Interessantes

Patrick Wolfs Neues Album Zum Selber Investieren

Patrick Wolf veröffentlicht sein neues Album 2009 selber und sucht dafür Fan-Finanzierung, scheint allerdings auf Briten beschränkt zu sein. Dafür gibt es auf der Investoren-Seite eine kleine Medley-Hörprobe von Battle, klingt ja schon mal weitaus wilder als die letzte Platte. Wer unterdes den melodramatischsten Geschäftsvorschlag aller Zeiten sehen will sollte einen Blick auf das Video im Pitchfork-Artikel werfen.

Links am Dienstag

- Attention all Disco Inferno fans (the band, not the song): Ned Raggett weist auf eine neue Seite über die grandiosen Disco Inferno hin, eine Band die nur darauf wartet in großem Stil wiederentdeckt zu werden. Hoffnung macht auch die Andeutung zum Schluss, wenn nächstes Jahr die EPs veröffentlicht werden sollten flipp ich aus vor Freude.

- School of Seven Bells geben in einem Interview Einsicht in die Entstehung ihrer herrlichen Gesangsharmonien:

Claudia Deheza: Yeah, we didn’t really know what we were doing; we knew that it was kind of boring to just sing along to something, that it was more fun to, I guess, harmonize. We didn’t know we were harmonizing; we just knew it sounded good together.
Die letztwöchige Session gibt übrigens mittlerweile auch als Mp3 und Mp4-Video zum Download.

- Eric Harvey über die originelle Reaktion des Asthmatic Kitty-Labels auf eine seiner Rezensionen und den kritischen Umgang mit der lokalen Musikszene, in den Comments meldet sich dann auch bald der Initiator der PR-Aktion zu Wort. Only on the Internet.

- Gareth Campesinos im Interview. Dass die Lyrics zu WABWAD während der Tour mit Parenthetical Girls entstanden erklärt so Einiges. Und ich schwöre ich hatte beim ersten Hören selber die Idee die Platte als Extremely Extended Player zu bezeichnen, wie's aussieht waren wir da gedanklich (mal wieder) auf einer Wellenlänge.

A Date With Pavement (At Ikea)

Bestes Gewinnspiel aller Zeiten!

Enter to win a date at Ikea with a member of Pavement! Together you will enjoy swedish meatballs and go on a shopping spree with $500 in your hand
Ganz ehrlich, wenn ich die Wahl hätte: Mark Ibold.

Phwoah

Du meine Güte, die Bilder von Monos Aufnahmen in Steve Albinis Zweitwohnung (aka Studio) sind regelrechte Analog-Pornographie. Kabel (u.a. an einem anscheinend extra dafür aufgehängten Wandkleiderhaken) und Mikros überall im Raum, Gerätschaften die bestimmt älter sind als ich und nun auch noch mehr als ein Dutzend Streicher, nur irgendwo am Rand ein vereinzelter Mac. Kaum zu glauben dass das die gleiche Band ist die live einem Wirbelsturm ähnlich alles und jeden tosend hinwegfegt.

Gute(r) Dinge

  • Gerade auf Amazon entdeckt: In zwei Wochen erscheint in Japan ein (absurd teurer) Mitschnitt von 77 Boadrum auf Doppel-CD plus Doku-DVD. Hallo Weihnachtswunsch!
  • Am gleichen Tag veröffentlicht: Andrew W.K. covert japanische Pop- und Rocksongs. Und eine Woche später Karaoke-Abend mit W.K. und Ted Leo. Hat mal jemand ein Flugticket nach New York?
  • Band To Watch: Surf City. Right on!
  • Museumsreif: Das Matablog hat einen alten Waschzettel von Superchunks No Pocky For Kitty im typisch augenzwinkernden Stil ausgegraben:

    Several national tours in '90 and '91 (including a recent jaunt supporting Mudhoney) have enhanced Superchunk's rep as a band nobody wants to follow.
    Und ich glaub die Pop/Rock-Bezeichnung klau ich mir, seit der absurden Totalinflation des I-Präfixes mag ich kaum noch "Indierock" schreiben
  • Da war ich gestern schon kurz davor Sky Larkin auch musikalisch an Sleater-Kinney anzulehnen, jetzt seh ich gerade dass John "All Hands On The Bad One" Goodmanson das Debütalbum von Sky Larkin produziert. Das sollte doch gut passen.

Los Campesinos!: Arbeitslos Und Tätowiert

Obwohl der Zine-Teil etwas zu hektisch (oder nicht hektisch genug?) zusammengeschustert wurde bin ich schwer vernarrt in die We Are Beautiful, We Are Doomed-Box. Das Rundum-Design setzt sich auch im Innenteil fort und es passt einfach so zu Los Campesinos! wie einem beim Öffnen dieser Kiste jedes Mal Poster, Heft und zwei Buttons entgegenquillen. Mit einigen dieser Boxen im Gepäck beginnen die Tweereichen Sieben sicher heute auch ihre neue Tour, diesmal unter dem Motto und mit der Webseite Quit Yr Jobs & Get Tattoos wo man die kommenden Tage sicher wieder den einen oder anderen Toureindruck vorfinden wird, z.B. sowas wie den Gareth-Gastauftritt bei Times New Viking von der letzten Rundreise.

Zine Oder Nicht Zine

Wie man diese beiden Hefte letztendlich kategorisiert ist mir schnuppe, wichtiger ist was die sechste Ausgabe von Yeti und die vierte von The Lifted Brow zu bieten haben. Beide kommen dabei mit Musik, während Yeti mit geschriebenen Beiträgen über The Clean und The Sun City Girls und einer CD mit teilweise exklusiven Sachen von The Clean, Eat Skull, Collections Of Colonies Of Bees, Blank Dogs und Times New Viking aufwartet ist bei der australischen Veröffentlichung trotz zwei CDs der literarische Teil noch mehr hervorzuheben, gibt es hier doch Texte und Comics von Leuten die man eher im Musikteil erwartet hätte, u.a. Carey Mercer & Sidney Vermont, Jonathan Meiburg, Beth Murphy und Spencer Krug. Beide Hefte können online bestellt werden.

Im Rückspiegel verschwimmt die Stadt

Die Konzerte von Lichter bekommen so langsam zwei Traditionen: erstens sind sie immer großartig, zweitens kriege ich sie nie komplett mit (gut, beim letzten Mal lag das ausnahmsweise nicht an mir, da musste die Zugabe aufgrund der späten Stunde ausfallen). Dafür gibt's nun einen Bericht von allen Auftritten ihrer letzten Tour aus Sicht der Band, dem würde ich nur noch hinzufügen dass das ansonsten gern von mir geschasste Kölner Publikum an dem Abend nicht so lethargisch war wie es auf dem Foto wirkt:

Lichters Tourtagebuch

Super Fuzz

The stuff that I recorded at home on the digital 16-track, like "Power Supply" and "It's All Over Now Baby Blue" and the later stuff, I really like the way it sounds because it just sounds much bigger and stuff. But there's definitely a thing that's hard to achieve on that machine, which is like a certain type of density. When you're working on the four-track, maybe it's because you're having to pile stuff on top of each other on these four tracks and bounce it all around, that it kind of ends up...I don't know how to describe it, but it has this density or it all becomes kind of like one mass, and it's really hard to get that on the digital. The other thing that's hard to do is really just kind of overload it. You can overload the digital thing, but it doesn't sound good. When you overload the analogue thing, it sounds good.
Mac McCaughan im herrlich langen Interview über den Lo-Fi-Appeal.

Underground Quo Vadis?

Letzte Woche hat Nico auf Spreeblick die diesjährige Frieze bereits in Bildern dokumentiert, neben der Kunstausstellung wurden dort aber auch zahlreiche Vorträge und Panels abgehalten die es nun alle als Mp3-Downloads auf der Podcast-Seite gibt. Sehr interessant schaut da schon mal das Panel "Is the Underground Over?" aus, u.a. diskutieren Simon Reynolds, Cosey Fanni Tutti und Claire Titley von UTR über (Achtung grobe Verallgemeinerung) Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Kunst abseits des Mainstreams. Bin gerade an der Stelle wo Tutti von den Castings für frühe Punkbands erzählt, wirklich hörenswert.