My 31 favourite Records in 2005, Part 18

Platz 14
The Earlies: These Were The Earlies

Irgendwie pressemäßig komplett unterm Radar geblieben sind 2005 diese eigenwilligen Engländer/Texaner. Vielleicht weil sie weder aus Kanada sind, noch gut angezogen tanzbare Gitarrenmusik oder deutschen Pop machen?
Jedenfalls ist ihre musikalische Stilrichtung schwer einzuordnen, trifft hier doch im Gesang britische Unterkühltheit auf fast Beach Boys-mäßige Harmonie, in der Instrumentierung Präriegitarre auf kaminfeuergestimmtes Keyboard und in der Songstruktur sphärische Langgezogenheit auf leicht wahnsinnige, schleppende Märsche.

These Were The Earlies klingt wie der Titel einer posthumen Best-Of einer aufgelösten Band, tatsächlich aber findet sich hier das teilweise auf lange vergriffenen und teilweise defekt produzierten (!) EPs erschienene bisherige Schaffenswerk der Earlies.
Neben aller Wunderbarkeit, die die Gruppe aus den eingangs erwähnten Gegensätzen zaubert, zeichnet diese Platte besonders ein fast alle Songs durchziehendes Gefühl aus: The Earlies können wunderbar Songs schreiben die sich anfühlen als würden sie niemals aufhören. Und das Beste ist: genau das wünscht man sich als Hörer auch.

Website: www.theearlies.com
Bester Track: Morning Wonder

Bad Santas



Forty drunken Santas rampaged through central Auckland, stealing from shops and assaulting security guards in an organised protest against the commercialisation of Christmas.

Police said some of the people dressed in Santa costumes threw beer bottles and one tried to climb the mooring rope of a cruise ship, and a security guard was punched during the fracas on Saturday afternoon.

My 31 favourite Records in 2005, Part 17

Platz 15
The Decemberists: Picaresque

Colin Melloy kann gut mit Worten umgehen.
Colin Melloy ist ein toller Geschichtenerzähler.
Colin Melloy benutzt Worte wie "betrothed", "luscious" und "pachyderm".

Wer das nicht zu würdigen weiß, dem bleibt zum Glück immer noch dass Melloy mit den Decemberists die wohl herrlichsten zwischen Vergangenheit und Gegenwart schwebenden instrumentalen Arrangements der.. nun ja.. Gegenwart spielt. Ich kann wie man sieht nicht so gut wie er mit Worten umgehen.

Wie man dieser Tage lesen konnte sind die Decemberists gerade zu einem Major Label gewechselt. Dass das ihre Musik irgendwie beeinflussen wird ist schwer fraglich, wie kann jemand, der Lieder für ein Publikum aus dem vergangenen Jahrtausend zu machen scheint, seine Musik ändern um einem modernen Mainstreampublikum zu gefallen?
Anyway, Picaresque. Nie klangen die Decemberists so nach Livespektakel wie hier. The Infanta beginnt das Album mit einem Marsch, danach geht es direkt in das klassisch tragisch-romantische We Both Go Down Together über. The Sporting Live kommt fast schon swingend daher, kurz vor Schluss gibt's dann hingegen mit The Mariner's Revenge Song eine geradezu theatralisch inszenierte (besonders toll ist das Ganze Live, dort muss das Publikum an bestimmten Stellen wild schreien als würde es gerade von einem Wal verschlungen) Seemannsgeschichte geboten.

Wobei Melloys Geschichten trotz klassischer Motive meist in der Gegenwart spielen, was sich oft nur durch kurze Referenzen feststellen lässt. Denn eins sollten gute Geschichten ja immer sein: zeitlos.

Website: www.decemberists.com
Bester Track: The Mariner's Revenge Song

RIP: John Spencer

Nein, nicht der Blues-Mensch, der hier:



John Spencer erliegt mit 59 einem Herzinfarkt

Hier in Deutschland wohl eher unbekannt weil seine besten darstellerischen Leistungen in The West Wing hier nie gezeigt wurden, trotzdem oder gerade deswegen: Ich ziehe meinen Hut, Sir.

Deep Blue Sea indeed...

Das U-Boot wird zu Wasser gelassen...

Shark-Shaped Submarine Is Latest Cousteau Star Vehicle

Mehr Musik, meeeehr

Ein Explosions in the Sky Livekonzert bei Bradley's Almanac

Eine brandneue 50 Foot Wave EP gratis bei Archive.org

Ein kleines Live-Konzert von Wolf Parade und eins von Sleater-Kinney, das entschädigt mich für's Erste wenigstens ein bisschen dafür dass beide Bands vor einem Monat ihr Konzert in Köln absagten.

Ein Weihnachts-Minialbum vom Memphis Industries Label, u.a. mit The Go! Team

Und weil aller guten Dinge 3 5 sind, auf Fabchannel gibt's massig Livekonzerte für mau anzusehen, u.a. von Bloc Party, Stars, The Robocop Kraus, The Arcade Fire und und und...

I'm From Barcelona



Mein Tipp für das neue Hitkollektiv 2006: I'm From Barcelona, musikalisch irgendwo zwischen Broken Social Scene, The Arcade Fire und Architecture From Helsinki anzusiedeln.

Drei absolute Traumsongs gibt's auf der Bandpage zu laden.


via You Ain't No Picasso

Kontinentale Unterschiede

Schäuble facht Debatte um Folter an

Bush akzeptiert Anti-Folter-Gesetz

Verkehrte Welt...

My 31 favourite Records in 2005, Part 16

Platz 16
Death From Above 1979: You're A Woman, I'm A Machine.

Und hier die Band die dieses Jahr fast das Gegenteil von Bloc Party war. Besonders weil das DFA 1979 Remixalbum eine totale Katastrophe war.
Auf ihrem Debüt hauen einem die 2 Kanadier einen dermaßen energetischen Noiserock um die Ohren wie man es sonst nur von etwas weniger eingängigen Bands wie Lightning Bolt gewöhnt war. Darunter schlägt die ganze Zeit etwas von dem man sich erst bei Black History Month sicher ist: Death From Above 1979 wollen im Grunde ihres Herzens sexy Dance Music machen, sind aber vom Herrn nur mit Bass und Gitarre ausgestattet worden. Was sie da alles raus holen ist dann um so erstaunlicher, erfindungsreich, abwechslungsreich und geht vor allem immer ohne Pause nach vorne. Inhaltlich geht's dabei um Romanze, meistens der physischen Art.

Besonders toll ist der Spannungsbogen der sich über das Album erstreckt. Anfangs voll auf die zwölf, werden die Lieder von Stück für Stück etwas langsamer bis man in der Mitte der CD mit Blood On Our Hands und Black History Month beim langsamsten (d.h. überhaupt erst tanzbaren) Teil ankommt. Dann geht's nach nur einem Stück mit Cold War wieder auf das Tempo des ersten Stücks und steigert sich mit den nächsten zwei sogar noch darüber hinaus. Stellt man sich das ganze Album als DJ-Set bei einer (zugegeben recht kurzen) Clubnacht vor fehlt hier nach dem Höhepunkt Pull Out eigentlich nur noch ein Song zum wieder runterkommen nachdem man sich schon tonnenweise Schweiss vom Leib getanzt hat (oder eben gerade "pull out" gemacht hat). Und genau der kommt dann auch mit Sexy Results, und passend zum Songtitel kann man sich dann auch so dazu bewegen dass man eben dieses Ergebnis erhält.

Website:www.deathfromabove1979.com
Bester Track: Sexy Results

Geld zum Einrahmen

So müssen die Fränkli ausschaun

Wow, hätte nicht gedacht dass Geld auch mal cool aussehen kann. Das hier ist ein Beitrag zum Wettbewerb der Schweizer Nationalbank bei dem man neue Franken-Scheine designen sollte. Warum konnte man so was nicht für den öden Euro machen?

via Boingboing

My 31 favourite Records in 2005, Part 15

Platz 17
Bloc Party: Silent Alarm Remixed

Als ich das vor etwa einem Jahr das erste Mal Bloc Party hörte, genauer gesagt die Little Thoughts / Tulips Single, waren es nicht diese beiden Stücke die mir am besten gefielen sondern die "C-Seite", der Phones Disco Remix von Banquet. Dann, am Anfang dieses Jahres, war Bloc Partys Album gerade erst draußen als wieder ein Remix eines ihrer Songs meine Welt ins Wackeln brachte, diesmal war es der M83 Remix von The Pioneers. Warum ins Wackeln? Nun, nicht nur waren Bloc Party eine großartige Rockband, irgendwie waren diese beiden Songs remixt sogar noch besser. Und wie oft passiert das schon bei einem Rocksong oder gleich zweien?

Und dann kam gleich ein ganzes Remixalbum. Aber wider erwarten war hier immer noch die Mehrheit der Stücke genau so gut oder besser als im Original. Warum? Nun, zum einen liegt das sicher an der Wahl der Remixer, sowohl mir bekannte (u.a. Ladytron, Mogwai, Four Tet) als auch unbekannte Künstler legen hier Hand an, und zwar so abwechslungsreich wie die Musikrichtungen aus denen sie kommen sind. Mal wird der Charakter der Stücke noch verstärkt, wie beim Death From Above 1979s rockigem Remix von Luno, dem schon erwähnten ungemein tanzbaren Phones Disco Edit oder bei dem in einer Explosion von Glückseligkeit endenden So Here We Are, mal werden die Stücke rhythmisch stark verändert wie beim fast schon auf Drum N Bass getrimmten Positive Tension, oder sogar komplett zerflückt und nur teilweise wieder zusammen gesetzt wie in M83s Remix.

Möglich macht diese extreme Vielfalt sicher auch dass Bloc Partys Stücke etwas steril produziert sind und für Veränderungen viel Freiraum lassen. Außerdem sind sie sehr präzise gespielt und enthalten viele markante Stellen, insbesondere im Gesang, die sich toll neu zusammen setzen lassen. Ein wahres Spielparadies für kreative Remixer also.
Silent Alarm Remixed ist weit jenseits eines billigen Cash-Ins und ein absolut vollwertiges Album, sowohl für Fans als auch Nichtfans des Originals. Ich muss ehrlich gestehen dass ich, mehr als Bloc Partys nächstes Album, das nächste Bloc Party Remixalbum erwarte. Wer hätte das gedacht?

Website:www.blocparty.com
Bester Track: The Pioneers (M83 Remix)