The Evens



Music itself is always the liberation... it's the other nonsense that goes along with it that trips people up
sprach einst Ian MacKaye. Und wie kaum jemand anders zuvor hat er den Rock so roh, so ohne alles was 'nonsens' mit sich bringen könnte gespielt wie zusammen mit Amy Farina als The Evens. Wenn man will ist es Folk, gespielt mit der Inbrunst des Hardcore wie man ihn auf MacKayes Dischord-Label seit Jahrzehnten findet, eine Energie vergleichbar in diesem sich scheinbar immer mehr vergrößerndem Club der Schlagzeug-Gitarre-Duos vielleicht mit der der Two Gallants. Aber MacKayes Worte sind weniger blumig, doch umso düsterer mit ihren politisierenden inhalten, und obwohl er so viel melodisch singt wie nie zuvor und überhaupt einige Popelemente in den Songs der Evens vorhanden sind werden sie auch mit ihrem zweiten Album Get Evens kaum irgend eine Form von Mainstreamerfolg erreichen. Irgendetwas sagt mir dass Herr MacKaye diesen Umstand nicht groß betrauert.

[MP3] The Evens - No Money
[Video] The Evens - Cut From The Cloth (live) (Youtube)

Stream: The Decemberists, Sophia, Deftones



Ein deutscher Erscheinungstermin ist immer noch nicht in Aussicht, dieses Jahr wird's wohl nichts mehr. Wer noch auf seinen Import wartet oder tatsächlich noch nicht weiß ob er sich das neue Album der Decemberists holen soll kann The Crane Wife nun per Stream vorkosten:

[Stream] The Decemberists - The Crane Wife

Dagenen fallen die Alben die man auf 3voor12 anhören kann schon fast ab, aber ich habe soviel Gutes über Sophia und (von anderer Seite) überraschenderweise auch über das neue Deftones-Album gehört dass ich da direkt mal vorbeischauen (-hören?) muss.

[Stream] Sophia - Technology Won't Save Us
[Stream] Deftones - Saturday Night Wrist

Of Montreal Live Bei Daytrotter



Von Of Montreal, die wieder Erwartens nicht aus Kanada herrühren sondern aus der Elephant 6-Heimat Athens, hätte ich irgendwie gar nicht solche Kompromissbereitschaft erwartet. Zu ihrer Session für die wunderbare Daytrotter-Seite kamen sie viel zu spät um noch alle Instrumente rechtzeitig aufbauen zu können, und so wurde unerwartet eine ganz feine akustische Gitarrensession daraus.
So kann man sich zwar noch nicht vorstellen wie die dort vorgetragenen Songs ihres nächsten Albums auf Platte klingen werden, aber dafür wirken sie als eine eindrucksvolle Demonstration dass unter all den bunten elektronischen Effekten der Indiepopper vor allem einfach großartig geschriebene Songs stecken. Vier Mp3s gibt es, wie immer gratis und nur dort, auf Daytrotter:

Of Montreal bei Daytrotter

Virtual In-Lavatory

Endlich ein Grund für die Existenz von Jamiroquai, super!

"TAKE ME TO ORCHESTRAL PARADISE!"



Auch wenn die Qualität des wahlweise Windows- oder Real-Videos nicht die beste ist lohnt es sich den Auftritt der göttlichen Guillemots beim "Electric Prom"-Festival der BBC per Stream anzusehen allein schon wegen des Moments aus dem das obige Zitat stammt, das passiert wohl wenn man eine derartig seltsame Gruppe auf ein komplettes Orchester loslässt. Weitere Überraschungen beinhalten Tiermasken, Megaphone und eine Schreibmaschine. Vor allem aber werden auch fantastische von Geigenhorden begleitete Fassungen von Trains To Brazil und Sao Paulo(!) aufgeführt. Bis 4. November kann der Auftritt hier angesehen werden:

Guillemots & The BBC Concert Orchestra live

Die vier Songs die vor Trains To Brazil aufgeführt werden stellen übrigens die erste Veröffentlichung auf dem jüngst neu gegründeten eigenen Label der Guillemots dar, sie sind auf der EP Of The Night enthalten die in digitaler Form morgen erscheint und vermutlich im November dann auch auf CD/12''.
Wer bisher nur das Album Through The Windowpane kennt sollte sich auf etwas gefasst machen, das nicht nur durch seinen Titel an The Pop Group erinnernde She's Evil geht in eine völlig neue düstere Richtung und wie Sänger Fyfe Dangerfield beim BBC-Gig selber ansagt ist Bad Boyfriend "maybe one of the most ridiculous things you'll ever hear". Ich glaub es geht darin irgendwo um Sex. The Rising Tide und vor allem By The Water sind dann aber wieder klassische unter-die-Haut-Krabbler mit dem gewissen Guillemetwas.

Die Studiofassung der EP kann man derzeit auch streamen:
[Stream] Guillemots - She's Evil (Windows Audio)
[Stream] Guillemots - The Rising Tide (Windows Audio)
[Stream] Guillemots - Bad Boyfriend (Windows Audio)
[Stream] Guillemots - By The Water (Windows Audio)

Bevor nächstes Jahr dann die Arbeiten an einem neuen Album beginnen soll es wohl noch eine neue Single geben, vermutlich wird es der tanztastische Sambakracher Annie Let's Not Wait werden. Was die Guillemots sonst derzeitig treiben kann man über ihr Tourblog auf Drowned In Sound mitverfolgen.

Rbally macht zu

Rbally, eines der besten Musikblogs überhaupt, schließt leider seine Pforten. Fast ein Jahr lang gab es dort tolle Mitschnitte von Livekonzerten, und wer das Archiv dort noch nicht durchstöbert hat sollte das bis Ende November nachholen oder wird sonst fantastische Aufnahmen wie diese von Cat Power, ein nie veröffentlichtes Album von The Smiths oder diese beiden Auftritte von Pavement in Köln verpassen.

Konzert: The Lemonheads



Es gibt einen Moment, etwa 4 Songs in das Konzert der Lemonheads hinein, als mich plötzlich Sorgen überkommen.
Aber zunächst die Vorgeschichte: Es ist der letzte noch halbwegs angenehme Abend dieser Woche, es hat bereits etwas geregnet aber es ist immer noch so warm dass man nur in Tshirt und Sommerjacke durch die Straßen Kölns wandern kann. Das Stollwerck am Rheinufer gehört zu den wenigen größeren Veranstaltungsorten die ich noch nie von innen gesehen hatte, und meine Fresse, bei so vielen nicht besonders hoch hängenden heißen Scheinwerfern braucht es wirklich keine Heizung um den Konzertsaal zu erwärmen. Obwohl das Konzert restlos ausverkauft ist (vor dem Gebäude rennt mehr als eine arme Seele herum die noch verzweifelt nach Karten sucht) ist der Saal nicht überfüllt, vielleicht auch weil das Publikum nicht aus Wandschränken besteht sondern größtenteils aus allmählich Bauch ansetzenden Indiefans jenseits der 30. In der Umgebung fühl ich mich wie ein Teenie!

Dann betritt irgendwann der Mann die Bühne den vermutlich jeder außer mir bereits im letzten Jahrzehnt live bewundert hat, Evan Dando. Da er heute nicht alleine spielt hat er drei Tourbegleiter mit, die aber nicht die aktuelle 'offizielle' Besetzung der Lemonheads repräsentieren, Karl Alvarez und Bill Stevenson von All die das neue Album mitgeschrieben und -aufgenommen haben sind in den Staaten geblieben. Letztendlich sind diese Details aber egal, denn von der ersten bis zur letzten Sekunde hängen alle Blicke auf Dando. Wie zur Hölle sieht der Mann nach all den Jahren auf Tour, all den Parties, all den Drogengeschichten nur immer noch so verdammt gut aus? Bestimmt trinkt er einmal im Monat bei einem Voodooritual frisches Babyblut, ohne Hexerei kann das gar nicht gehen. Singen und spielen kann er natürlich auch noch, die Stimme nuschel-nölt herrlich wie eh und je und bis auf die etwas seltsamen Momente wo ihn z.B. bei Down About it statt Juliana Hatfields die etwas männlichere Stimme des Bassisten begleitet fällt kaum auf dass das hier etwas anderes ist als die Evan Dando Show.



Genau die will das Publikum auch sehen, man ist aus dem Häuschen, es wird gehüpft, getanzt und mitgesungen. Und dann kommt dieser Punkt als das nächste Stück nicht mehr ganz so Schlag auf Schlag kommt wie vorher, und ich merke: jetzt kommt der erste Song des neuen Albums. An so einem Punkt kann die Stimmung kippen, was ist wenn alle nur gekommen sind um die Klassiker zu hören und das neue Material gar nicht kennen oder gar nicht mögen? Aber die Sorgen sind umsonst gewesen, als die Drums zu Black Gown einsetzen geht ein kurzes Jubeln durch die Menge und es hagelt weiterhin begeistert aufgenommen Hit auf Hit.

Irgendwann verlässt dann seine Begleitband die Bühne, völlig unberührt und wie den Rest des Abends schon ohne viele Worte zu verlieren geht Evan Dando in ein paar Solosongs über. Nicht besser als mit Begleitung, aber auch nicht schlechter. Einfach Dando eben.

Nitro Mega Prayer



NITRO MEGA PRAYER!

Beiss die kühle Kehle,
Trink die warme Brühe,
Hiss die rote Wanze,
Zünde an das Feuer,

Renne durch die Mauer,
Spring über die Klippe,
Schwimm durch den braunen Pfuhl,
Kletter auf die Insel,

Bau die große Treppe,
Renn rauf bis zum Himmel,
Flieh von dieser Kugel,
Reiß der Sonne den Arsch auf.

NITRO MEGA PRAYER! NITRO MEGA PRAYER!
NITRO MEGA PRAYER!

[MP3] Nitro Mega Prayer - Omaeto Omaenochi
[MP3] Nitro Mega Prayer - Article 9
[MP3] Nitro Mega Prayer - Shinjita Sekai

Nitro Mega Prayer Myspace