Momoiro Clover Z

Ein überdrehteres Album wird es dieses Jahr wohl nicht geben, oder zumindest keines, das auch in großartigem Pop resultiert. Ich wüsste zu gern mehr über den Entstehungsprozess von Momoiro Clover Z zweitem Album, denn die Idee, die genremäßig nicht auf Perfektion setzende Stimm-Animiertheit des Quintetts mit einer Vielzahl an Produzenten außerhalb der Standard-Popgefilde (und überhaupt Japans) zu kombinieren, hat sich als enorm fruchtvoll erwiesen. Der einzige Reinfall ist da ein Song vom OK-Go-Sänger, ansonsten entwerfen unter anderem Ian Parton (The Go! Team), Narasaki (Coaltar Of The Deepers) und Marty Friedman (Megadeth) eine überbordernde Popwelt zwischen Sci-Fi-EDM-Bombast und von klassischeren Stilen geprägtem Pop-Rock, die man sich anhand der Singles schon ganz gut ausmalen kann:

[Video] Momoiro Clover Z - Neo Stargate / Birth Ø Birth / Moretsu Uchu Kokyokyoku Dai 7 Gakusho / Otome Senso / Rodo Sanka / Saraba, Itoshiki Kanashimitachi Yo

Stream: Merchandise - Totale Nite

Mal wieder so eine LP, wo man ja beim Befragen von Band und Label unterschiedliche Antworten bekommt, ob dies nun ein Album oder eine EP ist. Doch Totale Nite taugt irgendwie zu beidem, von tatsächlicher wie gefühlter Länge her erstrecken sich Merchandises fünf neue Stücke auch deswegen so signifikant, weil sie einen immer mal wieder eine Zeit im Unklaren hängen lassen, bis sich dann auf einmal eine große Melodie um die Ecke schleicht.

[Stream] Merchandise - Totale Nite

Stream: Paramore - Paramore

Ein modernes Rock-Album mit dem Produzenten der letzten M83, das an unterschiedlichen Stellen nach Los Campesinos!, Thursday oder Blood Red Shoes, Foals, Michael Jackson und Yeah Yeahs Yeahs klingt und von Ukulele-Zwischenspielen segmentiert wird - das liest sich wie ein Desaster und hätte höchstwahrscheinlich auch eines werden können. Doch irgendwie ist das Paramore mit ihrem ersten Album nach dem großen Bandumwurf nicht passiert, vor allem dank Songs, die auf ihre exzellenten Melodien zugeschnitten sind, ohne sie über Schnickschnack aus den Augen zu verlieren.

[Stream] Paramore - Paramore
[Spotiy] Paramore - Paramore
[Deezer] Paramore - Paramore

Stream: The Knife - Shaking The Habitual

Eigentlich sollte man dieses Album erst einmal hören, bevor man irgendwas drüber liest. Und es so einige Male anhören, bevor man anfängt, sich eine eigene Meinung zu bilden. Denn der Titel ist programmatisch: Shaking The Habitual will Hörgewohnheiten ins Wanken bringen, vor den Kopf stoßen, wenn ein 20-minütiger Drone auf eine Krach-Miniatur folgt, der ein industrial-durchpfechter, romantischer Popsong vorhergeht. Überhaupt ist das Album derart facettenreich, dass man locker ein Dutzend Rezensionen drüber schreiben könnte, die alle völlig unterschiedliche Sichtweisen dazu einnehmen und es auf verschiedenen Ebenen behandeln. Leichter zu hören macht es das gewiss nicht, aber ich glaube, das Annehmen dieser Herausforderung wird sich am Ende für mich zumindest gelohnt haben.

[Stream] The Knife - Shaking The Habitual