Der schlimmste Ohrwurm der Welt

Was macht einen guten - oder auch besonders schlimmen - Ohrwurm aus? In der Regel ist er eine Melodie, ein musikalisches Motiv oder auch nur eine Geräuschabfolge die zwar so simpel und eingängig ist, dass sie leicht ins Ohr geht, zugleich aber so speziell, dass sie nicht wieder aus dem Sinn geht und selbst nach einem ersten Verdrängen noch nach Jahren urplötzlich wieder auftauchen kann. Eine muntere, folkige Melodie, ohne ablenkende Geräusche drumherum munter auf einem Piano gespielt wäre zum Beispiel wohl geeignet, erst recht wenn sie wie ein Merrily We Roll Along ad infinitum auch als Endlosschleife spielbar ist.

Wenn das Motiv leicht variiert wird, durch Tonverschiebung oder auch nur eine kleine Modifizierung am Ende, lässt sich so auch ein etwas längerer Ohrwurm mühelos merken. Was selbst einen eventuell angenehmen Ohrwurm zu einem ungemein irritierenden Ärgernis werden lässt, ist wenn man diese Klänge immer wieder im Kopf zirkulieren hat, jedoch beim besten Willen nicht ihren Ursprung identifizieren kann. Eine wortlose Klangfolge stellt dabei schon mal direkt ein größeres Ärgernis dar, absurd schwer wird das ganze jedoch, wenn der Ohrwurm so ganz und gar nicht typisch für das sonstige Schaffenswerk seiner UrheberInnen ist und man so spontan die völlig Falschen dahinter vermutet.

Deswegen ist dies hier für mich der schlimmste Ohrwurm der Welt. Weil er sich über Jahre immer wieder im Hirn einhakte, ich ihn aber nach ewigem, verzweifeltem Raten und CD-Sammlung absuchen erst dann wiedererkannte, wenn ich einmal wieder das Album hörte auf dem er vorkommt - nur um's bis zum nächsten Einrasten wieder vergessen zu haben.



(Um Frustrationen vorzubeugen: hier gibt's die Auflösung)