Battles - Wall Street (Gui Boratto Remix)

Auch wenn das Remix-Album zu Battles' Gloss Drop - wie schon das ursprüngliche Werk - nicht so gut wurde, wie ich's mir erhofft hätte: Allein schon wegen der Wall Street-Revision von Gui Boratto hat es sich allemal gelohnt. Der will von dem frenetischen, zu sehr an stärkere Mirrored-Momente erinnernden Funkgeklöppel gar nichts wissen, lediglich ein paar Winzsamples und ein Saitenfragment scheint er sich für den trockenen Unterbau geborgt zu haben. Dafür zerrt er die im Original fast schon schamhaft versteckte Melodie hervor, bürstet sie ab, sprüht sie mit Gold an und ballert sie majestätisch über Klaviertaumeln und forsch voranstampfenden Beat durch die Luft, dass es auch nach drei Monaten noch immer eine Freude ist.

[Youtube] Battles - Wall Street (Gui Boratto Remix)

Holograms

Über Holograms gab's die Tage viel zu lesen, allerdings ging es dabei eher selten um die schwedische Band gleichen Namens. Das wäre in dem Maße auch wahrlich übertrieben, hat das Quartett doch gerade erst seine Debüt-Single auf Captured Tracks rausgebracht. Doch lassen A- wie B-Seite mit ihrem Eiszeit-Tonfall und verhalten riffendem Keyboard und Sechssaiter darauf hoffen, dass dem Wave-Postpunk von ABC City und Hidden Structures noch mehr flotte Molligkeiten von dieser Qualität folgen werden.

[Video] Holograms - ABC City
[Video] Holograms - Hidden Structures

Stream: Lovelock - Burning Feeling

Dass mir bei der Suche nach dem Veröffentlichungsdatum für Lovelocks Album gleich ein französischer Grabbelfilm ans Herz gelegt wurde, kann nur eins bedeuten: Am 27.04. stehen mit Burning Feeling sexy Zeiten an! OK, genau genommen bot mir Amazon noch vorher eine öde Biographie und wirre Endzeit-Esoterik an, aber hey, wenn Algorithmen für eins gut sind, dann zum wirren Herbeifabulieren unfundierter Zusammenhänge. Und nachdem man sich die Hälfte davon schon durch etwas bessere Suchalgorithmen vorab anhören konnte, gibt's nun auch den Rest von Steve Moores funkelnd bombastische Disco-Synth-Chillout-Extravaganz zu hören. Egal was man damit auch anzufangen gedenkt.

[Stream] Lovelock - Burning Feeling

SPICA - Painkiller / SISTAR - Alone

Mal von dem Zufall mit den Großbuchstaben abgesehen, sind die beiden Singles vielleicht ein guter koreanischer Pop-Pulsmesser. Nachdem über die letzten beiden Musikjahre Robo-Tune und glittriger Club-Bombast in alle Höhen und Tiefen zerhackt und rekombiniert wurden, sind Painkiller und Alone nun von wenig maschinierten, lang gezogenen Stimmen geführt. (In dem, was sie projizieren natürlich nur) Ernster, introvertierter, smoother, allerdings dabei nur wenig in maximalisticher Überfrachtung einsteckend. Vor allem Letzteres reiht von Anfang bis Ende eine einprägsame Melodie an die andere, in den instrumentalen wie den vokalen Elementen, wobei SPICA sogar einen wortwörtlichen Killer-Hook auf Lager haben.

[Video] SPICA - Painkiller
[Video] SISTAR - Alone

Stream: Evans The Death - Evans The Death

Das hat dem ewig anbrechenden Frühling noch gefehlt: Ein zünftig kloppendes Indiepop-Album. Sicher, Evans The Death rasen nicht so daueraufgedreht wie letztes Jahr die Slumberland-Nachbarn von Gold-Bears durch ihr Debütalbum. Doch glänzt das gestern erschienene Evans The Death vor allem durch angepunkt-energetische Songs, die nicht nur wegen Hooks, sondern auch das Dynamikgespür und die charismatischen Vocals des britischen Quintetts deutlich langfristigeren Reiz haben als manch apathisch-dauerverhallter Spectorismus aus Übersee.

[Stream] Evans The Death - Evans The Death