The Hidden Cameras - Awoo



Als hätten The Hidden Cameras nicht schon so den Eindruck eines kleinen Kultes erweckt, hat ihr kreativer und auch sonstiger Kopf Joel Gibb dem neuen Album Awoo gleich noch ein naturreligiöses Überthema verpasst. Dass es das bisher beste Album der mittlerweile bestimmt über ein Dutzend umfassenden Musikergruppe aus Toronto ist liegt aber nicht etwa daran dass dieses Thema hier die vorher prominent von schwulen Lebenserfahrungen berichtenden Texte etwas überschattet, sondern an den durchweg herrlichen poppigen Folkongs. Gibb vermag es wie kaum ein zweiter, aus einfachen Melodien mit seinen Arrangements den maximalen Effekt herauszuholen. Die Stücke erscheinen so weitaus voluminöser als es ihr simples Gerüst vermuten ließe, und verlieren auch bei dutzendmaligem Hören keineswegs an Wirkung. Ein tolles Beispiel für Gibbs Fähigkeiten ist das letzte Stück der Platte, The WAning mOOn, das eigentlich nur eine Variation des Titelstücks Awoo ist aber trotzdem völlig anders klingt.

Ein weiteres Highlight ist der klar aus allen anderen herausstehende Lollipop. Einer dieser Songs der immer wieder direkt von Refrain zur Strophe (in diesem Fall ein stakkatomäßiges halb Hüpfen, halb Stampfen, zu dem Gibb die Worte geradezu ska-mäßig herunterrollt) wechselt, und trotz oder gerade wegen diesem ewig gleichen Wechsel immer wieder aufs Neue entzückt. Drei Minuten erscheinen da fast schon zu kurz, auch mit der Länge von Lards The Power Of Lard oder Televisions legendärem Marquee Moon, deren Reiz auch an solch einem Wechsel liegt, wäre ich gut bedient gewesen.

Ähnlich der Dualität die Lollipop innewohnt ist auch der Grund, dass Awoo so gut als Album funktioniert, der dass sich fast immer hell scheinende, beschwingte Stücke mit langsameren, zurückhaltenden abwechseln. Die einzige Schwachstelle des Albums ist deswegen dort, wo eben dieses Rezept einmal nicht befolgt wird und die von Geigen getragenen Follow These Eyes und Heaven Turns To nur vom etwas verhalten rockenden Instrumental Heiji getrennt werden. Danach nimmt das Album aber wieder an Fahrt auf, und fährt mit dem zauberhaften Wandering, dem fröhlichen Hump For Bending und eben The WAning mOOn mit seine schwersten Geschütze auf. Die ungewöhnliche Zeichensetzung bei letzterem reflektiert übrigens die Verwandheit zu Awoo, dessen Titel sich dort wiederfindet. Damit schließt sich auch auf schöne Weise der magische Kreis dieser Platte, und wenn wie dieser Tage der Vollmond aufzieht werde auch ich mich gerne den Hidden Cameras anschließen und mit einem "Awoo" die Sonne der Nacht anheulen.

[Video] The Hidden Cameras - Awoo (Quicktime)
[Video] The Hidden Cameras - Awoo (Youtube)

Beach House



Beach House machen die Art von zauberhafter Musik von der man gleich mehrere Stücke hören muss um einen Eindruck zu bekommen, fast phantomhaft gleitet sie dahin ohne dass man sie richtig fassen kann. Wenn sich Beach Boy Brian Wilson als Kind bei Gewitter unterm Bett verkroch, dann hörte er in seinem Kopf vermutlich solche Musik spielen. Und tanzte dann mit ein paar Gespenstern Walzer. Das erste Beach House-Album erscheint Anfang Oktober auf Carpark Records, die auch schon Belongs urbane Albträumereien herausbrachten.

[MP3] Beach House - Salt Water
[MP3] Beach House - Auburn And Ivory
[MP3] Beach House - Master Of None

Beach House Myspace

Übrigens...

...Das Silver Jews-Video von eben? Wird bald in gewisser Weise fortgesetzt. Der Regisseur Michael Tully hat das Video neben einer wohl spielfilmlangen Dokumentation über die Silver Jews gedreht, die nun in Postproduktion ist und beim nächsten South By Southwest premieren soll.


Evan Dando

...Kinder der Mittneunziger, freut euch des Lebens: Evan Dando kommt mit der aktuellen Besetzung der Lemonheads auf kleine herbstliche Deutschlandtour. Come on feel the Tourdates:
27.10.2006 Stollwerck, Köln
28.10.2006 Markthalle, Hamburg
04.11.2006 Kleine Elserhalle, München
05.11.2006 Postbahnhof, Berlin

Im Guardian gab es kürzlich auch einen lesenswerten Artikel über Dando als Prototyp des ewigen Slackers und was er heute noch mit Drogen anfangen kann.

...Neu im Stream beim etwas grausig redesignten 3voor12 Luisterpaal:
Matthew Herberts Kollaboratorin Dani Siciliano mit ihrem zweiten Soloalbum Slappers
Das neue Album von Basement Jaxx
Das neueste Werk der Freak-Popper Oneida.
Und das Debüt der xten NME-Gütesiegel tragenden britischen Newcomerband in diesem Jahr, The Sunshine Underground


The Walkmen

...Es ist echt traurig dass von den grandiosen Alben der Walkmen bisher nur das erste in Deutschland veröffentlicht wurde. Für den Rest der Welt steht bald schon Album Nr. 4 an, nachdem im Frühjahr erst ihr Wüstenepos Hundred Miles Off rausgekommen ist. Ein Grund dafür dass es diesmal so schnell ging ist sicher auch dass es sich um ein Coveralbum handelt, und da die Walkmen nicht gerne halbe Sachen machen haben sie nicht ein Album mit Coversongs aufgenommen sondern gleich ein ganzes Album neu interpretiert.
Um das Ganze noch komplizierter zu machen bestand Harry Nilssons Pussy Cats selbst schon zur Hälfte aus Coversongs, u.a. von Dylans Subterranean Homesick Blues , so dass die Walkmen nun Reinterpretationen von Reinterpretationen gemacht haben. Wie postmodern ist das denn? Hört selbst rein, hier kann man drei der Songs streamen.

...Neues von Voxtrot! - Hurra!
Es ist immer noch kein Album in Aussicht. - Oooh...

Wie Pitchfork berichtet, wird die "derzeit beste Band ohne Debütalbum" (gut, hier zitiere ich mich zugegeben selber) am 7. November ihre 3. EP mit dem Titel Your Biggest Fan herausbringen.

Musikindustrie - Mit Spiralfrog Zum Erfolg?



Gerade wo nun auch die EMI und damit mehr als die Hälfte der großen Majors beim voraussichtlich Ende des Jahres startenden kostenlosen Musikdienst Spiralfrog (mehr Details dazu bei Nicorola) eingestiegen ist oder kurz davor steht, fällt mir ein was tatsächlich eine gute Kundenbasis für diesen Service sein könnte.
Der Service ist wie geschaffen für bisherige Tauschbörsennutzer die Musik nur "zur Probe" herunterladen. Also laden, und nach ein paar Mal Durchhören die Musik wieder löschen, und dann entweder käuflich erwerben oder bei Nichtgefallen eben nicht. Wenn man die Musik eh nicht dauerhaft behalten will entfallen viele Nachteil des DRM von Spiralfrog, man kann dann zwar nur zu Hause am PC probehören, aber das ist ja nicht groß anders als die Musik im Plattenladen probezuhören.

Aus dieser Gruppe von Musikhörern könnte man durch Spiralfrog echt noch einiges an zahlenden Kunden hinzugewinnen, da bei Spiralfrog die Hemmschwelle die es beim illegalen Download gibt komplett verschwindet. Der Clou bei dem Ganzen ist natürlich dass es solche wie oben beschriebenen Tauschbörsennutzer nach der Argumentation der Musikindustrie theoretisch gar nicht gibt, da in von der Musikindustrie präsentierten Statistiken traditionell jeder Download als entfallener Profit ausgelegt wird.

Video: Silver Jews - I'm Getting Back Into Getting Back Into You



Auf dem tollen Blog Shots Ring Out gibt es gerade in letzter Zeit viele neue Videos zu sehen, und ich habe ein bisschen überlegt welches davon die meiste Aufmerksamkeit verdient. Schließlich hat mich aber keins davon auch nur annähernd so fasziniert wie das neue Video der Silver Jews:

Ein Paar wandert durch einen arabischen Basar in Jerusalem, gefolgt von einer Kamera. Das ist oberflächlich alles was im Video zu I'm Getting Back Into Getting Back Into You passiert, also scheinbar eine langweilige Angelegenheit. Aber wie das Thema des Songs eine langsame erneute Annäherung ist, so kann man hier Details entdecken, minimale Gesten, die etwas über die inneren Emotionen verraten die sich in und zwischen den beiden abspielen. Was wir hier sehen ist nur ein kurzweiliger Ausschnitt, eine Momentaufnahme, und als solche nur überaus flüchtig und deswegen auch schon nach zweieinhalb Minuten wieder vorbei. Manche Dinge muss man eben vorsichtig angehen.

[Video] Silver Jews - I'm Getting Back Into Getting Back Into You (Youtube)

Omnipräsente Bergziegen



Da sieht man mal wieder dass Medienpräsenz nicht alles ist. Obwohl ich in den letzten 2 Wochen gut ein Dutzend Artikel von und doppelt so viele über John Darnielle von den Mountain Goats gelesen habe, habe ich beim letzten CD-Kauf komplett verschwitzt mir das neue Mountain Goats-Album Get Lonely zu besorgen. Wer im selben Boot sitzt oder wissen will ob Darnielle auch über etwas anderes schreiben kann als über Einsamkeit, hier ein paar seiner schönen Schreibereien der letzten Tage.

- Darnielle über den kreativen Prozess der zu Get Lonely führte:

This seemed, finally, like a decent and honest theme to me: what and who are we when we feel lonely, even in the presence of our friends and loved ones? Isn't it sometimes like that for all of us; and, if we've been a little scarred by prior experience, aren't we even predisposed to feeling that way?

- Auf Salon erfährt man, was Darnielle gerne im Fernsehen schauen würde (Tipp: alle haben etwas mit Boxen zu tun).

- Seinen eklektischen Musikgeschmack enthüllt Darnielle bei eMusic und stellt 12 Alben vor die mehr Aufmerksamkeit verdienen (The For Carnation, jawohl!).

- Über Musik kann der Mann weiß Gott schreiben, so auch in How Souled American’s Flubber Changed My Life.

Mehr seiner Gedanken über Musik und anderes finden sich auf seinem großartigen Blog, Last Plane To Jakarta.

Und schließlich hat Beggars Group gestern eine Serie von Konzertvideos auf Youtube gestartet, in denen in jeder Folge ein Song vom Mountain Goats-Auftritt im Plattenladen Amoeba Records Ende August zu sehen ist, und zusätzlich noch ein exklusives Interview mit dem New Pornographers-Kopf A.C. Newman. Yeah!



(Oh, und eine Aufnahme von dem gleichen Konzert gibt es auch noch auf Archive.org)

The Thermals - The Body, The Blood, The Machine



Himmel hilf, die Thermals werden gemächlich! Auf The Body, The Blood, The Machine schaffen es doch glatte 3 Stücke über die 4 Minuten-Marke, und unter 2:27 kommt auch keiner. Ist das der erste große Fehlschlag der dreiköpfigen Band aus Portland?
Wobei, dreiköpfig sind sie seit dem Verlust von Drummer Jordan Hudson nur sporadisch gewesen. Das Album nahmen Hutch Harris und Kathy Foster zu zweit auf, alle Instrumente inklusive Schlagzeug spielten sie selber ein. Neuland war das für die beiden nicht, vor den Thermals haben die beiden schon in drei Bands zusammen gespielt und zuletzt als Folk-Duo Hutch & Kathy alleine mehrere Platten aufgenommen. Und so wurde mit Brendan Canty von Fugazi als Produzent das erste Thermals-Album mit den Credits all songs written / arranged by h. harris/k. foster geschaffen.

Auf diesem neuesten Album gab es aber nun mehr Arbeit als jemals zuvor, der minimale rohe Sound der Band wurde nicht nur generell etwas poliert, neben Bass, Gitarre und Schlagzeug erklingen hier auch erstmals Keyboardsounds prominent. Beides nimmt aber, wie man spätestens bei A Pillar Of Salt hört, den Songs nichts an Wucht und Mitreißungsvermögen. A Pillar Of Salt ist schon ein typischer temporeicher Thermals-Song, bleibt aber auch der temporeichste des Albums, lediglich das Eröffnungsstück Here's Your Future ist ebenfalls so schnell dass man seine Mühe hätte im Takt mitzuspringen. Die Thermals rocken ansonsten nicht mehr als wäre der Teufel hinter ihnen her, vielmehr als wollten sie uns vom Berg herab predigen. Kein Gospel, und erst recht nicht bemutternd oder überheblich, eher im Sinne von Gedanken aussprechen die alle einmal gehört haben sollten.

God reached his hand down from the sky
He flooded the land, then he set it afire


So bemerkt man auch früh den Fokus der Texte. Die Thermals waren noch nie politische Lethargiker und reine Gefühlsduselanten, aber hier wird schon mit dem Albumcover und dem ersten Textzeilen bald klar: was die Thermals hier geschaffen haben ist ein *tief Luft holen* Konzeptalbum über amerikanische Innen- und Außenpolitik, religiösen Fanatismus und wie beide zusammenhängen. Ein Album das sie der religiösen Rechten in Amerika wie faule Eier genüsslich ins kollektive Gesicht pfeffern wollen. Wo bei Green Day noch Jesus in den Vororten sein (Un)wesen trieb, strahlt er einen hier bereits vom Cover an, mit offenen Armen einer in Schrott ertrinkenden Erde vorangestellt.
Zwischendurch kann es wohlgemerkt aber auch mal emotional balladesk zugehen, wie auf Test Pattern, der Photostory einer Beziehung auf Probe, aber im Großen und Ganzen hagelt es hier Hits um die Kids zu uniten (und politisch zu animieren). Von Beschreibungen eines rachesüchtigen Gottes in den ersten Stücken wird bei apokalytischer Stimmung der Bogen gespannt zur amerikanischen Nahost-Politik in Power Doesn't Run On Nothing, in dem Amerika proklamiert

So give us what we're asking for
'Cause either way we're gonna take it
Our power doesn't run on nothing
We need the land you're standing on
So let's go, move it


The Body, The Blood, The Machine ist das bisher beste Album der Thermals, und begeistert damit logischerweise mehr als alle bisherigen. Durch die inhaltliche Verknüpfung der Texte können die Songs besser als zuvor aufeinander aufbauen, vorherige Ideen wieder aufgreifen. Das Songwriting ist noch besser geworden, die Songstrukturen so gut dass mittendrin keine Lücken mehr entstehen die es früher schon mal gab, durch die Geschwindigkeit aber da nicht auffielen.
Vor allem aber haben die Thermals es geschafft, mit den gleichen unwiderstehlich starken Riffs, die früher das Grundwerk von überwiegend schnellen Kracher bildeten, ein vergleichsweise langsames Album zu machen das an keiner Stelle jemals langsam erscheint, an Schwung verliert oder gar Halt macht. Stattdessen ist die Devise wie eh und je "1, 2, 3, forward! We can touch the sky now." Als hätten sie schon damals gewusst dass sie es hier mit Gott aufnehmen wollten.

And now we gotta run
A giant fist is out to crush us


[MP3] The Thermals - A Pillar Of Salt
[Stream] The Thermals - The Body, The Blood, The Machine

The Thermals Myspace

Übrigens...

...Ende September kommt eeeeendlich mal wieder ein neuer Beitrag zu der In The Fishtank-Reihe des holländischen Konkurrent-Labels. Hierbei lädt das Label (meistens zwei) Bands die auf Tour sind für zwei Tage in ein Studio ein, in dem diese dann zusammen ein paar Stücke aufnehmen. Die Ergebnisse sind oft nicht das was man normalerweise von den Künstlern zu hören bekommt, und deswegen bin ich auch sehr gespannt was dabei herauskommt wenn auf In The Fishtank 14 die Progmetaller von Isis mit den schottischen melodischen Postrockern Aereogramme kollaborieren.


The Shins

...The Shins haben nun einen hoffentlich endgültigen Veröffentlichungstermin (23.01.2007) für ihr verschobenes drittes Album bekanntgegeben. Das gute Stück soll den Titel Wincing The Night Away tragen und hat somit das Rennen um den übelst Emo-mäßigen Titel 2007 praktisch schon für sich entschieden.

...Wem Soundqualität egal ist oder wem ein ungefährer Eindruck reicht, der kann auf der DFA Myspace-Seite die neue Single der anscheinend noch böser gewordenen Black Dice anhören, sowohl die A-Seite Manoman als auch die B-Seite Gore.
Was die Namensgeber des Labels angeht, so werden Tim Goldsworthy und James Murphy aka The DFA die zweite Sammlung ihrer legendären Remixe (Titel: The DFA Remixes Chapter One) Anfang Oktober herausbringen, diesmal u.a. mit Überarbeitungen von Werken von Goldfrapp, N.E.R.D. und Hot Chip.

...Da Frank Black nun wohl keine neuen Pixies-Songs mehr schreiben wird hat sich Kim Deal wieder auf ihre andere große Band The Breeders als kreatives Outlet besonnen, mit der sie unter der Regie von Steve Albini (yay) in diesem Monat das vierte Album aufnehmen wird.


Architecture In Helsinki

...Architecture In Helsinki, everybody's favourite mateys from down under, haben via Newsletter einiges an Neuigkeiten verkündet. Derzeit arbeitet die Band an neuen Songs, bis zu 20 Stück könnten für das nächste Album zur Auswahl bereit stehen.

Suffice to say, the jamz are sounding dope, though, we are probably getting a little too into Cameron's Latin percussion drum machines (the Phil Collins influence is definitely putting a dampner on that!) All according to plan we should have the record finished by the end of this year for an early to mid 07 release date, hopefully, we will also be able to squeeze in a new single in the meantime.

Vorher soll aber noch ein Remixalbum erscheinen, die Dinger sind ja derzeitig bei Indiebands geradezu in Mode. Aber auch eine schlechte Nachricht gab es, die Band ist nur noch zu sechst:

In the last months since our spring euro/us sojourn ended, the winds of change have been blowing through our camp. We have to announce that AIH is now a 6 piece as Tara and Isobel are no longer part of the group. The presence and pizazz over the past few years has helped make AIH what we are. We want to thank them endlessly for their heart and energy and wish them the very best with their future endeavours.

And on that note we must bid farewell...

Take care, stop at red lights,
Love,
Architecture in Helsinki


Auf ihrer Myspace-Seite kann man unter anderem jetzt auch ihr Cover des Beach Boys-Klassikers Pet Sounds hören.

Mehr Von Annuals



Obwohl ich von dieser Band bisher nur eine Handvoll Stücke kenne sind diese in den letzten Wochen nahezu auf Dauerrotation gelaufen, und in die können sich nun 2 weitere Songs der amerikanischen Annuals (auf deren Album ich so gespannt bin wie dieses Jahr nur auf ein weiteres) gesellen. Auf Bleary Eyed und Carry Around schraubt die Band ihren Sound von 'gewaltig' ein paar Stufen herunter, und man kann mehr als bei den anderen Songs die fein verwobenen einzelnen Musikstränge bewundern. Carry Around geht dabei mehr in Richtung der bunt fiependen Melancholie der Flaming Lips, während Bleary Eyed zeigt was wäre wenn Broken Social Scene zusammen mit dem Drummer von Bloc Party Surfmusik machen würden.

Am 17.10. wird das Annuals-Debütalbum Be He Me hoffentlich auch in Deutschland erhältlich sein, ich fange jedenfalls schon mal an die Tage zu zählen. Um sich ein Bild vom Zusammenhang der Stücke zu machen, die Trackliste:

1. Brother
2. Dry Clothes
3. Complete or Completing
4. Carry Around
5. Chase You Off
6. Bleary Eyed
7. Fair
8. Bull and the Goat
9. Mama
10. Ida, My
11. Father
12. Sway

Hier mein erster Beitrag über Annuals, und hier die zwei 'neuen' Stücke:

[MP3] Annuals - Carry Around
[MP3] Annuals - Bleary Eyed

Video: The Thermals - A Pillar Of Salt



Eigentlich wollte ich hier was über das Album schreiben, aber das Video ist einfach so klasse dass es seinen eigenen Eintrag verdient.
A Pillar Of Salt schafft das Kunststück, einem das Gefühl vom Verlauf eines kompletten Thermals-Konzertes zu vermitteln. Und das ohne auch nur eine einzige Szene aus einem echten Konzert zu zeigen. Die wilde Rumspringerei, das Kindergeburtstagsfeeling, dieser sagenhafte Druck der alles immer nach vorne treibt ohne einmal Halt zu machen - bis der Song vorbei ist.

Aber auch das Abstempeln an Anfang und Ende passt, denn bei den Thermals gibt es auf Platte wie auch live immer den Moment an dem die Band ihre Schuldigkeit getan und den Song gespielt hat. Die Atempause die dann folgt ist allerdings nicht so lang wie im Video sondern dauert meist nicht mal eine Sekunde an, was aber auch wieder hervorragend passt ist das Ende an das man den nächsten Song direkt anschließen kann. Und wer gut aufpasst kann neben vielen anderen Dingen im Hintergrund auch einen sekundenlangen Gastauftritt von Colin Meloy von den Decemberists erspähen.

[Video] The Thermals - A Pillar Of Salt (Quicktime)
[Video] The Thermals - A Pillar Of Salt (Youtube)


via Shots Ring Out

Bonnie Prince Billy live bei Daytrotter



Und so macht man's richtig: Die moderne Country-Legende Will Oldham, aka Palace, aka circa zwei Dutzend andere Pseudonyme hat unter seinem wohl bekanntesten Namen Bonnie Prince Billy dem Studio von Daytrotter einen Besuch abgestattet und dort eine superbe Live-Session abgehalten. Wie immer kann man die Stücke im Mp3-Format exklusiv und kostenlos auf Daytrotter herunterladen.

Bonnie Prince Billy auf Daytrotter

Myspace, Yourspace, Whose Space Is It?

Oje, Myspace geht ganz schnell den Bach runter in Sachen Musik. Gestern wurde ich plötzlich auf Deutsch dort begrüßt, was ich auf Seiten bei denen mich überwiegend englischsprachige Inhalte interessieren hasse, aber das kann man ja wenigstens einstellen. Doch nun ist mit der Ankündigung dass Myspace bald auch Musik verkaufen will die Qualität der dort gestreamten und zum Download angebotenen Mp3s von 192 auf 96 kbit/s halbiert worden, und das ist wirklich ein Unterschied. Wer noch alte Mp3s von Myspace hat kann man mal selber den Test machen, schon das erste Stück das ich probierte klang unerträglich flach, die Beats waren dröge, die Höhen fehlten nahezu komplett und sämtliche Feinheiten waren verloren.

Die Chancen neue Bands über Myspace kennenzulernen sind für mich stark geschrumpft wenn ich nur eine vage Ahnung habe wie die Musik klingt. Wenn das ganze optional wäre wäre es ja OK, aber bisher scheinen zunächst mal alle Dateien automatisch umgewandelt und dazu noch von ihren Mp3-Tags befreit worden zu sein (auch ein erhebliches Hindernis, wer hatte noch nicht die Erfahrung ein schönes Stück Musik in seinem Downloadordner zu finden und dann nicht den Namen des Künstlers ausfindig machen zu können?). Bin gespannt ob sich da bei den Künstlern (und Fans) ein ähnlicher Widerstand bildet wie Mitte des Jahres gegen die Nutzungsbedingungen.

Update: Tonspion findet auch keinen Gefallen an der Umstellung:

Damit werden die Downloads von MySpace für Tonspion quasi unbrauchbar, da wir die Qualität von 128 kbps und 44 kHz für die unterste Grenze des Zumutbaren halten. Denn wer braucht schon minderwertige MP3 Files? Nicht mal geschenkt! Hochwertige Downloads aktueller Titel gibt es schließlich überall im Netz. Bleibt zu hoffen, dass sich andere Anbieter in den USA diese Lieblosigkeit im Umgang mit Musik zunutze machen und bessere Qualität bieten.


via Coast Is Clear