Bepu N'Gali - I Travel To You

Ich werd vielleicht nie zum Vinyl-Single-Käufer werden, aber die Veröffentlichungen von International Feel haben mich über die letzten zwei Jahre doch alle paar Monate schwer darüber nachdenken lassen. Zuletzt mit dem Debüt von Bepu N'Gali, für dessen Non-Fiktivität man einmal mehr aufs Wort des geheimniskrämerischen Labels vertrauen muss. Doch egal ob das aus dem Nichts aufgetauchte botswanische Tridectett nun wirklich "wirklich" ist, mit dieser sagenhaft guten Bläser-Trällerei reiht es sich nahtlos in die diverse Diskographie des Labels ein, der außer einem "irgendwie Disco bis Balearic"-Begriffsringen nur eine immense qualitative Konsistenz roter Faden zu sein scheint.

Und als es mich gerade diese Woche mal wieder in den Ohren juckte nach diesem Stück und ich schon ins Überlegen kam, mir das Ding vielleicht doch mal physisch zuzulegen - auch wenn's von keiner der remixenden B-Seiten getoppt wird - kam zeitpassend die gute Nachricht, dass es wie gut 90% der Labelhighlights Anfang Oktober auf der selbsterklärend betitelten International Feel - A Compilation vertreten sein wird. Theoretisch nicht die erste, denn angeblich ist schon mal eine allein in Japan rausgekommen, doch wie für manch anderes habe ich auch für deren Existenz bis heute keinen Beweis gefunden - und so wird es zumindest die erste, die man auch garantiert erwerben können wird.

[Stream] Bepu N'Gali - I Travel To You

Stream: Holograms - Holograms

So sehr ich die Vorabsongs von ihrem nun erst am 27.07. erscheinenden Debüt mochte, gab's doch drei Bedenkpunkte bei Holograms: Einmal, dass sie doch vom Gesang her arg an Iceage erinnerten. Dann halt das typische Captured-Tracks-Syndrom mit feinen Vorab-Singles, die sich dann zu variationsarm über ein Album überdehnen. Und schließlich die Tatsache, dass der letzte Song der Wave-Punks mit Sweden's Pride nebst einer Zeile ihrer Nationalhymne benannt ist - doch zumindest letztere Befürchtung darf als entkräftet gelten: Dabei handelt es sich um ein antinationalistisches Albumfinale.

[Stream] Holograms - Holograms

Wynter Gordon - Doleo

Von allen Spielarten scheint sich momentan R&B doch am aktivsten in verschiedene Richtungen zu dehnen. Frank Oeans Stimme find ich immer noch recht langweilig, aber letzte Nacht hat ja auch Wynter Gordon die erste ihrer vier geplanten Human Condition-EPs zum freien Download gestellt. Was umso deftiger ist, weil schon allein Doleo acht Songs umfasst und nicht gerade auf einen Soundmodus festgelegt ist, von der verknarzten Eröffnung über ausgesparte Ruhepunkte bis zum Doppelfinale aus Stimela und dem Power-80er Waiting ergibt sich nicht so ein stimmiges Gesamtwerk wie etwa Dawn Richards, aber genug Highlights zum Rauspicken.

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Stream: Cooly G - Playin' Me

Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass ich mich dafür nicht zum Rezensieren gemeldet habe, denn den Appeal von Cooly Gs grandiosem Debütalbum zu beschreiben ist wahrlich nicht einfach. In der schwummrigen Atmosphärische ihrer vereinnahmenden Schimmersynth- und Beatkonstrukten hauchsingt sich die Londonerin Playin' Me nicht selten ins Schlafzimmer, doch nicht nur auf Sexuelles beschränkt geht eine größere einlandende, verführerische Wirkung von ihrer Musik aus. Grenzenlos und intim stimmig zugleich zu wirken, das ist schon ein großes Kunststück.

[Stream] Cooly G - Playin' Me