Video: Black Strobe - Back From Beyond



Bei der Menge an Musik, die in den vergangenen Jahren in den Fußstapfen der Horror- und Giallo-Soundtracks von John Carpenter oder Goblin wandelte, ist es kein Wunder, dass es dazu nun auch mal ein Musikvideo im Slasher-Stil gibt. Im Falle von Black Strobes Back From Beyond ist dies auch gut gelungen, die nächtliche Blutjagd aus Egoperspektive des Killers gefilmt - spätestens seit Bavas Bay Of Blood eine etablierte Genretechnik - wird durch die unheilvolle Düsterdisco-Untermalung zum legitimen Pulserhöher. NSFW natürlich, aber sowas sollte man sich eh in einem abgedunkelten Raum bei voller Bildschirmgröße ansehen. [via]

[Video] Black Strobe - Back From Beyond

Tocotronic Live

Nachdem mir in diesem Jahrzehnt kein Tocotronic-Album mehr richtig gefallen hatte - und Kapitulation sogar das erste Tocos-Album war das ich mir gar nicht erst gekauft habe - bin ich umso überraschter wie toll Schall und Wahn ist, so sehr dass ich fast schon an meiner bisherigen Urteilsgabe zweifele. Aber es gibt schon Gründe dafür, allen voran dass die Songs abwechslungsreich sind, dabei keine verfehlten Experimente oder steife Posen sondern sich voll (und mit guten Melodien!) in den gewählten Stil reinwerfen, sei es der Schrammelklopper SDS oder die Süße von Gift oder Eine Lanze Für Den Widerstand.

So weit, dass ich zu Hause bleiben und den enorm unterhaltsamen Auftritt von Fight Like Apes verpassen würde, ging aber gestern Abend meine neu erflammte Zuneigung nicht, und so habe ich die Liveübertragung von Tocotronics Livekonzert im Radio und Internet verpasst. Erfreulicherweise aber hält MDR Sputnik den Videomitschnitt auch im Nachhinein auf seiner Homepage zum Abruf bereit:

Tocotronic live in Halle 29.01.2010

Übrigens sei noch unbedingt auf das Interview in der Welt hingewiesen, in der nicht nur ein Interviewer auf die Gruppe losgelassen wird der nicht sonderlich mit ihr vertraut zu sein scheint - was ja OK wäre und ich sogar abfeiern würde wenn es dabei zu frischen Betrachtungen käme - sondern auch grundlegende Schwierigkeiten mit Textinterpretation hat, und so kommt es u.a. zu einem herrlich komischen Gedankenaustausch über die Bedeutung von Bumms und Bi.

Neues Von Goldfrapp

An Goldfrapp mag ich ja immer sehr, wie das Artwork der Platten zum aktuellen Sound des Duos passt. So hatte ich schon durch das technicolorbunte Wolkencover eine gute (und erwartungsfreudige) Vorstellung davon, wie das am 19.03. erscheinende fünfte Album Head First nun klingen würde: luftig, satt und farbenfroh. So lässt sich auch die herrliche erste Single Rocket an, die war zwar schon vor kurzem auf Youtube geleakt, allerdings in einer Fassung die ein bisschen zu lange brauchte um zum Refrain zu kommen. Nicht geändert hat sich, dass der Song mit seinem dicken Keyboard-Motiv an Van Halens Jump erinnert, allerdings federweich, mit dicken Wuuush- und Swuuush-Kondenswolken, Triebwerksbrausen und anderen Fliegergeräuschen durchzogen, ohne Gitarrengenudel und natürlich mit der Stimme Alison Goldfrapps.

[Stream] Goldfrapp - Rocket

Stream: The Knife - Tomorrow, In A Year

Die schwedische Musikszene scheint's auf neue Bühnen zu ziehen: Während das Göteborger Beachpop-Duo Pacific! unlängst das Electro-Ballett Narcissus verfasste, komponierten The Knife eine nicht minder moderne Oper. Die wurde bereits mehrfach und gewiss nicht zum letzten Mal aufgeführt, doch am 05.03. wird Tomorrow, In A Year auch für den heimischen Hörer als Album veröffentlicht werden. Jetzt bereits kann man das ganze Werk der Dreijers auf ihrer Webseite anhören und als Download erwerben:

[Stream] The Knife - Tomorrow, In A Year

Video: Surfer Blood - Swim



Der erste Kandidat für die beste schauspielerische Leistung in einem Musikvideo 2010 ist da, und nein, es ist nicht der Sänger von Surfer Blood dem für seinen Unterwäschelauf in sicher nicht sommerlichem Klima aber auch Props gebühren. Vielmehr ist es ein perfekt getroffener Gesichtsausdruck der sich an der 2:23-Minuten-Marke von Swim ereignet und wegen dem allein sich das Ansehen schon lohnen würde, mal ganz abgesehen davon dass der Anlass des Videos einer der mühelos hymnischsten Indierock-Songs der jüngsten Zeit ist.

[Video] Surfer Blood - Swim