Stream: Jóhann Jóhannsson - Fordlândia

Vielversprechend: Fordlândia, das heute erschienene Album von Jóhann Jóhannsson, fängt mit 45 Sekunden Stille an, direkt alle Ungeduldigen ausschließend die sich nur noch durch randomisierte Playlisten klicken. Umrahmt von zwei epischen 10+-Minütern ist dies eine Platte die Ruhe und Aufmerksamkeit vom Hörer verlangt, nach dem was ich bisher gehört habe wird man dafür aber auch angemessen entlohnt. Für Hektik wird's ja eh bald zu kalt.

[Stream] Jóhann Jóhannsson - Fordlândia

Matadors Herbstcompilation


Auf den Frühling folgt der Herbst - oder so. Jedenfalls ist es nun an der Zeit für die neue Matador-Kollektion mit Mp3s von den jüngsten und kommenden Veröffentlichungen des Labels das wie nur wenige andere die Balance zwischen vitalen Veteranen und aufregendem Jungfolk hält, u.a. mit dabei sind diesmal A.C. Newman, Belle & Sebastian, Jay Reatard, Lou Reed, Pavement, Times New Viking und den neu-Matadoren Condo Fucks. Alle in einem handlichen Zip-Archiv samt Artwork falls man das Ganze auf CD zu brennen gedenkt, was braucht man mehr? OK, ein Vorgeschmack aufs nächste Sonic-Youth-Album wär ganz nett gewesen, den gibt's dann wahrscheinlich im nächsten Frühjahr.

Intended Play Fall 2008 auf dem Matablog

Julia Holter


Obwohl Julia Holter aus dem Mikrokosmos "Leute die mal mit Ariel Pink gespielt haben" (siehe z.B. John Maus oder Nite Jewel) stammt sind ihre Kompositionen zwar größtenteils synthbasiert, allerdings nicht allzu verrauscht, sie leben mehr vom delikaten Zusammenspiel der einzelnen klaren Klangzutaten. sicher was für Freunde der Nachtmusik. Gerade erschienen ist die dritte Ausgabe der jährlichen 4 Women No Cry-Compilation auf der Holter mit 5 Songs vertreten ist. Leider nicht dabei ist mein Favorit Fur Felix, dazu gibt es aber immerhin ein Video. Mehr von ihr zu hören gibt es auf Myspace (Anspieltipps: die cineastischen Minerals & Coyotes Of The Canyon), bei Human Ear (Neighbor Neighbor) und auf ihren zwei Dublab-Sessions.

[Video] Julia Holter - Fur Felix

Julia Holters Myspace

Mika Miko & Abe Vigoda Kommen


Mika Miko entwickeln sich so langsam zu den Botschaftern der L.A.er Punkszene. Letztes Jahr brachten sie No Age mit über den großen Teich, diesmal haben sie Anfang Dezember Abe Vigoda für zwei Termine im Schlepptau und ich erwarte dass die ihren Mitreisenden in Sachen Liveenergie nicht allzu weit nachstehen werden. Außerdem mit dabei sind die britischen Lovvers die nach der Tour mit Los Campesinos! bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen nach Köln kommen.

08.12.2008 West Germany, Berlin
09.12.2008 Tsunami, Köln

Marnie Stern covert Journey

Normalerweise würde sich bei dem Satz "XYZ covert Journey" meine misstrauische Augenbraue bis zum Haupthaaransatz heben, aber in diesem Fall gibt es zwei Gründe warum man sich darüber freuen darf. Zum Einen nimmt Marnie Stern, ausnahmsweise ohne Zach Hill und daher mit leicht verdaulichem Beat, dem Song seinen Geruch von Mucker-Achselschweiß und serviert dafür ihren aufgedrehten Gesang inmitten von gelayerten Hochenergieriffs, zum Anderen entsprechen die enthusiastische Melodie und der motivierende Text genau der Art von Optimismus die ihr phantastisches neues Album gallonenweise versprüht ohne dabei kitschig zu wirken.

[Stream] Marnie Stern - Don't Stop Believing

Stream: Thursday/Envy Split

Das 17. Jahr ihres Bestehens ist Envys veröffentlichungsreichstes mit der Doku Transfovista, der Compilation Compiled Fragment 1997-2003, dem Split-Release mit Jesu und nun noch einer Split, diesmal zusammen mit Thursday die sich hierauf den Japanern erfreulicherweise angenähert haben. Schnelles, polterndes Spiel, eine finstere Stimmung und atmosphärische Elektronik lassen mich die beiden letzten Alben schon fast vergessen machen, nächste Woche erscheint die Split als aufwändig gestaltetes LP+CD-Set.

[Stream] Thursday / Envy - Split

Bloc Party bei Concerts À Emporter

So sehr mich das neue Album anödet, so sehr liebe ich das hier. Die Zerbrechlichkeit, und dann der Kameraschwenk auf die gebannten Hörer. Zauberhaft.

Im Rückspiegel verschwimmt die Stadt

Die Konzerte von Lichter bekommen so langsam zwei Traditionen: erstens sind sie immer großartig, zweitens kriege ich sie nie komplett mit (gut, beim letzten Mal lag das ausnahmsweise nicht an mir, da musste die Zugabe aufgrund der späten Stunde ausfallen). Dafür gibt's nun einen Bericht von allen Auftritten ihrer letzten Tour aus Sicht der Band, dem würde ich nur noch hinzufügen dass das ansonsten gern von mir geschasste Kölner Publikum an dem Abend nicht so lethargisch war wie es auf dem Foto wirkt:

Lichters Tourtagebuch

Super Fuzz

The stuff that I recorded at home on the digital 16-track, like "Power Supply" and "It's All Over Now Baby Blue" and the later stuff, I really like the way it sounds because it just sounds much bigger and stuff. But there's definitely a thing that's hard to achieve on that machine, which is like a certain type of density. When you're working on the four-track, maybe it's because you're having to pile stuff on top of each other on these four tracks and bounce it all around, that it kind of ends up...I don't know how to describe it, but it has this density or it all becomes kind of like one mass, and it's really hard to get that on the digital. The other thing that's hard to do is really just kind of overload it. You can overload the digital thing, but it doesn't sound good. When you overload the analogue thing, it sounds good.
Mac McCaughan im herrlich langen Interview über den Lo-Fi-Appeal.