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Pure Bathing Culture - Moon Tides

So ein richtig tolles typisches Sommeralbum gab es dieses Jahr im Sommer - Young Galaxy und Classixx kamen beide davor raus - irgendwie nicht, mehr einzelne Songs, die vielleicht mal wieder nen Mix rechtfertigen würden. Ein letztes Aufbäumen wagen Pure Bathing Culture mit traumhaft schönem, aber nicht bloß "Dream"-präfixiertem Pop zwischen Cocteaus, Magnetic Fields und Fleetwood Mac, mitunter geht Moon Tides auch ein gutes Stück in die Substanz. Geradezu spektakulär: Der Mittelteil aus Twins und Only Lonely Lovers.

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AUF - CD

Es ist wieder soweit, das eine deutsche Gitarrenalbum pro Jahr, das mir gefällt, ist da ... nein halt, war doch schon. Hmm ... Kann ich mich damit rausreden, das Debüt von AUF nur als Mini-Album/eine EP zu zählen? Anders werd ich meine Quote nicht halten, denn was hier an Saitentönen unter so druckvollem Spiel wie dem des Schlagzeugs hervorgebracht wird, das bleibt nicht minder im Ohr hängen wie die auf andere Weise eindringlichen Gesangsmelodien. Wenn leise und laut, dann mit Bestimmtheit, wenn ausgedehnt wird dann genussvoll und nicht mit planlosem Gemucke, dem so viele andere beim Versuch anheim fallen, aus steif inszenierten Songschemata auszubrechen (oder irgendwie zum Mitklatschen tanzbar zu sein).

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Drug Church - Paul Walker

Immer faszinierend zu beobachten, wie bestimmte Themenbereiche in der Musikpresse vor allem aufgrund extramusikalischer Gründe abgedeckt werden (oder nicht). Pitchfork beispielsweise ist nun schon eine Weile sehr gut in Sachen Metal verschiedenster Spielarten aufgestellt, HipHop vor allem seit diesem Jahr, in Sachen Punk/Hardcore/Post-Hardcore/Noise-Rock taucht aber fast nur auf der Seite auf, was gerade über indie-affine Labels oder PR-Agenturen in den Blickbereich gerät. Dabei sind z.B. viele Bands auf No Sleep nicht weit von dem entfernt, was noch neben kantigerem Indierock laufen könnte. Drug Church beispielsweise sind jetzt weder härter noch anspruchsvoller als Fucked Up, haben in ihrem Post-Hardcore aber auch eine einsteigerfreundliche Spieleingängigkeit, wegen der sich ein Song wie Deconstructing Snapcase ganz gut zwischen Japandroids und Deafheaven sandwichen ließe.

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Ciara - Ciara

Ein übersehener Aspekt des legalen Musikerwerbs sind ja die häufigen Stolpersteine verschiedener Genres, die das Ganze viel aufregender gestalten als ein schnödes Downloaden. Bei Technoalben muss man schweinisch aufpassen, weil auf Vinyl neben unterschiedlicher Reihenfolge der Tracks auch gern mal mehrere komplett fehlen. Bei Dance-Compilations ist nicht immer klar angegeben, welche der gemischten Stücke auch separat enthalten sind. Bei großkalibriertem Rap und R&B wiederum muss man misstrauisch werden, wenn keine prominente Warnung vor Schimpworten zu sehen ist oder man den Tonträger online bestellt, ohne dass feststeht, dass es sich nicht vielleicht um die "cleane" Version handelt.

So hätte ich beim vorschnellen Griff ins Plattenregal beinahe die kinderfreundliche Version dieses nicht gerade hoffnungslos verschmutzten R&B-Sommerwunders erwischt, dessen starke Songs aber eben dennoch mit "strong language" gewürzt sind. Auch damit Ciara nicht in zu große Distanz zur musikalischen und textlichen Explizitheit ihrer Stücke gerät.

[Spotify] Ciara - Ciara
[Deezer] Ciara - Ciara

Candy Claws - Ceres & Calypso In The Deep Time

Wie Dream Pop zu klingen ist nicht schwer, wie Dream Pop zu wirken dagegen sehr. Das richtige Pedal, die samtige Stimme, damit geben sich viele zufrieden, doch nach einer Weile verlangt's mir dann doch nach mehr. Candy Claws haben die klangliche Abenteuerlust der letzten Youth Lagoon und die melodiöse Komplexität und Konventionsdehnungen von A Sunny Day Is Glasgow, owmit ihr neues Album zugleich nicht nur eine leichtfüßige Fremdweltlichkeit erreicht, sondern diese Welt auch ungemein ausgeprägt gestaltet, wie es gute Sci-Fi- oder Fantasy-Romane schaffen - nur eben auf sonischer Wirkungsebene. Und mit feinem Songwriting.

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Kirin J Callinan - Embracism

Da war M.I.A. mit ihrem Ghost Rider-Playback wohl der Zeit voraus oder Trendsetterin, mindestens drei Alben in letzter Zeit tragen einen dicken (oder eigentlich ja eher minimalistischen) Suicide-Anstrich - und wie alle Pseudo-Journalisten wissen, reichen drei Beispiele ja schon, um einen Trend auszurufen. Eines davon stammt jedenfalls von Kirin J Callinan, hat aber auch andere Extreme zu bieten, wenn es dick Romantik aufträgt oder sich tragisch an die Akustikgitarre hängt. Und oh Wunder: Die Mischung gelingt.

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Natasha Kmeto - Crisis

So sehr es das Eigentliche, Einzigartige eines Werkes untergräbt oder schier daneben liegt, es kann doch helfen, wenn ein Album an ein anderes erinnert. Hätte ich Cooly Gs Playin' Me nicht gekannt, ich weiß nicht, ob ich darin Vertrauen gehabt hätte, dass sich Natasha Kmetos an zwei, drei Stellen ähnliches Album nach mehrmaligem Hören offenbaren würde. Ungemein stimmungsvoll designter und delikater, sich auch innerhalb der Stücke oft subtil und graduell aufspannender Pop, so gut, dass ich mir ihn in Ermangelung eines (abspielbaren) physischen Mediums sogar als schnöden Download zugelegt hab.

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Owel - Owel

Eben weil sich so viele herausragende Alben auf Bandcamp entdecken lassen, laufe ich zumindest mittlerweile Gefahr, etwas nach einmaligem Wegklicken wieder aus den Augen zu verlieren. Passiert war mir das zum Beispiel mit Owels Debütalbum, doch die Lösung für dieses Problem lautet einfach: "Wishlist-Funktion". Mag sein, dass die nicht unbedingt dafür gedacht ist, aber erfüllt seinen Zweck ganz prima. So konnte ich mich nochmal davon überzeugen, wie irre schön dieses Album in Richtung früher Jimmy Eat World oder Death Cab For Cutie emo-gelagert ist, prachtvolle Streichereinlagen und süßeste Gesangsschwingen auffährt und doch mit großartigem Songwriting voller Bei- und Untertöne einfach nicht so platt ausfallen will, wie das in 99% aller Fälle geschehen müsste. Allein schon The Unforgiving Tide könnte mit Fug und Recht einen festen Platz auf so einigen Emo-Klassikern für sich behaupten.

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TV Colours - Purple Skies, Toxic Rivers

Ich hab's gerade erst gesagt und werd's gleich nochmal schreiben, die Benachrichtigungsfunktion von Bandcamp ist eine bedeutsamere Einführung als jeder neue große Streamingservice, der eh nur die Sachen anbietet, über die man auch anderswo erfahren kann. Keine Ahnung hingegen hätte man bei solchen Diensten von der Existenz von TV Colours, deren noisepop-tastisches Debüt mit dermaßener Verspätung heraus kam, dass ich es selbst wohl aus den Augen verloren hätte - hätte ich eben nicht die Möglichkeit gehabt, mich darüber automatisch benachrichtigen zu lassen. Wenn Merchandise sich von Beginn an ins Melodisch-Hymnische statt ins Gothseits entwickelt hätten, hätten sie vielleicht so geklungen:

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Eleanor Friedberger - Personal Record

Gutmöglich, dass ich bei diesem Album länger als bei allen anderen dafür brauche, um zu entscheiden, ob ich's mir zulegen möchte. Einerseits ist die Musik hier nicht mehr so sehr mein Fall wie auf dem Debütalbum, vermutlich, weil sie diesmal in Kollaboration mit irgendeinem Folktypen entstand. Andererseits könnte ich mir wahrscheinlich anhören, wie Eleanor Friedberger den Inhalt eines beliebigen Buches vorträgt und es großartig finden. Daher ...

[Stream] Eleanor Friedberger - Personal Record