Video: Jon Hopkins - Vessel (Four Tet Remix)



Prinzipiell bin ja für so ziemlich jedes Musikvideo mit 3D-Gimmick zu haben, aber obwohl sich dafür der Einsatz einer blau-roten Brille empfiehlt, gehört Bisons Clip zum Four Tet-Remix von Jon Hopkins' Vessel eigentlich gar nicht in diese Kategorie. Denn die roten und blauen Formen, die nur von jeweils einem Auge wahrgenommen werden, sind keine Umrandungen die eine Illusion von Tiefenebenen erwecken. Vielmehr werden Gestalten in jeweils der anderen Farbe einander symmetrisch gegenübergestellt oder werden so überlagert, dass zwischen ihnen neue Gebilde entstehen oder sie auf mehreren Ebenen phantomartig umeinander tanzen. Beim Ansehen ist vielleicht etwas Geduld vonnöten, bei mir setzte der Aha-Effekt auch erst etwas spät ein:

[Video] Jon Hopkins - Vessel (Four Tet Remix)

Stream: The Hundred In The Hands - The Hundred In The Hands

In einem Jahr voller exzellenter EPs ist This Desert immer noch mein Favorit, voller bezaubernd funkelnder Melancholie, komplexer Rhythmen zu minimalistischen Melodien und anderer harmonisch endender Reibungen. Kein halbes Jahr später steht nun am 17.09. schon das komplette Debütalbum von The Hundred In The Hands an, seit ein paar Stunden lässt sich das gute Stück bereits vorab anhören:

[Stream] The Hundred In The Hands - The Hundred In The Hands

Video: Amon Tobin - Esther's



Tjaja, ist schon ein Kreuz mit dieser Spaltung der Online-Aktivitäten. Gut an nem halben Dutzend verschiedener Orte hab ich in Begeisterung gestern die Nachricht über dieses Transformer-tastische Video verbreitet, nur ausgerechnet hier nicht. Das muss nachgeholt werden, denn Charles De Meyers Clip zu Amon Tobins Esther's ist wirklich eine Sensation - besonders, weil es nicht als offizielles Musikvideo, sondern als aufwändige hobbymäßige Fanarbeit begann (wobei Regisseure in diesen Zeiten ja schon bald darauf spekulieren können, dass Videos wie hier oder jüngst bei BSS kurzentschlossen von den Künstlern adoptiert werden). Unbedingt ansehen jedenfalls, das Richard Stanleys Hardware zu hommagieren scheinende Finale allein schon könnt ich mir immer wieder geben.

[Video] Amon Tobin - Esther's

Neues Von Cheap Time, The Fresh & Onlys

In The Red Records hat die Sommerpause hinter sich und einen ganzen Haufen neuer Alben anstehen, besonders interessant ist dabei zunächts mal Fantastic Explanations (And Similar Situations). Weil ich ihr gleichermaßen glammiges und garagiges Powerpop-Debütalbum bis heute immer wieder gerne abspiele, bin ich mal sehr gespannt wie sich Cheap Time mit ihrem am 05.10. anstehenden Zweitling so schlagen werden. Diese beiden Vorabeindrücke deuten schon mal an, dass das Trio sein Gefühl für messerscharfe Hooks nicht verloren hat:

[Stream] Cheap Time - Woodland Drive
[Stream] Cheap Time - Down The Tube

The Fresh & Onlys waren bislang so eine Band, der ich mangelnde Qualitätskontrolle unterstellen müsste. Nicht nur weil sie in den vergangenen beiden Jahren bereits 4 Mid- bis Longplayer und nochmal doppelt so viele Singles ihres angepsychten Gitarrenpop rausgebracht haben, sondern vor allem weil diese eben nie konsistent so gut blieben wie es vereinzelt durchblitzte. Aber auch mit diesem Wissen im Hinterkopf stimmen mich die Westküstler mit einem einzigen Song direkt ungemein optimistisch auf das am 12.10. erscheinende Play It Strange: Die Tropical Island Suite geht in ihren sieben Minuten von berauschtem Pop-Punk über einen Feedbackausbruch wie selbstverständlich in loses Folkgejamme über.

[Stream] The Fresh & Onlys - Tropical Island Suite

Stream: Les Savy Fav - Root For Ruin

Zählt man mal Inches, die Kulmination und Kompilierung ihres jahrelangen Singlereihe, nicht mit, so war 2007 Let's Stay Friends nach über einem halben Jahrzehnt das erste Les Savy Fav-Album und für viele auch überhaupt die erste Begegnung mit ihrer Kombination aus Wahn und Präzision. Für diesen Eindruck war es dann wohl auch ganz gut, dass es ihre bislang eingängigste Platte war, ob sich dieser Trend mit dem nächste Woche erscheinenden Root For Ruin nun ähnlich verhält oder ob Let's Get Out of Here fehlleitend war lässt sich nun beurteilen:

[Stream] Les Savy Fav - Root For Ruin

Video: Crocodiles - Hearts Of Love



Hört man Hearts Of Love, den verspäteten Sommerhit dieses Jahres, würde man wohl kaum vermuten, dass die am 24.09. ihr zweites Album Sleep Forever veröffentlichenden Crocodiles mal den Noisecore-Chaotikern The Plot To Blow Up The Eiffel Tower angehörten. Ein hymnischer Popsong im Spector-funkelnden, glöckchenbehangenen Schrammelsound der auch mit einem seiner Heimat Los Angeles angemessenen sonnenüberfluteten Strandvideo ankommt - bis sich in der Mitte die düstere Seite der Macher blutig bemerkbar macht.

[Video] Crocodiles - Hearts Of Love
[MP3] Crocodiles - Sleep Forever