Stream: The Mary Onettes - Hit The Waves

Die Zeiten, da man sich ziemlich genau den Sound einer Labrador-Veröffentlichung im Voraus ausmalen konnte, sind vorbei. Dabei hat das schwedische Indiepop-Label nicht mal so sehr seine Bands umgestellt, als dass jene sich teilweise vom typischen Labrador-Sound wegbewegt haben. Bislang wohl keine so sehr wie The Mary Onettes, die nach Jahren des C86-Typismus keinen Geringeren als Dan Lissvik für die Sound-Remodellierung verpflichteten. Ob das Ergebnis ähnlich radikal (und erfolgreich) wie bei den kanadischen Young Galaxy ausgefallen ist, wird das nächste Woche erscheinende Hit The Waves zeigen.

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FreshMoon Presents: 808K V​.​1

Wenn Chicagoer Footworker wie DJ Rashad in Interviews auf Interpretationen und Assimilationen ihres Sounds von außerhalb zu sprechen kommen, mag dabei manchmal ein an Deutungshoheit grenzender Heimatsszenestolz durchklingen. Dass dieser keineswegs absolut ist, zeigt die überaus feine Debüt-Compilation von FreshMoon: Die teilt sich nämlich fast zur Hälfte in Produzenten aus dem heimischen Austin und die A-Liste der TEKLIFE-Gemeinde, so dass sich die gerade international noch weniger bekannten Ben Aqua, Taso oder Supraman Seite an Seite mit DJ Rashad, Manny, Earl, Spinn und Traxman präsentieren können.

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Stream: Rhye - Woman

Balearic, The xx, Kaputt, Sade-Referenzen allerortens, Jessie Ware ... Ein wenig fühlt es sich an, als wären die letzten Jahre ein einziges Vorspiel für genau dieses Album gewesen. Aus Händen von Quadron-Produzent Robin Hannibal wohlgeformt, gefällt sich Woman zwischen Ultrasoft(rock)-Disco und Quiet-Storm-seidenglattem R&B, in seiner Dezentheit wohl für manche ebenso geschmackvoll wie für andere in seinen Soundreferenzen geschmacklos. Ich bin irgendwie an einem Punkt, wo ich weder das eine noch das andere Adjektiv nachvollziehen kann, doch was ich völlig mitfühle, ist das wahnsinnig konsistenz gute Songwriting dieses Albums in Gesang wie Komposition, zwischen denen Fühlraum gelassen wird, ohne dass dabei eine emotionale Distanzwirkung eintritt. Auch nach dem zehnten Hören wird's mit jedem Mal besser.

[Spotify] Rhye - Woman
[Deezer] Rhye - Woman

Kuchibiru Network 3

Mehr als nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Album DX ist für Friendzone ihre dritte Compilation aus der Wolken-Nachbarschaft, über 70 Minuten afaik exklusives Material von Skywlkr, Finally Boys, Ryan Hemsworth und anderen Brüdern im Enya-Geiste sind auf Kuchibiru Network 3 liebevoll sequenziert (allerdings etwas nachlässig lautstärkemäßig abgestimmt) worden. Bemerkenswert ist dabei über die übliche "Was wäre, wenn Moments In Love die Hauptinspiration aller Rap-Instrumentals wäre"-Schiene hinaus auch, wie nahtlos die gesamte Ästhetik aus der Spätphase von Sincerely Yours überzugehen scheint, mit verloren-dünnen Filmdialogsamples, rosigen Synths und natürlich wehmütigen Vocals kann man sich bei so einigen Stücken durchaus vorstellen, dass das nächste Album von Air France so hätte klingen können.

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