Neues Von Cut Copy

Als im letzten Sommer das erste Vorabstück von Cut Copys drittem Album die Runde machte, gab es guten Grund zur Besorgnis. Where I'm Going scheint zwar sonnig, wartet aber bei allem Lalala, Klatschen und Yeah! statt eines starken Refrains nur mit monotoner 60er-Hippiegrütze auf, die auf Dauer keine reizvolle Alternative zum bisherigen Synthpop-Schaffen darstellen dürfte. Doch die Zeichen mehren sich, dass das am 11.02. erscheinenden Zonoscope doch nicht so weit ab vom Schlag liegen wird, sowohl die Single Take Me Over als auch das gestern beim wiedergeborenen Epitonic aufgetauchte Blink And You'll Miss A Revolution zeigen sich in schönster Synthpolitur, warten aber eben auch mit genug Neuklang auf um nicht Teil eines In Ghost Colours 2 sein zu können.

[MP3] Cut Copy - Blink And You'll Miss A Revolution
[Stream] Cut Copy - Take Me Over
[MP3] Cut Copy - Where I'm Going

Stream: Destroyer - Kaputt

Es gibt ab und zu Alben, da bin ich mir schon lange im Voraus sicher dass sie richtig groß werden. 2010 waren das die von Von Spar und These New Puritans, die schon ein Jahr vorher große Schatten vorausgeworfen hatten, fast ebenso lange brodelt schon die durch Bay Of Pigs entfachte Vorfreude aufs ultrasmoothe neue Album von Dan Bejar. Dessen Veröffentlichung steht endlich, in den USA zumindest, nächste Woche bei Merge an, zu hören gibt es Kaputt bis dahin schon mal:

[Stream] Destroyer - Kaputt

Iceage / Slug Guts



Ob es and er generell dunklen Jahresphase liegt oder noch eine Nachwirkung des Sacred-Bones-Textes, aber im Moment juckt es mich doch wieder mal sehr nach etwas dunkleren Klängen. Da kommen die jungen Dänen Iceage gerade recht, die auf ihrem Debütalbum Hardcore und Post-Punk zu kalt intonierten Hits verbräuen die zum Aufregendsten gehören, was ich seit einiger Zeit gehört hab. New Brigade ist vergangene Woche auf Tambourhinoeros erschienen, die Vinylversion bei Escho muss bereits nachgepresst werden.

[Video] Iceage - New Brigade

Iceages Myspace



Auch Slug Guts mögen es schwarz und postpunkig, allerdings in gemäßigterem Tempo - und mit viel Atmosphäre. Nicht nur wegen ihrer Heimat Australien an The Birthday Party erinnernd, schwärzen die vier Stücke auf ihrem Myspace schön desolat hallend für das am 25.02. erscheinende Howling Gang vor.

Video: Circle Pit - Another Trick



Na, was für Musik wird sich wohl hinter dem Bandnamen Circle Pit verbergen? Hardcore-Punk, würde man doch wohl meinen. Aber nein, das Duo aus Sydney verschrammelte auf seinem letztjährigen Siltbreeze-Debüt Bruise Constellation (noch irreführender) so ziemlich alles, was sich zwischen Pop und Psych gemütlich durch Garage-Pedale jagen lässt, etwas verspätet ob dieser Namensverwirrung fand ich dann auch letztens zu diesem sonnig-kaputten Highlight der Platte.

[Video] Circle Pit - Another Trick

Stream: Deerhoof - Deerhoof Vs. Evil

Irgendwie gab es das zehnte Deerhoof-Album ja über ihre Webseite schon zu hören, aber irgendwie auch nicht. Denn die Reihenfolge, in der dort in den vergangenen Wochen Stück um Stück online ging, entsprach nicht der auf Deerhoof Vs. Evil, was bei mir zumindest beim ersten Durchhören des eigentlichen Albums doch für ein wenig Verwirrung führte. Vielleicht rührt es auch daher, dass mir die Stücke bislang in Einzelportionen besser gefallen, um das bis zur Veröffentlichung am 28.01. zu entscheiden ist jedenfalls noch genug Zeit.

[Stream] Deerhoof - Deerhoof Vs. Evil

Video: The Joy Formidable - Austere



Selbst wenn die letzten Jahre eine Band mit einem besseren Namen als The Joy Formidable hervorgebracht haben sollten, spätestens mit der Wahl des Albumtitels The Big Roar hat das Trio seine Essenz perfekt eingefangen. Bestens demonstriert in der neuen alten Single Austere, die über Breeders-artige Strophen und Spannungsaufbau in ein gleißend helles, schiere Freude spendendes Gitarrenbrüllen ausbricht, nur um im letzten Drittel erst recht aufs Effektpedal zu drücken.

[Video] The Joy Formidable - Austere

Wolf Parades Q-Session

Wenn eine Band einen unbestimmt langen Hiatus ihrer Aktivitäten verkündet, bedeutet dies nicht selten ihre Auflösung. Doch dass jene Ankündigung bei Wolf Parade von mancher Seite so gedeutet wurde, ist dann doch ein bisschen verfrüht, schließlich geschieht diese Trennung jedes Mal wenn die Kanadier die Touraktivitäten um ein neues Album beendet haben. So stehen in diesem Jahr denn auch ein neues Album der Handsome Furs und, wahrscheinlich schon früher, mehr Moonface-Material von Spencer Krug an, bis dahin gibt es aber ein letztes Mal (für eine Weile zumindest) Wolf Parade mit einem extremst raren, drei Stücke starken Studio-Auftritt im kanadischen Q TV.

Wolf Parade on Q TV