Video: Marnie Stern - Ruler


Nach dem 2001 zitierenden Transformer gibt's im neuen Video von Marnie Stern wieder filmische Anspielungen, diesmal geht es im Rocky-mäßigen Trainingsprogramm quer durch New York, so billig produziert dass das Gummihähnchen in einer Szene auch völlig angebracht scheint. Da Ruler in etwas gemäßigterem Tempo Optimismus versprüht als Sterns Journey-Cover und der Rest von This Is It... ist es sicher nicht die schlechteste Wahl für einen langen Ausdauerlauf.

[Video] Marnie Stern - Ruler

Gute(r) Dinge

  • Gerade auf Amazon entdeckt: In zwei Wochen erscheint in Japan ein (absurd teurer) Mitschnitt von 77 Boadrum auf Doppel-CD plus Doku-DVD. Hallo Weihnachtswunsch!
  • Am gleichen Tag veröffentlicht: Andrew W.K. covert japanische Pop- und Rocksongs. Und eine Woche später Karaoke-Abend mit W.K. und Ted Leo. Hat mal jemand ein Flugticket nach New York?
  • Band To Watch: Surf City. Right on!
  • Museumsreif: Das Matablog hat einen alten Waschzettel von Superchunks No Pocky For Kitty im typisch augenzwinkernden Stil ausgegraben:

    Several national tours in '90 and '91 (including a recent jaunt supporting Mudhoney) have enhanced Superchunk's rep as a band nobody wants to follow.
    Und ich glaub die Pop/Rock-Bezeichnung klau ich mir, seit der absurden Totalinflation des I-Präfixes mag ich kaum noch "Indierock" schreiben
  • Da war ich gestern schon kurz davor Sky Larkin auch musikalisch an Sleater-Kinney anzulehnen, jetzt seh ich gerade dass John "All Hands On The Bad One" Goodmanson das Debütalbum von Sky Larkin produziert. Das sollte doch gut passen.

Konzert: Los Campesinos!, Sky Larkin & Lovvers

Ich hätte mir ja denken können dass Los Campesinos! einen ordentlichen Konzertabend schmeißen würden, dass der aber rundum so gut ausfallen würde hat mich dann doch überrascht. Los ging's gestern im Luxor mit dem Punk-Quartett Lovvers, zu dem Zeitpunkt war es vor der Bühne noch so leer dass das Publikum wahrscheinlich zur Hälfte aus den anderen beiden Bands des Abends bestand. Der Sänger nutzte den Freiraum dann auch aus um munter durch die Gegend zu torkeln, mit Gesang der live so klang wie auf alten britischen Punkscheiben. Die Musik ging allerdings mehr in Richtung U.S.-Westküste, melodiös und garagig à la Wipers. Allzu lang spielten Lovvers nicht, dafür schnell, vielleicht 20 Minuten wobei das letzte ausgedehnte Stück gut ein Drittel der Zeit einnahm.


Nicht viel später stand dann nach dem Umbau ein kleines Keyboard in der Mitte der Bühne, und um die Tweexcore-Balance aufrecht zu erhalten hätte man jetzt eigentlich damit gerechnet dass sich als nächstes die einzige Frau in einer Pullover tragenden Tweeband eben dahinter stellen würde. Tatsächlich sind nur zwei Drittel von Sky Larkin Männer, was ihre Musik und Sängerin anging hätte ich aber kaum mehr irren können. Wenn sie nicht gerade am Mikro stand war sie entweder damit beschäftigt ihre gereckte Gitarre à la Carrie Brownstein zu bedreschen oder im Superchunk-Stil damit herumzuhüpfen, der stoisch-coole Bassist und das Tier von einem Drummer der eher versuchte durch anstatt auf sein Schlagzeug zu hauen (wodurch er nach jedem zweiten Stück seine Sticks wechseln musste) gaben ihr Übriges dazu dass ich ab dem ersten Mal wo Sky Larkin richtig abrockten völlig entzückt war.

Und wie in jeder kitschigen Filmszene wo die aufstrebende Jungband ihren großen Auftritt hat wurden bald wissentliche Blicke vor der Bühne ausgetauscht: Wow, die sind wirklich gut! Merklich griff beim Publikum die Begeisterung um sich, am Ende war der Applaus nicht schwächer als später bei Los Campesinos!, und ich wäre schon völlig damit zufrieden gewesen wenn gestern Sky Larkin die Headliner gewesen wären.


Wie um das zu untermauern hab ich auch jetzt gar nicht allzu viel was ich über den nachfolgenden Auftritt schreiben könnte, allerdings liegt das (abgesehen davon dass es am gleichen Ort nicht soo viele Unterschiede zum ersten Mal gab) vor allem daran dass ich zu beschäftigt war mit Tanzen und Mitsingen um allzu viel vom Geschehen auf der Bühne mitzukriegen. Die neuen Songs fügten sich in diesem Liveumfeld ohne den Produzenten-Unterschied der Studioaufnahmen nahtlos ins alte Material ein, was bereits beim großartigen Eröffnungsdoppelschlag von Ways To Make It Through The Wall und The International Tweexcore Underground klar wurde. Der große Chor im Titelstück bei dem alle auf der Bühne "Oh, we kid ourselves, there's future in the fucking, but there is no fucking future" brüllten war live noch eindrucksvoller, das finale Sweet Dreams, Sweet Cheecks spielten dann Sänger Gareth und Gitarrist Neil mitten im Publikum, rundherum wurde getanzt, geklatscht und mitgesungen.

Eigentlich war es wohl verhältnismäßig ein schlechtes Campesinos-Konzert da Sängerin Aleks stimmlich und gesundheitlich angeschlagen schien, vermutlich der Grund dafür dass es nicht überwiegend von ihr gesungene Stücke wie We Throw Parties, You Throw Knives zu hören gab und dass das Konzert ohne Zugabe überraschend schnell zu Ende war, aber selbst ein schlechter LC!-Auftritt ist immer noch ein Anwärter aufs Konzert des Jahres. Was für eine Band, was für eine Vorband, was für ein Abend. Videos davon sind übrigens bereits online.

Radiohead-Konzertfilm Mit 12 Kameras


Ist das die Zukunft der Konzertvideos? Auf einer japanischen Seite gibt es einen Mitschnitt eines Radiohead-Auftrittes bei dem man manuell anwählen kann welche der 12 Kameraperspektiven gerade gezeigt wird, je nachdem ob man nun mehr an der Panaromaansicht, an Johnny Greenwoods Gefrickel oder Thom Yorkes Gesichtseskapaden interessiert ist. Das Ganze ist technisch enorm gut gemacht und geht selbst auf meiner ollen Kiste extrem flüssig von statten, allein der schlechten transasiatischen Netzanbindung dürfte es geschuldet sein dass das Bild leider extrem verpixelt ist. Trotzdem eine tolle Spielerei (die regenbogenfarbenen Statistiken rechts sind glorreicher Overkill) und vielleicht etwas was man in Zukunft noch anderswo sehen wird. [via]

Radiohead: 12 Cams, Create Your Rainbow

Popsongs, die Kurzfassung

McSweeney's enthüllt: Es geht wirklich immer nur um's eine.

Video: Brendan Canning - Churches Under The Stairs


Mag sein dass der Clip zu Brendan Cannnings Churches Under The Stairs trotz der netten Grundidee nicht so spektakulär ist dass er jetzt große Youtube-Rekorde aufstellen wird, aber hey, für ein superbreites Video mit blendend weißem Hintergrund bin ich jederzeit zu haben. Wird auch nix schaden wenn dadurch der eine oder andere noch auf die Existenz des Albums aufmerksam gemacht wird, dafür dass man vor nicht allzu langer Zeit noch ständig über BBS-Tshirtträger stolperte scheint es mir doch von Fanseite recht still um Kanadas Kollektiv Nr. 1 geworden zu sein. Warten die alle nur auf die "Vollbesetzung"?

[Video] Brendan Canning - Churches Under The Stairs

Los Campesinos!: Arbeitslos Und Tätowiert

Obwohl der Zine-Teil etwas zu hektisch (oder nicht hektisch genug?) zusammengeschustert wurde bin ich schwer vernarrt in die We Are Beautiful, We Are Doomed-Box. Das Rundum-Design setzt sich auch im Innenteil fort und es passt einfach so zu Los Campesinos! wie einem beim Öffnen dieser Kiste jedes Mal Poster, Heft und zwei Buttons entgegenquillen. Mit einigen dieser Boxen im Gepäck beginnen die Tweereichen Sieben sicher heute auch ihre neue Tour, diesmal unter dem Motto und mit der Webseite Quit Yr Jobs & Get Tattoos wo man die kommenden Tage sicher wieder den einen oder anderen Toureindruck vorfinden wird, z.B. sowas wie den Gareth-Gastauftritt bei Times New Viking von der letzten Rundreise.