Liturgy / Delicate Steve



Es gibt so Punkte, wo Musik ihr designiertes Genre oder auch nur stilistische Charakteristika so nebensächlich erscheinen lässt, dass sie einen größeren, breiteren Appeal erhält. So könnte der neue Song von Liturgy auch dann gefallen, wenn man sonst nichts mit Black Metal (die vier sehen ohnehin mehr wie Stoner-Rocker aus) oder mathigem Hickhack am Hut hat, denn in hohen Tonlagen, die ein wenig an die mitreißenden frühen Trail Of Dead erinnern, ergießt sich ein gleißend melodischer Strom der dann auch verständlich macht, warum ihr zweites Album Aesthetica im Mai auf Thrill Jockey erscheinen wird.

[Stream] Liturgy - Returner



Nahezu gesangloses Gitarrenspiel trifft eher selten meinen Geschmack, hinter dem trügerischen Namen Delicate Steve verbirgt sich aber die ungemein belebte, gutgelaunte Musik einer Band, die mit ihren Afro-Pop-Einflüssen sicher Vergleiche mit den Sonnenmomenten der Dirty Projectors rechtfertigt, aber in ihrer Dichtheit und spaßigen Rhythmik auch an (den offenbar doch nicht aufgelösten) Ponytail oder Micachu erinnert. Das Debütalbum Wondervisions erscheint am 18.03., bei Luaka Bop kann man es schon komplett anhören.

[MP3] Delicate Steve - Butterfly
[Video] Delicate Steve - Wondervisions