Owel - Owel

Eben weil sich so viele herausragende Alben auf Bandcamp entdecken lassen, laufe ich zumindest mittlerweile Gefahr, etwas nach einmaligem Wegklicken wieder aus den Augen zu verlieren. Passiert war mir das zum Beispiel mit Owels Debütalbum, doch die Lösung für dieses Problem lautet einfach: "Wishlist-Funktion". Mag sein, dass die nicht unbedingt dafür gedacht ist, aber erfüllt seinen Zweck ganz prima. So konnte ich mich nochmal davon überzeugen, wie irre schön dieses Album in Richtung früher Jimmy Eat World oder Death Cab For Cutie emo-gelagert ist, prachtvolle Streichereinlagen und süßeste Gesangsschwingen auffährt und doch mit großartigem Songwriting voller Bei- und Untertöne einfach nicht so platt ausfallen will, wie das in 99% aller Fälle geschehen müsste. Allein schon The Unforgiving Tide könnte mit Fug und Recht einen festen Platz auf so einigen Emo-Klassikern für sich behaupten.

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TV Colours - Purple Skies, Toxic Rivers

Ich hab's gerade erst gesagt und werd's gleich nochmal schreiben, die Benachrichtigungsfunktion von Bandcamp ist eine bedeutsamere Einführung als jeder neue große Streamingservice, der eh nur die Sachen anbietet, über die man auch anderswo erfahren kann. Keine Ahnung hingegen hätte man bei solchen Diensten von der Existenz von TV Colours, deren noisepop-tastisches Debüt mit dermaßener Verspätung heraus kam, dass ich es selbst wohl aus den Augen verloren hätte - hätte ich eben nicht die Möglichkeit gehabt, mich darüber automatisch benachrichtigen zu lassen. Wenn Merchandise sich von Beginn an ins Melodisch-Hymnische statt ins Gothseits entwickelt hätten, hätten sie vielleicht so geklungen:

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Eleanor Friedberger - Personal Record

Gutmöglich, dass ich bei diesem Album länger als bei allen anderen dafür brauche, um zu entscheiden, ob ich's mir zulegen möchte. Einerseits ist die Musik hier nicht mehr so sehr mein Fall wie auf dem Debütalbum, vermutlich, weil sie diesmal in Kollaboration mit irgendeinem Folktypen entstand. Andererseits könnte ich mir wahrscheinlich anhören, wie Eleanor Friedberger den Inhalt eines beliebigen Buches vorträgt und es großartig finden. Daher ...

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Mix: Italo Dreams


Anscheinend muss es nur spät und warm genug in der Nacht werden, damit ich in eine Youtube-Schleife fallen kann. Es ist eigentlich unwichtig, nach welchem Italo-Klassiker ich eigentlich suchte. Auch als ich ihn gefunden hatte, konnte ich nicht aufhören, mich entlang der Youtube-Vorschläge von einem Video zu fünf weiteren zu hangeln, in einem schier endlos erscheinenden Strudel aus überwiegend mäßig guten, aber dann auf einmal doch immer wieder so zauberhaft fremdartig-irrealer Discoproduktionen, wie sie vor allem aus dem Süden Europas kamen. Die kreisenden Basslinien und Synth-Arpeggios, die kompakt bis blechern peitschenden Drums, die mitunter schon fast geisterhaften Vocals, auf mich hatten sie irgendwie immer eine trippigere Wirkung als alle verquarzten Psychedelik-Musikarten - und in ausgewählten Highlights meines Youtube-Trips, die ich in diesem Mix gesammelt habe, eben auch meist einen schonungslos dick aufgetragenen Pop-Appeal.