The Big Sleep



Huiuiui, The Big Sleep haben aber ihr Reverb-Effektgerät richtig gern. Ihre hauptsächlich instrumentalen Stücke erinnern an Built To Spill oder Trans Am mit stärkerer Hinwendung zum Postrock, doch sind Songs wie Murder keineswegs monoton, auch wenn sie vermeintlich unspektakulär beginnen. Die Band hat via French Kiss Records jüngst ihr erstes Album Son Of The Tiger herausgebracht, von dem die folgenden Songs stammen und auch das imposante Brown Beauty das man auf ihrem Myspace anhören kann.

[MP3] The Big Sleep - Murder
[MP3] The Big Sleep - You Can't Touch The Untouchable

The Big Sleep Myspace

Video: Love Is All - Busy Doing Nothing



Nine Times that Same Song, das Debüt der schwedischen Love Is All, ist leider hier nur per Import aus UK oder USA erhältlich. Ein Import der sich lohnt wie ich finde, das Album gehört zu meinen absoluten Lieblingen des Jahres (hier mein längerer Eintrag zum Album). Der schwer festzupinnende Sound dieser energetischen Band liegt abseits der schwedischen Klischeegenres Zuckerpop und Garagenrock, ist verlockend dreckig, hat aber auch Popappeal. Zwei Singles wurden bisher von dem Album veröffentlicht, und zu beiden gibt es nun auch ein Video:

[Video] Love Is All - Busy Doing Nothing (Quicktime)
[Video] Love Is All - Busy Doing Nothing (Youtube)
[Video] Love Is All - Make Out, Fall Out, Make Up (Youtube)

Neue Songs von Voxtrot, The Hold Steady



Der Inhalt der dritten Voxtrot-EP Your Biggest Fan ist nur noch zu zwei Dritteln ein Geheimnis, denn ihr Label Beggars Group hat den Song Trouble als Mp3 online gestellt. Das Stück ist, wie war es anders zu erwarten, völlig bezaubernd. Anfang 2007 soll dann endlich das Debütalbum kommen, und wer die gerade für Europa neu aufgelegte EP Mothers, Daughters, Sisters & Wives immer noch nicht hat kann sich hier von deren überragender Qualität überzeugen.

[MP3] Voxtrot - Trouble

Ihre softe Seite zeigen auch The Hold Steady auf First Night, einem weiteren sehr vielversprechenden Vorgeschmack auf ihr drittes Album Boys And Girls In America. Was zunächst als Großstadtballade beginnt wächst bald geradezu episch an, richtig mit Geigen und so.

[MP3] The Hold Steady - First Night

Übrigens...


Bad Brains

...Wahnsinn! Die Bad Brains treten nach laaanger Zeit wieder in Vollbesetzung auf, man könnte es glatt eine Reunion nennen. Europa scheint bisher nicht im Blick zu sein, aber man weiß ja nie..
Und wer nur davon gehört hat wie viel technische Spielkunst und Energie die Hardcore-Legenden in ihre Liveshows einbrachten, der kann ihr Konzert im New Yorker CBGB von 1983 in voller Länge beim AOL Indie Music Blog (ja, sowas gibt es tatsächlich!) ansehen.

...In Sachen Grime und Dubstep: Auf Pitchfork wird die Grime- und Dubstepkolumne diesen Monat gastweise von Nick Edwards und Chantelle Fiddy bestritten, dazu gibt es auch einen exklusiven Mix von Edwards.
Der Londoner Top-DJ Logan Sama hat ebenfalls einen Mix zusammengestellt und verschenkt ihn voll legal an alle Grime-Interessierten: The War Report
Und nach Burial könnte möglicherweise das Debütalbum von Kode9 die zweite ganz große Dubstep-Sensation des Jahres auf Hyperdub werden. Kode9 wird dazu von K-Punk interviewt.

...2 interessante Alben neu im Stream, die unterschiedlicher kaum sein könnten:
Portastatic - Be Still Please (Feiner Indie-Pop vom Sänger von Superchunk)
Wolf Eyes - Human Animal (Das neue Album der Noise-Könige von Sub-Pop)



...Noch interessanter ist aber das Konzeptalbum Plague Songs, das uns 4AD noch dieses Jahr servieren will:
"This fascinating, unsettling and unique project comes down to one simple idea: a collection of songs based on the ten Biblical plagues that take place in the book of Exodus."

Klingt ja ganz nett, aber der absolute Hammer ist wer da alles mitmacht. Das Tracklisting:
1. "Blood" Klashnekoff (The Plague Of Blood)
2. "Relate the Tale" King Creosote (The Plague Of Frogs)
3. "The Meaning of Lice" Stephin Merritt (The Plague Of Lice)
4. "Flies" Brian Eno & Robert Wyatt (The Plague Of Flies)
5. "The Fifth Plague" Laurie Anderson (The Death Of Livestock)
6. "Boils" Cody ChesnuTT (The Plague Of Boils)
7. "Hailstones" The Tiger Lillies (The Plague Of Hail)
8. "Glittering Cloud" Imogen Heap (The Plague Of Locusts)
9. "Darkness" Scott Walker (The Plague Of Darkness)
10. "Katonah" Rufus Wainwright (The Death Of The Firstborn)

Merritt! Eno! Wainwright! Walker! Wahnsinn! Bring on the plagues!

...Man könnte den Machern von 100 Musicians Answer the Same 10 Questions ja immense Faulheit vorwerfen, aber das Ergebnis ist wegen und trotz des einfachen Konzepts sehr lesenswert. Die Reihe ist übrigens erst bei Interview 62 angekommen, aber das ist schon ein ganz netter Berg Lesematerial.

Video: Xiu Xiu - The Fox And The Rabbit



Bevor das neue Xiu Xiu-Album herauskommt, ist gerade noch das fünfte Video dazu online gegangen. Nachdem es zuletzt für Hello From Eau Claire gleich zwei Videos gab, kommt nun zu The Fox And The Rabbit nur eines und auch das wohl denkwürdigste von allen. Und jetzt freu ich mich mal ganz groß auf Freitag, dann sollte nämlich The Air Force im Handel erscheinen.

[Video] Xiu Xiu - The Fox And The Rabbit (Quicktime)

Tilly And The Wall



Sehr schön. Auf ihrem zweiten Album Bottoms of Barrels scheinen Omahas Tilly And The Wall ihren Sound beibehalten, aber ihren Stil etwas erweitert und ihre Kompositionen verbessert zu haben. Durch Steppschuhe statt Schlagzeug als angebendes Rhythmusinstrument und den nahezu immer mehrstimmigen Gesang bleibt ihre Musik poppig und leicht wie auf ihrem Debüt Wild Like Children, erhält aber durch ernste Themen wie im Text von Bad Education (höchstwahrscheinlich von Almodovar beeinflusst) eine erwachsene Note.

[MP3] Tilly And The Wall - Lost Girls
[Video] Tilly And The Wall - Bad Education (Quicktime)

Tilly And The Wall Myspace

Video: Patrick Wolf - Accident And Emergency



Ich bin schon den ganzen Tag fasziniert von Patrick Wolfs neuer Single Accident And Emergency. Auf seinen ersten Alben hatte der jetzt 23jährige ein fantastisches Gespür für einzigartige elektronische Kompositionen bewiesen, und kam in Musik, Text und Auftritt dabei mit leidender, aber genialer Künstlerseele herüber. Und nun diese Neuerfindung, plötzlich tanzt er wild herum, wirft dabei immer wieder verschmitzte Blicke zur Kamera und streicht sich selbstverliebt durchs rotkolorierte Haar. Wie ein Popstar tritt er auf, und dazu ist auch die Musik Pop wenn auch im Hintergrund die typisch unvorhersehbaren Wolf-Geräusche immer wieder hereinschauen. Erinnert mich stark an den New Pop den vom Postpunk beeinflusste oder ihm entwachsene britische Gruppen wie The Associates oder New Order Anfang der frühen 80er hervorzauberten.

[Video] Patrick Wolf - Accident And Emergency (Youtube)

Neuer Okkervil River Song: The President's Dead



Fast ein Jahr ist es jetzt her dass die großartigen Okkervil River Black Sheep Boy Appendix, eine EP mit ergänzendem Material zu ihrem letztjährigen Sensationsalbum Black Sheep Boy, herausbrachten. Seitdem sind sie viel getourt und haben dabei weltweit viele alte Fans live begeistert und neue hinzugewonnen. Als Nächstes steht nach Australien auf dem Tourplan eine Rückkehr in ihr Heimatland, die USA, an, und im Dezember erscheint um 2006 mit wenigstens einer richtigen Veröffentlichung abzuschließen die Single The President's Dead auf Jagjaguwar. Das Label war von dem Song, der bisher nur auf einer australischen Tour-EP ein Publikum fand, so begeistert dass es ihn nun einfach kostenlos zum Download anbietet. Recht hatten sie, das Stück ist ein wunderbares Kleinod, folkig und eingängig und einfach schön.

[MP3] Okkervil River - The President's Dead

Jeffrey & Jack Lewis



Jeffrey Lewis kennt man vielleicht noch aus dem Antifolk-Umfeld von New Yorker Lo-Fi-Künstlern wie Adam Green und Kimya Dawson. Mittlerweile ist er aber Green teilweise gefolgt und hat sein letztes Album City & Eastern Songs zusammen mit seinem Bruder Jack und einer Backingband in einem Studio aufgenommen. Dabei herausgekommen sind u.a. das von einem beunruhigend guten Video begleitete Anxiety Attack, das rockende Posters und der klassische Akustiksong Williamsburg Will Oldham Horror.
In letzterem erzählt Lewis von einer Begegnung mit Oldham, um die herum er in Hunderten von Worten aber nur wenigen Minuten einen gewaltigen Gedankenstrom flechtet und über das Leben als Künstler, dessen Sinn und seine eigenen Selbstzweifel reflektiert. Das alles mal introspektiv, mal nachdenklich stimmend, aber meistens mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Zum Mitverfolgen kann man die Lyrics in seinem offiziellen Forum finden.

[MP3] Jeffrey & Jack Lewis - Williamsburg Will Oldham Horror
[Video] Jeffrey & Jack Lewis - Anxiety Attack (Quicktime)
[Video] Jeffrey & Jack Lewis - Posters (Quicktime)

Jeff Lewis Band Myspace

Through The Windowpane Im Stream



Ja schon das zweite Mal heute, aber dieses Album ist zu wichtig um bis Morgen zu warten. Falls sich jemand gefragt hat wovon ich hier jetzt seit Monaten immer wieder schwärme: Through The Windowpane, das fantastische Debüt der britischen Guillemots, kann nun im Stream bei 3voor12 angehört werden. Je öfter ich dieses Album gehört habe, desto mehr Superlative erreicht meine Begeisterung für diese göttliche Mischung aus Soul, Pop und südamerikanischer Musik. Und seit ich dem Album zunehmend über Kopfhörer lausche erkenne ich erst wie verdammt opulent das Ganze auch noch produziert ist. Ich sag's jetzt einfach, wird sich wohl kaum noch ändern: Debütalbum des Jahres! Indiealbum des Jahres! Album des Jahres!
Mein ausführlicherer Eintrag zu Through The Windowpane findet sich hier.

[Stream] Guillemots - Through The Windowpane

The Walkmen - A Hundred Miles Off

Das Schlechte vorweg: irgendwas ist bei der Produktion von A Hundred Miles Off, dem dritten Album von The Walkmen, schiefgelaufen. Ihr Americana-geprägter Rock klingt eingezwängt, kann sich nicht richtig entfalten. Das wäre vermutlich nicht mal so ein großes Problem, wenn das Grandeur das ihren Songs sonst anhaftete hier noch klar im Vordergrund stehen würde. Dem ist aber nicht der Fall, die packenden Momente sind versteckt und prägen sich einem erst beim xten Hören ein.

Die große Ausnahme ist zum Glück das kraftvolle Eröffnungsstück Louisiana, ohne das ich vermutlich auch nicht so richtig den Zugang zu dieser tollen Platte gefunden hätte. Nach dem Gesang von Hamilton Leithauser wird der Song im Refrain von einer Trompeten- und Pianomelodie zu Unvergesslichkeit erhoben. Das war's aber auch schon in Sachen potentielle Singles, ein The Rat oder Little House Of Savages das einem breiteres Publikum gefallen und an dem man sich zum Einstieg in diese Musik festhalten kann wird man hier vergebens suchen.
Stattdessen gibt es zwar ebenso energetisch gespielte Stücke wie das frenetisch getrommelte Emma Get Me A Lemon und das zunächst etwas unangenehme All Hands And The Cook, auf dem Leithauser über vernebelter Orgelei nahezu krächzt, bis urplötzlich eine überaus feine Karibikmelodie den Nebel lichtet und warme Sonnenstrahlen hereinlässt. Dieser Song zum Beispiel (siehe weiter unten) präsentiert sich bei Weitem besser in einem Liveumfeld, alles hat mehr Hall, wirkt größer, freier.

Was sich die New Yorker, die mehr wie Calexikos Wüstennachbarn klingen, im Studio gedacht haben vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht war es ein Streich um Musikkritiker zu ärgern die Platten vor einer Meinungsbildung nur ein Mal hören. Aber A Hundred Miles Off wird ungemein viel besser wenn man durch mehrfaches Hören (und evtl. Vergleiche mit Liveaufnahmen) ein Gefühl dafür bekommt wie die Songs klingen sollen.
Denn die Songs selber sind wie immer klasse, es gibt herrlich klare Gitarrenarrangements (Good For You's Good For Me) ebenso wie leicht schräge die dann aber dann in Leithausers von massig Percussions begleiteten mitreißenden Gesang überleiten (Don't Get Me Down (Come On Over Here) und Tenleytown, die beide seit Wochen meinen Kopf nicht mehr verlassen wollen). Auch ein oder zwei flott gespielte Kracher (Always After You ('Til You Started After Me), This Job Is Killing Me) wissen die Walkmen aufzuweisen, wenn auch keiner davon gegen The Rat ankommt. Und zum Schluss gibt es noch ein exzellentes Dylan-Cover von Mazarins Another One Goes By.

Wenn man noch nie eine Platte der Walkmen gehört hat werden einem die Unzulänglichkeiten im Sound vielleicht gar nicht so sehr auffallen. Walkmen-Fans würde ich aber in jedem Fall empfehlen die Platte aus einem etwas anderen Blickwinkel als die bisherigen zu betrachten. Sie hat durchaus Klasse, diese ist aber diesmal schelmenhaft versteckt worden. We've been had!

[MP3] The Walkmen - Louisiana
[MP3] The Walkmen - Another One Goes By
[MP3] The Walkmen - All Hands And The Cook (live)

The Walkmen Myspace

The Thermals kommen!



Nach Köln! Und Hamburg! Und.. angeblich auch nach Nürnberg. Ich hoffe mal stark für Restdeutschland dass da noch mehr Termine kommen, bin allerdings jetzt erst mal überglücklich und hoffe darauf das Gebäude 9 endlich noch mal hemmungslos springen zu sehen.

[Update] Jetzt stehen alle Deutschlandtermine fest:

06.12.2006 K4, Nürnberg
09.12.2006 Bavarian Open, München
10.12.2006 Cookys, Frankfurt
11.12.2006 Lido, Berlin
18.12.2006 Übel & Gefährlich, Hamburg
19.12.2006 Gebäude 9, Köln

[Video] The Thermals - It's Trivia (live @ Easy Street Records) (Youtube)

Das neue Lemonheads Album Im Stream



He's Back. Evan Dando. Auf deren Myspace-Seite 3voor12 kann man sich jetzt das erste offizielle Lemonheads Album seit 10 Jahren per Stream anhören. Und um diesen gewissen Neuanfang mit neuer Begleitband unter altem Namen zu markieren trägt das Album auch eben den Bandnamen als Titel.

Wem gefällt was er dort hört kann Ende der Woche einen Plattenladen seiner Wahl stürmen und in paar Wochen einen der Deutschlandauftritte der Lemonheads:

27.10.2006 Stollwerck, Köln
28.10.2006 Markthalle, Hamburg
04.11.2006 Kleine Elserhalle, München
05.11.2006 Postbahnhof, Berlin

[Stream] The Lemonheads - The Lemonheads