Stream: Pissed Jeans - Honeys

Ein neues Album von Pissed Jeans, eine neue Runde Noiserock voller Unsicherheit, Komplexe, Essen und schrägem Humor. Sei es Angst vor'm Arztbesuch, Katzenhaarallergie oder Tränen über unvorsichtiges Zwiebelschneiden, kein Thema ist zu mondän um nicht über furiosem Riff-Klöppelgewalze von Matt Korvette in trügerisch prolligem Heiserröhren begrollt zu werden. Im Falle des nächste Woche erscheindenen Viertwerks nennt sich das Ganze: Honeys.

[Stream] Pissed Jeans - Honeys

SISTAR19 - Gone Not Around Any Longer

Letztes Jahr setzten SISTAR mit Alone den Trend zum Unflashig-"Erwachsenen" K-Pop, nun hat die Hälfte des Quartetts erneut mit Brave-Brothers-Produktion eine völlig überragende Single hingebogen, deren Einfluss noch gar nicht abzusehen ist. Noch trockener klöppeln die Anschläge mit einer Bestimmtheit, dass sie eigentlich auch ohne zaghafte Pianobegleitung zum gesanglichen Höhepunkt ehrfurchtgebietend im Raum stehen, auch ist das (im Trend liegende) metallumrahmte Holzblasinstrument essentiell und doch nur zweitrangig neben der Wände zum Einsturz bringenden Schmelzstimme Hyorins, die ihre Partnerin dermaßen überschattet, dass dies eigentlich eine Solonummer ist.

[Video] SISTAR19 - Gone Not Around Any Longer

Stream: Veronica Falls - Waiting For Something To Happen

Das zweite Album nach einem überragenden ersten ist besonders schwer im Indiepop hinzukriegen. Schließlich glänzen dort vor allem Singles, so dass schon ein rundum gelungenes Album selten genug ist. Bei Veronica Falls fällt nach dem ersten Hören gewiss auf, dass die Songs darauf sich nicht vorher als gelungene Singles etablieren mussten. Zumindest aber ist man nicht den TPOBPAH-Weg der Überproduktion gegangen - eher klingt Waiting For Something To Happen ein Stück eleganter und aufgeklarter als das Debüt.

[Stream] Veronica Falls - Waiting For Something To Happen
[Spotify] Veronica Falls - Waiting For Something To Happen

Droop-E ft. Nite Jewel & J. Stalin - N The Traffic

Die darum gewobenen vibraphonigen-synthigen Melodieimpulse und Nite Jewels Gesangsperformance schaden sicher nicht, aber vor allem bin ich endlos fasziniert von der Beat-Produktion dieses Songs. Stereo-Panning, von einem Lautsprecher zum anderen zu wandern, ist eine Sache (und wäre hier wohl kaum so sinnvoll), doch die mehrfachen Anschläge zur und auf der 3-Zählzeit wirken, als würde der Bass von oben nach unten perlen, was sich tatsächlich körperlich nachempfinden lässt, wenn man einen Fuß vorm Bass-Lautsprecher platziert - die ersten Wummer hört man mehr, den dicksten spürt man mehr, mit jeweils unterschiedlichen Sinnesorganen.

[Stream] Droop-E ft. Nite Jewel & J. Stalin - N The Traffic