Stream: Arctic Monkeys - Favourite Worst Nightmare

Psst, Geheimtipp. Arctic Monkeys nennt sich eine noch wenig bekannte junge Band aus Großbritannien. Das Quartett hatte für sein Debüt schon in ein paar Szenepublikationen zu Recht Lob eingeheimst, heute erscheint ihr zweites Album das man auch auf 3voor12 anhören kann:

[Stream] Arctic Monkeys - Favourite Worst Nightmare

A Silver Mount Zion Live



Deutschland fehlt leider bisher, ebenso wie bei ihren Nachbarn von Do Make Say Think, schmerzlichst auf dem Tourplan von A Silver Mount Zion. Die ersten beiden Konzerte ihrer aktuellen Europareise gibt es dafür bereits online zu hören, bei Archive.org und im Stream auf 3voor12. Die Qualität ist bei beiden sehr gut und die Setlisten sind glaube ich identisch, das erste und dritte Stück sind dabei neu und dürften auf der hoffentlich noch in diesem Jahr erscheinenden nächsten Veröffentlichung der Kanadier mit dabei sein.

A Silver Mount Zion live in Ancienne 14.04.2007
A Silver Mount Zion live in Rotterdam 15.04.2007

Stream: Lucky Soul - The Great Unwanted



Oh was freue ich mich endlich richtig darauf hinweisen zu können. In Deutschland nur digital, via Import oder über Bekannte die übers Osterwochenende zum Shoppen nach London fliegen (danke nochmal an dieser Stelle!) erhältlich war es bisher nicht leicht sich vorab einen Eindruck vom Debütalbum von Lucky Soul zu machen, aber jetzt haben die Briten um Sängerin Ali Howard The Great Unwanted zum Anhören online gestellt. 13 wunderbare und 0 öde Popsongs, Musik zum alles und jeden umarmen wollen schön, und falls das jemand interessiert total indie ist es auch noch, mit eigens dafür gegründetem Label, CDs selbst verschicken und allem DIY drum und dran. Aber nu ans Anhören!

[Stream] Lucky Soul - The Great Unwanted

Video: Charlotte Hatherley - I Want You To Know



Bis The Deep Blue, das zweite Album von Charlotte Hatherley erscheint, sind es noch ziemlich genau 30 Tage. In einer Woche bereits beginnt hingegen ihre Deutschlandtour, und damit dann nicht gleich alles Schlag auf Schlag (hihi) geht verweise ich hier schon mal auf das schlagkräftige (röhr) Video zu ihrem smashigen (aufhören!) Popsong I Want You To Know. Die Nummer ist keineswegs platt wie man aufgrund der fetten Drums und der einleitenden tiefen Saiten vermuten könnte, Hatherleys Gitarrenspiel lenkt den Songverlauf so subtil dass man es ohne genaueres Hinhören kaum merkt und die "Uuuh"s, "Aaah"s und "Oh Baby"s bringen genug Charme für zwei Sommerhits mit.

[Video] Charlotte Hatherley - I Want You To Know (Youtube)

25.04.2007 Bastard, Berlin
27.04.2007 Pauluskirche, Dortmund
28.05.2007 Underground, Köln
30.05.2007 Magnet, Berlin
01.06.2007 Hanfkenipe (sp?), Zürich
02.06.2007 Rock Im Park, Nürnberg
03.06.2007 Rock Am Ring, Nürburgring

Kurz verlinkt

Prima Interviews mit zwei meiner derzeitigen Lieblingskünstler: Stylus spricht mit Marnie Stern und Radio Free Canuckistan hat ein schon etwas älteres, aber nichtsdestotrotz hochinformatives Interview mit Sunset Rubdown (deren Cover von Apistat Commander auf dem Xiu Xiu-Remixalbum übrigens göttlich ausgefallen ist).

Konzert: Deerhoof, The Blow, Death Sentence: Panda!



Große Überraschung als ich am Merchandise-Stand vorbei ging, dort gab es doch glatt auch Sachen von Death Sentence: Panda! zu kaufen. Über die wollte ich eh mal was schreiben, und gestern konnte ich sie dann auf einmal live sehen. Normalerweise würde eine solche Vorband konsternierten Blicken begegnen, aber da die Leute gekommen waren um Deerhoof zu sehen sind konnten sich direkt einige für das kurze Set des gitarren- und basslosen Trios erwärmen. Mit Schlagzeug, Klarinette, Querflöte, Saxophon und Xylophon, teilweise elektronisch verfremdet, wandeln sie zwischen Tribal- und Marschrhythmen, kurzen Noiseattacken und psychedelischen Passagen mit ostasiatisch anmutenden Harmonien, und dass ihre Sängerin im Melt Banana-Stil daherschreit macht sie nur noch sympathischer. Sehr tolle, ungewöhnliche Band, schade nur dass die einzigen Tonträger die sie mitgebracht hatten Tape und Vinyl waren, da fehlen mir die nötigen Abspielgeräte.

[MP3] Death Sentence: Panda! - Time To Bear Arms
[MP3] Death Sentence: Panda! - No Enemies
[MP3] Death Sentence: Panda! - Here Come The Ghosts

Death Sentence: Panda! Myspace



Als nächstes betrat The Blow in Form von Khaela Maricich die Bühne, ganz in weiß, aber weder mit Blumenstrauß noch mit Kumpan Jona Bechtolt, der hat dieser Tage genug um die Ohren mit seinem bald erscheinenden Soloalbum als Yacht. Vermisst wurde er allerdings letztendlich kaum, denn was Maricich dann abzog war die beste Karaokeshow aller Zeiten. Sicher, die Musik kam vom Band, aber nicht ihre gefühlsgeladene Stimme. Anfangs wirkte sie etwas unsicher allein auf der Bühne, trug die erste Nummer ohne Musik vor, als einzige Begleitung ihr Finger der den Takt ans Mikrophon klopfte. Ob das nur Show war oder nicht, schnell lockerte sie auf und spielte in etwa gleichem Maße die großartigen Popsongs vom letzten Album Paper Television wie von der jüngst neu aufgelegten EP Poor Aim: Love Songs.

Die Songs machten aber höchstens zwei Drittel ihrer Show aus, zwischendurch erzählte sie charmant selbstironisch über ihre Motivationen als Songschreiberin, absurde zwischenmenschliche Anekdoten, die die Songtexte in einen Gesamtkontext rückten, über ihre Jagd nach dem Unerreichbaren, Darlegung intimer Gefühle die sich die meisten wohl kaum so öffentlich zu enthüllen wagen würden. Ebenso würde es kaum einer wagen sich ganz alleine auf eine Bühne zu stellen, zu singen und auch noch dazu eine eigene Choreographie zu tanzen, und gerade weil die tänzerische Darstellung ebenso mutig wirkte wie die textliche konnte man gar nicht anders als Sympathie zu entwickeln. Und True Affection kam zum Schluss so wunderschön dass man kaum mit dem Fuß wippen konnte vor lauter Gebanntheit.

[MP3] The Blow - Parentheses
[MP3] The Blow - Pile Of Gold

The Blow Myspace



Dann kam der gefährliche Teil des Abends. Deerhoof sind durch die Reduzierung zum Trio etwas weniger filigran geworden und, so kam es mir zumindest vor, rockten noch mal eine Ecke härter als zuvor, und das natürlich grandios wie immer. Der unglaubliche Greg Saunier war nicht irgendwo hinten sondern direkt vorne rechts positioniert und hämmerte nicht nur hyperaktiv in jedem nur möglichen Moment auf irgendeiner Ecke seines Schlagzeugs herum, sondern drosch derart darauf ein dass die Splitter nur so flogen, eine Hihat sah dermaßen kaputt aus dass ich echt schon Schiss bekam dass mir bald ein Stück davon um die Ohren sausen würde.

John Dieterich war etwa ebenso beschäftigt mit seiner Gitarre, bis auf ein paar kurze Ausflüge zu einer hinten versteckten Kiste aus der hin und wieder elektronische Sounds zu hören waren. Zwar keine Trompeten für +81, dafür aber alles was zu Kidz Are So Small, bei dem Satomi Matsuzaki den Bass beiseite legte und zwischendurch auch mal von der Bühne kam um mit den Jungs die es vor der Bühne sonst etwas wilder zugehen ließen Ringelreihen zu tanzen, dazugehört. Zwischendurch gab es immer wieder Probleme mit seltsamen Störgeräuschen deren Herkunft schwer auszumachen war, einmal hatte sich ein Bassklopfen im Tonsystem festgesetzt der nicht mal dann aufhörte als alle drei ihre Instrumente beiseite legten und ratlos über die Bühne wanderten.
Zwischendurch erheiterte Saunier die Menge mit halb sinnlosen deutschen Ansagen (für die er sich zu Satomis Mikrophon bücken musste, was das Ganze noch ulkiger aussehen ließ), aber als die drei bei diesem Bassgeräusch laut darüber nachdachten ob sie nicht ein Stück hatten in das sie das Störgeräusch einbinden könnten konnte man sich nicht sicher sein ob sie scherzten oder Ernst machen. Bei Deerhoof ist halt alles drin.

[Stream] Deerhoof - Friend Opportunity

Deerhoof Myspace

67.4685% down, 32.5315% to go

Anfang 2008 erst? Aaaaaargh