Stream: Real Estate - Days

Als mit Out Of Tune letztes Jahr Real Estates erster Lied seit dem 2009er Debüt - die nachfolgende Reality-EP bestand noch aus älteren Stücken - das Licht der Welt erblickte, machte ich mir schon große Hoffnungen. Nach fraglos tollen, aber vergleichsweise simplen Songs schienen die Kings of Entschleunigung mit dieser unwiderstehlichen mittstückigen Abzweigung ein neues Schaffensniveau erreicht zu haben, und es scheint mir so, als würde das diese Woche erscheinende Days die Erwartungen voll und ganz erfüllen.

[Stream] Real Estate - Days

20 Jahre Moods


Seien wir mal ehrlich: Nevermind war ein gutes und in mancher Hinsicht wichtiges Rockalbum, aber wenn es um den direkten Einfluss auf die Musik des Jetzt geht, erschienen vor 20 Jahren doch deutlich bedeutsamere und wegweisendere Alben. Loveless beispielsweise, die Zahl heutiger Bands, die in krachigen Gitarrenwolken schwelgt, ist vielleicht größer denn je zuvor.

Weitaus überraschender hat sich aber auch in letzter Zeit eine Veröffentlichung als höchst einflussreich auf die heutige Alternativszene erwiesen, die so niemand je zu der Reihe klassischer Alben gezählt hätte. Schon allein, weil sie lediglich eine Compilation war, die in ihrer ersten von mehreren Formen (spätere Tracklists änderten bis zu 50% der Stücke) erstmals im Jahre 1991 veröffentlicht wurde und im Laufe der Jahre nicht zuletzt durch nimmerendende Fernsehwerbungpräsenz ungemein erfolgreich wurde. Ob Moods allzu repräsentativ für die Pop-Auswüchse von New-Age-Musik ist, ließe sich in Frage stellen, schließlich finden sich dort neben Enya oder Enigma auch Kritikerlieblinge wie Morricone oder Sakamoto versammelt.

Diese Zusammenstellung soll ein wenig illustrieren, wie Musik aus diesem Jahr (u.a. von Bon Iver, Destroyer, Active Child, Ford & Lopatin, Plaid, Washed Out ...) Stimmung, Texturen oder Arrangements dieser Wohlfühlklänge aufgreift, verarbeitet und/oder reinterpretiert, ob Harfen, Panflöten, Walgesänge, kitschige Plastik-Synthies, schmierige Saxo-Solis oder meditative Natursamples - nix für schwache Nerven also.

Stream: The Field - Looping State Of Mind

Obwohl ich nun wahrlich nah genug an der Kölner Kompakt-Quelle sein sollte, werd ich dieses Wochenende vorraussichtlich nicht dazu kommen, mir das neue Werk von The Field zuzulegen. Dass das in unferner Zukunft nachgeholt werden soll steht aber außer Frage, nachdem sein letztes Album schon meine beiden Field-Favoriten bis dato beinhaltete, hat Axel Willner seinen dreikommanullerstes-Jahrtausend-Dreampop für Looping State Of Mind zugleich raffiniert und auf eine neue Wirkungsebene gehoben, die zu erklären mir momentan noch zu schaffen macht. Es ist also vorerst noch mehr Hören angesagt, worüber ich mich in diesem Fall aber nun wirklich nicht beschweren kann.

[Stream] The Field - Looping State Of Mind

Stream: Roly Porter - Aftertime

Ist mir ein leichtes Rätsel, wie mir das vor ein paar Tagen entgangen ist, aber das übermorgen erscheinende Debüt von Roly Porter gibt es bereits im Onlinestream. Da Soundcloud heute in einer tiefen technischen Krise steckte, bin ich bislang zwar noch nicht zum Hören gekommen. Doch alles, was mir bislang von dem Mann zu Ohren kam, deutet darauf hin, dass es sich bei diesem Düsterwerk nicht bloß um eine weitere weite Noise-Drone-Landschaft handelt, vielmehr um die Art klar umrissener Einzelelemente, deren Arrangement im Hörraum und Effekte aufeinander die große Faszination und Wirkung der Musik ausmachen.

[Stream] Roly Porter - Aftertime