Konzert: The Hold Steady



Craig Finn hat ein großes Mitteilungsbedürfnis. Seine Songtexte machen dabei vielleicht die Hälfte seiner Kommunikation am Sonntagabend im Kölner Gebäude 9 aus, ständig redet er auch abseits vom Mikrophon, gestikuliert dazu energisch und energetisch als wäre er ein Stummer der uns unbedingt etwas klarmachen müsste. Eins ist an diesem Abend klar: The Hold Steady haben ihren Ruf als "the world's best bar band" völlig zu Recht, und das liegt nicht nur an ihrem überraschend bärtigem Frontmann. Es gibt natürlich auch für gute Stimmung sorgende Rockermoves wie das Gitarre-einmal-Rumschwingen oder das Gitarre-an-Gitarre-Spielen zu sehen, aber der Grund warum The Hold Steady so begeistern ist dass sie es schaffen die Bühne weder hoch noch weit weg erscheinen zu lassen, sie wirken nicht wie unnnahbare Rockstars sondern wie die Jungs aus der Kneipe nebenan die einfach zufällig ganz tolle Musik machen. Auf der Bühne wird nicht viel weniger Alkohol konsumiert als davor, nicht nur sind mehrere Bierdepots dort positioniert, auch eine Whiskyflasche macht langsam die Runde. Zwischendurch wird immer wieder mit dem Publikum angestoßen, einmal fragt der Bassist auch nach Feuer und schenkt dem Spender zum Dank ein Bier.

Dank strömt auch in Richtung Bühne, in Form von Händen, Mitgesinge und viel Getanze. Dass es eigentlich viel zu leer ist fällt dabei nicht weiter auf, das Publikum will möglichst weit vorne sein und wirkt so dem Verstreuungseffekt den ein nicht gefüllter Raum haben kann entgegen. Ob hymnisch mit First Night oder mit einem Saalfeger wie Same Kooks, The Hold Steady bereiten einen ganz ganz tollen Abend der erst dann endet als alle zufrieden sind, und der einzige Grund warum ich an dieser Stelle nicht noch mehr darüber schreibe ist dass ich mich vielleicht zu einem Dutzend Bier zu viel habe hinreißen lassen. Beste (Kneipen)band indeed!

Video: Dinosaur Jr - Been There All The Time



Haa, Thurston Moore, Negative Approach und Dinosaur Jr alle in einem Musikvideo, und das im Jahre 2007. Dazu Lou Barlow mit Blümchenbass und Mascis in Green Mind-Farben gekleidet, die Vorfreude auf das vielleicht uncoolste Album des Jahres wächst.

[Video] Dinosaur Jr - Been There All The Time (Youtube)

Qualitätsimporteur des Jahres?

Arcade Fire. Malajube. Unnu auch noch Menomena. Da läuft was verdammt richtig im Hause City Slang, bitte unterstützen wo möglich.

Stream: Blonde Redhead - 23

So, jetzt aber. Der Stream am Ende der vergangenen Woche war ja nicht gerade lange online und so hab ich ihn auch verpasst, jetzt kann man aber das neue, siebte und heute erschienene Blonde Redhead-Album 23 auf 3voor12 anhören und wird dazu auch garantiert noch ein paar Tage Gelegenheit haben.

[Stream] Blonde Redhead - 23

Video: Feist - 1234



"One, two, three, four, tell me that you love me more" - das klingt nach Abzählreim, nach Ringelreihen, und im Video zu Feists 1234 inszeniert Regisseur Patrick Daughters eine Tanzchoreographie auch wie eine Schulaufführung mit Amateuren in einer Sporthalle. Einfaches Konzept, aber so fröhlich und bunt und überhaupt exzellent in Szene gesetzt dass es ungemein Spaß macht zuzusehen.

[Video] Feist - 1234 (Dailymotion)
[Video] Feist - 1234 (Mpeg)

Battles & Low Live

Offenbar war der Atlas-Clip den ich Anfang der Woche verlinkt hatte nur ein Vorgeschmack. Denn auf Youtube gibt es mittlerweile einen kompletten, ziemlich genau eine Stunde langen Mitschnitt eines Konzerts der durchaus so sehens- wie hörenswerten Battles zu sehen.

[Video] Battles - Live in Chicago 30.07.2007 (Youtube)

Nicht sehen, aber hören kann man ein Konzert von Low, die gerade mit Drums & Guns ein hervorragendes Album herausgebracht haben, dank NPR.

[MP3] Low - Live in Washington 10.04.2007