Sunset Rubdown Live



Erst wollte ich ja über das tolle Wedding Present-Konzert vorgestern schreiben, doch dann sah ich dass Christoph das schon längst so ausführlich gemacht hat dass ich dem wirklich nichts mehr hinzufügen könnte. Außerdem bin ich gerade so gefesselt dass ich zu nix anderem komme, auf Stage6 gibt es nämlich ein Konzert von Sunset Rubdown zu sehen. Kein aktuelles (das gibt's auf DaD) sondern wenn ich mich nicht irre sogar eins ihrer allerersten, daher mit noch ganz alten Nummern von den frühen EPs (als Intro die Pianoversion von I'll Believe In Anything!), größtenteils Sachen von Shut Up I Am Dreaming aber auch das damals brandneue Winged/Wicked Things. Schön ist nicht nur (selbstredend) die Musik sondern auch wie hier visuell Details eingefangen werden, z.B. als die Kamera nach hinten zoomt und zeigt dass der Drummer gleichzeitig noch ein Keyboard bedient. Take that John Stanier!

[Video] Sunset Rubdown - Live in Philadelphia 23.05.2006

Ah, ich merke schon was ich danach auflegen muss, hab schon über 12 Stunden kein Random Spirit Lover mehr gehört...

Konzert: Future Of The Left



Ich habe Mclusky nur einmal live gesehen, und das noch nicht mal auf einem eigenen Konzert sondern nur im Rahmen des Rheinkultur-Festivals. Damals regnete es mal ausnahmsweise nicht und der strahlende Sonnenschein hatte den Boden derartig ausgetrocknet dass sobald die drei Waliser loslegten beträchtlich Staub aufgewirbelt wurde. Es war aber nicht nur denkwürdig weil ich noch den Rest des Tages die Bodenreste aus meiner Lunge wieder raushustete, vor allem war da dieser gnadenlose Druck der von vorne ausgeübt wurde, fast schon ein Akt der Gewalt. Es war klar dass dieser Band keiner etwas anhaben konnte (weswegen ich mir auch danach keine Sorgen machte mal einen oder zwei ihrer Auftritte zu verpassen), lediglich der amüsant angetrunkene Bassist sabotierte mit chaotischen Einlagen.

Gestern kamen die Sabotageversuche von vor der Bühne. Obwohl der betrunkene Besucher mit Affinität für das Umschmeißen von Mikrophonen anderer Auffassung war spielten im Tsunami Club nicht Mclusky - die hatten sich vor zwei Jahren zerstritten - sondern Future Of The Left, quasi Mclusky mit neuem Bassisten und komplett neuen Songs. Und nicht nur ich fand es etwas komisch sie in diesem kleinen Rahmen zu sehen, hatten Mclusky doch zuletzt mehrmals das vielfach größere Gebäude 9 belegt. "This is the smallest stage ever," nörgelte der erheblich dünner wirkende mittlerweile langhaarige Andy Falkous beim Versuch sein Keyboard nach vorne zu manövrieren (möglicherweise war in dem Satz auch irgendwo ein Schimpfwort drin). Doch abgesehen von der räumlichen Beschränkung und dem Bierdiebstahl den Bassist Kelson Mathias erlitt lief mit Besucherunterstützung der Großteil des Abends glimpflich ab sowohl fand sich ein Fan der auf das Mirko aufpasste (die Mikrofonsockel standen vor der nicht gerade hohen Bühne) als auch genug Leute um den Betrunkenen in Schach zu halten der zum Randalierer mutiert war.

Von der Bühne dröhnte es kraftvoll wie man es sich erhofft hatte, nahezu das gesamte Curses plus zwei weitere Songs wurden dargeboten. Dabei gab es eben eine Phase in der das Keyboard, die größte Neuerung, bei ein paar Songs zum Einsatz kam, ansonsten blieb es bei der Gitarre-Drums-Bass-Besetzung. Wenn Falkous mit Unterstützung von Mathias mal nicht unwiderstehlich krächzte, sang und schrie was das Zeug hält erwiesen sich die beiden als tolle Sprücheklopfer zwischen den widerspenstig als "This is our first song" oder "This is another one of our songs" ohne Titel angekündigten Stücken, wegen ihrem düsterschwarzem Humor verzichte ich hier dezent auf Zitate. Vor der Bühne ging es so wild zu wie es die Situation zuließ - ein großes Rumgeschubse kann man sich halt nicht erlauben wenn man mit einem falschen Tritt in die Band reinfallen kann - und irgendwie passte diese kontrollierte Ausflipperei auch zu der Art wie Future Of The Left oft nicht mit der Tür ins Haus fallen sondern z.B. bei einem punktgenau fortschreitenden Adeadenemyalwayssmellsgood jedem Drumbeat, jedem Riff maximale Einschlagwirkung verpassen.

Wenn das gestern eine völlig unbekannte Band gewesen wäre, ich wär mir sicher dass sie bald in aller Munde wären. So freue ich mich über nicht bloß erfüllte Erwartungen und auf das nächste Mal in sicher weniger beengtem Raum. Und dass es ein nächstes Mal geben wird, darüber bin ich mir sicher - hoffentlich behalte ich diesmal Recht.

[Video] Future Of The Left - Adeadenemyalwayssmellsgood
[Video] Future Of The Left - The Fiber Provider

Future Of The Left Myspace

Rockt Das Kinderzimmer

Heute mit Les Savy Fav featuring Bunny und British Sea Power vs Atom:




Und gleich für die Erwachsenen: Future Of The Left. Raaaaawk!

Neues Von Chromatics & Glass Candy



Und schon wieder Neuigkeiten aus Italo-Portland. Zum Einen von Chromatics, die haben ihre Version von I'm On Fire zum Download auf Myspace gestellt. Zu finden ist der Song auf ihrer 12'' In The City, gerade bestellt habe ich mir bei TMU aber ihr neues Album Night Drive. Bei dem Dollarkurs muss man einfach importieren!

[MP3] Chromatics - I'm On Fire
[MP3] Chromatics - In The City

Und wie wer Chromatics sagt auch Glass Candy sagen muss hab ich dort außerdem die neue Tour-CD (würde man von der Aufmachung her nicht wissen) Beatbox von letzteren abgegrast, da das mittlerweile die dritte oder so in dem Umfang ist wird es einfach sehr wahrscheinlich dass auf dem eventuellen Album so einige Perlen fehlen werden. Während Candy Castle auf Beatbox zu finden ist hat das Duo mit Sugar And Whitebread was vom letzten Album rausgekramt.

[MP3] Glass Candy - Candy Castle
[MP3] Glass Candy - Sugar And Whitebread

Geister Im Regen

Hab mir heute die neue Burial wohl gerade rechtzeitig geholt, zum Latschen durch die verregnete Großstadt war das nahezu ideal. Nicht nur komplementierte die Musik die visuellen Eindrücke, es war sogar eher andersrum so dass einem die Musik besser bewusst wurde wenn man dazu das Treiben um einen herum auf sich wirken ließ. Zu Hause hört es sich dann aber doch etwas bequemer, außerdem kann man da den zugänglichsten Text über Hauntology den ich im vergangenen Jahr gesehen habe lesen. Ich versuche gar nicht erst zu erklären worum es da geht, in zwei Worten geht das einfach nicht und meinen Derrida hab ich eh nicht sonderlich gut in Erinnerung.

Aber noch eins zu Burial, der hat ja nicht nur das Album draußen sondern auch aus Bloc Partys Where Is Home schon seinen zweiten sensationellen Remix in diesem Jahr gemacht. Zu finden sein sollte der auf der Flux-EP im 12''-Format oder digital, reinhören kann man hier. Locker ebenso gut wie alles auf Untrue, der Mann kann einfach mit Vocals umgehen. Und nicht zu vergessen Respekt an Bloc Party die sowohl keine Angst haben biedere Fans mit der neuen Single zu vergraulen als auch wieder mal tollen Geschmack was Remixer angeht beweisen.

Video: Vampire Weekend - Mansard Roof



Die erste Minitour von Vampire Weekend in Deutschland lief offenbar stellenweise etwas komisch ab, als ob es nicht schon schwierig genug gewesen wäre ohne jegliche Single, Album und Video Leute zum Konzert zu locken. Immerhin Letzteres können die vier New Yorker nun vorweisen, Mansard Roof sorgt dabei für einen angenehmen ersten Eindruck. Unaufdringlich, elegant und eine kleine so selten gesehene Widmung an die Heimat: ein kleiner Segelurlaub vor Manhattan.

[Video] Vampire Weekend - Mansard Roof (Youtube)