Fan Death / Parallels


Das Italofieber hat offenbar auch Kanada eingeholt: Nicht nur fand dort Johnny Jewel eine Sängerin für sein neues Projekt Desire, auch komplett eigene Exporte hat das Land zu bieten. Vor gut einem Jahr betraten Fan Death die Internetbühne in großem Stil, ihre erste Single Veronica's Veil erregte nicht zuletzt die Aufmerksamkeit von Tausendsassa Erol Alkan und zeigte trotz starker Ähnlichkeit zum eingangs Erwähnten mit gut aufgelegten Streichern Eigeninitiative. Auch Jealousy und The Best Night auf Myspace sind schon in Rohfassung sehr vielversprechend, da das Video dazu fertig ist wird man auf die nächste Single wohl nicht mehr allzu lange warten müssen.

[Video] Fan Death - Veronica's Veil

Fan Deaths Myspace


Dass ein von ihnen angefertigter Mix das erste Mal war dass ich Parallels hörte war nicht ohne Risiko für die Torontoer, aber auch zwischen tollen anderen Stücken standen ihre eigenen, Midnight Voices und das fabelhafte Ultralight, durch analoge Drums, funkelnde Synthsprenkeleien und die madonneske Stimme Holly Dodsons klar heraus. Beide auf ihrer letzten Monat erschienenen ersten physischen EP enthalten, auch Stücke ihrer vorhergehenden digitalen Veröffentlichungen kann man auf Myspace und ihrer eigenen Seite hören.

Parallels' Myspace

St. Vincent Spielt In Einer Kirche

Eine neue Woche, ein neues Livemitschnitt-Format, eine neue Sesion von St. Vincent. Diesmal spielt sie für die Premiere von Cemetery Gates mit Band in einem Brooklyner Gotteshaus, da man es bei dortigen Akustiken mit dem Krachmachen vorsichtig angehen muss werden die Verzerrer zwar nicht bis zum Anschlag angedreht aber akrobatisches Gitarrengeschrammel gibt es dennoch zu hören. Bislang sind Actor Out Of Work und das für den Ort nahezu perfekte The Party zu sehen, morgen werden mehr folgen.

Cemetery Gates mit St. Vincent

Stream: Future Of The Left - Travels With Myself And Another

Nachdem ich jetzt das Wochenende damit verbracht habe bin ich nicht nur überzeugt dass Travels With Myself And Another noch besser ist als das erste Album von Future Of The Left, ich kann mir auch kaum vorstellen dass dieses Jahr noch eine bessere (Noise-?)Rockplatte erscheinen wird. Andy Falkous' Stimme voran spielt das Trio noch druckvoller als vorher auf, der Bass rumpelt böse, das Schlagzeug peitscht, und vor allem sind die vielfältigen Stücke clever angeordnet. So ergibt z.B. auch die überraschend gemäßigte erste Single nun Sinn, denn nach dem Irrsinnsende des vorhergehenden Chin Music ist man erst mal so beschäftigt sein Gehirn wieder vom Boden aufzukratzen dass The Hope That House Built genau das Richtige ist.

[Stream] Future Of The Left - Travels With Myself And Another

Neues Von Love Of Diagrams

Auf ihrem letzten Album taten sich die australischen Love Of Diagrams durch ökonomisches Spiel, postpunkig-zackige Anschläge und in ihren besten momenten auch tollkühlen Wechselgesang hervor. Der Sound ihrer neuen Single Forever steht ihnen glaub ich aber sogar noch besser, im shoegazigen Vollrauschen ergießt sich eine melodiöse Gitarrenwelle über treibenden Rhythmus und wird von erst abwechselndem, dann vereintem beidgeschlechtlichem Gesang in ohrwurmiger Distanz gehalten. Im August wird dann zunächst in Australien auf Remote Control, die den Song auch als Mp3 zur Verfügung stellen, das Album Nowhere Forever folgen.

[MP3] Love Of Diagrams - Forever

Video: Marit Larsen - If A Song Could Get Me You


Wie sich herausstellt wird hierzulande am 14.08. nun nicht The Chase veröffentlicht, sondern eine Mischung daraus und dem ersten Album von Marit Larsen. Das gibt mir etwas zu denken, mir gefielen die neueren Songs doch klar besser als die alten, also mal hoffen dass die Auswahl geglückt ist (wehe Ten Steps ist nicht mit drauf!). Zu ihren neueren Werken gehört auf jeden Fall das sommerige If A Song Could Get Me You und verbindet als solches die hier fast schon cartoonig aufwallende Süße mit folkigem Arrangement, ähnlich wie das Video buntes Schauspiel in schwarzweiße Gemäuer verpflanzt.

[Video] Marit Larsen - If A Song Could Get Me You

Neues Von Air France

Ihre Verehrung für Saint Etienne könnten Air France kaum noch deutlicher machen. Als sie letztens im Vorprogramm ihrer Idole die DJs gaben ließen sie es sich nicht nehmen ein gemeinsames Bild mit Sarah Cracknell zu nehmen, auch musikalisch ließen sich bislang schon große Ähnlichkeiten erkennen, was bislang noch fehlte war die geographische Verbundenheit zu London wie sie sich immer wieder in den Songs der Briten findet.

Nun widmet das schwedische Duo seinen neuen Song GBG Belongs To Us, schwebend leicht wie immer und mit Gastsängerin Christina Roos extra Etiennig, eben der Heimatstadt Göteborg und ihrer Architektur und repräsentiert eben auch den herrlichen Sound der zur Zeit aus dieser Stadt kommt formidabel. Die dazugehörige Webseite ist ein multimedialer Liebesbrief in drei Teilen der einen Text, den Song und ein Video enthält.