Video: T-Ara - Roly Poly



2011 scheint für den südkoreanischen Pop eher ein mäßig gutes Jahr zu werden, zumindest im Vergleich zu den sagenhaften letzten beiden. Das hat zwar auch damit zu tun, dass viele der besten Gruppen damit beschäftigt sind, nach Japan und auch nach Europa zu expandieren (wo sie in Frankreich prompt eine Demonstration für mehr als nur ein Konzerte verursachten), aber songmäßig fehlen mir auch einfach die richtig großen Dinger. Gut, zur Zielgruppe (Teenagerinnen und jünger) gehör ich nicht gerade, aber die Industrie ist in einem dermaßenen Boom dass sie immer wieder was abgeworfen hat - wie nun Roly Poly.

Die "Comebacksingle" (jeder Promotion-Schub eines neuen Albums oder neuer EP wird in überhöht als Comeback bezeichnet, auch wenn manchmal nur wenige Monate Pause dazwischen liegen) von T-Ara, die letztes Jahr schon eine meiner Lieblings-Popsingles fabrizierten, wird zwar von vielen als Weiterentwicklung des arg simplistischen Bobeep Bobeep angesehen, mich erinnert Roly Poly aber mehr an New Yorker Nu-Disco à la DFA. Sicher, der Gesang ist voll zu Klingelton-Krawuppdich aufgepowert, aber geniale Produktionsdetails wie diese beschwingende Vierfach-Hihat (von der ich mir sicher bin, sie von irgendwoher zu kennen), obligatorisch gen Ende amoklaufende Streicher und vor allem dieser Instrumentalteil nach jedem Refrain, der bei jeder Wiederholung mit druckvollerem Beat augmentiert wird, machen das Ding zu einer unaufhaltsamen Discopop-Dampfwalze.

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