Broken Social Scene bei Juan's Basement

Wie erwartet gefällt mir Brendan Cannings Broken Social Scene-Album besser als ich Kevin Drews in Erinnerung habe, wobei ich jetzt, da sich diese 2-CD-Edition von Something For All Of Us... die ich vor einer Weile auf gut Glück bestellt hatte als Doppelpack mit beiden Alben entpuppt hat, nun auch Gelegenheit habe Spirit If... eine zweite Chance zu geben. Bei den Aufnahmen für diese Session kamen vor einiger Zeit beide als Teil einer BSS-Skelettbesetzung zum Zuge, spielten Stars And Sons und zwei Jams von denen sich einer bald darauf in Churches Under The Stairs auf Cannings Album entwickeln sollte.

Broken Social Scene in Juan's Basement Teil 1 Teil 2

50 Jahre Radiophonic Workshop

The team had to earn their keep with futuristic jingles and wacky noises. "We weren't composers flying our own kites," Mills says. "Any experimenting we did was always within the context of someone's programme." It was craft, not art, with an aura redolent of an amateur cobbling together Heath Robinson-like contraptions in the garden shed. "Because we're not experts," the workshop's indulgent manager, Desmond Briscoe, would say, "we don't know what we shouldn't be able to do."
Simon Reynolds über den Radiophonic Workshop, das Klanglabor der BBC das mit seinen Soundexperimenten jahrzehntelang musikalische Pionierarbeit leistete. Man höre sich nur mal diesen kürzlich entdeckten Dance-Track von Delia Derbyshire an, kaum zu glauben dass es sowas Ende der 60er gab.

Zola Jesus


Die Musik von Zola Jesus vermag ich anhand ihrer bisher hörbaren Songs noch nicht klar einzuordnen, bisher ist sie so vielgesichtig wie reich an Potential für weitere Überraschungen. Odessa ist eine nächtliche Noise-Attacke mit Albtraumpotential, das bluesige Soeur Sewer scheint sie eher in die bedächtig dronende Inca Ore/Grouper-Ecke zu rücken. Am meisten aber gefällt mir das von düsterem Summen verhangene Dog bei dem die Sängerin richtig ihre Stimme von Wand zu Wand ausbreitet, da kommt einem ordentlich was aus den Lautsprechern entgegen. Zola Jesus' erste 7" ist bereits vergriffen, die zweite gibt es aber schon (noch?) auf Sacred Bones wo auch in Zukunft eine LP erscheinen soll.

Zola Jesus' Myspace

Titus Andronicus bei Daytrotter

Normalerweise resultieren die Auftritte im Daytrotter-Studio bei Bands mit ansonsten besonders lauter und chaotischer Rockmusik in einem saubererem Klang, bestes Beispiel dafür war ja die Session von Times New Viking. Aber Titus Andronicus können wohl machen was sie wollen, die klingen immer so als hätten sie schon mehrere Bier und Whisky intus und so hört man ihnen auch bei diesen Aufnahmen an wie sie vor, nach und während dem Spielen nur so durch die Gegend torkeln. Was den Songs von ihrem diesjährigen The Airing Of Grievances nur einen noch größeren Pogues-Beigeschmack gibt.

Titus Andronicus bei Daytrotter

From The East Coast To The West Coast Mit Locas In Love, Why? & Efterklang

Einmal quer durch die USA im Videoformat gefällig? Los geht's in Brooklyn wo Hooves On The Turf Locas In Love gefilmt hat, satte 20 Minuten lang gibt es eine Mischung aus Doku, Interview und Livemusik. Weiter führt die Reise ins texanische Austin, dort hat Vincent Moon Why? beim Wandermusizieren gefilmt, soweit ich weiß ist Eskimo Snow sogar ein bisher unveröffentlichter Song. Und schließlich gibt es in San Francisco Efterklang zu sehen, insgesamt etwa hundertfuffzich Mann haben die Dänen hier für eine Concerts À Emporter-Session versammelt.

Locas In Love bei Hooves On The Turf
Why? bei der Take-Away Show
Efterklang bei La Blogotheque

Das H-Wort

Ronan Fitzgerald über die Bedeutungslosigkeit eines gewissen Wortes:

Hype is not created by some shadowed Illuminati behind the castle walls. Hype in the post-Internet age is you, me, and everybody else. We are the hype. People attacking hype are just more hype. Hype seems to have become a cheap way of referring to information overload.
When a reviewer attempts to reply to all of the great cacophony of Internet opinion that emerges about a record before its release these days, it’s too often worthless. Reviews that do this seem two-tone. They’re a simple yes/no story of “I distrust hype, PS I also own many leather bound books” or “OMG this record is hot!”

Ich wünsche mir außerdem weniger Bullshit der Marke "The Shitpants werden ja gerade groß in den Blogs abgefeiert", "Bloghype", "Bloglove" etc. sobald ein Dutzend Deppen über den gleichen Künstler was geschrieben hat. Bitte damit aufhören, danke.

Gefunden via Idolator wo auch gerade mal wieder ein herrlich kritischer Eintrag online gegangen ist, hier Lucas Jensen zur Fragwürdigkeit der "Bands müssen mehr touren"-Parole:

More and more of my artists were telling me that they had to work a day job and couldn't hit the road. At first, I thought they were missing out on golden opportunities. Hit the road! Make new fans! Do it the way our indie forefathers did it! But these days, a day job seems like a way to go. Unless someone provides me with a statistic that people are going out to shows more, I'm gonna assume that they aren't. Going out costs more for music consumers: ticket prices are higher, traveling costs are higher... hell, beer costs are higher. Bands have to ask more from clubs. Clubs have to charge customers more to cover the bands, etc., etc. It's a downhill slide that ends with the music consumer eating a load of crap.

Video: Ponytail - Beg Waves


OK, das Video zu Ponytails Beg Waves:
  1. Nach dreimaligem Ansehen ist es mein neues Lieblingsvideo
  2. Es sollte in jedem Fall bei voller Bildschirmgröße angesehen werden, wer sich diesen Farbtrip in einem kleinen Youtube-Kästchen antut darf getrost als Idiot bezeichnet werden
  3. Es sollte auf keinen Fall angesehen werden wenn man nicht mit schnellen Bildwechseln und viel buntem Flickern zurecht kommt
  4. Nach dreimaligem Ansehen glaube ich dass dieses Video high macht. Huuiiiiiiiiii!
[Video] Ponytail - Beg Waves

Noch 10 Wochen


Wolf Parade - California Dreamer (live)

"Nur noch 13 Wochen bis Weihnachten, machen sie ihre Frau glücklich," verkünden die Potenzpillen-Spam-Mails, doch bereits 21 Tage früher gibt es das für mich eigentliche Dezember-Highlight. Einer von hoffentlich vielen Gründen warum ich mich auf den Abend in exakt 10 Wochen mehr freue als auf alle anderen Konzerte bis dahin ist oben zu hören/sehen, Himmel gehn die ab.

Video: Deerhoof - Fresh Born


Nach 39 verschiedenen Fremdinterpretationen, alle auf ihrer Myspace-Seite zu hören, präsentieren Deerhoof nun wie sich Fresh Born nach ihrer Originalvision anhört: ein bisschen wie Mission: Impossible. Auch das Video zur Single zeigt zunächst nicht die Band selbst in Aktion, dann aber gibt es Deerhoof in Aktion mit synchroner Fußschlurferei und einem aggressiven Plüschgorilla.

[Video] Deerhoof - Fresh Born

Neues Von Los Campesinos!


Nächsten Monat bringen Los Campesinos! (die wie ich sehe neuerdings bei ihren Einflüssen Scott Pilgrim und Phonogram gelistet haben, yay! Mein perfekter Scott Pilgrim-Soundtrack besteht eh mittlerweile aus einer randomisierten Playliste mit nichts als Los Campesinos! und Johnny Foreigner) We Are Beautiful, We Are Doomed heraus, obwohl zu lang für eine EP eine Veröffentlichung die die Briten ausdrücklich nicht als "Album" bezeichnet haben. Da es auch keine Singleauskopplung geben soll kann man nun also drei Nicht-Singles davon, Documented Minor Emotional Breakdown #1, das Eröffnungsstück Ways To Make It Through The Wall und den Titeltrack, auf Myspace anhören. Sicher auch weil diesmal von John Goodmanson produziert klingen sie etwas anders als zuvor, aber natürlich unverwechselbar nach Los Campesinos!. Ich meine, "There's future in the fucking but there is no fucking future" im Chor? Damit kommt nur eine Band durch.

Los Campesinos! Myspace