Neues Von Dirty Projectors, Grizzly Bear

Daniel Rossen mag Mitte des letzten Jahrzehnts mit Dave Longstreth unter einem Dach gewohnt haben, doch darüber hinaus kam mir bislang keine besondere Nähe der beiden in den Sinn - Letzterer ist schließlich der Kevin Bacon Brooklyns. Auf ihren beiden neuen Songs scheint es aber fast, als hätten sich irgendwo die Wege von Grizzly Bear und Dirty Projectors gekreuzt, so dass beide nun im vormaligen Terrain des anderen unterwegs sind. Sleeping Ute ist in seiner Kantigkeit sogar fast schon Deerhoofig, erinnert aber eben noch mehr an die Projectors, die selbst hingegen ihre technische Komplexität reduziert haben und im ersten Vorabsong des am 10.07. erscheinenden Swing Lo Magellan zwar R&B-ig, doch ganz ohne Gitarre stimmungsvoll verhaucht daherkommen - ein Hauch von Yellow House?

[Stream] Grizzly Bear - Sleeping Ute
[Stream] Dirty Projectors - Gun Has No Trigger

Stream: Useless Children - Post Ending // Pre Completion

Auch wenn der erste Vorabsong noch der gemütlichste auf dem Album war, zeigten sich Useless Children darin schon voll im Groove. Mit wüsten Anschlägen und höllisch flotten Bassläufen walzt das australische Noiserock-Trio nun auch so durch den Rest des gerade bei Iron Lung erschienenen Post Ending // Pre Completion, dass man inmitten all der metallenen Verknarztheit anfangs glatt die durchaus melodiösen Parts überhören kann.

[Stream] Useless Children - Post Ending // Pre Completion

Destroy This Place​ /​ Hospital Garden

Selten geschicht es, dass mich mal außerhalb von Pop und Dance eine gesamte Single-Veröffentlichung so stark mitnimmt wie ein ganzes Album. Geschafft hat das aber die auf Forge Again erschienene Split der Detroiter Destroy This Place mit Hospital Garden aus Chicago. Beide Bands haben letztes Jahr schon gute Debütalben rausgebracht, aber diese Songs kommen meinem platonischen Ideal von (Indie-)Rock verdammt nahe: druckvoll und krachig aber nicht ermüdend überkomprimiert, eingängig aber ohne Furcht vor Dynamik-Variationen (die treibenden Drums zur zweiten Strophe von Magnified!), stimmlich (charakter-)voll, smart aber nicht steif und mit einer Prise Humor gewürzt.

[Stream] Destroy This Place​/​Hospital Garden - Split

Stream: The Hundred In The Hands - Red Night

Konnte man The Hundred In The Hands bislang vielleicht noch als Spätausläufer der letztjahrzehntigen New Yorker Discopunk-Geschichte sehen, stehen sie auf ihrem Freitag erscheinenden zweiten Album völlig zwischen den Stühlen. Mit Schlagzeuger sind sie zur vollbesetzten Liveband geworden, doch Red Night ist keinesfalls rockiger oder tanzbarer geworden, sondern ein massiv stimmungsvoller Batzen Düsterelektronik, der aber eben immer noch von eingängigem Gesang und gelegentlich aufblitzenden Saiten bewohnt wird.

[Stream] The Hundred In The Hands - Red Night