Übrigens...

...Die neue Platte von The Mars Volta kann man sich auf deren Myspace-Seite kostenlos anhören. Ich hatte bereits Probleme mich durch den ersten Track durchzukämpfen, habs in zwei Anläufen noch nicht geschafft. So unglaublich bierernst und prätentiös, au weia. Ich glaub ich lese mir lieber die großartige Plattenkritik auf Something Awful durch:

Speaking of torture, the last minute or two of this song is a fucking atrocity. I remember reading about government experiments into “brown noise,” sonic frequencies which could make people poo themselves (for some reason). I don’t think they ever got it working, but The Mars Volta has done them one better. With this guitar solo, they’ve discovered noises so offensive to the human body that none could hope to withstand them. I think I can feel blood vessels bursting in my brain and vertebrae popping apart.

...Neues auch von KatieJane Garside: Die Queen Adreena- und Daisy Chainsaw-Sängerin macht jetzt anscheinend mal statt schädelspaltendem Rock auf Folk, und zwar als Ruby Throat. Egal welches musikalische Genre, ihre Stimme ist echt einzigartig.


Deerhoof

...via Pitchfork: Deerhoof, jetzt nur noch zu dritt, haben ihr wasweißichwievieltes Album Friend Opportunity wohl fertig gestellt. Erscheinen soll die Platte im Januar 2007, endlich mal ein guter Grund also sich auf den Tag des heiligen Harmuts zu freuen.

...Und apropos Pitchfork, einen weiteren Artikel über deren Erfolgsstory und die "Re-Demokratisierung der Musik" gibt es hier: The Pitchfork Uprising.

...Ich glaube ich muss die Junior Boys mal live sehen, bisher hab ich nämlich das gleiche Problem das Tom Breihan beschreibt, bevor bei ihm bei einem Livekonzert der Groschen fiel:

For the last couple of years, critics with longer attention spans than mine have fallen all over the group's glassy romanticism and textural complexity. And the contrast between the blinking-light beats and Greenspan's warm monotone really does make for some great early-afternoon driving music. But I've never managed to fall in love with their records, and it hasn't been for lack of trying. After a few minutes, all those crisp, precise keyboard lines and barely-there drums and sad-puppy laments tend to fade into the background.

...Rosay von den Pipettes im Interview: We're not interested in telling the truth.




...Herzlichste Glückwünsche an das Indie-Urgestein Touch & Go Records zum 25jährigen Bestehen. Gefeiert wurde das am vergangenen Wochende in ganz großem Festivalstil, und das Lineup war mit das coolste aller Zeiten. Aus einigen Bands die extra dafür nach langen Jahren noch mal zusammen kamen stand besonders die 20minütige Reunion von Steve Albinis Big Black (eines meiner Lieblings-Plattencover) hervor, und da wir uns im 21. Jahrhundert befinden hat jemand glatt 3 der 4 Performances gefilmt und auf Youtube gestellt:

[Video] Big Black - Racer X (live) (Youtube)
[Video] Big Black - Cables (live) (Youtube)
[Video] Big Black - Dead Billy (live) (Youtube)

...Während Touch & Go Records seinen 25. gefeiert hat, ist man bei einem Europas traditionsreichster Labels noch ein paar Jahre weiter. Der Independent über 30 Jahre Rough Trade Records.

Video: The Pipettes - Judy



Habe ich hier schon einmal erwähnt dass ich die Pipettes fantastisch finde? Ach, schon zwei dutzend Mal? Egal, dann eben noch einmal. Die Pipettes sind fantastisch. Melodien, Gesangsharmonien, Texte - alles Pop vom feinsten. Wer sich da noch an dem bisschen Retrokitsch stört dem ist wohl nicht zu helfen. Wobei ich ja auch erst mal ein Video gebraucht habe bis bei mir der Groschen gefallen war.
Deswegen und weil es endlich mal eine Single ist bei der die herrlich lakonische Stimme von Pipette Rosay im Vordergrund steht, hier das Video zur neuen Single Judy die Ende des Monats erscheint. Die Single erscheint in drei Fassungen auf Vinyl und CD, die B-Seiten Simon Says, The Burning Ambition und das unglaublich böse Feminist Complaints kann man sich schon mal auf der Myspace-Seite der Pipettes anhören und sich für seine Lieblingsversion der Single entscheiden.

[Video] The Pipettes - Judy (Youtube)

The Pipettes Myspace

Neues von Oxford Collapse



Ein halbes Jahr ist es jetzt her seit ich Oxford Collapse entdeckt habe, und in dieser Zeit hat sich so einiges getan. Die Band hat jetzt ihr drittes Album Remember the Night Parties fertiggestellt und wird es am 10. Oktober beim Über-Indielabel Sub Pop veröffentlichen und bestimmt ganz doll bekannt werden. Nach den beiden Songs zu urteilen die ich davon schon hören könnte haben sie weder ihren ungestümen Charme noch ihren kantigen Popappeal verloren. Ein Musikvideo zur ersten Single (in dem Schafe eine prominente Rolle spielen sollen) ist derzeit in Arbeit, und zwar zu Please Visit Your National Parks das man sich dank Pitchfork auch schon anhören kann. Außerdem gibt es auf ihrer Myspace-Seite Packed Churches, die B-Seite ihrer kürzlich erschienenen Single Decking The Classics.

Hier mein erster Beitrag zu Oxford Collapse.

[MP3] Oxford Collapse - Please Visit Your National Parks

Oxford Collapse Myspace

Envy - Insomniac Doze



Der unbefangene Hörer wird sich beim ersten Hören von Envys Postrock vielleicht denken "was soll das sein? Mogwai + heiseres Geschrei?" Aber dieses Geschrei führt und begleitet die Musik der Japaner schon seit fast 15 Jahren, eine eher jüngere Entwicklung ist die Hinwendung zu ausgedehnten Gitarrenwänden. Envy sind als (Post-)Hardcoreband gestartet, und jetzt quasi über die Hintertür dort angekommen wo sich schon Explosions In The Sky oder ihre Landsmänner Mono eine Wohnung gemietet haben, beim US-Label Temporary Residence bzw. in Europa beim Mogwai-Label Rock Action Records. Das Resultat einer langen musikalischen Entwicklung.

Musikalische Spuren dieser Entwicklung findet man im Gegensatz zu den bisherigen Alben auf Insomniac Doze kaum noch vor, plötzlich attackierende rhythmisch schnelle Passagen wurden zugunsten eines noch weiter geöffneten, noch größeren, cineastischeren Sounds geopfert. Was bleibt ist aber die heisere Stimme von Sänger Tetsuya Fukagawa, der viele ruhige Teile mit gesprochenem Wort begleitet und jeder noch so schönen abgehobenen Instrumentalpassage mit einer kräftigen Dosis Wut oder Verzweiflung eine kontrastierende Note verpasst und sie erdet.

Dieser "Gesang" mag vielen die derartiges nicht gewöhnt sind auf die Nerven gehen oder die Stimmung zerstören, ich finde aber er ist ein wichtiger Bestandteil von Envys einzigartigem Klang. Besonders schön ist der Effekt bei Scene, wo eine Idee die man besonders in der populären härteren Rockmusik derzeit oft hört verdreht wird. Hier gibt es keinen klaren melodischen Gesang zu beißenden Rocksounds. Hier ist die menschliche Stimme das Dreckige, Hässliche, während die Musik den schönsten Sternentanz aufführt, und als die Stimme in der letzten Minute des Songs ganz verschwindet gehen selbst am dunkelsten Ort der Welt ein paar Lichter an.

Eine weitere Tücke an Envys Musik für den neuen Hörer ist, dass sie zunächst wie etwas zum nebenher hören erscheint. Aber wenn man sich erst mal an sie gewöhnt hat sollte man unbedingt genau hinhören (und den Geräuschpegel nach oben drehen), sonst verpasst man viele Feinheiten und den ganzen Zauber der von erfahrenen Händen erzeugten sphärischen Gitarrensounds. Und auch wenn man sich mittlerweile gut von ihr treiben lassen kann, spielt Envys Musik immer noch mit den Erwartungen des Hörers. Man kann nicht genau sagen wie lange zum Beispiel die entspannte Gitarrenmelodie auf The Unknown Glow andauert bis urplötzlich ein sonischer Orkan über ihr kollabiert, auf dem Fukagawas krächzende Stimme reitet. Insomniac Doze ist nicht Envys bestes Album (das wäre der Vorgänger, All The Footprints You've left Behind And The Fear Expecting Ahead), enthält aber genug denkwürdig schöne Momente und wütende Energie um sich als das beste Postrockalbum des Jahres zu etablieren. Und live dürften sie eh eine der besten Bands überhaupt sein (ja, besser als Mogwai).

[MP3] Envy - Further Ahead Of Warp
[Stream] Envy - Shield Of Selflessness
[Video] Envy - Scene (Youtube)

Video: TV On The Radio - Wolf Like Me



Kleiner Grusel am Morgen mit TV On The Radio. Ich liebe ja Musikvideos die wie die Kurzfassung eines Spielfilms aufgemacht sind. In Wolf Like Me wird mit Stummfilm-Erzähltafeln eine zunehmend an Fahrt und Farbe gewinnende Story wie aus einem Werwolffilm der 80er erzählt: Mann trifft Frau, Frau beißt Mann, Mann wird Wolf. Dazu gibt es viel Nebel, sehr schöne klassische Kameraeinstellungen und herrlich unecht aussehende Werwölfe. Zum Heulen, und das nicht im negativen Sinne.

[Video] TV On The Radio - Wolf Like Me (Quicktime)
[Video] TV On The Radio - Wolf Like Me (Youtube)

Und via Youtube, hier das erste Video das der Band angeboten, aber von ihnen abgelehnt wurde. Stilistisch längst nicht so spannend wie das andere, aber das inhaltliche Konzept ist ganz nett.

[Video] TV On The Radio - Wolf Like Me (Erste Version) (Youtube)

The Russian Futurists - Me, Myself And Rye...



...An Introduction To The Russian Futurists, so der Rest des überaus langen Titels. Thunder Lightning Strike von The Go! Team war vor zwei Jahren. 2006 schicken Memphis Industries nun ganze 2 Kandidaten für das Popalbum des Jahres ins Rennen. Erst das Debüt der Pipettes, und nun das Europadebüt von Matthew Adam Hart alias The Russian Futurists aus Kanada. Ja, es ist kaum zu glauben, doch in Kanada gibt es tatsächlich auch Solokünstler die nicht mit größeren Gruppen wie Broken Social Scene, The Arcade Fire oder Godspeed You Black Emperor zusammen spielen, weswegen dieses Namedropping jetzt auch völlig aussagelos war.

Matt Hart schlägt sich nämlich nicht mit analogen Instrumenten rum, sein Spielfeld ist die elektronische Musik. Drei Alben hat er schon in seinem Heimatland veröffentlicht, und zusammen mit Mark Jacobs, dem Kopf des britischen Memphis Industries-Label, wurden dreizehn Highlights seines bisherigen Schaffens als erste Veröffentlichung diesseits des großen Teiches sorgsam zusammengestellt. Für den Futurists-Neuling fällt das auch gar nicht auf, Me, Myself And Rye... wirkt wie ein eigenständiges Album, nur dass es eben voller übermenschlich großer Hits ist. Da gibt es orchestralen Bombast wie das von schmetternden Hörnern angetriebene Paul Simon oder das träumerische Telegram From The Future. Stampfende Partybeats mit dem das Album eröffnenden Let's Get Ready To Crumble oder Hurtin' 4 Certain. Und auch The Postal Service schleichen sich ein bei der intimen Gefühlsoffenbarung Big Brown Eyes.

Bis auf eine Ausnahme singt Hart jedes Stück alleine, dabei bringt er nicht nur bewunderswert viele verschiedene Facetten seiner Stimme zu Tage sondern vervielfacht seinen Gesang auch elektronisch und singt so alleine, im Duett oder auch mal im Chor. Bei all dieser Ein-Mann-Show könnte man furchtbar ernsthafte Musik vermuten die im Schlafzimmer komponiert wurde und dort auch gehört werden soll, aber trotz der Beziehungsthematiken die die Texte meistens behandeln fordert die Musik von The Russian Futurists dringend zum Tanzen auf. Denn Hart ist kein folkiger Songwriter mit Gitarre, sondern hat sich einer anderen Ausdrucksweise verschrieben wie er in Let's Get Ready To Crumble ganz ehrlich offenbartt:

I do pop 'cause that's what my heart goes. I don't call it art, no sir
That denotes that when I wrote it I had other motives


Wenn das keine gute Mentalität für wundervolle Popmusik ist, dann will ich ein spanischer Kubist sein.

[MP3] The Russian Futurists - Paul Simon
[MP3] The Russian Futurists - Your Big Brown Eyes and My Big Broke Heart
[MP3] The Russian Futurists - A Telegram From The Future

The Russian Futurists Myspace

Takka Takka



Takka Takka. Klingt finnisch, ist es glaub ich auch. Aber die Band die diesen Namen trägt kommt aus Brooklyn, geht vermutlich nicht allzu oft in die Sauna und spielt garantiert keine Polkamusik. Ihr zürückgehaltener Pop hat zwar keinen einzigartigen Sound, aber Takka Takka haben einfach das gewisse Etwas das einem beim Hören Entspannung und Freude bereitet. Kleine, feine Songs zum Liebhaben. Ihr erstes Album, We Feel Safer At Night, hat die Band in Eigenregie herausgebracht (wie auch Clap Your Hands Say Yeah, mit denen sie gerade auf Tour sind) und kann über ihre Website bestellt werden. Außerdem hat die Band dort eine komplette EP mit 7 Stücken zum kostenlosen Download veröffentlicht.

[MP3] Takka Takka - We Feel Safer At Night
[MP3] Takka Takka - Coco On The Corner
[MP3] Takka Takka - Prof. Falkner

Takka Takka Myspace

Video: 65daysofstatic - Retreat! Retreat!



Die britischen Postrocker von 65daysofstatic sind derzeit big in Japan unterwegs, weshalb man wohl auf neue Aufnahmen noch eine Weile warten muss. Deswegen hier zur Mitternachtsstunde etwas Älteres, von ihrem ersten Album The Fall Of Math:

[Video] 65daysofstatic - Retreat! Retreat! (Quicktime)
[Video] 65daysofstatic - Retreat! Retreat! (Youtube)