The Hundred In The Hands Bei Concerts À Emporter

Gerade online gegangen ist mein Text zum gleichnamigen Debütalbum von The Hundred In The Hands, bislang klar meine Platte des Monats - bei nicht unerheblicher Konkurrenz. Uberaus passend ist auch gerade eine herrliche halbakustische Blogothèque-Darbietung der beiden aufgetaucht, und obwohl ich wirklich den Abend als die beste Zeit für diese Musik erlebt habe, bietet ein Pariser Café hier auch ein feines nachmittägliches Ambiente.

Concerts À Emporter: The Hundred In The Hands

Superchunk Live

Keine zwei Wochen mehr, dann ist zum ersten Mal seit Jahren ein neues Superchunk-Album draußen. Und was für eins, auf Majesty Shredding kommt das Quartett dermaßen hookreich und spielfreudig rüber als wäre es 20 Jahre jünger, sicher das beste "Comeback" (auch wenn sie nie aufgelöst waren) seit Dinosaur Jr.s Beyond. Ob die Band dieser Tage die Bühne noch so munter behüpft wie eh und je kann man anhand dieses Audiomitschnitts zwar nicht ausmachen, dafür bietet er fast 90 Minuten Superchunk live zum Selbstmithüpfen:

Superchunk live in Washington, D.C. 17.09.2010

Neues Von The Joy Formidable, The Brother Kite

Von den Livequalitäten der Glanz und Groll in mächtigem Gitarrenpop vereinenden The Joy Formidable hab ich mich ja vor einigen Wochen schon überzeugen können. Dass ich nahezu alle dort gespielten Stücke bereits von der über ein Jahr alten A Balloon Called Moaning-EP kannte, wurde allein schon dadurch entschädigt, erleben zu können wie die körperlich wenig imposante Sängerin im Blümchenkleid ganz leger ein überdimensionales Effektbrett bediente um massive Krawallstürme mit ihrer Gitarre loszutreten. Beim nächsten Mal sollten die Waliser aber mehr Material zu bieten haben, seitdem hat das Trio nämlich sein Debütalbum fertig gestellt dessen erste, manisch betrommelte Single I Don't Want To See You Like This am 10.10. erscheint.

[Stream] The Joy Formidable - I Don't Want To See You Like This

Etwas mehr als nur eine Single haben The Brother Kite parat. Nach langem Hibernieren lässt das floridianische Dreampop-Quintett eine wahre Welle neuer Veröffentlichungen los, dabei steht noch vor der EP Eye To Eye und einer neuen Single als Erstes und Wichtigstes der Nachfolger ihres herrlichen 2006er Albums Waiting For The Time To Be Right an. Am 28.09. kommt Isolation auf Clairecords heraus, davon gibt es das trügerisch sanft beginnend Titelstück mit zwei weiteren auf Bandcamp zu hören:

[Stream] The Brother Kite - Isolation
[Stream] The Brother Kite - Constant Reminder
[Stream] The Brother Kite - The Scene Is Changing

The Chap, Future Islands Kommen

Reisefaulheit kann man diesen beiden Bands, die derzeit durch die Lande tingeln, wohl kaum vorwerfen. Besonders wo The Chap ihr neues Album Well Done Europe betitelt haben, ergibt es natürlich Sinn dass sie ihren clever-catchigen Pop in aller Eigenheit quer über den Kontinent tragen. Der deutschsprachige Raum wird an folgenden Stellen beehrt:

15.09.2010 ARM, Kassel
16.09.2010 Rote Sonne, München
17.09.2010 Objekt 5, Halle
18.09.2010 603qm, Darmstadt
20.09.2010 Subway, Köln
21.09.2010 Gleis 22, Münster
22.09.2010 Festsaal Kreuzberg, Berlin
23.09.2010 Conne Island, Leipzig
24.09.2010 Atomino, Chemnitz
25.09.2010 Reeperbahn Festival, Hamburg
30.09.2010 Stall 6, Zürich
01.10.2010 Palace, St. Gallen
02.10.2010 Südpol, Luzern
03.10.2010 Rössli, Bern

Eine ordentliche Wucht dürften die Konzerte von Future Islands sein, zumindest wenn man von der bluesigen Stimme ihres Sängers Sam Herring (im quadratischen Carey-Mercer-Format) ausgeht der sich hoffentlich auch live ordentlich reinhängt. Sowohl diesen als auch im nächsten Monat führt die Synthpopper aus Baltimore ihr Weg durch hiesige Breitengrade:

16.09.2010 Conne Island, Leipzig
17.09.2010 ARM, Kassel
18.09.2010 H20 Records, Würtburg
19.09.2010 Feierwerk, München
23.09.2010 Arena, Wien
24.09.2010 BeatPol, Dresden
26.09.2010 Carambolage, Karlsruhe
27.09.2010 KOMMA, Esslingen
09.10.2010 Café Bad Bonn, Düdingen
10.10.2010 Palace, St. Gallen
11.10.2010 AZ, Bielefeld
13.10.2010 III&70, Hamburg
14.10.2010 Sonic Ballroom, Köln
15.10.2010 KuZe, Potsdam
16.10.2010 Schokoladen, Berlin

Stream: Abe Vigoda - Crush

Ein warmes, kontrolliertes Chaos boten Abe Vigoda auf ihrem Debüt vor zwei Jahren, mit nervösen, oft synkopierten Rhythmen, emotionalem Gesang und tropisch bis afrikanisch angehauchtem Gitarrenspiel im Wechselspiel mit hallender Verzerrung. Kurz, eine ganz unnormale Punkband. Dass ihr Sound zunehmend L.A.s Kellern entwachsen wollte, deutete schon die letztjährige Reviver-EP an, ob ihnen das auf dem am 24.09. erscheinenden Zweitlings Crush gelungen ist?

[Stream] Abe Vigoda - Crush

Video: Superchunk - Digging For Something / Ted Leo & The Pharmacists - Bottled In Cork



Im Indierock haben Comedy-Videos ja eine gewisse Tradition, trotz aller Bemühungen der Foo Fighters, dieses Musikclip-Genre mit ihrem Humor vom Kaliber "HAHA WIR TRAGEN FRAUENKLEIDER" zu zerstören. Besonders in den 90ern traten, oft in Zusammenarbeit wie Comedians wie David Cross, so u.a. Yo La Tengo, Superchunk oder Pavement mit ihren Albernheiten vor die Kamera, oft um sich wie noch vor ein paar Jahren die Thermals über Banddasein und Plattengeschäft zu mokieren. Anders als Majorbands mit Charterfolgen konnte man das auch im DIY-Geiste mit ernsten Hintergedanken machen, leichter als heute, wo sich mäßig gehypte Bands schon von Cola- und Schuhfirmen sponsern lassen bevor sie überhaupt ein Album auf die Beine gekriegt haben.

Wo in den letzten beiden Wochen nun gleich zwei amüsante Indierock-Videos ins Internet strömten überrascht es dann auch wenig, dass es sich bei den Protagonisten davon um Bands handelt die sich schon etwas länger herumtreiben, die gerade ein grandioses Comeback hinlegenden Superchunk mit Digging For Something (Gaststar: Mountain Goat John Darnielle) und Ted Leo & The Pharmacists mit Bottled In Cork (Gaststars: Zu viele um aufzuzählen, aber mit Spitzendarbietung von Titus-Andronicus-Sänger Patrick Stickles).

[Video] Superchunk - Digging For Something
[Video] Ted Leo & The Pharmacists - Bottled In Cork

Stream: Crocodiles - Sleep Forever

Das erste Album des Duos Crocodiles hatte ich noch als ganz nettes Bad im Feedback in Erinnerung, das in unverdientem Maße aus der Masse ähnlicher Sachen rausgehoben wurde nur weil No Age es mal in einem Interview positiv erwähnt hatten. Die Tendenz schien anhand seines Titelstücks auch Sleep Forever zu haben, doch dann trat letzte Woche eben auch noch das tolle Hearts Of Love auf den Plan und erhöhte die Erwartungen an das nächste Woche erscheinende Zweitwerk deutlich. Zu welchem der beiden Songs die Qualität der Platte tendiert lässt sich nun erproben:

[Stream] Crocodiles - Sleep Forever