Monster Bobby



Monster Bobby wird jeder schon einmal gesehen haben der auf einem Konzert der Pipettes war, sicherlich während deren Auftritt an der GItarre aber möglicherweise auch vorher wenn er wie in Köln solo das Vorprogramm bestreitet. Mit Akustikgitarre in der Hand und einem elektronischen Wunderkasten an seiner Seite erschafft der Mann aus Brighton melodische Momentaufnahmen, meist kurz gehaltene Songs mit viel Liebe zum Detail. Die herrliche Single Heaven Hides Nothing kann man hier, sein komplettes erstes Album Gaps auf last.fm anhören.

[Stream] Monster Bobby - Gaps

Lucky Soul kommen!



Eigentlich ja eine Nachricht auf die ich seit Monaten gehofft habe und ein Grund um vor Freude im Viereck zu springen: Lucky Soul, die Macher des bisherigen Sommeralbum des Jahres, kommen wenn der Sommer ziemlich sicher schon vorbei ist auf Deutschlandbesuch (den sie vielleicht auch bloggen werden). Problem nur dass dadurch ein übler Terminkonflikt entsteht, am 10. Oktober spielen nämlich knapp zehn Meter entfernt davon die Handsome Furs im Blue Shell. "Shake Shake Shimmy Shimmy" oder "Sing Captain"? Das ist wirklich die Qual der Wahl... [via]

28.09.2007 Reeperbahn Festival, Hamburg
09.10.2007 Gleis 22, Münster
10.10.2007 Prime Club, Köln
11.10.2007 Cookys, Frankfurt
12.10.2007 Magnet, Berlin
13.10.2007 Atomic Cafe, München

Video: The Go! Team - Doing it Right



Ich find's immer aufregend wenn ein Song den ich schon lange in seiner Demo- oder Livefassung kenne in einer etwas anderen Version veröffentlicht wird, da kann einiges schief gehen aber auch einiges sehr gut. Ich weiß noch wieviel Spaß es machte zu Doing It Right auf und ab zu hüpfen und mit dem Rest des Publikums zum "Do it! Do it! Alright!" rufenden Cheerleaderchor umfunktioniert zu werden, und nun fast zwei Jahre später bringen The Go! Team eben diesen Song als zweite Single zu Grip Like A Vice raus, mit anderem Text, anderen Effekten (manche der Bläser sind neu, weg ist die anschwellende Sirene die den Refrain begleitete), einem neuen Xylophonsolo (EIN MOTHERFUCKING XYLOPHONSOLO!!!) und einem Superduperhappyvideo, und naja... es macht immer noch mindestens so viel Spaß wie beim ersten Hören. Do it!

[Video] The Go! Team - Doing It Right (Youtube)

Stream: Caribou - Andorra

Nie war Frank Blacks Gesang so zart, so schmachtend wie im Refrain von Caribou (zumindest so lange bis er wie von der Hornisse gestochen anfängt "Reeepeeeaaaaannnnt" zu brüllen). Vielleicht wählte der zartstimmige Dan Snaith deswegen diesen neuen Namen für sein Musikprojekt nachdem er den Namen Manitoba eines Rechtsstreits wegen ablegen musste, vielleicht mag er auch einfach nur Rentiere gerne.
Heute in einer Woche erscheint jedenfalls sein insgesamt viertes Album Andorra dessen Einflüsse er bei BBC Collective erklärt, wozu die Einflüsse letztendlich geführt haben kann man derweil auf Myspace in voller Länge anhören:

[Stream] Caribou - Andorra

Radio Sub Pop

Die meisten Labels bieten mittlerweile auf ihrer Homepage Mp3s ihrer Künstler zum Download an, manche haben auch aus einzelnen Stücken einen Stream zusammengestellt dessen Vielfalt sich allerdings meist nach wenigen Stunden erschöpft hat. Aber wenn ein so geschichtsträchtiges Label wie Sub Pop aus seinem gewaltigen Katalog einen kostenlosen Stream zusammenstellt dann ist das Potential enorm, und nachdem die ersten Songs die ich darauf gespielt gehört habe von Mudhoney, The Dwarves, Patton Oswalt, Kelly Stoltz und Rogue Wave waren würde ich mir auch sicher sein dass hier nicht nur olle Kamellen oder die gleichen Promonummern für neue Veröffentlichungen wie anderswo zu hören sind sondern man sich auf einen abwechslungsreichen Querschnitt aus über 20 Jahren Sub Pop gefasst machen darf. Da der Stream via M3u-Datei abrufbar ist sollte er auch auf jedem Computer mit Internetanschluss und Audioprogramm laufen.

Sub Pop Radio

Edit: Wow, ich glaub da läuft sogar unveröffentlichtes Material, zumindest konnte ich keine Infos über diese Alternativversion von Saint Simon finden die gerade kam. Ich seh's schon, davon werd ich heute nicht so schnell loskommen.

Times New Viking - Dig Yourself / Present The Paisley Reich



Es kracht, es rumpelt, es scheppert, man kann stellenweise das Quäken des Keyboards kaum vom Dröhnen der Gitarre unterscheiden. Auch wenn in den letzten Jahren die allgemeine Klangqualität auf dem Musikmarkt nicht merklich angestiegen ist, obwohl ja angeblich heutzutage mit Computerprogrammen jeder Amateur Musik mit professionellem Studiosound in seinem Wohnzimmer produzieren kann, hätten Times New Viking doch sicher sauberere Aufnahmen zustande kriegen können als jene die sich auf ihren ersten beiden Alben finden.

Doch für Times New Viking bedeutet sauberer Klang nicht bessere Musik, im Gegenteil, Lo-fi lautet hier die Devise. Das Trio aus Ohio betrachtet das Aufzeichnen seiner Musik als etwas Persönliches, Intimes, und wie könnte man eine Aufnahme intimer machen als einfach alle drei zusammen spielen zu lassen und dabei einen Recorder in den Raum zu stellen? Meist in nur einem Take wird ein Stück runtergespielt und direkt aufgenommen - und dann nochmal auf ein billiges, x-mal vorher bereits überschriebenes Kassettentape überspielt. Das ist eine Ästhetik wie sie einer Band gefallen dürfte die mit der Musik von Guided By Voices, Sebadoh und Pavement aufwuchs.

Ähnlich wie jene Bands schaffen Times New Viking auf ihren ersten beiden Alben herrlich müllig klingende Popsongs (und da kann mir hier keiner Subjektivität unterstellen, Little Amps wird schließlich von Seiten des Drummers selbst zum "Pop Song!" erklärt). Dig Yourself war 2005 ihre erste Veröffentlichung auf dem legendären Siltbreeze-Label, das in den 90ern vielen ihrer Vorbilder ein Zuhause war. Beth Murphy und Jared Phillips haben hier schon auf We Got Rocket, Fashion To Talk About The Moon, Natural Resources, I Love Mine sowohl den Wechselgesang drauf als auch ihren charakteristischen halb-gleichzeitigen, bei dem beide Stimmen oft ziellos voneinander abdriften,scheinbar so wirr umherfaseln wie ein Armageddon prophezeiender Schildträger auf der Kölner Domplatte, doch dann an markanten Punkten immer wieder zueinander finden. Ohne Booklet wäre man allerdings hier verloren wollte man den Inhalt der Texte identifizieren.

Vom Klang her kaum anders, vielleicht weniger dumpf, aber definitiv mit noch besseren Melodien kommt ihr zweites Album Present The Paisley Reich daher. Mit Imagine Dead John Lennon beginnt ein mit schwarzem Humor versehener Blick auf eine Welt in der zahllose Fehler begangen werden, im Krieg, im Spiel und in der Liebe. Die Instrumente werden hier ein Stück härter rangenommen, machen die Musik beißender und aufgrund der Kürze der meisten Songs kommt man beim Hören schon mal leicht ins Taumeln wenn einem all die Sägezahnwellen um die Ohren schwirren. So muss man bei Common Cold schon mal zurückspulen um sicherzugehen dass man es sich nicht nur eingebildet hat, ja da setzt für ein paar Sekunden der Klang aus dem linken Kopfhörer komplett aus. Bis dahin kommt man allerdings nicht als Käufer der LP-Version, die auf der CD zu findenden zusätzlichen Stücke stammen von diversen Eps, sind aber nicht weniger großartig als das was vorher kam.
Vielleicht eine Hommage, vielleicht auch nicht: das letzte Stück Untitled endet in die Melodie des ersten Songs vom Rites Of Spring-Album. Ich würde das ja jetzt als DJ-Tipp weitergeben, aber in den omnipräsenten Indie-Szenediscos dürfte man Times New Viking wohl eher nicht zu hören kriegen. Warum nur?

[MP3] Times New Viking - We Got Rocket
[MP3] Times New Viking - Natural Resources, I Love Mine (von Dig Yourself)
[Video] Times New Viking - Imagine Dead John Lennon / Teenage Lust (live)
[Video] Times New Viking - Hiding In Machines / Devo & Wine (live) (Present The Paisley Reich)

Times New Viking Myspace

Stream: The New Pornographers - Challengers

Sicherlich eines meiner am heißesten erwarteten Alben der zweiten Jahreshälfte ist Challengers, das vierte Album von The New Pornographers die sich von Album zu Album kontinuierlich gesteigert haben. Mir fiel es allerdings schwer mir eine noch bessere Version des großartigen Twin Cinema vorzustellen, nach einem ersten Anhören scheint mir Challengers jedoch auch einen etwas anderen Weg einzuschlagen. Nicht ganz so laute, so bunte Refrains, alle sind etwas enger zusammengerückt und haben mehr an den Details gearbeitet. Ich bin schon gespannt was es da mit wiederholtem Hören alles zu entdecken gibt, aber ich denke damit warte ich jetzt erstmal bis zur Veröffentlichung in 2 Wochen denn der Albumstream reicht mir schon für einen ersten prächtigen Eindruck.

[Stream] The New Pornographers - Challengers

Mann des Films, Mann der Musik

The music was both beginning and end. He saw in music's most lenient moment a sort of gateway to other realities, different from those that we can immediately perceive with our senses. Perhaps it was in music that that bridge to other realities, which most of us search for, could be found.
Henning Mankell über die Rolle von Musik in Ingmar Bergmans Leben.