Live Live Baby

Konzert: The Long Blondes, The Lodger


Warum bitte hatte ich bis gestern noch nie etwas von The Lodger gehört? Oder hab ich sie immer ignoriert weil ich wegen des "The" instinktiv die xten öden Arctic Monkeys-Nachahmer erwartete? Die vier Herren aus Leeds waren jedenfalls als Vorband im Luxor die angenehmste Überraschung seit langem, trotz modisch dünnen Armen, Beinen und Hosen ging ihre Musik statt dem erwarteten Ladrock-Aufguss vielmehr in Richtung Achtziger C86/Tweebands, etwas muskulöser und moderner aufspielend halt aber mit massig tollen Melodien in der Hand und einem Sänger mit Morrisseyesker Stimme. Toll!

[MP3] The Lodger - The Good Old Days

Zu dem Zeitpunkt schien es als wären die meisten die noch Ende 2006 das Gebäude 9 gefüllt hatten zur nächsten gehypten Band weitergezogen, aber als The Long Blondes die Bühne betraten hatte sich der Laden dann doch angenehm gefüllt. Es war zwar alles andere als proppevoll, aber auch so schon so heiß und stickig genug dass es auch von der Bühne bemerkt wurde. "Hot like the sun," meinte Kate Jackson.


Um zum Negativen zuerst zu kommen: Im Gegensatz zum ersten Konzert hatte ich diesmal mehr als nur die Mitte der Bühne im Blick und ja, die Bassistin rechts und Gitarristin links verliehen auch gestern dem Auftritt ein merkwürdiges Bild. Verspielt haben sie sich glaub ich nicht groß, aber beide machten meist einen sehr gelangweilten Eindruck, als müssten sie rein robotisch ihren Job erledigen und könnten kaum den Feierabend erwarten. Was sich insbesondere nicht sonderlich gut macht wenn direkt neben einem Kate Jackson lasziv herumturnt, beim Eröffnungsstück Round The Hairpin eine Trommel beklöppelt oder am Elektronikbrett Krach macht.

Denn das wurde mal wieder klar, die Frau ist der geborene Popstar. Nicht nur wie sie mit ihrer Show die Bühne vereinnahmt und die Aufmerksamkeit auf sich zieht, gestern demonstrierte sie auch ihre stimmlichen Fähigkeiten enorm eindrucksvoll. Bisher ungekannte Höhen erklomm sie ebenso wie sie mit charakteristischer Stärke nach Belieben von warm zu kühl oder grrrl-shoutig wechselte. Besonders eindrucksvoll geschah das in der Mittte des Sets bei dem Song der aus einer anderen Welt zu stammen schien: Century. Für mich das neue Livehighlight, gefolgt von dem fast gänzlich von Jacksons Tonleiterakrobatik vollführenden Stimme getragenen Too Clever By Half und dem ehemaligen Livesong Numero Uno, You Could Have Both. Fast alle neuen Songs waren live schneller, tanzbarer und klang natürlich nicht so glattproduziert wie auf dem Album, damit wurde das Set sehr kohärent und führte auch zu einem durchweg belebten Publikum.

Dass Synthklänge auch bei älteren Songs zum Einsatz kamen blieb eher unbemerkt, bemerkenswert war aber mal wieder der tolle Drummer (mit Ronnie Corbetts Gesicht auf der Bassdrum). Der absolvierte als Motor der Band nicht nur Tempowechsel sondern auch jeden Drumfill z.B. bei Here Comes The Serious Bit wie im Original, schwitzte und trank dementsprechend auch - "I'm drinking this stuff like water" scherzend aber auch wirklich nur Wasser. Das Set bestand gut 50/50 aus neuem und altem Material, besonders erfreulich war dass auch mal mit Autonomy Boy ein ganz alter Favorit vorbeischaute. Auch erfreulich war dass die neuen Songs nicht merklich schlechter beim Publikum ankamen, wobei zwischen dem Guilt von 2006 und der gestrigen Liveversion auch ein himmelweiter Unterschied besteht, gefiel mir auch noch besser als auf Platte. P

Perfekt machte für mich den Abend aber I'm Going To Hell das vermutlich als mein meistgehörter Song des Jahres enden wird. Da ist diese eine magische Stelle bei der Jacksons Stimme wie der richtigste Klang der Welt erscheint: "I don't believe in heaven, I don't believe in hell. Maybe that's the problem or maybe it's just as well," das letzte Wort lang anhaltend, gefolgt von einem "Whooo-hoooh" aus dem Hintergrund. Dass ich in dem Moment die Augen zumachte hatte gewiss nichts damit zu tun dass ich bei diesem zweiten Long Blondes-Konzert die ganze Bühne im Blick hatte.

[MP3] The Long Blondes - Here Comes The Serious Bit
[Video] The Long Blondes - Guilt
[Video] The Long Blondes - Century

Konzert: The Indelicates


Ganz ehrlich: Als ich vor ein paar Jahren das erste Mal The Indelicates hörte reizte mich der Gedanke an ein Livekonzert nicht sonderlich. Die handvoll Songs waren damals schon toll, textlich wie melodiös, aber machten nicht so den Eindruck als müsse man sich das unbedingt auch mal live geben. Nun weiß ich nicht wie ein Konzert damals gewesen wäre, aber was gestern auf der Bühne des Blue Shell stand war eine wirklich famose Liveband. Zuallererst mal der Gitarrist: eine geborene Rampensau. Der Mann zappelte wirklich nonstop herum, drehte sich im Kreis, kletterte herum und stierte in die Menge, poste und animierte. Was alles noch weitaus bewundernswerter wurde weil er nicht gerade viel Freiraum für sein Tun hatte, ein falsch kalkulierter Schritt und er wäre in einen Boxenturm oder das Keyboard geknallt oder direkt ins Publikum gestürzt.

Das Blue Shell sorgte mit seiner Beengtheit auch vor der Bühne für ungewohnte Bedingungen. Einmal war es, obwohl wirklich nicht berstend gefüllt, ziemlich schnell ziemlich warm woran der hämisch langsam kreisende Deckenventilator auch nichts änderte. Vor allem aber gibt es im Blue Shell keinen direkten Durchgang von den Hinterräumen zur Bühne, und so musste die Band nicht nur durchs Publikum um zur Bühne zu kommen, auch zur Zugabe führte der Weg von und wieder zur Bühne nicht ganz elegant erst mal durch die Menge die zu diesem Punkt aber eh so begeistert war dass ein souveränes Auftreten nicht sonderlich wichtig erschien.

Verantwortlich für die positive Resonanz eines anfangs verhaltenen Publikums war nicht nur die Liveumsetzung der Songs des großartigen American Demo, auch zeigt sich Sänger Simon als toller Unterhalter. Auch eine Grippe mit der er den rechten Teil der Besucher anzustecken drohte konnte daran wenig ändern, kündigte schon anfangs humorvoll ein völlig unprofessionelles Konzert und unterhielt sich zwischen den Stücken mit der Menge, die ganze Zeit in eine US-Flaggenhemd gehüllt. Den vorerst letzten Song, ein pervers schnelles Our Daughters Will Never Be Free (das die sonst hinterm Keyboard sitzende Sängerin Julia leicht hüftschwenkend im Stehen absolvierte und sich wie durch ein Wunder nicht die Zunge brach), kündigte er affektiert augenzwinkernd als das "wirklich, wirklich allerletze. Ganz ehrlich" an und nach dem eigentlich den Schluss markierenden We Hate The Kids vergaß er auch nicht launisch eine halbe Handvoll Glitter in die Luft zu wirbeln.

Doch durch andauernden Applaus wurden sie nochmal zurückgeholt, da Simon seine Stimme (nach dem amüsanten aber sicher nicht Hals schonenden Heroin dessen Strophen er Bob Dylan und Tom Waits imitierend darbot) dann mittlerweile völlig abgeschrieben hatte musste erstmal nach einem Song gesucht werden bei dem seine vokalen Dienste nicht benötigt wurden (die Wahl fiel auf einen Song den ich selbst nicht kannte oder zumindest in dieser Umsetzung die so flott wie die meisten an diesem Abend war nicht wiedererkannte).

Davor gab es aber noch den Song zu hören der sich nicht auf dem Album befindet, der niemals eine Single war und den doch jeder an diesem Abend zu kennen schien. "Waiting For Pete Doherty To Die" erklang es dann sogar mit erhobenen Händen aus dem Publikum, aber gerade als der Abend perfekt zu werden drohte fiel kurz vor Ende das Keyboard aus und der Song kam zum abrupten Halt. Alles stoppte für ein paar Sekunden, das Ehepaar schaute sich kurz an und beendete die Nummer a capella. Spätestens da wollte man beide umarmen.

Nachtrag: Fuergutemusik hat Mp3s vom Abend!

Konzert: Los Campesinos!



So langsam machen mir Los Campesinos! Angst. Nicht nur hauen die seit über einem Jahr einen Spitzensong nach dem anderen raus, nicht nur haben sie genau die richtigen Helden (am Mittwoch Tshirts von Sleater-Kinney und Black Flag) und Feinde (Seitenhiebe gegen den sexistischen NME in ...And We Exhale And Roll Our Eyes In Unison), nun stellten sie sich auch noch live als so sympathisch wie begeisternd heraus. Im Luxor (das nach all der Umbauerei wirklich nur der Prime Club mit neuer Tapete, neuer Klofrau und schlechterem Bier ist) spielten sie ein gut einstündiges Set vor einem anfangs typisch leblosen Kölner Publikum das aber spätestens mit You! Me Dancing! (live der absolute Waaaahnsinn) in Bewegung gebracht wurde. Das Publikum bestand besonders vorne überwiegend aus jüngeren Fans, es waren aber ansonsten noch viel mehr Kerle jenseits der 25 als ich ohnehin schon vermutet hatte anwesend. Das zeigte sich auch als Frontwards angekündigt wurde und die wissenden "Whoo"-Rufe auf die Erwähnung von Pavement ausschließlich von hinten folgten.

Ansonsten aber gar es ausschließlich Originale, das komplette Material von EP und Album wurde gespielt, sogar den Hidden Track gab's als Zugabe. Der für manche anstrengend dichte Sound der Studioaufnahmen war live weitaus sauberer, auch was die Darbietung angeht haben's Los Campesino! einfach drauf. Den mehrstimmigen Gesang (auch die ekstatischen Zwischenrufe in die alle irgendwann mal einfallen), die wilde Turnerei des Sängers über die Bühne bei der er sich immer mal wieder an Instrumenten seiner Mitspieler bediente und ein Ausflug in die Menge, witzige und abartig charmantes Gerede zwischen den Songs (u.a. Anekdoten über eine Irrwanderung die alles andere als zum Kölner Dom führte, einen Auftritt im flämischen Belgien bei dem die Anrede des Publikums auf Französisch gar nicht so gut ankam und eine kindische Sequenz gegen Ende bei der sich alle ähnlich eines Abzählreims auf Deutsch mit Namen vorstellten) und ein von Anfang bis Ende belebtes Spiel. Jauchzend, tanzend und fröhlichmachend dass man selber mitsingen oder bei The International Tweexcore Underground einfach nur mitschreien möchte.

Apropos, sogar die Songtexte wurden teilweise der Lokalität entsprechend geändert, Broken Heartbeats Sound Like Breakbeats begann mit "Eins! Zwei! Drei! Vier!" und ich könnte schwören dass in The International Tweexcore Underground mal die Rede von Lukas Podolski war. Passenderweise lief auch im Vorderteil des Clubs ein Fußballspiel was zumindest manche der Campesinos ins Schwärmen ob dieser Lokalität versetzte. Mal sehen ob sie beim nächsten Besuch wieder in einem Club dieser Größe spielen werden, dass sie wiederkommen werden ist aber ganz klar. Ein Jahr "hope, yearning, publicity & excitement " (kurz "Hype") ist an dieser Truppe nicht nur spurlos vorbeigezogen sondern hat sich auch noch auf ganzer Linie als völlig gerechtfertigt herausgestellt. No death to Los Campesinos!

Konzert: British Sea Power


Um ehrlich zu sein kann ich nicht allzu viel über das ganze phänomenale Konzert von British Sea Power schreiben, an die ersten 60+ Minuten kann ich mich nämlich kaum noch erinnern. Ich weiß noch dass die Songs von Do You Like Rock Music live alle besser rüber kamen als auf Platte - kurioserweise mit Ausnahme von Atom, dem flottesten und rockigsten Stück. Ich weiß noch wie das Konzert im ordentlich gefüllten Gebäude 9 mit den ersten beiden Songs des Albums begann, gefolgt von gleich mehreren weniger bekannten B-Seiten. Neben dem Kernquartett standen eine Violinistin und ein Trompeter auf der Bühne. Oh, und zu dem großartigen Instrumental The Great Skua wurde eine Videoprojektion aufgefahren mit Möwen die übers Meer dahingleiten, definitiv ein Highlight des Abends.

Aber all das wurde mühelos von dem Wahnsinn überschattet der sich ereignete nachdem die Band unter ausdauerndem Applaus wieder auf die Bühne zurückgefordert wurde. Bis hierhin war der Auftritt nicht groß ungewöhnlich, nichts wie die Legenden die ich über BSP-Konzerte gehört hatte. Flaggen imaginärer Herkunft gaben der Bühne ein internationales Flair, außerdem stand eine Sirene allzeit einsatzbereit die auch für das Finale von No Lucifer bereits genutzt worden war. Oh, und Hamilton - einer der beiden singenden Brüder die auch öfters ihre Positionen an Bass und Gitarre tauschten - trug ein leicht zerfetztes Nachthemd. Das war enttäuschenderweise das ganze Ausmaß an Ungewöhnlichkeit. Aber dann.

Ich erinnere mich noch an folgende Dinge die sich während des mindestens zehnminütigen Rock In A ereigneten:
Der Gitarrist (der die Bühne mit 3D-Brille betrat und verließ) kletterte auf den meterhohen Lautsprecherturm hinter ihm, machte dort oben Flugbewegungen mit den Armen und sprang irgendwie wieder auf die gefüllte Bühne herunter ohne sich was zu verdrehen. Dann nahm er einen sichtlich schweren Lautsprecher, drehte ihn zum Publikum und begann ihn umherzutragen. Später schnappte er sich ein Mikro, begann ekstatisch hineinzujohlen und schleppte das Mikro ins Publikum auf der Suche nach Mitjohlern. Als nächstes schnappte er sich den Trompeter und ließ sich von ihm trompetend durch die Gegend tragen bis beide dann irgendwann in die Sänger rannten/fielen. Yan hatte derweil versucht ein Mikro herunterzuschlucken und schaute dabei mit weit aufgerissenen Augen höchst manisch durch die Gegend, sein Bruder hingegen suchte Menschennähe und ließ sich vom Publikum umarmen. Gegen Ende flogen dann auf einmal rechts und links Äpfel, Orangen und ein kompletter Strunk Bananen durch die Gegend als irgendwer den Inhalt einer Obstschüssel ins Publikum feuerte.

Und irgendwann dann waren sie weg, ein absolut denkwürdiges Konzert zu Ende und British Sea Power hatten gezeigt warum sie einfach unvergleichlich sind. Nur das Publikum, das versuchte gar nicht erst noch eine Zugabe zu erklatschen, aus Angst davor dass nun noch Wilderes passieren könnte.

Konzert: The New Pornographers



Ein großartiger Konzertherbst neigt sich langsam dem Ende zu (und mein Budget dafür, haha), aber die Highlights wollen noch nicht aufhören. Gestern machten mich The New Pornographers in Rekordzeit von lethargisch-grippelig zu putzmunter-fröhlich. Die Kanadier starteten ihr Set im Gebäude 9 mit einem dreifachen Powerpopschlag aus All The Things That Go To Make Heaven And Earth, Use It und Electric Version, womit sich schon eine Setlist andeutete die hervorragend Altes mit Neuem mischte. Etwa die Hälfte der Songs stammten von Challengers, trotzdem wäre es ohne Vorwissen unmöglich gewesen sie zu erkennen, zu gut fügten sie sich ein und machten das Set zum stärksten und abwechslungsreichsten das ich bisher von der Superdupergroup gehört habe.

Wie zu erwarten waren weder Dan Bejar noch Neko Case dabei, aber noch weniger als beim letzten Mal stellte das ein Problem dar, außer dass es vielleicht deswegen nicht Myriad Harbour zu hören gab (wobei, die andere Bejar-Komposition The Spirit Of Giving wurde ja gespielt). Sehr gefehlt hätte mir hingegen Überdrummer Kurt Dahle, der hatte sich noch zu Beginn dieser Tour eine Auszeit genommen aber war für den Europatrip zum Glück wieder dabei. Denn Dahle ist nicht nur ein hervorragender druckvoller Drummer sondern auch ein echter Showman der zwischendurch locker seine Sticks durch die Luft wirbelt oder demonstrativ weit ausholt. Auch sein Timing ist unangreifbar, einmal rannte er zu Beginn eines Stücks von der Bühne, kam kurz darauf mit Bierflaschen beladen zurück und saß fast auf die Sekunde genau rechtzeitig für seinen Tambourineinsatz wieder auf seinem Platz. Dass er auch während des Trommelns Singen und Bier trinken kann versteht sich von selbst.

Die weiblichen Gesangsparts von Case sowie ihre eigenen von der neuen Platte Challengers übernahm natürlich Kathryn Calder die seit dem letzten Mal richtig in ihre Rolle hereingewachsen schien. Damals wirkte sie noch etwas zurückhaltend bei Neko-Nummern wie Mass Romantic allein im Rampenlicht zu stehen, davon war gestern keine Spur mehr. Überhaupt kam mir die ganze Band lebendiger vor als letztes Mal, insbesondere Carl Newman mit ständig geschlossenen Augen wird zwar so schnell keine Preise als charismatischster Frontmann gewinnen aber zwischen Calder, Dahle und dem munteren Todd Fancey hatte ich Spaß der Band auch beim Spielen zuzusehen. Mit zunehmendem Konzertverlauf lockerten Band wie Teile des Publikums auch zunehmend auf, getanzt wurde zwar nur vereinzelt aber dafür viel und begeistert applaudiert und auch zum Mitklatschen konnte erfolgreich animiert werden.

Alles wollte dann doch nicht klappen, irgendwann kam dann aus Calders Keyboard ein infernalisches Gedröhne heraus weswegen sie erstmal ihren Einsatz verpasste. Gut aufeinander abgestimmt spielte die Band einfach nochmal das letzte Motiv und schon klappte wieder alles, während des Liedes noch kam ein Techniker nach vorne gerannt, tauschte ein Kabel aus und schon war auch das Keyboardproblem beseitigt. Einmal, ich glaube es war bei Challengers, geriet Blaine Thurier ein Sample etwas neben der Spur was zu einem amüsant verdatzten Gesichtausdruck bei Newman führte dem immer wieder Geigen leise ins Wort fielen. Und die zweite, für Gelächter sorgende, Panne von Calder, die zwischendurch auch mehrmals zur Ziehharmonika griff, passierte am Ende von The Bleeding Heart Show mit dem die Band normalerweise den regulären Teil ihres Sets beendet.

Da verließ Newmans Nichte die Bühne, zu früh denn als Probe für einen Auftritt im französischen Fernsehen spielten die Pornographers (wieder mit Calder an Bord) noch ein ELO-Cover. The Slow Descent Into Alcoholism beschloss den tollen Abend (der leider nicht von einem Alkoholhersteller gesponsert wurde), und auch wenn ich nicht weiß ob dies mein letzter Konzertbesuch in diesem Jahr war so würde er zumindest einen herrlichen Abschluss darstellen.

[MP3] The New Pornographers - My Rights Versus Yours
[MP3] The New Pornographers - Myriad Harbour

Konzert: Envy



Man sollte ja meinen dass am Abend an dem Die Ärzte in Köln eine große Jubiläumsgala geben eine Hardcoreband aus dem fernen Japan noch zur geringsten Konkurrenz zählen würde. Doch die Treue und Menge von Envys Fans sind groß, und so ist das Gebäude 9 proppevoll da Tickets restlos ausverkauft sind. Aus weit entfernt sind manche angereist, man hört Französisch und Schwedisch und vielerlei Englisch mit nichtdeutschem Akzent. Wo man hinsieht Hardcore-Tshirts und -Sweater, Hardcorekäppis und Hardcorehaarschnitte (gerade anscheinend angesagt bei den Damen: gelbblonde Zöpfe). Aber keine reine Szeneveranstaltung, denn auch wenn Envy gut holzen so ist weniger ein Abend für Moshpits als für andächtiges Zuhören.

Weghören wäre auch kaum möglich, denn da ihre Landsmänner Mono dieses mal nicht nach Köln kommen gebührt Envy der Titel "Lautestes Konzert des Jahres". Schon als die fünf loslegen gibt's ordentlich was aufs Trommelfell, doch dann wendet sich Tetsuya Fukagawa vom Mikrophon ab und dem mit Elektronik belegten Tisch hinter seinem Rücken zu, der Song tritt richtig in Aktion und es geht laut -> OhmeinGottwhatthefuckaahistdasgeil. In diesem Orkan treiben Bassist und beide Gitarristen die keinen Anschlag verfehlen während sie zucken und sich wiegen, besonders der rechte Gitarrist geht irre ab und ich bin absolut fasziniert von seinem Haar das einen eigenen Tanz aufzuführen scheint.

Envys Texte als nicht besonders fröhlich zu charakterisieren wäre noch untertrieben, in den sowohl auf Japanisch als auch Englisch geschriebenen Booklets findet sich ein überwältigendes Spektrum von negativen Emotionen wieder. Fukagawas gepeinigt heisere Stimme ist dabei ein ideales Vehikel um die dunkle Seite der Gefühlswelt zu transportieren, auch wenn er stellenweise singt ist es nur eine Frage bis es zum nächsten gutturalen Ausbruch kommt. Trotzdem gibt es dem Zuhörer ein wahres Glücksgefühl an dieser Trauer teilzuhaben, besonders die neueren Stücke wie Scene sind von schönen sphärischen Synthklängen durchzogen die einen bei dieser Lautstärke nur noch eindringlicher durchfluten. Von der innerlich und äußerlich erwärmten Menge strömt dafür Dankbarkeit nach vorne, und nach einer Zugabe verlassen Envy mit einem Lächeln auf den Lippen die Bühne.

Auf der Rückfahrt steigen auch Besucher des soeben beendeten Ärzte-Konzertes in die Bahn. Fröhlicher wirken aber irgendwie diejenigen die gerade nicht die beste Band der Welt gesehen haben. Macht der Katharsis.

Videos auf Youtube gibt es hier und hier, letzteres ist soundmäßig weniger gut aber sehr schön gefilmt mit super Gitarristenaction am Ende.

Konzert: The Fiery Furnaces



Wenn man nicht wie letztes Jahr zufällig The New Pornographers heißt stelle ich mir den Job der Vorband für die Friedbergers nicht sonderlich attraktiv vor. Denn gegen so furios aufspielende The Fiery Furnaces wie gestern kann man eigentlich nur verblassen, insbesondere wenn man wie Franz Kasper die Art von solider aber unspektakulärer Rockmusik spielt die nicht wirklich mein Fall ist. Immerhin kam ich durch den Namen auf die amüsante Vorstellung von Franz Ferdinand als Vorgruppe der Furnaces und beim Umbau auf die Frotzelei dass die Friedbergers den Schotten wohl das Schlagzeug geklaut hatten, das war nämlich mit zwei Fs gefolgt von ausgeschwärzten Buchstaben beschriftet. Um so größer mein Amüsement als ich bei genauerem Hinsehen unter der Übermalung "Fromz Ferdanind" zu erkennen meinte. Ebenfalls ohne Erklärung, selbst auf Nachfrage hin, blieben die Kanada-Logos auf Bass und T-Shirt des Mannes außen links der gewiss nicht von dort kommt.

Ebenso unernst aber sehr süß begann dann das Konzert, die bereits beim letzten Mal dabei gewesenen Jason Loewenstein und Bob D'Amico besetzten ihre Positionen an Bass und Schlagzeug, gefolgt von Matthew Friedberger der sich statt einer Gitarre um den Hals diesmal rechts mit mehreren Keyboards/Orgeln bewaffnet hatte. Er bat dann die Menge seine Schwester, die am vergangenen Abend mit einer Erkältung zu kämpfen gehabt hätte, mit einem extra Applaus zu begrüßen was auch prompt geschah. Von Formschwäche war bei ihr aber nur wenig zu merken, auch dass ihnen auf dem Weg nach Köln die Achse am Tourwagen gebrochen und die Autobahnahrt so unbemerkt höchst gefährlich geworden war blieb zum Glück ohne Folgen. An der Rückseite der Bühne war ein großes aufsehenerregendes Banner mit bunten Textauszügen aufgehängt, die Aufmerksamkeit war aber schnell auf das tatsächliche Geschehen gelenkt.

Die Rhythmussektion legte von Anfang an mit sattem Druck vor, besonders Loewensteins Bassklang war irre schwer und knarzig und groovte so noch mehr. Im Vergleich zum letzten Mal waren die Songs aber kein einziges manisches Holterdipolter sondern behielten ihre melodischen Akzente, insbesondere die Songs von Widow City die den Großteil des Programms ausmachten klangen absolut fantastisch in diesen Arrangements. Instrumental waren sie dank der irren Keyboards nah an der Plattenversion, strukturell wurde aber imer wieder umgeschichtet, vor allem die gesanglosen Garagerock-Einlagen meist verlängert oder vervielfacht.

Meistens gab es aber Eleanor Friedbergers Gesang zu hören, und der war natürlich wahnsinnig toll. Mit dieser einmaligen, kräftigen Stimme trug sie stellenweise lächerlich schnelle Wortfolgen vor, ohne eine einzige Silbe zu verhaspeln, und behielt dabei auch noch die Betonung. Seltbst während sie sich vom Mikro entfernte schienen die Worte noch genauso kräftig hinüberzuwallen, als hätte sie ein wunderbarer Geist besessen für den die Gesetze der Physik egal waren und den nichts daran hindern konnte freigesetzt zu werden. Ein großes Highlight war der Titelsong des neuen Albums, keine bloße Gesang + Piano-Nummer mehr und trotzdem alle hing alles an dieser Stimme.

An älteren Stücken (die ich identifizieren konnte - manche waren doch noch so verändert dass ich ratlos blieb) gab es vor allem EP-Material zu hören wie Evergreen, Single Again und Smelling Cigarettes, letztere beiden wurden mit Don't Dance Her Down in ein Medley geschachtelt. Ein anderes Medley gab es überraschenderweise mit nur schwer zu erkennenden Nummern von Rehearsing My Choir, davon wurden glaub ich direkt drei am Stück gespielt. Irgendwann war dann alles vorbei, irgendwie schon viel zu früh denn was hätte man nicht noch alles spielen können, aber es war sicher auch nicht ratsam Eleanours Stimme zu überstrapazieren. Zum Abschluss gab es dann auf Besucherwunsch Tropical Iceland, wohl den größten potentiellen Pophit den die Furnaces je geschaffen haben. Natürlich weder in der ursprünglichen langsamen noch in der neueren Südseeversion sondern als zappeligen Garagerock serviert. Ganz ganz großer Murks. Im guten Sinne. Nur schade dass es kein Los Fieros Furnacios-Shirt mehr in tragbarer Größe gab.

Konzert: Asoki Seksu



Ich weiß nicht ob es am Timing liegt oder ob sie nur besonders gründlich sind, aber bei beiden Gelegenheiten als ich Asobi Seksu dieses Jahr live sah waren sie noch beim Soundcheck als ich ankam. Ein Gutes hatte die Wartezeit im Gebäude 9 direkt für die Band, der Merchandise-Stand war nämlich schon vor dem Konzert gut besucht. Und als es dann los ging war auch klar dass sich das Warten gelohnt hatte, die klangliche Abstimmung war weitaus besser als im Sommer als sie in der Kulturkirche vor den Editors spielten. Damals gingen Keyboard und Gesang schnell unter im Lärmen von Gitarre und Bass, die schönen Melodien konnte man nicht mehr als erahnen wenn man sie noch nicht vorher kannte.

Gestern aber waren die Stimmen von Yuki Chikudate und James Hanna gut zu verstehen auch wenn's wie erhofft laut wurde. Denn auch wenn sich die New Yorker mit Recht ein 'Dream Pop'-Logo auf ihre herrlich designten Platten stempeln so gehen die träumerischen Parts ihrer Songs nur zu gerne in Krachausbrüche über, und so freute ich mich auch jedes Mal wenn die Fetzen flogen und die Saiteninstrumente malträtiert wurden. Es war zwar laut aber nicht unangenehm, eben auch weil kein übermäßiges Bassdröhnen auszumachen war, dem ausgiebigen Soundcheck sei Dank. Die zwei Gesichter der Musik von Asobi Seksu werden auch visuell prima von den beiden Frontleuten repräsentiert: Chikudate, die elegant im bunten Kleid leicht auf und ab wippend oder hin und her wiegend ihr Keyboard bediente, für die leichten, poppigen Melodien und Hanna, wenig glamourös mit 5-Tage-Bart, Haaren im halben Gesicht und locker sitzendem Hemd aber genüsslich seine Gitarre schüttelnd wenn es an die Kracherzeugung ging.

Der Raum war gar nicht mal so leer wie ich vorher gedacht hatte, schätzungsweise 60-80 hatten sich nach Deutz aufgemacht. Auch die Band äußerte angenehme Überraschung über die Besuchermenge bei ihrem ersten Kölner Auftritt als Headliner, wenngleich diese Menge auf mich ziemlich komatös wirkte. Aber ansonsten war's echt prima, alles was ich von ihrem zweiten Album Citrus das schon letztes Jahr zu meinen Favoriten zählte hören wollte wurde gespielt, teilweise in ausgedehnten Fassungen - mit mehr Krach natürlich, yeah! Am krachigsten wurde es zum Schluss als sich Chikudate auch mal ans Schlagzeug setzte, jegliches Klischee von der dekorativen Frau am Keyboard mit zwei Drumsticks zerschmetternd. Während links und rechts die Saiten geschwungen wurden schnappte sich dabei der Drummer ein Becken und trug es über die Bühne, so laut darauf eindreschend dass man es auch ohne Mikrophon hören konnte, als müsste er auch unbedingt zu diesem wunderschönen Krach beitragen der da von der Bühne angeschwommen kam.

[MP3] Asobi Seksu - New Years
[MP3] Asobi Seksu - Thursday
[Video] Asobi Seksu - Goodbye

Asobi Seksu Myspace

Konzert: Future Of The Left



Ich habe Mclusky nur einmal live gesehen, und das noch nicht mal auf einem eigenen Konzert sondern nur im Rahmen des Rheinkultur-Festivals. Damals regnete es mal ausnahmsweise nicht und der strahlende Sonnenschein hatte den Boden derartig ausgetrocknet dass sobald die drei Waliser loslegten beträchtlich Staub aufgewirbelt wurde. Es war aber nicht nur denkwürdig weil ich noch den Rest des Tages die Bodenreste aus meiner Lunge wieder raushustete, vor allem war da dieser gnadenlose Druck der von vorne ausgeübt wurde, fast schon ein Akt der Gewalt. Es war klar dass dieser Band keiner etwas anhaben konnte (weswegen ich mir auch danach keine Sorgen machte mal einen oder zwei ihrer Auftritte zu verpassen), lediglich der amüsant angetrunkene Bassist sabotierte mit chaotischen Einlagen.

Gestern kamen die Sabotageversuche von vor der Bühne. Obwohl der betrunkene Besucher mit Affinität für das Umschmeißen von Mikrophonen anderer Auffassung war spielten im Tsunami Club nicht Mclusky - die hatten sich vor zwei Jahren zerstritten - sondern Future Of The Left, quasi Mclusky mit neuem Bassisten und komplett neuen Songs. Und nicht nur ich fand es etwas komisch sie in diesem kleinen Rahmen zu sehen, hatten Mclusky doch zuletzt mehrmals das vielfach größere Gebäude 9 belegt. "This is the smallest stage ever," nörgelte der erheblich dünner wirkende mittlerweile langhaarige Andy Falkous beim Versuch sein Keyboard nach vorne zu manövrieren (möglicherweise war in dem Satz auch irgendwo ein Schimpfwort drin). Doch abgesehen von der räumlichen Beschränkung und dem Bierdiebstahl den Bassist Kelson Mathias erlitt lief mit Besucherunterstützung der Großteil des Abends glimpflich ab sowohl fand sich ein Fan der auf das Mirko aufpasste (die Mikrofonsockel standen vor der nicht gerade hohen Bühne) als auch genug Leute um den Betrunkenen in Schach zu halten der zum Randalierer mutiert war.

Von der Bühne dröhnte es kraftvoll wie man es sich erhofft hatte, nahezu das gesamte Curses plus zwei weitere Songs wurden dargeboten. Dabei gab es eben eine Phase in der das Keyboard, die größte Neuerung, bei ein paar Songs zum Einsatz kam, ansonsten blieb es bei der Gitarre-Drums-Bass-Besetzung. Wenn Falkous mit Unterstützung von Mathias mal nicht unwiderstehlich krächzte, sang und schrie was das Zeug hält erwiesen sich die beiden als tolle Sprücheklopfer zwischen den widerspenstig als "This is our first song" oder "This is another one of our songs" ohne Titel angekündigten Stücken, wegen ihrem düsterschwarzem Humor verzichte ich hier dezent auf Zitate. Vor der Bühne ging es so wild zu wie es die Situation zuließ - ein großes Rumgeschubse kann man sich halt nicht erlauben wenn man mit einem falschen Tritt in die Band reinfallen kann - und irgendwie passte diese kontrollierte Ausflipperei auch zu der Art wie Future Of The Left oft nicht mit der Tür ins Haus fallen sondern z.B. bei einem punktgenau fortschreitenden Adeadenemyalwayssmellsgood jedem Drumbeat, jedem Riff maximale Einschlagwirkung verpassen.

Wenn das gestern eine völlig unbekannte Band gewesen wäre, ich wär mir sicher dass sie bald in aller Munde wären. So freue ich mich über nicht bloß erfüllte Erwartungen und auf das nächste Mal in sicher weniger beengtem Raum. Und dass es ein nächstes Mal geben wird, darüber bin ich mir sicher - hoffentlich behalte ich diesmal Recht.

[Video] Future Of The Left - Adeadenemyalwayssmellsgood
[Video] Future Of The Left - The Fiber Provider

Future Of The Left Myspace

Konzert: Voxtrot



Als ich die Musik hörte die im Gebäude 9 lief bevor Voxtrot die Bühne betraten kam mir wieder die Frage in den Sinn ob sie angesichts ihres ersten Albums überhaupt altes Material spielen würden. Zu Hause hatte ich mir nämlich vor Kurzem nochmal die ziemlich genau zwei Jahre alten Mp3s von Raised By Wolves und The Start Of Something ausgegraben, damals meine erste Begegnung mit dem Quintett aus Austin, und gemerkt wie viel zarter und verspielter die doch gegenüber dem neuen Material wirkten. Und als dann im Saal ziemlicher Twee lief erwartete ich schon fast ein rein klassisches Set, doch es sollte anders kommen. Sehr anders.

Laut ging es nämlich los, dröhnender Bass und feuerrot leuchtende Scheinwerfer ließen Introduction und Kid Gloves einen feurigen Abend versprechen, auch hüpfte die Band energetisch über die Bühne als wär sie bei einem Termals-Konzert. Da wirkte besonders Ramesh Srivastava so gar nicht wie der Typ der in seinem Schlafzimmer charmante kleine Songs schreibt, er war mit vollem Körpereinsatz und viel Gestik dabei. Irgendwann war dann aber klar dass das Ganze weniger melodisch war als geplant, entweder die Gitarre oder ihr Verstärker waren bereits ganz am Anfang kaputt gegangen. Und dann das Überraschende: Anders als bei manch erfahrenerer Band gab es keine quälend lange Reparaturpause oder noch schlimmer Improvisationsgeklimper. Der Gitarrist verschwand zwar, aber der Rest schmiss einfach die Setliste über den Haufen und Srivastava begab sich u.a. für Soft & Warm ans Keyboard was dem eigentlichen Keyboarder nicht mehr viel zu tun gab außer ab und an ein paar ergänzende Akkorde zu spielen.

Dann schien alles wieder halbwegs in Ordnung und man trat vollzählig zu Firecracker an das eigentlich schon zu schnell und wuchtig runtergespielt wurde, fast als würden sie daran Frust über den chaotischen Verlauf abreagieren. Ab da kam das Konzert auch mehr und mehr vor der Bühne in Gange, auch weil mehr und mehr ältere Lieder gespielt wurden die hörbar freudig angenommen wurden. Eben die beiden eingangs erwähnten Stücke beendeten dann auch erstmal das Set, allerdings merklich aufgepumpt und so nicht in plötzlichem Kontrast zu dem Vorhergegangenen stehend.

Zur ersten Zugabe kamen dann nur drei wieder auf die Bühne und spielten auf Publikumswunsch hin spontan Trouble. Und das war wirklich spontan, man merkte ihnen an dass sie das Stück schon ewig nicht mehr gespielt hatten, Srivastava und der Drummer wirkten nur etwas zögerlich aber dem Keyboarder sah und hörte man stellenweise an dass er keine Ahnung hatte was nun kommen sollte und halb improvisierte. Ein weiteres Stück war dann eine reine Solonummer, und das sollte es dann auch wirklich gewesen sein.

Doch das Publikum war anderer Meinung, und so wurde die Musik vom Band überstimmt und die ganze Band noch einmal auf die Bühne zurückgeholt. Eine weitere Panne voraussehend entschuldigte sich der Sänger schonmal dass er erkältet sei und vermutlich an den hohen Tönen scheitern würde, doch die Aufführung von Missing Pieces sollte sich als Highlight des Abends herausstellen. Als ein hohes und ungebrochenes "..and I miss youuuuu, oh" den Raum erfüllte waren alle Technikprobleme und alle Unterscheidungen zwischen alten und neuen Songs vergessen, verblassend hinter einem denkwürdigen Konzertmoment. Diese Band sollte man vielleicht mal im Auge behalten.

[MP3] Voxtrot - Trouble

Voxtrot Virb