Stream: The Paper Chase - Someday This Could All Be Yours (Part 1)

Nach dem bisherigen Zweijahresrhythmus musste man diesmal schon seit 2006 Jahre auf ein neues Album der fabelhaften The Paper Chase warten. Mit gutem Grund, denn John Congleton & Co. bekamen diesmal soviel Material zusammen dass Someday This Could All Be Yours ein Doppelalbum geworden ist dessen zwei Hälften wenn alles gut geht beide dieses Jahr erscheinen werden. Teil Eins steht bereits am 15.05. an und kann in all seiner schiefen Schönheit bei 3voor12 angehört werden.

[Stream] The Paper Chase - Someday This Could All Be Yours (Part 1)

Deerhoof Bei New, Improved, LIVE

Daytrotter ist nicht das einzige Studio von dem aus Sessions ins Internet entsendet werden. New, Improved, LIVE nennt sich ein neues Projekt in Kalifornien dessen erste Ausgabe direkt mit Starbesetzung in Form von Deerhoof startet. Für diese Gelegenheit spielten die vier mal absichtlich ein paar Stücke die man sonst selten zu hören kriegt, u.a. zwei Milk Man-Tracks und ein exklusives Cover. Die vier Stücke kann man kostenlos als Mp3s runterladen, dazu gibt es auch Fotos, Video und ein Interview:

Deerhoof Bei New, Improved, LIVE

Stream: Love Is All - A Hundred Things Keep Me Up At Night

Als gäbe es diesen Mai nicht schon genug interessante Neuveröffentlichungen wurde der Monatsanfang offenbar zum großen Nachholen erkoren, neben Dan Deacons Bromst erscheint nämlich morgen auch nach noch längerem Warten das zweite Album von Love Is All endlich hierzulande. Die Schweden sind darauf auf jeden Fall so schön schief und schrammelig geblieben wie auf Nine Times That Same Song und nach einem ersten Durchhören glaub ich dass sich die Songs an sich auch nicht vor den alten verstecken müssen.

[Stream] Love Is All - A Hundred Things Keep Me Up At Night

Alternativ kann man viele der Stücke sicher in den nächsten Tagen auch live vor Ort erleben:

02.05.2009 Madness, Dresden
03.05.2009 Babalu, München
07.05.2009 ISC, Bern

The Hold Steady Bei Daytrotter

Welch ein Zufall. Gerade versuch ich in Antizipierung des überübermorgigen Köln-Auftritts zum ersten Mal seit Längerem wieder mich mit Stay Positive anzufreunden, prompt sehe ich dass gerade heute die Daytrotter-Session online gegangen ist die The Hold Steady beim South By Southwest aufgenommen haben. Und wie erhofft, losgelöst von der zu laut gebügelten Albumaufnahme machen die Songs gleich mehr Spaß und klingen dabei als Bonus als würden sie tatsächlich in der Kneipe nebenan gespielt werden. Warum das bei dieser Band so passt muss wohl nicht weiter dargelegt werden.

The Hold Steady Bei Daytrotter

Neues Von Dinosaur Jr.

Scheibenkleister was wird das ein Juni. Letztes Jahr tat sich schon gen Sommeranfang ein großes Veröffentlichungsloch auf, diesmal gibt es potentielle Blockbuster u.a. von Sunset Rubdown, Patrick Wolf, Dirty Projectors, Future Of The Left, Shiina Ringo, Sonic Youth und den ebenso zuletzt höchst vitalen Althelden Dinosaur Jr.. Mit Gentle-Giant-mäßigem Cover kommt Farm am 19.06. raus, das Stück I Want You To Know kann man davon in einer Studioversion ebenso schon hören wie das gniedeltastische I Don't Wanna Go There im Rahmen eines Livemitschnittes auf Southern Shelter. Ersteres gibt es mit oder ohne Email-Eingabe auf der Seite von Pias:

[MP3] Dinosaur Jr. - I Want You To Know

Konzert: Mi Ami


Auch wenn ich es geflissentlich zu ignorieren versuche hat doch die Wahl der richtigen Clubumgebung einen großen Einfluss auf das Konzerterlebnis. Arcade Fire möchte ich lieber nicht in einem kleinen Kellerclub erleben, genau so wenig eine Band wie Mi Ami in einem schick-poliertem Scenesterschuppen. Von daher war ich etwas stutzig als ich einen Blick auf die Homepage des Rubinrot warf, nach Eigendarstellung eine farbenfroh beleuchtete Cocktailbar mit, einer Bekundung im Gästebuch zufolge, nicht den billigsten Getränkepreisen. Platz für eine Bühne war dort auch nirgends auszumachen.

Vor Ort entpuppte sich der Laden aber direkt nach Betreten als ein gemütlicher Kölner Studententreff (mit mühelos erschwinglichem Bier) in dessen Hinterteil sich ein spartanisch ausgestatteter Konzertraum versteckte, um den Einlass kümmerte sich direkt einer von der lokalen Vorband Patterns. Die überraschten überaus angenehm, mit einer Vorliebe für multiple, zum Teil vom Publikum eingesetzte, Percussions ("More cowbell" wurde direkt am Anfang als Motto durchgegeben) erinnerte ihr rhythmusgetriebes Spiel an frühe The Rapture, eine bessere Vorgruppe für Mi Ami in Köln dürfte sich in Köln kaum finden.

Doch auch wenn einige der eingeflogenen Freunde der Band danach schon wieder verschwanden so dass es kurioserweise weniger voll war als im Vorprogramm, die Hauptattraktion dieses Abends war klar das Trio aus San Francisco das vom ersten Anschlag an ein derartiges Inferno entfesselte dass nach wenigen Minuten schon die nicht unweit stationierte Polizei anklopfte und um Mäßigung der Lautstärke bat. Nach einem kaum merklichen Runterdrehen wurden die nächsten beiden Stücke dann spontan Police Story tituliert, nicht dass man hätte überprüfen können ob da inhaltlich etwas dran wäre, bei den falsettigen Exzessen mit denen Sänger Daniel Martin-McCormick seine Stimmbänder strapazierte.

Seine Gitarre entfesselte live so einiges mehr an Gewitter als auf dem Debütalbum Watersports, überhaupt spiegelte sich mit vielen neuen Stücken im Programm die dafür rausgenommenen meditativen Tiefen dessen zweiter Hälfte live praktisch gar nicht wieder. Der Klang von Jacob Longs Bass war längst nicht so verzerrt, dafür sein Spiel umso treibender als rhythmischer Rücken der aufflammenden Schübe mit denen Mi Ami Bewegung entfachten. Obwohl Stücke wie New Guitar und Pressure leicht umstrukturiert, immer wieder einzelne Sektionen verändert und verlängert waren, konnte man immer genau spüren wo die Energie der Musik hinlief, wie sie sich stetig nervöser zuckend aufbaute um sich schließlich in grandiosem Schrammeltrommelschreikrawuppdich zu entladen. Das funktioniert so grandios weil diese Band, die das Publikum direkt zu Beginn ganz nah an sich herangezogen hat, vor allem eins ist: gnadenlos tight. Auch wenn der Kopf von McCormicks zappelnder Gitarre die ganze Zeit nur Zentimeter vor meinem Gesicht umherschwang, er traf mich nie. Kontrollierten Ausbruch nennt man das.