The Destroyer? wieder so.. nun, etwas dünn, leicht billig? Schwer zu beschreiben, jedenfalls hatte mich dieser Sound in der Vergangenheit auch immer etwas von ihrer Musik ferngehalten. Aber reduziert auf Akustikgitarre und Gesang, wie schon bei Daytrotter, gefallen mir Mr. Barnes und Konsorten mit ihrer Session für The Interface besser und eigentlich genau so gut wie auf Platte. Nur The Past Is A Grotesque Animal, das beim Konzert ein ungemein packendes Erlebnis war, leidet unter der Abwesenheit synthetischer Sounds und verliert etwas von seiner Sogwirkung.

[MP3] Of Montreal - Live bei The Interface

Video: Tocotronic - Kapitulation



Der Countdown läuft, noch biblische 40 Tage bis zur Kapitulation, und je mehr ich davon höre und lese desto mehr riecht mir das nach der besten Toco-Platte diesseits der Jahrtausendwende, mindestens. Im Video zum Titelstück wirkt das Wort wie ein sanfter Aufruf, dem sich ganz zeitgemäß in Form einer Tanzchoreographie angeschlossen wird. Zumindest von denen die noch zu einer Regung fähig sind. Und dieser Blick am Ende, hmm.. [via]

[Video] Tocotronic - Kapitulation (Quicktime)

Top Of The Covers



Ich hab ein neues Lieblingsblog: LP Cover Lover. Besser geht's kaum.